Anleitung zum Entlieben

24.04.2007 um 19:00 Uhr

Ein Tag im Dienste des Stuhls

von: Lapared

Man sollte ja denken, das wäre ein Klacks. Für mich als alten Diät-Haudegen müsste ein Tag im Dienste des Stuhls doch eigentlich ein Spaziergang sein. Vierundzwanzig Stunden lang nur Wasser, klare Flüssigkeiten und Abführmittel, für eine Ex-Anorektikerin quasi wie nach Hause kommen, würde man meinen. Doch nein... ich tue mich schwer. Wann tue ich das eigentlich nicht.

Wie ich allein die Wanne Milchkaffee vermisse, die mich sonst wunschlos bis in den frühen Nachmittag spült. Und um Drei war die Stunde des Käseschnittchens... So wenig ich normalerweise zu mir nehme, so sehr hänge ich auch daran. Zermürbt studiere ich den Beipackzettel und stelle alle Nebenwirkungen an mir fest, Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwäche.... Nur auf die Wirkung warte ich noch. Von wegen Klacks.

Ich fürchte, ich muss die Dosis erhöhen. Schließlich will ich meinem netten Proktologen morgen früh um Acht einen blitzblanken Po präsentieren - entsprechend meinem aufgeräumten, strahlenden Wesen. Der Ärztebonus eben, anders als beim bedauernswerten Call-Center-Mann, werde ich mich diesem Gott in Weiß gegenüber eisenhart disziplinieren.

Gilt Martini eigentlich als klare Flüssigkeit...?