Anleitung zum Entlieben

08.01.2007 um 15:13 Uhr

Che Lapared

von: Lapared

So. Jetzt mal Schluss mit der Zurückguckerei. Jahresrückblicksmützchen ab und... ach so, das vielleicht noch... Curd Rock ist nicht wieder mit uns (uns uns uns UNS!) nachhause geflogen. Ein Blick auf den örtlichen Wetterbereicht... und er zog vor, bis auf weiteres die Finca zu verwalten. Auf dass die Bananen wachsen.

Also aktuell. Tja, aktuell...

Morgen ist Stöckchen wieder da, ich kann es kaum erwarten. Ich hab ein paar TOP-Träumchen für sie. Allesamt von heute Nacht.
Traum 1: Ich präsentiere einen super Spot. Super, ich lache schallend im Schlaf, so witzig ist der. Siegesgewiss erwarte ich die Huldigungen des Kreativ-Chefs. „Super!“ sagt er, meine Worte, „eine Innovation!“, na, nun… , „ein Werbespot, der mit keinem Wort das Produkt erwähnt. RAUS!“
Traum 2: Ich trinke ein Glas Wasser und plötzlich ist das Glas so schwer, dass es mir den Kopf in den Nacken drückt, ich bekomme ihn nicht wieder senkrecht, ich sehe das gleißende Licht der 100-Watt-Glühlampe, die nackt und schirmlos meine Küchendecke ziert, ich höre die Halzwirbel knirschen, ich trinke und trinke, aber das Glas wird nicht leer... krrrkrkkrrk..k.k und Licht aus.
Traum 3: Mein Zahnarzt, der wunderschöne, verwandelt sich während einer Wurzelbehandlung in ein gewaltiges Muttermal.

Sind das Träumchen? Mit Spannung erwarten wir Stöckchens pfiffige tiefenpsychologische Interpretation. Und können uns natürlich nicht enthalten, selbst vorab ein wenig zu spekulieren...

Traum 1: Könnte, muss bedeuten, dass die werbliche Kommunikation vor einer gewaltigen Revolution steht. Mit mir als Che. Nennt mich Che Lapared. T-Shirts sind im Druck.
Traum 2: Das ist easy peasy. Der Traum reflektiert die kollektive Angst vor einem Terror-Anschlag militanter schiitischer Orthopäden auf die Hamburger Wasser- und Elektrizitätswerke.
Traum 3: Mein Zahnarzt hat die Praxis verkauft, sie wird jetzt von einer dunkelhäutigen dicken Frau geführt. Das ist kein verdrängter Rassismus, sondern traurige Realität, individuell empfunden als traumatischer Verlust an oraler Kontinuität. Er ist nach Moers gezogen, Moers, ich erwäge, ihm zu folgen.

Hach, ich bin gespannt. Und bis morgen ist noch eine Nacht. Ich werde Stöckchen, knackebraun und pummelgesund, nur so zuscheißen mit meinem subversiven Material. Ob es Stöckchen stört, wenn ich während der Sitzung zu der einen oder anderen Zigarette einen Drink nehme?

P.S. So, und jetzt gehe ich schwimmen. Schwimmen, schwimmen, schwimmen. Und danach zwölf Runden Sauna. Raus mit dem Gift, ES wehrt sich, endlich...

Viva la revolution!

Scheiße, aber wo ist mein Bikini?

Seine Eifersucht nimmt unerfreuliche Züge an...

 

07.01.2007 um 17:46 Uhr

Curd Rocks Jahresrukcblick

von: Lapared

31.12.2006 

Eim weiterer Tag an Meer, der letzte des Jahres...

 Ich werde eim wmig semtimemtal

 Umd blicke zurück...

 mit meim Jahresrükblickmützchem

 Milliömen Fans wie Sandkörmchen

 Weltneister der Herzchem

 Was für eim Jahr...

07.01.2007 um 17:35 Uhr

Lpunkts Jahresrückblick

von: Lapared

31.12.2006

HK will ans Meer. „Ich denke, es macht Dich durstig“, grinse ich. „Aber Curd Rock macht es offenbar glücklich“, sagt HK. („Ebem!“) „Wir sollten uns nicht zu Sklaven von Curd Rock machen.“ („WARUN NICHT?“) Ja, warum eigentlich nicht?

Also packen wir unsere Sachen und verbringen den letzten Tag des Jahres in einem Hotel am Meer. Ich versuche, nicht an letztes Jahr zu denken. „Wo warst Du letztes Sylvester?!“ HK unterstützt mich so gut er kann. „Letztes Jahr?“ In einem Hotel, glaube ich, HOTEL NEW YORK in Rotterdam, warte, wozu hat man ein Blog... Ein sehr altes Hotel, früher legten hier die Schiffe ab, die Linie Rotterdam – New York, mit der Tausende europäische Emigranten aufbrachen in die neue Welt. Ihr Hab und Gut in ein paar Koffern, in den Herzen Hoffnung und in den Augen Tränen. Hier, auf dem Platz vor unserem Fenster, standen sie und nahmen Abschied, umarmten ihre Eltern, Geschwister, Freunde, ihre Geliebten... und ihnen war klar, dass sie sie niemals wieder sehen. „Sylvester vor einem Jahr... da war ich, ach ja, mit Frau D. auf dem Kiez, puuuh, ich sach Dir...“ Geschissen auf die Offenheit. „Warst Du denn nicht mit Deinem Holländer zusammen?“ Sie drückten sie an sich, lauschten ein letztes Mal dem Schlagen ihrer Herzen, sogen ihren Geruch in sich auf... und dann ließen sie sie los. Sie ließen sie los. Sie ließen los. „Ja, aber noch nicht so ganz richtig. Es war ja nicht gerade lange her mir 119, dem davor.“ Morgen feiere ich hier mit D. Sylvester. Ich hoffe, ich schaffe es auch. „Und dieses Jahr?“ – „Dieses Jahr feiere ich nicht auf dem Kiez. Ich bin hier, mit Dir, HK.“ DOPPELT geschissen auf die Offenheit. Sylvester, Tag der Hoffnungen, Tag der Erinnerungen. Man schaut hinauf in den Himmel, tut, als hätte man noch nie ein Feuerwerk erlebt, umarmt jemanden und versucht ihn dabei glücklich anzusehen. So als wäre alles auf dem Prüfstand außer ihm. Als stünde er allein an diesem Tag der Bestandsaufnahme nicht zur Diskussion. Man schmiegt sich an ihn, sucht in seinen Jackentaschen die Wärme seiner Hände und verdrängt den Gedanken an vergangenes Jahr. Als man die Wärme anderer Hände suchte, für einen anderen glücklich guckte, und doch – auf eine andere Art - genauso skeptisch war. „Ja, Lchen, Du bist hier, dieses Jahr bist Du hier, mit mir, vergiss das ja nicht. Suhl Dich nicht dauernd in Deiner ach so tragischen Vergangenheit, das hast Du nicht nötig. Dein neuer Kerl ist Alkoholiker, Deine Gegenwart ist mindestens genauso schön tragisch, mein Schatz!“ Er macht eine Vollbremsung und küsst mich, mitten in einer Haarnadelkurve. „Ich weiß, HK, Du bist super tragisch, DU BIST DER BESTE!“ Ich hab keine Ahnung, wie es weiter geht. Ich weiß nur, dass dieser Mann mich von Herzen liebt. Dass er verflucht gut aussieht. Und dass ich mich bei ihm genauso sicher und geborgen fühle wie als Kind in der warmen, nach Rouladen duftenden Küche meiner Oma. HK legt den Gang ein und geht aufs Gas. Ich starre in den Abhang, der keinen halben Meter neben mir leitplankenlos beginnt. „Ich liebe Dich, Lpunkt. Ich weiß, ich bin kein Brad Pitt und ich habe einige… Probleme, aber ich bin aufrichtig. Ich habe es Dir von Anfang an gesagt, alles, und wir sind trotzdem hier, das ist doch was, hm?“ Ich liebe ihn. Aber ich hoffe, dass ich ihn nächstes Jahr genauso innig und zweifellos lieben werde, wie er mich. „Ich weiß, HK. Und ich weiß Deine Aufrichtigkeit zu schätzen.“ Aber wenn Aufrichtigkeit allein liebenswert machen würde, würde ich dieses Sylvester einfach mit der telefonischen Zeitansage verbringen. „Und ich bin witzig!“ – „Ja, das bist Du.“ Erst recht verglichen mit der Zeitansage. „Und kreativ“. „Absolut, der Hammer.“ Obwohl manche auch die Zeit für Erfindung halten. „Also, versprichst Du mir, heute Nacht nicht an Deinen Verflossenen zu denken?“ – „Versprochen.“ Versprochen.

Und so kam es dann auch. Annähernd. Wir gingen in das piekfeine Hotel-Restaurant, Sylvestermenu, französischer Wein, spanischer Service… „Willst Du raus und das Feuerwerk sehen?“ fragt HK gegen Zwölf, „oder gehen wir ins Bett?“ Augenbrauenwackeln. Dieses Jahr stand ich also mit D. in Rotterdam am alten Ableger der Holland-Amerika-Linie vorm Hotel New York. Da, wo vor uns schon so viele Menschen standen. Mit nichts als ein paar Koffern, einem Traum und jeder Menge Ängsten - aber bereit einen neuen Anfang zu wagen. Es war sehr romantisch. Die Schiffe auf der Maas stoppten, als es Mitternacht war, und begrüßten mit ihren Schiffshörnern lautstark das neuen Jahr. Am Himmel explodierte der Haushaltsetat von Burkina Faso in Feuerwerkskörpern. Von der Reling der Schiffe winkten fremde kleine Menschen auf dem Wasser fremden kleinen Menschen auf dem Land. Und D. hatte ein Tütchen gebastelt, das mich beinahe zurückwinken ließ. Vielleicht lag es daran. Vielleicht auch nicht. Jedenfalls… einen Moment lang war mir, als wäre es das erste Feuerwerk in meinem Leben. Feuerwerk oder Bett? „Wie wär´s mit einem Feuerwerk im Bett? Augenbrauenwackeln. Ein Tütchen hast Du nicht zufällig dabei?

Es ging auch ohne. Nicht gerade der Haushaltsetat von Burkina Faso. Aber wie heißt es so schön... Beaujolais statt Böller. Neues Jahr, neues Glück.

06.01.2007 um 18:43 Uhr

Pfannekuchen

von: Lapared

30.12.2006

Als ich gestern - nach einem unvergesslichen Tag mit Curd Rock am Meer - zurück in unsere Finca kam, lag er auf dem Bett und trug meinen Bikini. Sexy Teil. Er schnarchte, leise. Ich setzte mich in den Stuhl neben dem Bett und dachte an den Tag, als ich den Bikini mit Dick gekauft habe. Obwohl November war, war es warm, jedenfalls schien die Sonne, und wir fuhren mit dem Fahrrad durch Amsterdam zu Marlies Dekkers, der Frau, die die schönen Bikinis macht. In der mit rotem Samt für mich ein wenig zu puffmäßig dekorierten Kabine stand ein ebenfalls etwas zu puffmäßiger Sessel, auf dem Dick saß und mich bei der Anprobe beobachtete. Ich fühle mich unwohl, das Licht war unvorteilhaft und damals hatte ich mindestens sieben Kilo mehr, Normalgewicht, zu viel für mich. Als die Entscheidung für diesen Bikini gefallen war - es gab einen zweiten, bei dem mir das Oberteil besser gefiel, aber die Buxe nicht - stand er auf, legte von hinten seine Arme um mich und wir betrachteten uns im Spiegel. „Ich will Dich darin sehen, wenn Du mit einem unserer vier Jungs schwanger bist“, sagte Dick. Vier, Donnerwetter. Keine Lüge, eine momentane emotionale Wahrheit. Eine momentane emotionale Wahrheit lang denke ich daran, ein Foto von HK zu machen und es ihm zu schicken. Hurra, ein Junge! Und ganz nach dem Papa, na ja. Lass los und lass Gott zu, denke ich dann. Ich lege mich zu HK und beschließe, Gott als eine Art Elastan zu sehen, das wunderbare Material, dass Schwimmkostüme so dehnbar macht. (Elastan, auch Elasthan oder Spandex: synthetische Faser mit hoher Dehnbarkeit zwischen 500 und 800 % – Warum nicht?) „Lass uns auf die Toilette gehen“, flüstere ich HK leise zu und muss grinsen. Und heulen. Beides zugleich. Er reagiert nicht, sein Körper ist kalt. Meiner warm und von einem Tag Sonne und Meer sogar ein bisschen verbrannt. Vorsichtig lege ich mich der Länge nach auf ihn und bin hoch befriedigt, dass er davon nicht aufwacht. Nur rülpst. Guck an, so leicht bin ich, eine verfluchte Feder, Mann. Oder er ist so besoffen.

In im Prinzip derselben Position sind wir dann heute Morgen aufgewacht. Nur umgekehrt. Unser Sexualleben ist, sagen wir mal so, klassisch. Nicht das Spektakel, das man bei zwei Highend-Kreativen (ich liebe dieses Wort!) in der Horizontalen mutmaßen würde, vielleicht. Aber... scheiß auf Spektakel, hm? Ich steh auf und mach einen Pfannekuchen. Einer reicht.

(Fortsetzung folgt)

06.01.2007 um 17:02 Uhr

Curd Rcoks großer Tag

von: Lapared

30.12.2006

Emdlich, wir fahrem am Meer. Nur Lchem umd ich.. .

 Abschiedsfooto vor Fimca.

 Geh mir aus der Somme, Baby.

 Sie färht wie der Hämker.

 ich kotz gleich...

 Emdlich!

 CR, welberühmstes Gemie ...

 ,,umd entzückemd Meerjumgfrau

 Scheiß Papprarazzi !!!

 Cafe com Letsche, porfavor! Dalli

 Vino... auch gut.

 Umd: eim Pomenadembunnel !

05.01.2007 um 14:20 Uhr

Von Läufern und Säufern

von: Lapared

29.12.2007

Curd will ans Meer. Sein geliebtes Meer. Er bettelt seit Tagen. HK hasst das Meer, es macht ihn durstig, sagt er. „Aber Du könntest mich den ganzen Tag im Bikini sehen.“ Und Curd Rock splitterfasernackt. „Brauchst Du das? Die Geschichte mit Deinem Mr. Lass-uns-auf die-Camping-Toilette-gehen reicht Dir wohl nicht?!“ Oh! Oh. Gott scheint wohl doch nicht so über den Dingen zu stehen. (Und ich, Esel, warum musste ich auch für einen kleinen Lacher meine große Liebe 06 verraten?) Streit. Wir verletzen uns so gut wir können. Und wir können es gut, brillant. Kunststück, in dem Bemühen möglichst zackig Intimität und Vertrauen herzustellen, trugen wir seit Tagen unsere Verletzlichkeiten ungeniert vorm Anderen zur Schau, wie Paviane ihre roten Hintern. (Ein zweimal Hoch auf die Offenheit!). Jetzt dienen sie als 1a-Zielscheiben. Es wird bedrohlich laut, dann ungleich beängstigender... still. Keiner sagt etwas, zwei Stunden vergehen, nur die Hunde kläffen wieder, Gott sein Dank, es gibt sie also noch. Ich halte es nicht aus, und kein Stepper in der Finca, also gehe ich laufen. Als ich zurückkomme, trinkt er. Er trinkt. Glas um Glas. Wahnsinnig schnell, wahnsinnig viel, ich stehe keuchend vor Überanstrengung (laufen!) in der Küche und sehe ihm durchs Fenster dabei zu. Vom Spiegeltrinker zum Problemsäufer in fünf Tagen, wer sagt, dass Liebe einen Menschen nicht verändern kann. Ich beobachte das Muskelspiel auf seinem Rücken, wenn er sein Glas nachschenkt. Er ist dünner geworden, die Sonne hat seine Schultern verbrannt. Glückwunsch Lpunkt, denke ich, der Letzte lief zurück zu Mama, sobald es Konflikte gab, dieser braucht sein Fläschchen. Immerhin nimmt er es sich schon selbst. Plötzlich steht er auf und verschwindet ohne ein Wort in die Höhle. Ein paar Minuten vergehen und ich höre ihn schnarchen. Ich weiß, dass er nicht schläft. Ich kenne sein echtes Schnarchen, es ist viel leiser. Eigentlich kein Schnarchen, ein sanftes, unregelmäßiges Brummen. Wie von einer stotternden Hummel. Ich schreibe einen Zettel, nehme Curd und fahre ans Meer. Den Bikini lasse ich auf dem Bett liegen.

(Fortsetzung folgt)

P.S. Nichts Aktuelles. Ich versumpfe. Die TO DOs werden von Tag zu Tag erdrückender, deshalb stelle ich den Wecker immer früher... und stehe immer später auf. Pünktlich zum neuen Jahr habe ich auch wieder angefangen zu rauchen. Und Stöckchen liegt an der Costa Brava. Mist, wenn man sie EIN Mal braucht...

05.01.2007 um 14:02 Uhr

Selstnordpläme II

von: Lapared

29.12.2006 

 ODER moch besser...

 ich trimke.. .

 wie HK aus Lpunkt umd HK!

05.01.2007 um 13:45 Uhr

Selbstnordpläme I

von: Lapared

29.12.2006

Wemm sie heute nicht mit mri am Meer fahrem, danm... ..

 damm, dann... ..

 hämge ich mich auf!

 Gemau wie Harold...

 ...aus Harold amd Maude!

04.01.2007 um 13:21 Uhr

Eim Pool!

von: Lapared

28.12.2006

Ich hab eim Pool entdekct...

 Ich frage mihc nur...

 ...warum er eimgezäumt ist.

 Vielleicht, damit CR seimRuhe hat ..

04.01.2007 um 12:23 Uhr

Ein neuer Gott

von: Lapared

„Und Sie waren mit diesem Verrückten in Spanien?“ Emmi hat HK offenbar ins Herz geschlossen. Wer nicht. „Ah, Sie haben die Karte bekommen?“ Erzählt hab ich nix. „Ja.“ Bitte, gern geschehen. „Emmi“, sage ich, „sollen wir Lotte vielleicht Blumen mitbringen?“ – „Wozu wollen Sie ihr Blumen mitbringen, Sie kennen sie doch gar nicht?“ Warum kutschiere ich Dich alte Schachtel und Deinen debilen Dackel ins Krankenhaus, ich kenne Euch doch gar nicht. „Kuchen, Schokolade?“ Einen schmutzigen, voll versauten Dackelporno? „Ach, lassen Sie doch den Quatsch.“ Gern. Nur wie?

28. 12.2006

Die Hunde haben aufgehört zu bellen. Zwei Männer waren da und haben sie gefüttert oder... Jedenfalls zum Schweigen gebracht. Ich sitze auf der Terrasse und schreibe eine Postkarte an den sympathischen Freddy, der freundlicher Weise zu schwach zum Bellen war. Herzliche Grüße von unserer sonnigen Finca, Lpunkt & HK . P.S. Die Finca liegt auf dem Berg mit dem Kreuzchen. Finca. Finca, Finca, Finca. Ich freue mich über mein schönes neues Wort. Und über das unserer und vor allem das lässige & freue ich mich auch, obgleich ich mich dabei fühle wie eine Frau, die in der Umkleidekabine ein teures Kleid probiert und träumt, sie wäre Ballkönigin bei einem Fest, zu dem sie nicht mal eingeladen ist. HK steht in der Küche, singt selbst erfundenes Spanisch und macht Paella, dieses berühmte Kartoffelgericht. HK sagt, der Name „Paella“ sei keineswegs geschützt. Na, dann... Es riecht gut, ein bisschen verbrannt, aber wir ernähren uns ohnehin überwiegend flüssig, HK achtet auf seinen Spiegel und ich auf mein Untergewicht, wir sind das ideale Paar. Frieden ist eingekehrt, nur Curd will ans Meer. Ich weiß jetzt, wer die Haarspülung vergessen hat, und er weiß, wen ich noch nicht vergessen hab. „Lass los und lass Gott zu“, sagt er jedes Mal, wenn ich eine meiner sentimentalen Anwandlungen kriege, und grinst, denn das ist so ein Spruch der AA, die er – okay, auch verstanden - durchaus kennt, wo er allem Anschein nach zwar nicht oft genug, aber doch immer wieder war. Immerhin. Gott, hat er mir erklärt, steht nicht für Gott, wie die diversen Institutionen ihn verstehen, sondern für irgendeine Macht, größer als man selbst, die jeder ganz nach Gusto interpretieren kann. Siehe Paella. HK findet, ER sei die ideale höhere Macht für mich. Lass Dick los und lass Gott HK zu, har. „Meinst Du, es wäre im Sinne der AA, dass die höhere Macht ausgerechnet Alkoholiker ist?“ habe ich ihn gefragt. „Keine Ahnung, aber erinnere mich, dass ich danach frage, wenn ich das nächste Mal da bin“, hat er gesagt. Nochmal immerhin. Ich glaube, wir sind gewissermaßen glücklich. Irgendwie.

03.01.2007 um 22:32 Uhr

Meim eimzige Freude

von: Lapared

27.12.2006

Wemm ich schom nicht das Meer sehem darf...

 damm gucke ich Curd Rock an.

 HÖM...

 

03.01.2007 um 12:27 Uhr

Die ersten Tage

von: Lapared

Dienstag, 26.12.2006

Der Hühnerwandteller ist so ziemlich das Einzige, was sich gegen das Etablissement sagen lässt. Das Haus, gut, also die Finca, ist in den Berg gebaut, vorne Haus mit Microwelle und Spülmaschine, hinten Höhle mit Feuerstelle, sehr originell. Eine Werberfinca der Extraklasse, ich fühle mich großartig. Und im Garten wachsen Bananen.

Nachts schlafen wir in einem Bett. Das Schlafzimmer befindet sich passender Weise im Höhlenabteil. Der zu erwartende belebende Effekt der Steinzeitatmo aufs Triebhafte bleibt allerdings aus, stattdessen liegen wir ineinander gerollt, spenden uns wechselseitig Körperwärme - es ist saukalt - und lauschen den wilden Tieren. Gegenüber am Berg steht ein Haus, das von Hunden bewohnt wird, sie bellen Tag und Nacht, einen Menschen sieht man nie. „Ich beabsichtige zu Schnarchen“, sagte HK in der ersten Nacht, „sonst schnarche ich zwar nicht, aber ich bin bemüht, Dir ein möglichst authentisches Höhlenerlebnis zu bieten.“ Ich frage mich, wie oft er Spruch schon gebracht hat, im Badezimmerschrank steht eine Flasche Glättende Haarspülung für naturgewelltes Haar und es fehlen Anzeichen, dass HK sein Brusthaar damit behandelt. „Ich beabsichtige ebenfalls zu schnarchen“, habe ich geantwortet, „ich bin bemüht, Dir ein möglichst authentische Lpunkterlebnis zu bieten.“ Er streicht mir über den Kopf. „Geil, das wird der Hammer.“ Er lässt mich vor ihm einschlafen. Eine große Geste unter Schnarchern.

Mittwoch, 27.12.2006

Morgens wache ich alleine auf. Ich schleiche in die Küche und sehe ihn mit Adiletten und Pyjamahose durch den Garten gehen. Sein weißer Rücken gleitet zwischen den tiefen Blättern hindurch wie ein großer, schwebender, glatter Stein. Er sprengt die Tomaten. Auf der Spüle steht ein Glas, sich selbst hat er auch schon mit Flüssigkeit versorgt. Ich weiß, dass sein Spiegel über Nacht bedenklich sinkt. Ich gehe aufs Klo, senke meinen, dann krieche ich zurück in die Höhle, es ist kurz nach sieben. Ich denke an Dick und daran, dass wir am zweiten Weihnachtstag bis Drei im Bett lagen. Ich denke daran, dass ich meine Arme um seinen Körper schlang und ihn dicker fetter Pfannekuchen nannte, das Charmanteste, was mir einfiel, nachmittags um Drei nach einer körperlich sehr aktiven Nacht. Ich hatte Hunger wie ein Bär. Aber gleichzeitig wollte ich um Nichts in der Welt, dass er aufsteht und womöglich Frühstück macht. Ich erzählte ihm die Geschichte von dem dicken fetten goldgelben Pfannekuchen, der aus der Pfanne flieht, kantapper, kantapper...

Ich kann nicht wieder einschlafen. Mir ist als bekäme ich Fieber. Ich gehe hinaus in den Garten und lege mein Gesicht an den kalten, glatten Stein. „HK, ich denke oft an Deinen ehrenwerten Vorgänger“, sage ich. Ein Hoch auf die Offenheit. „Ich weiß“, sagt HK ohne sich umzudrehen, „hör auf damit.“ Es klingt wie ein Befehl und ich beruhige mich. Ein Befehl. Ich muss ihm nur folgen.

(Fortsetzung folgt)

Und ein Wort zum aktuellen Geschehen: Emmi hat angerufen. Ihre Schwester Lotte hat am Heiligabend einen Herzanfall erlitten. „Weil sie immer so viel frisst!“ – „Unser Oppa ist auch auf Heiligabend gestorben“, sage ich einfühlsamer Weise, zu viel Kartoffelsalat, der hat aufs Herz gedrückt. So hat jedenfalls Omma immer erzählt, ich selbst erinnere mich nicht, ich war zwei. Und dass Oppa in Gefangenschaft so viel gehungert hat, dass er danach nie wieder genug bekam. - „Sie liegt im Krankenhaus und ich muss den dummen Hund versorgen“, sagt Emmi. Heute Nachmittag fahren wir sie besuchen.

03.01.2007 um 10:57 Uhr

Curd Rock- Böses erwachmen

von: Lapared

25.12.2006

 Schom 11 Uhr...

 simd sie ohme mich an Meer?

 das wird ihmen noch leid tum!

 

02.01.2007 um 15:11 Uhr

Curd Rock´s Reisebericht - der erste Tag

von: Lapared

Sonntag, dem 24,12.2006

Curd Rock ist amgekommen. Im der Reisetasche war es sehr dumkel. Wieder draußem, ist es auchc nicht viel besser. Guck...

Die Behausumg...

... etwas primnitiv. Nicht mal Tampete. Num gut.

Die Umgebumg himgegem...

... SEHR primnitiv. Kaputte Straßchem, nirgemdwo Ampelm.

Umd vor allem - keim Meer. Weit umd breit keim eimziges Meer. Eim Katastrohpe! Wo bim ich gelamdet...

Aber morgem... morgem fahrem sie bestinmt mit Curd Rock am Meer.. .

02.01.2007 um 12:29 Uhr

Frohes neues Jahr und... weiter im Text

von: Lapared

Ich bin wieder da. Olli ist gebucht, habe ich eben erfahren, zwei Monate mindestens, allein. Für mich bedeutet das: zwei Monate keine Arbeit, mindestens, und was das eigentlich Bedauerliche ist, kein Geld. Denn ohne ihn traue ich mich wieder mal nicht. Aus irgendeinem Grund ist über Weihnachten dieses Gespenst wieder aufgewacht, das durch meine Gehirnwindungen spukt und an die Wände schmiert: Lpunkt ist doof. Lpunkt kann nichts. Lpunkt bringt´s nicht mehr. Nein, ich glaube, HK hat damit nichts zu tun. Oder nur sehr indirekt. Jedenfalls ist es nicht seine Schuld.

Na, aber so ist es nun mal. Und Lpunkt – stets positiv - wird versuchen, die gewonnene Zeit konstruktiv zu nutzen, und sich in diesen zwei Monaten nach alternativen Verdienstmöglichkeiten umtun. Für eine Zeitschrift schreiben, vielleicht. Einen Versandhauskatalog betexten (Stretch-Jeans im 5-Pocket-Style mit dekorativer Stickerei auf den Gesäßtaschen und modischem Komfort-Gummibund…). Kellnern zur Not. Irgendetwas, das für die Miete reicht, mir keine schlaflosen Nächte macht, keine Gespenster weckt. Es wird erwähnt werden, sollte sich in dieser Hinsicht aktuell etwas tun. Oder in irgendeiner anderen, die möglicherweise von Interesse ist.

Doch zunächst, ta-ta, der große Reisebericht. Selbstverständlich leserfreundlich, in kleinen Portionen, Tag für Tag. Wir beginnen mit...

Sonntag, 24.12.2006


Finca, eins meiner Lieblingsworte, denke ich.

Nach fünf Stunden Flug, einem meiner weiteren Lieblingsworte (es hat bei mir denselben Effekt, wie der Anblick eines behaarten Sechsbeiners beim Zurückschlagen der Bettdecke) und zwei Stunden Serpentinenstraße, einem Wort, das mich an Grace Kelly in "Über den Dächern von Nizza" erinnert und das ich eigentlich sehr mag, es sei denn, es fällt im selben Satz wie die Worte Steuer und Mann, der während des Flugs sechs Scotch bestellte, dann erinnert es mich an, Gott hab sie selig, Fürstin Gracia Patricia von Monaco, also... nach einer langen, sehr erregenden Reise sind wir endlich da.

Im Haus schlägt uns ein säuerlicher Geruch entgegen. Es ist kalt, viel kälter als draußen. Und dunkel. Nur durch die geblümte Gardine des Küchenfensters, dessen Fensterläden der Besitzer nach dem letzten Besuch zu schließen vergessen hat, fällt mattes gelbes Licht. Ich erkenne zwei Stühle und einen Tisch, auf dem mindestens 30 leere Flaschen stehen. Auch an die hatte der Besitzer offenbar nicht mehr gedacht. Als HK die Gardine zurückzieht, ist die Luft voller Fruchtfliegen. Auf der Fensterbank stehen weitere leere Flaschen, ebenfalls voller Fruchtfliegen, diese allerdings zu besoffen um zu fliegen oder tot. Teufel Alkohol. „Tut mir leid“, sagt HK, „Maria hat wohl meine SMS nicht gekriegt“. Maria, wird mir erläutert, versorgt die Finca, während HK nicht da ist. „Wahrscheinlich verbringt sie Weihnachten bei ihrer Tochter in Barcelona.“ Frohes Fest, denke ich.

Wortlos beginnen wir, die Flaschen in Plastiktüten zu verfrachten. „Warum schmeißt Du sie nicht sofort weg, wenn sie leer sind?“ frage ich. Die armen Fliegen. „Ich weiß auch nicht,“ sagt HK, „man muss ja irgendwie die Übersicht behalten“. Er grinst. Kurz. Dann lässt er den Müllsack fallen, geht zu mir und drückt mich an sich, „Tut mir leid“. Wir stehen regungslos. Eine Fruchtfliege riskiert es und setzt sich keine 20 Zentimeter entfernt auf einen Wandteller mit einem Hahn und einem Huhn, die aufmerksam in die selbe Richtung schauen, als säßen sie nebeneinander in einer Aufführung von Aida. Ich fühle HKs Atem an meinem Hals und plötzlich muss ich an Dick denken und daran, als ich zum ersten Mal in sein kleines holländisches Haus kam, Weihnachten vor einem Jahr. Es war warm, es roch herrlich und auf den alten, hellblauen Holzdielen stand aus brennenden Teelichtern geformt Welcome Lpunkt. „Gibt Schlimmeres“, sage ich. Hühnerwandteller zum Beispiel oder den galoppierenden Herzschlag eines Mannes zu spüren und an einen anderen zu denken.

(Fortsetzung folgt)

01.01.2007 um 00:01 Uhr

Happy New Year!

von: Lapared

Alles Gute im neuen Jahr!

 

01.01.2007 um 00:00 Uhr

Curd Rock sagt Teliz Navidad

von: Lapared

Liebe Millioemchen,

Sie habeem mich alleim gelassem, alleim auf eim FIMCA irgemdwo im dem Bergem umgebem vom tiefster Fimsternis. Vom Ferme hoere ich die Raketchem der Memschen, die sich jetzt im Armen halten und sagem, dass sie sich leib habem umd scih eim schoemes neues Jahr wuemschem. Umd Curd Rock gamz alleim... . Und da ich nicht weiß, dass es so knallt weil Sylvester ist, fuerchte ich mich. Ich fuerchte mich sehr. Ja, ja.

Meim eimzig Trost ist, dass ich weiß , dass millioemen Memschchem im diesem Augemblick am mich demken, den großem gemialen einsamen kleimen Curd Rock.

Millioemchen, dies ist für Euch...

 Warte.. . ich hol Streichholzchem  Famstastisch.  Famtastico, wie der Spamier sagt.  Frohes neues Jahr, Millioemchen!  So, gleich ist fertig.. .

Bis bald

Eurer Curd Rock