Anleitung zum Entlieben

24.01.2007 um 17:20 Uhr

Lpunkt weggeblasen

von: Lapared

Ich weiß noch, als vor ein paar Jahren der Cowboyhut in Mode kam. Und wenig später wieder spurlos verschwand. Nun steht plötzlich einer vor mir beim Konditor und ordert Pflaumenkuchen. Das letzte Stück. Mit allem gebotenen Respekt tippe ich dem Cowboy auf die Schulter: „Entschuldigen Sie, ich bin durch schicksalhafte Umstände gezwungen meine Libido mit dem Verzehr von Gebäck zu sublimieren, würde es Ihnen was ausmachen, einer Dame den letzten Pflaumenkuchen zu überlassen?“ Er starrt mich an, ich lächle charmant, „Sie sind doch ein Mann, der weiß, was sich gehört“, ich erröte zart, “und mit so einem tollen Hut.“ Er zieht, schießt, und ich sitze senkrecht im Bett. Wieder Material für Stöckchen.

Aber Stöckchen ist nicht da, also wecke ich HK. Seit ich Spirituosen führe, schläft er beinahe jede Nacht hier. Isst, trinkt, schläft. Normal hätte ich nichts gesagt, so wunschlos glücklich bin ich grundsätzlich darüber. Aber ich stehe unter Schock und es entweicht, „Du HK“, immerhin wurde ich beim Konditor von einem Cowboy durchsiebst, “findest Du´s eigentlich normal, dass wir in all der Zeit erst fünf Mal Sex hatten?“ und auch noch so kurz vorm Buffet. HK öffnet Auge eins, wahrscheinlich denkt er, er träumt, und macht nur den Gegencheck, „Ich weiß nicht, was normal ist.“, er öffnet Auge zwei, Willkommen an Bord unseres Glücks, „ist mir auch scheißegal, was normal ist. Findest Du es so… wichtig?“ – „Ja.“ Oha. Ein Segen bin ich nicht zurechnungsfähig. „Ich meine, wichtiger als…“, er rudert ran, „…dass wir´s doch sonst ziemlich gut zusammen haben?“ er legt die Armen um mich, „dass wir über alles reden und über jeden stundenlang herziehen können?“ er säuselt feucht in mein Ohr, „dass ich Dir morgens den perfekten Kaffee ans Bett bringe, lauwarm, Pantone 726C*, ohne Haut…“ Hm. “…Dir nachmittags einen Kurier mit Salzstangen schicke…“ Hmm. „Und dich am Wochenende in erlesener Runde ins Café ausführe?“ Ich richte mich auf. „Das ist es ja, ich fürchte, ich werde zu dick!“ -. „Du REH?“ – „Du könntest mir trotzdem ab und zu Bewegung verschaffen.“ – „Du TIER!“ – „Ein Reh ist ein Tier, HK. Bambi fickt.“ – „Jetzt pass mal auf“, er zieht mich wieder ran, „ich weiß, dass ich was tun muss“, er drückt mich ganz fest an sich, ganz fest, „ich weiß, dass es so nicht geht“, Gewalt ist keine Lösung, „ich weiß das, denn ich hab neuerdings das Gefühl, ich habe eine Menge zu verlieren.“ – Und ob, MICH! Säuselnd: „Meinst Du mit Menge mich, HK?“ – „Ja, Dich. Du triebhafte, sexbesessene Menge. Und jetzt werden wir schlafen, und morgen oder die Tage, wenn wir Curd Rock holen, dann reden wir in Ruhe weiter, hm?“ Menge... also doch… ich werde zu dick.

*Pantone 726C: heller Braunton aus dem Pantone-Farbfächer

24.01.2007 um 09:19 Uhr

Curd Rock entführt!

von: Lapared

Ich bin in größter, in allergrößter Sorge. Dies fand ich heute Morgen in der Post...

 Ein "Bekemmerbrief".

 Kein Zweifel an der Echtheit.

Ich checke die Flüge. Und natürlich quält mich die übliche Frage:

Polizei einschalten oder nicht...?