Anleitung zum Entlieben

28.02.2007 um 20:12 Uhr

Lpunkts Berufsberatung

von: Lapared

Wenn ich noch jung wäre, ich meine, so jung, dass man mich fragen würde „Lchen, was möchtest Du denn mal werden, wenn Du groß bist?“ ich denke, ich würde sagen „Artbuyerin“. Erstens, weil in Paderborn, wo ich mich aufhielt, als man mich so was fragte, kein Schwein gewusst hätte, was „Artbuyerin“ ist – das ist schon mal viel wert. Und zweitens, weil Artbuyerin wirklich ein feiner Beruf ist.

Heute kam zum Beispiel ein Anruf von Artbuyerin Susi. Artbuyerin Susi aus HKs Agentur. Susi ist ein Schatz. Ich meine, sie ist wirklich ein Schatz. In meiner Position, als Freelancerin, die drauf angewiesen ist, das Artbuyerinnen anrufen und fragen, ob man für sie nicht ein paar Tage tätig werden möchte, sagt man das ja eigentlich über jede. Man sagt: „XY! Bist´n Schatz, dass Du an mich denkst... warte, ich schau mal eben in meinen Kalender… raschel, raschel…“. Aber Susi, wie gesagt, ist wirklich nett.

So nett, dass sie sogar auf Band gesprochen hatte, als ich, schockiert von der Nummer auf meinem Display, erstmal nicht dran ging. Schließlich ist es eine diffizile Sache. Finanziell gesehen, wäre es schon gut, mal wieder irgendwo anzuheuern. Aber ausgerechnet bei HK? Wußte er überhaupt davon? Steckte er womöglich gar dahinter? Und wenn, wie findet Lpunkt das? Hm, hm, hm... So also konnte ich in Ruhe entscheiden, was zu tun ist.

Ich war noch nicht ganz fertig mit entscheiden, als Susi nach nur fünf Minuten noch mal anrief, und diesmal ging ich dran, man will es ja nicht überspannen: „Susi! Bist´n Schatz, dass Du an mich denkst, ich schaue gerade in meinen Ka…“ – „Du Lchen, lass mal, hat sich schon erledigt.“ – „…lender. Oder auch nicht.“ – „ HK war grad hier, er will lieber ´nen Mann für den Job.“ – „Dann geht´s nicht um die Windeln?“ – „Doch, eigentlich schon…“ – „Oh. Verstehe.“ – „Tut mir leid.“ – „Kannst Du ja nix für.“ – „Beim nächsten Mal, ich denk jedenfalls an Dich. Und HK beruhigt sich schon wieder. – „Bist´n Schatz.“

Zweimal in einem Telefonat! Ich sag doch: Artbuyerin müsste man sein. Oder Lottofee… Und dann mit dem Scheinchenkoffer absetzten, n´ bisschen Geld wäre nämlich auch nicht verkehrt.