Anleitung zum Entlieben

18.01.2007 um 21:17 Uhr

Trost im Käse

von: Lapared

Meine Nase glüht. „Was ist denn mit Dir los?“ Käse-Bruno (wir erinnern uns, Duz-Betreiber der Stinkparzelle im Erdgeschoss) schenkt mir einmal mehr sein unaufdringliches Mitgefühl. Ich zeige Haltung und mutmaße sachlich, dass ich gegen Ringelblumen allergisch bin. „Ringelblumen, Du die blühen jetzt aber nicht!“ Ringelblumenintoleranz, ich bestehe darauf, und alten Gouda, bitte. Käse ist mir Trost genug. „Immer noch wegen dem ollen Holländer?“ Ach ja, der Holländer, gleich geht´s mir besser. Danke, Bruno. „Mönsch, nu heul doch nicht, das Leben ist nun mal so.“ KÄSE, Bruno! „Du musst jetzt nach vorne gucken“, da liegt ein Ziegenmilch-Camenbert, und? „Ich brauch ´ne Aushilfe, wär das nicht was für Dich?“ Käse verkaufen und sagen, dass es Käse ist? Ich bin doch Werber, Bruno, ich fürchte, das kann ich nicht. „Bei mir haste nix auszustehen…“, Arbeitsplatz Käseglocke, ich erbitte Bedenkzeit, „weißte, ich kann Dich gut leiden…“, ich sehe mich Schulter an Schulter mit Käse-Bruno auf der anderen Seite des Ziegen-Camenberts stehen, „…und ich denk, wenn mir das so geht, dann geht das den Kunden genauso.“ Ding-Dong, die Ladenglocke. „Ah, hier bist Du, mein Engel kauft Käse!“ HK gibt mir einen Kuss, er kann mich sogar sehr gut leiden. Als wäre nichts geschehen. „Darf´s sonst noch was sein?“ Käse-Bruno rudert formvollendet zurück. „Du hast mir eine Karriere im Käse-Vertrieb versaut“, sage ich später zu HK am Abendbrottisch. „Tut mir leid, aber dafür hab ich einen Job für Dich!“ Ah, meine Highend-Kreativität wird gebraucht. "Ich dachte, dann kommste mal raus.“

Also springe ich morgen bei der Aufnahme eines Funkspot für HKs unseligen Quark-Kunden ein. Einen Moment lang denke ich, mit Käse wäre ich vielleicht einen Schritt weiter gewesen.

 

18.01.2007 um 09:11 Uhr

Curd Rock demkt

von: Lapared

Mamchmal habe ich dem Eimdruck...

 ... die Fimca ist zu groß für mich.

 Ich brauche SKLAVEM!!!

 Wo ist eigemtlich Lchem... ?? ?

 

17.01.2007 um 20:12 Uhr

Ringelblumen

von: Lapared

Und der Gewinner des diesjährigen Großen Laparedschen Taschentuch-Awards: Kleenex Balsam – mit nasenschonendem Balsam-Film aus Ringelblumen.

HK hat nicht angerufen.

Fanfare.

17.01.2007 um 10:09 Uhr

Curd Rock auf Trockenem

von: Lapared

 ich hab gamze Fimca gegossem.

 Wann gießt Fimca...

 denn emdlich...

 mich...?

16.01.2007 um 18:09 Uhr

Guter Rat ist teuer

von: Lapared

Jetzt wäre es echt schön, Stöckchen würde auch mal was sagen.

„Sie scheinen unsicher, ob Sie sich Ihrem Partner gegenüber richtig verhalten…“

Nicht das.

„Sie überlegen, ob Sie das Recht und vielleicht sogar… die Pflicht haben, sein Trinkverhalten zu kritisieren?“

SAGEN nicht fragen.

„Oder ob es vielleicht besser wäre, es zu… akzeptieren?“

Brillant. „Brillant! Exakt das meinte ich, als ich vor 2 Minuten wörtlich sagte: Ich weiß nicht, ob ich das Recht und vielleicht sogar die Pflicht habe, sein Trinkverhalten zu kritisieren, oder ob es besser wäre, es zu akzeptieren.“

Sie legt den Kopf ein bisschen schief. „Und dass Sie sich möglicherweise falsch verhalten haben, ängstigt und beunruhigt Sie?“

Das und die Tatsache, dass meine Psychoanalytikerin einen Papagei gefrühstückt hat. Sie stößt leicht auf.

„Da gibt´s nur eins, der muss aufhören zu saufen, sonst wird das nix!“

Meine Schwester hingegen hatte – ich hab vorsichtshalber gefragt - Toast mit Mettwurst.

„Das tut er aber nicht. Also werde ich entweder Co-Alkoholiker oder Single.“ Ich selbst bin erschreckend nüchtern.

„Hm, klingt beides sehr verlockend. Da weiß man kaum, wie man sich entscheiden soll…“

„Eigentlich hat er ja Recht, ich hab nichts auszustehen. Keine Exzesse, keine Kontrollverluste... “

„Gar keine? Ich meine GAR KEINE?“

„Na, ja… nun… aber dafür ist das Seltene umso kostbarer.“

„Puh, also wenn Du mich fragst…“

„NEIN! SAG NICHTS, ich frag Dich nicht!“

Dafür ist schließlich mein echt teuer bezahltes Stöckchen da.

16.01.2007 um 10:02 Uhr

Vor dem Mauerm vom Fimca

von: Lapared

 Ich glaube sie verfolgem mich...

 sie belagerm mich...

 wie eimst die schöme Helena!

 

15.01.2007 um 23:05 Uhr

Großer Moment

von: Lapared

„Ist das alles?“

Da ist er. Der große Moment. Der Moment, in dem der Elefant das Wasser lässt, wie mein Vater immer sagt. In der Tat verspüre ich Druck. Nicht auf der Blase, seitens HK. Als ich nicht sofort antworte, gibt - so hat man es ihr in der Schulung wahrscheinlich beigebracht - die Frau am anderen Ende mir noch etwas Zeit, meinen Bedürfnissen nachzuspüren, und wiederholt derweil die Bestellung:

„Drei Mal Bismarck Nullsieben, zwei Hella Wellness, zwei Becker Apfel naturtrüb, ein Kasten Cola Light… sonst noch was?“

Noch was? Gestern hatten HK und ich uns deswegen gezankt. „Ich trinke sowieso“, hatte HK gesagt, „ob das Zeug nun hier steht oder nicht.“ Bisher hatte er seinen Alk immer mitgebracht. „Ich weiß, dass Du sowieso trinkst“, versuche ich es im Guten, „ich will Dich nicht davon abhalten“, mit meinem legendären Charme und Witz, „wenn ich das unbedingte Bedürfnis verspüre zu scheitern, boxe ich gegen Shannon Briggs oder koche Lammcurry oder parke rückwärts ein“, er lacht gar nicht, „ich halte Dich nicht ab! Aber ich werd Dich auch nicht unterstützen! Ich werde Dir keine Cocktails mixen oder Dir hier das Bier kalt stellen!“ Keiner lacht. „Du würdest mich nicht unterstützen. Ich trinke, das ist meine Entscheidung, das mach´ ich ganz allein. Du würdest es akzeptieren, und das wäre gut.“ - „Es ist Deine Entscheidung, ja, aber eine Entscheidung, die mich irgendwie auch betrifft, findest Du nicht?“ Dünnes Eis. „Warum, weil meine Lebenserwartung dadurch sinkt, weil Du dann früher Witwe bist? Entschuldige, mein Engel, ich glaube, so weit sind wir noch nicht!“ Krach. „Ich glaube nicht, dass ein kürzeres Leben die einzige Konsequenz Deines Saufens ist, es betrifft das Leben, das Du führst, und damit die, die so bescheuert sind zu versuchen, es ein Stück weit mit Dir zu teilen!“ – „Ach ja, wo? WO betrifft es Dich? Rede ich wirres Zeug, erzähle ich blöde Witze, torkel und lalle ich, hab ich auf Deine vornehme weiße Couch gekotzt? Nichts, NICHTS! Ich verhalte mich ganz normal. Mehr! Ich funktioniere 1 A, ich laufe wie geschmiert! Tagsüber mache ich Kohle, nachts sorg ich für Deine Orgasmen, und dazwischen flitz ich noch flink zu SPAR, weil DU lieber Seifenopern schreibst, Deinen Bikini ausführst oder auf sonst eine beschissene, verwöhnte Art zwanghaft Selbstdarstellung betreibt! Zum profanen Einkaufen hast Du keine Zeit!“ Aua. „Ich hab Wurst und Käse gekauft!“ – „Und, pardon, sollte ich trotz all meiner Bemühungen dennoch manchmal hinter der stets hohen Latte meines Vorgängers zurückbleiben, bitte ich zu bedenken, dass ich leider unverheiratet bin und bedauernswerter Weise keine Frau hab, die das Geld für mich verdienen geht, damit ich mich voll aufs Vögeln meiner Badebekanntschaften konzentrieren kann.“ Hab ich was gesagt? Ich liebe Dein Schnarchen! „HALLO! Ich soll für Dich ALKOHOL kaufen!“ - „Ja, weil ich ALKOHOLIKER bin. Weil Alkohol mir ein dringendes Bedürfnis ist. Eins, mit dem ich Dich sonst in keinster Weise behellige. Im Gegensatz zu Dir, die Du mir mit größtem Vergnügen jedes Deiner Bedürfnisse offenbarst!“ Hatte Emmi doch Recht! Na warte… „Bedaure. AUFRICHTIG! Ich ging in der Annahme, sie würden sich in gewissem Maße mit Deinen quasi DECKEN! Ich höre mit Staunen und Verwunderung, dass dem offenbar nicht so ist!“ Los, widersprich! „Ich bitte Dich lediglich, drei Kästen Bier zu bestellen! Am Telefon! Einen Satz zu sagen! DREI KISTEN WARSTEINER, BITTE! Ist das zu viel?…“

„Also, wollen ´se nu noch was bestellen oder nich?“ Bitte, wo bleibt Ihre gute Schulung.

„…Ich weiß, Du willst mir helfen, Lpunkt. Aber es hilft mir nicht, wenn ich zum Trinken nachhause oder in die Kneipe gehen muss!“

„Nein, das wär´s. Das ist alles.“

Ha! Ein großer Moment. Eine Stunde noch, dann konnte ich den Druck nicht länger halten. Bin zu SPAR gerannt. Hab Wurst und Käse gekauft… und ein Sixpack. Hilft ja nicht, wenn er zum Trinken nachhause oder in die Kneipe gehen muss.

Muss er nicht. Er ist gar nicht erst gekommen.

15.01.2007 um 10:09 Uhr

... . . ..

von: Lapared

 

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 .. ..... ... .

 Keim Kommentar. ..

 

14.01.2007 um 19:35 Uhr

Hausfrauentest

von: Lapared

„Kumma, wie find´ste?“

HK legt mir ein roughes Scribble* vor.

*roughes Scribble (gespr.: raffes Skribbel): von Hand aufgemalte Anzeigenidee, betont stümperhaft und vom Kreativen gern auf fleckige Bierdeckel oder fettige Servietten gekritzelt, zum Beweis, a. dass er selbst bei den Mahlzeiten den Ideensturm in seinem Superschädel nicht ausschalten kann und b. dass sich die Endgeilheit der Idee unabhängig von der siffigen Präsentationsform erschließt. (Kreative haben deshalb stets einen Satz fettige Servietten in ihrem Rollboy.)

Also, HK legt mir das Scribble vor. Oha, so weit ist es schon. Da kauft man einmal Wurst und Käse und schon bin ich von der Highend-Kreativen zurückgestuft zum idealen Döskopp für einen Hausfrauentest**.

**Hausfrauentest: Wenn Kreative sich uneins sind, ob die Genialität ihres jüngsten Wurfs eventuell die Auffassungsgabe eines mangelhaft aufmerksamen, durchschnittlich hellen und vielfach chipsmampfenden Werbungsrezipienten übersteigt, machen sie den sogenannten „Hausfrauentest“, indem sie einer Person aus ihrem Umfeld, die diesem Schema in etwa entspricht (Empfangsdamen, Buchhaltungsmäusen, IT-Koordinatoren, Junior-Artdirectoren, die gerade zwei Stunden zu spät restalkoholisiert zur Tür rein schlüpfen…) das kreative Juwel kommentarlos vorlegen und sie freundlich zur Meinungsabsonderung ermuntern. „Kumma, wie findste?!“ Wenn der oder die angesprochene Testperson (= Hausfrau) nicht umgehend reagiert, fügt der Kreative noch hinzu: „Ohne zu überlegen“, eine reine Floskel, Hausfrauen überlegen nicht, sie können allenfalls an etwas anderes denken, oder: „ganz spontan“. Klar, wie sonst. Die Hausfrau schaut dann auf das meist roughe Scribbel (s.o.), grinst entweder grenzdebil und sagt: „haha, lustig!“ Dann freut sich der Kreative. Oder sie sagt: „Hä? Kapier ich nicht…“ Dann zieht der Kreative mitsamt seinem Genie geknickt von dannen und muss einsehen, tja… dass er sich diesmal eine ZU dämliche Testperson ausgesucht hat.

Ich starre also auf den Anzeigenentwurf, zu dem ich mich äußern soll, und höre HKs freundliche Ermunterung:

„Was denkste? Ohne zu überlegen?!“

Warum bin ich verwirrt?

Nun gestaltet sich der Fall bei HK ja etwas schwieriger. Denn er ist Chef, man weiß nicht, ob es sein ganzer Stolz ist, den er mir da zur Beurteilung vorlegt, weil er selbst Schöpfer der Idee ist, oder ob ich gerade den Erguss eines renitenten Angestellten begutachte, der selbigen seit Tagen in jedem Meeting zur Wiedervorlage bringt, bis HK, der die Idee eigentlich zu langsam zu kompliziert zu intelligent sprich scheiße findet, heute schließlich, weil Sonntag ist, nachgegeben und dem kleinen, penetranten Arsch versprochen hat: Okay, ich mach ´nen Hausfrauentest.

„Ganz spontan!“ höre ich HK schon leicht ungeduldig sagen.

Ich habe noch nicht mal die Headline gelesen. Die Buchstaben schwimmen, ich weiß, meine Intelligenz steht auf dem Prüfstand, ich kann nicht lesen. In meinen Kopf ist ein Sirren wie von einer Neonröhre kurz vorm Exitus. Wenn ich jetzt das Falsche sage, hält HK mich für doof.

„Puuhhh...“ entfährt es mir.

„Genau das hab ich auch gesagt!“ sagt HK. „Viel zu kompliziert, viel zu langsam, das kapiert doch kein Mensch“.

Puuuhhh, das war knapp. Ich entspanne mich. Ich lese die Headline, ich schaue mir die Anzeige an, nee, das ist echt einer zu viel um die Ecke, denke ich, spontan.

“Ist was zu essen da?“ HK ist mittlerweile in der Küche. Ich trete hinter ihn, gemeinsam betrachten wir das berühmte Laparedsche Stillleben „Kühlschrank mit Gurkenglas“, ich lege die Hände von hinten um seinen vermutlich leeren Bauch. „Schatz, ich bin keine Hausfrau, vergiss das nicht.“ – „Wie könnte ich?“ murmelt HK, gibt mir einen Kuss und begnügt sich mit Chips.

14.01.2007 um 10:03 Uhr

Curd Rock im Luft

von: Lapared

Ich habe eim bergtour gemacht...

 Ich suche die Gefahr!

 Ich bim sehr MÄMMLICH.

 Huch!

 mämmlich ist Mist.

 Irgemdwie hämge ich im Luft...

13.01.2007 um 20:39 Uhr

Emmis Liebling

von: Lapared

Seite an Seite liegen Emmi und ich im Wasser wie narkotisierte Weinkorken. Am Beckenrand sehe ich den Bademeister. Ich hebe eine Augenbraue zum Zeichen, dass wir noch leben.

„Eim jumger, gesumder Mensch, der mit eim alten Frau dem Samstagmachmittag verbringt... tsszzzz…“

Emmi schüttelt den Kopf, sie spricht wie Curd Rock. Seit ihrem kleinen Badeunfall trägt sie beim Schwimmen keine Zähne.

„Er ist lieber bei seim Mutter als bei Ihmem…“

Bei der Wiederbeatmung durch die übereifrige Badeaufsicht wäre sie beinahe an ihrem Zahmersatz erstickt… (was übrigens ein neues Licht auf die gestrige Thematik wirft und doch für Implantate spricht)…

„Simd Sie sicher, dass bei ihm alles… stimmt?“

Aber auch ohne Zähne ist sie, wenn es um HK geht, bissig wie ein Pinscher.

„Wie ist er demm… somst? Als ich so alt war wie Sie, musste ich nicht im eim Schwimmbad gehen, um Bewegung zu kriegm…“

Wir bewegen uns?

„…die bekam ich nachts, wie es sich vom eim amstämdigm Mamm gehört.“

Irgendwie habe ich das Gefühl, ich muss HK verteidigen.

„Emmi, seine Mutter ist die ganze Woche über allein, sie hat niemanden, keine Bekannten, keine Geschwister...“

Emmis Schwester Lotte ist übrigens wieder auf den Beinen.

„Was will sie damm samstags im Himmel…“,

Samstagnachmittags kutschiert HK seine Mutter an die Elbe und sie gehen ins „Café Himmel“,

„…sie hat doch die gamze Woche das Paradies.“

Ich sehe die Gänsehaut auf meinem Arm. Mein Körper ist von dem stundenlangen auf der Stelle treiben unterkühlt. Emmi hält sich dran.

„Simd Sie sicher, dass er nicht… vom amderem Ufer ist?“

Anderes Ufer… das, was wir, Emmi und ich, niemals erreichen werden.

„Emmi, ich glaub, ich muss jetzt mal raus…“

Ich lächle süß.

„… Wissen Sie, ich hatte eine anstrengende Nacht.“

Und versprühe pures, durchgevögeltes Glück. Emmi folgt mir, setzt ihre Zähne wieder ein und haut sich zu mir auf die Liege. Ich wette, sie will schmutzige Details.

„Erzählen Sie! Haben Sie sich einen Liebhaber genommen?“

Böse, böse alte Frau.

13.01.2007 um 10:02 Uhr

Curd Rocks Shoppimgausflug

von: Lapared

Samstag Shoppimgtag, dachte ich mri.

 Umd fuhr im die City.

 Keim Mützchen!

 Eim modisches Emtwicklumgsland!

12.01.2007 um 22:47 Uhr

Lpunks Vorsatz

von: Lapared

Ein weiterer Vorsatz, den ich vergaß zu fassen… mich nie mehr verlassen zu lassen. Die Zeichen zu erkennen und selbst diejenige zu sein, die geht. Und würde ich dennoch sitzen gelassen... still und stolz sitzen zu bleiben. Gebrochenen Herzens aber erhobenen Hauptes. Nie wieder hinterherzulaufen. Jawoll.

Hätte ich diesen Vorsatz gefasst, wäre mir die folgende Geschichte bestimmt nicht passiert...

Heute gehe ich also zum Zahnarzt, dem Zahnarzt, den es nicht mehr gibt. Dem Zahnarzt, der mich nicht nur verlassen, sondern verkauft hat. Samt seiner Praxis. Und seinem Kundenstamm. An eine mächtige schwarze Frau.

Nicht mal einen Brief hatte er geschrieben zum Abschied, nicht ein paar netten Zeile wie... Frau Lpunkt, ich bedaure, aber Ihre Zähne müssen nun ohne mich auskommen. Ihr Mundraum befriedigt mich einfach nicht, ich finde keine Erfüllung mehr in ihren Löchern. Ich will mich auf Implantationschirugie spezialisieren, Zahnersatz bringt mehr Kohle. Adieu, Ihr Zahnarzt. Irgendwie so, das ist doch schnell gemacht.

Aber er, nicht ein Wort. Verschwindet einfach. Hätte ich nicht vor kurzem in der Praxis angerufen um einen Termin zu machen, wüsste ich es bis heute nicht.

Ich also vorhin hin. Um ein letztes Mal an den Ort so vieler bittersüßer Stunden zurückzukehren. All die Provisorien, die Kronen und Teilkronen, die Keramikinlays... und jedes Einzelne kam bei der nächsten festeren Mahlzeit wieder raus. Aber wir versuchten es einfach noch Mal, mein Zahni und ich, wieder und wieder… was hatten wir nicht alles zusammen erlebt, zusammen durchlitten. Was hatte meine private Krankenkasse nicht alles gelatzt.

Ich also hin, um mir die Neue wenigstens Mal anzusehen. Viel ungeschickter als er konnte sie eigentlich nicht sein - wenn auch nicht so tapsig, so drollig, so süß! Schon an der Tür versetzt das mit einem Din-A4 Blatt überklebte Messingschild meiner verwöhnten Privatpatientenbrust einen Stich. Dr. Mandel, Zahnärztin, alle Kassen. Alle Kassen, so eine, für Geld macht sie´s jedem. Und auf Mandeln reagiere ich allergisch, außerdem.

Ich bin aufs Schlimmste gefasst. Doch dann… wer steht am Empfang? Mein Zahnarzt! Ich wusste es! ICH WUSSTE ES! Das war keine einseitige Geschichte, für mich war er noch mal gekommen, aus Moers, extra für mich, höm. „Frau Lpunkt!“ sagt er. „Herr Doktor!“ sage ich, das Wasser schießt mir in die Augen, „Ich dachte, Sie wären weg.“ – „Ja, eigentlich bin ich das auch, aber für manche Behandlungen komme ich extra her…“, hach, HACH!, „Zahnimplantate, wurzelgestützten Zahnersatz.“ Zahnimplantate? Zahnersatz? Es schellt. Er betätigt den Summer. Ein Mann betritt die Praxis. „Herr Schinkel! Dann kann´s ja los gehen.“

Ich stehe fassungslos. Er hat mich nicht nur verlassen, er hat auch andere nicht verlassen! Ich zähle nicht mal zu seinen Favoriten! Welche Demütigung... Und ich?

„Äh... Tschuldigung?“ rufe ich ihm nach. „Oben links der Backenzahn…“, der, an dem Du ein halbes Jahr lang rumgemurkst hast, „der, bei dem wir die Wurzelbehandlung machen wollten…“, weil Du Vollidiot zu tief gebohrt hast, „den könnten wir doch eigentlich auch ziehen!“, Du, mein Schatz, Du könntest ihn – rupf, ratsch - ziehen, „und dann, schwupp, durch ein Zahnimplantat ersetzen!“ Zahnimpantat, Zahnimplantat, hörst Du, ZAHNIMPLANTAT… Dingdingdong, JACKPOT!

Ich bin von mir selbst erschüttert. Schon wieder renne ich einem Mann hinterher, schon wieder. Und schmeiße ihm nicht bloß meine Liebe nach… sondern auch meinen Backenzahn!

„Nee“, sagt mein Zahnarzt, „der Herr Schinkel noch, und dann ist hier Schluss.“ Welche Erniedrigung.

Später sitze ich mit HK beim Abendessen. HK schmiert sich gerade ein Wurst(ich gekauft!)brot, da sag ich zu ihm: „HK“, sag ich, „solltest Du mich jemals verlassen, jemals, dann lass Dir eins gesagt sein…“ – „Gibste mal den Käse (auch ich!)?“ – „Ich werde Dir NICHT meine Zähne nachschmeißen.“ – „Das ist fein.“ – „Nicht einen.“ – „Okay.“ – „Vergiss es.“

Ein guter Vorsatz, denke ich.

12.01.2007 um 08:16 Uhr

Pflamzem, Pflamzen, ncihts als Pflamzem

von: Lapared

 Niemanmd hat mir gesagt..

 daß mam in Verwaltumg soviel...

 ARBEITEM musss!

11.01.2007 um 19:17 Uhr

Vorsätze wären toll gewesen

von: Lapared

Gute Vorsätze zum neuen Jahr... darüber lächeln wir doch, hm? Eine Marotte festgefahrener Reihenhausbebrüter, Rechtfertigung, um am letzten Tag eines weiteren verpassten Jahres mal richtig „einen los“ zu machen. Wir hingegen, wir gereiften Lebensstreuner, wir machen einfach… weiter. Schlagen den Kragen hoch, frösteln kurz, und lassen einem Schritt den nächsten folgen. Kein Pläne, keine Vorsätze, könnten wir nach all den Jahren doch nicht mal mehr sagen, was gut und was böse ist. Ja, ja... Ganz James Dean im Morgengrauen, Klassiker der Karstadt-Postergallerie.

Scheiße! Hiermit möchte ich den schönen alten Brauch des guten Vorsatzes wieder beleben!

Aus aktuellem Anlass. Nachdem meine Festplatte gestern Nacht ihren Job quittiert hat, wünschte ich, ich hätte Sylvester gute Vorsätze gehabt. Zum Beispiel den, ein Hobby zu ergreifen. Zu töpfern zum Beispiel. Oder regelmäßige meine Daten zu brennen. Wahrscheinlich hätte ich es dann am 1. Januar prompt EIN MAL und danach in ganz 2007 NIE wieder gemacht. Und stünde nun mit quasi topp aktuellen Daten da. Ich hingegen, Hein Blöd im Morgengrauen, Klassiker der Computer-Idiotengallerie...

Und nicht mal eine hübsche handgetöpferte Schale zur Hand, die ich vor Wut an die Wand schleudern kann.

11.01.2007 um 09:07 Uhr

Curd Rock auf der Palme

von: Lapared

So eim Fimcaverwaltung ist eim Memge Arbeit.

Curd Rock liegt KEIMESWEGS dem gamzen Tag im Hängematte...

 CR motiviert die Pflanzchem...

 Wachsen, LOS!!!

Nach getamer Arbeit ruhe ich MAMCHMAL eim kleimes bisschem aus.

Damm demke ich am zuhause umd mein gute alte Couch. Umd frage mich...

 warum eim Palme...

 eigemtlich keim Polster hat??!

 

 

10.01.2007 um 19:07 Uhr

Sprengsätze im Bikini-Atoll

von: Lapared

„Mein Bikini ist nicht zufällig in Deinem Koffer gelandet?“

Wieso macht man das? Warum führt man Diskussionen, die zu nichts führen? Weshalb stellt man Fragen, deren Antwort man kennt, und die man doch von dem Gefragten nie hören wird?

„Dein Bikini hat einen Pilotenschein?“

Die bestenfalls zu der Einsicht verhelfen, dass man mit einem Komiker das Laken teilt.

„Ich glaube eher, er wurde gekidnappt. Von einem hoch gewachsenen dunkelblonden Mann mit IDIOTENSCHEIN.“

Oh-oh. Warum kann man – ich! – nicht einfach mal… die Fresse halten?

HK verzieht keine Miene. Ein Komiker als Freund wäre jetzt nett. Oder wenigstens ein Choleriker. Aber meiner geht schweigend zum Kühlschrank.

„Kannst Du vielleicht mal irgendwas anderes im Kühlschrank haben als Kaffeesahne, Gurken und halbvolle Tuben Sonnencreme…“

Meiner ist Alkoholiker.

„… Wurst, Käse, etwas ESSBARES vielleicht?“

Äh, hungriger Alkoholiker.

„Ehrlich Lpunkt, Du hast den ganzen Tag Zeit, Du könntest ruhig mal einkaufen gehen.“

Hungriger Alkoholiker, der versucht, das Thema zu wechseln, und das Thema lautet: scheiß bekloppte Eifersucht.

„Einkaufen? Ich hab den ganzen Tag den Bikini gesucht.“

Ha! Aber nicht mit mir, nein, nein...

„Schau mal da, vielleicht ist er da drin!“

Er zeigt auf seine Tasche. In der Tasche... ein Päckchen. In dem Päckchen… mein schwarzer Bikini. Hinten, direkt unterm Höschen-Bund, außen… ein winzig kleines Label mit einer goldenen Stickerei: leider vergeben!

HK grinst.

„Ich bin nicht sicher, ob Du´s gemerkt hast... aber ich bin ziemlich eifersüchtig. Und ich weiß, Du hast den Bikini von Deinem alter Macker. Aber so... finde ich ihn gar nicht übel.“

Label: Neudeutsch für Duftmarke.

„Ich fand ihn schön, wie er war...“

Lapared: Neudeutsch für coole Sau.

„… aber so gefällt er mir fast noch besser.“

Solange er mir den Spruch nicht nachts auf den Arsch tätowiert, hm? So, und jetzt gehe ich ein bisschen… einkaufen.

10.01.2007 um 09:02 Uhr

Curd Rock auf der Schömheitsfimca

von: Lapared

Ich bim begeistert!

 Meim Fimca hat sorgar...

 ...eim Sommembamk.

 Ich werd eim AUGEMSCHNAUS!

09.01.2007 um 19:39 Uhr

Die Saunatat

von: Lapared

Ohne Schwimmkostüm kein ungeteiltes Schwimmvergnügen, erfasse ich blitzschnell die veränderte Situation. Ich koche, Saunieren wäre damit auch überflüssig. Eigentlich. Doch da meldet sie sich – auferstanden aus Ruinen - die Lapared´sche Renitenz: Wenn Männer mich nicht im Bikini sehen sollen, liebster HK, dann sehen sie mich eben nackt! Sprachs und verwandelte wenigstens die Saunapläne in… die Saunatat.

Keine zwei Minuten im Ofen, halluziniere ich. „Moin, Lchen!“ Meine Halluzination kann sprechen. „Moin, 119!“ – „Na?“ – Na?“

Meine Halluzination transpiriert. Ich mutmaße, sie ist echt. Zwecks Verifizierung klopfe ich ihr kameradschaftlich die Schulter. „Gut siehst Du aus!“ Wo sonst kommt das so überzeugend, wie in der Sauna. „Du auch!“ Ja, ästhetisch haben wir uns einander angenähert, zwei Hungerhaken. „Optisch würden wir jetzt toll zusammen passen“, begebe ich mich – das muss mir bei 100 Grad erst mal wer nachmachen – prompt aufs Glatteis. „Stimmt, unsere Rippen würden sich beim Sex wie Puzzelsteinchen ineinander fügen!“ er grinsend hinterher. Sie sehen die Kür der Paare. „Was macht die Liebe?“ Wobei die meisten Eislaufpaare ja privat getrennte Wege gehen.

Zeit für eine kalte Dusche. Stolz berichte ich von - haha! – meinem neuen Glück. Jawohl, Glück. Noch ein neues Wort. Glück, Finca, Glück, Finca, ich protze mit meinem neuen Vokabular. Ach ja, HK, mein Licht, mein Augenstern... ich strahle. Alkoholismus, kein neues Wort, aber ein neuerdings sehr präsentes, erwähne ich geflissentlich nicht. 119 sagt, er beneidet mich. Er beneidet ihn hätte trotz getrennter Wege mehr, na ja, sagen wir… mehr Charme gehabt. Ein winzig kleines bisschen feine leise Schadenfreude kann ich mir trotzdem nicht versagen. Und das wäre Ihr Preis gewesen! höre ich Harry Wijnvoord, den unvergessenen Slim Fast-Promotor, vollmundig durch mein Großhirn schmettern, eine traumhaft schöne, nigelnagelneue… „Obwohl“, 119 mischt sich noch mal ein, „dass er trinkt, ist natürlich nicht so toll.“ …Taschenlampe!!! brüllt Harry. Mein Glückstrahlen gefriert. Zeit für den zweiten Saunagang.

„Äh, ich dachte…“ ich Rindvieh dachte wirklich, „…Du liest mein Blog nicht mehr.“ – „Och, gelegentlich.“ Verfluchte Scheiße, schon wieder, ich Wiederholungs-Rindvieh! „Gelegentlich, das freut mich.“ Freundlichst, Ihr Lapared-Leserservice. „Deshalb bin ich ja hier. Hab gesehen, Du gehst saunieren, und dachte… mal hören, wie´s mit Suffkopp TG wirklich, hihi, läuft.“ TG sind seine wahren Initialen. Oh, scheiße. „Ja, wie gesagt, super.“ BESTENS! „Und übrigens, das mit dem Alk ist natürlich frei erfunden…“ ABER GANZ FREI! „... jedenfalls, also, der Spiegel, der ist in Wahrheit echt niedrig…“ SUPER NIEDRIG! „…und im Blog nur, Du verstehst, dramatisch überhöht.“ – „Weiß doch sowieso jeder, dass der säuft!“ Ich nicht. Ich wusste es nicht.

Die zweite kalte Dusche. Ich nehme 119 das Versprechen ab, nichts zu sagen (NICHTS ZU NIEMANDEM, Du hast es versprochen!), drohe vorsichtshalber noch mit Preisgabe seiner eigenen Identität („Mir doch egal, ich finde mich in Deinem Blog bei weitem am sympathischten, höm!“ – „Ja, aber das kann ich als dessen endsympathische Autorin ganz schnell ändern, HÖM!“) und gehe nach Hause. Im glücklichen Schein meiner wunderschönen, nigelnagelneuen… Taschenlampe.

 

P.S. Ach, ja. Und was die Interpretation der Träumchen angeht... da stimmte Stöckchen natürlich 100%ig mit mir überein.

 

09.01.2007 um 09:08 Uhr

Curd Rock -emammzipiert sich

von: Lapared

Ich demke Ich hab es richig genacht.

 Lchem,hab ich gesagt,es wirdZeit.

 CR muss aus Schattem tretem...

 eigem Profil emtwickelm...

 seim eigen Wege gehem...

 wie eim gamzer MANN!