Anleitung zum Entlieben

31.01.2007 um 22:30 Uhr

Wir ziehen los, mit ganz großen Schritten...

von: Lapared

(Der Rest ist schnell erzählt...)

Am Anfang war ich wütend auf HK. Diese Friss oder Stirb-Rhetorik, das ist die Sprache der Beziehungsbonzen, und die mag ich nicht. Die Arroganz, mit der sie in der Krise ihre „Ich liebe Dich, aber ich brauch Dich nicht“-Fahnen über dem Verhandlungstisch hissen, diese Menschen mit Pausbacken-Seelen, für die Verlassenwerden allenfalls einen bedauerlichen Verlust bedeutet, aber nie eine Katastrophe, nie einen Bankrott. Die darunter leiden, aber nie – und das wissen sie – nie daran zugrunde gehen... Diese gesunde Art, die hasse ich. Diese scheiß emotionale Unabhängigkeit, die in der Regel jeder hat, der auch ein Auto führen darf. Jeder Erwachsene, nur klein Lchen wieder nicht. Verdammt.

Na, aber dafür ist HK alkoholabhängig. Er hängt an der Flasche, und ich an ihm. Da sag einer, wir Hamburger taugen nicht zu Karnevalisten. Was für eine hübsche kleine Polonaise...

Am nächsten Abend ist meine Wut längst verpufft und aus Erleichterung über die abgewandten Konsequenzchen packt mich der Übermut. „Du HK“, sage ich, wir liegen im Bett und genießen spanisches Fernsehen, „meinst Du, es nützt was, wenn ich mich in so ein verruchtes Dessousteil schmeiße?“ Gerade läuft eine Werbung mit zwei Gurken, die vor einem Wäscheladen stehen. „Och, lass mal...“ Ich robbe ran. „Vielleicht in Weinrot oder im Farbton... CHAMPAGNER?“ - „Das klingt schon besser.“ – „Weißt Du, ich tue alles, was in meiner Macht steht, um Dich nicht zu verlieren.“ – „Hm.“ - „Aber dieses Sexding kann ich nicht kontrollieren, das liegt außerhalb meiner Macht.“ Höm, ich bin sehr stolz auf diesen späten, aber gezielten Konter. „HK?… HK???… Schatz?…“

(Und da wären wir wieder...)

Herr Ober, ein Bier, aber den Schaum unten!