Anleitung zum Entlieben

20.04.2007 um 15:56 Uhr

Die Erotik eines Proktologen

von: Lapared

Grundsätzlich begegne ich ja allen Ärzten mit Interesse, nicht nur als Patientin, auch als Frau. Ärzte sind die Feuerwehrmänner der Akademikerinnen, sagt meine Schwester immer, und es stimmt, ich finde dieses Retterhafte ausgesporchen sexy, da nehme ich Proktologen nicht aus. Im Gegenteil, ich war wirklich neugierig, einen Mann zu treffen, der irgendwann entschieden hat, für den Rest seines Lebens in Gesäße zu schauen (und sehr wahrscheinlich - das ist das Interessante - nicht mal im Suff, die kleine Sau).

Auf den ersten Blick sieht er ganz harmlos aus.

„Na, was haben wir denn für Beschwerden?“

Wir? Da haben wir sie schon, die Anzeichen einer bemerkenswerten Persönlichkeitsstörung, „wir“ sagen Ärzte sonst nur noch in Ärztewitzen. Ich gehe darüber hinweg und schildere meine Symptome. Wir befinden uns in der Vorbesprechung, die eigentliche Untersuchung steht zum Glück erst nächste Woche an.

„Was machen Sie beruflich?“

fragt er als nächstes. Ich weiß zwar nicht, was das mit meinem Stuhl zu tun hat, aber immerhin hat er diesmal nicht wir gesagt.

„Ich bin Psychologin“,

antworte ich lächelnd. Verglichen mit „Werbetexterin“, „Autorin“, „Käseverkäuferin“ erscheint mir das am seriösesten und als etwas, das vielleicht Eindruck auf einen solchen Menschen macht.

„Na, dann muss ich Ihnen ja nicht viel erzählen.“

Grundsätzlich stimme ich zwar zu, dass der Blick in die menschliche Seele und der Blick in den menschlichen Arsch sich in Einzelfällen vielleicht nicht sehr unterscheiden, trotzdem schaue ich ihn fragend an. Er führt aus:

„Dann wissen Sie ja, dass die meisten Darmprobleme seelische Ursachen haben.“

Ah, ein Jünger der Psychosomatik, wie schön. Ich nicke ernst.

„So ist es. Meine jahrzehntelange Verstopfung – und alles was sie möglicherweise hervorgerufen hat – ist Spiegel meiner Seele, die auch nichts loslassen kann.“

Ich denke, das Thema wäre geklärt.

„Wie ernähren Sie sich denn, Sie sind sehr schlank. Viel Gemüse, Salat, Fisch, tippe ich... also mediteran?

Ich schaue ihn fest an.

„Mohrenköpfe überwiegend. Zumindest momentan. Meine Ernährung hat immer so verschiedene Epochen, müssen Sie wissen. Es gab mal eine Broccoli-Epoche, eine Dinkelbrot-Epoche, ein Toast-Hawai-Epoche... „

Er fällt mir ins Wort.

„Was halten Sie von Mischkost?“

Spricht man normalerweise nicht von gesunder Mischkost.

„Nicht so viel, ich bin eher Purist.“

Er lächelt milde.

„Gut, wir schauen uns das nächste Woche mal an.“

Ich bin schon fast wieder zur Tür raus, da überrascht er mich.

„Übrigens, essen Sie bis zu Untersuchung ruhig schön weiter Mohrenköpfe. Die gehen einfach raus, dieses ganze Körnergedöns hängt ewig im Darm und behindert die Sicht.“

Super. Mein Mann.

20.04.2007 um 10:55 Uhr

Sprechstumde

von: Lapared

Liebe Milliömchen,

der Stuhlgamg ist eim zu Umrecht tabusiiertes Ritural. Ich persömlich sage immer:

 im richtiger Atmosphäre kann er...

 sehr erhebemd sein.Aber danach...

 Füßewaschem nicht vergessem!!!

Ihr

Dr. Curd Pfffffftttt..t.t Rock