Anleitung zum Entlieben

25.04.2007 um 16:54 Uhr

Pro Mohrenkopf

von: Lapared

Was soll ich sagen... ein Triumph!

Ich heute morgen also hin. Zur Koloskopie. Der Magen hing mir in den Knien, aber der Darm... ein echter Vorzeige-Darm, sagte der Arzt. „Möchten Sie vielleicht ein Standbild machen für Ihre nächste medizinische Publikation?“ Ich sah es schon vor mir: Lpunkt - Autorin, Käseaushilfe, Darm-Modell… mein pummelgesunder Super-Po side by side mit einem Polypenarsch in einem Proktologen-Fachmagazin. Der Arzt ging noch weiter: „Das ist wirklich beeindruckend…“, beeindruckend, “…außergewöhnlich...“, AUSSERGEWÖHNLICH, „...bei Ihrer Vergangenheit.“ Bei meiner Vergangenheit? Wie sich das anhört, als wäre ich Ex-Nagelschluckerin oder eine Ikone des Poficks. Er grinst: „Sie sind doch die mit der Toast-Hawai-Mohrenkopf-Geschichte.“ Wie schön, er guckt in mein Gesäß, aber erinnert sich an mein Gesicht. „Keineswegs. Der Toast-Hawai ist Geschichte. Der Mohrenkopf ist Gegenwart.“ Er grinst noch mehr: „Bleiben Sie dabei. Ihr Darm ist tipp-topp wie bei einer 12-Jährigen, vielleicht liegt es an Ihren kindlichen Ernährungsvorlieben.“ – „Sie verarschen mich?“ Ich dachte, wann, wenn nicht hier, ist diese saloppe Wendung erlaubt. „Nein, essen Sie einfach, was Ihnen schmeckt.“ – „Ich hatte mich schon auf die kleine Vollkornfibel gefreut.“ - „Jeder Darm ist anders.“ – „Und die Ernährungspyramide?“ Er schweigt. Beredt. Und ich frage mich, ob es eigentlich eine negative Wertung implizieren würde, wenn ein Proktologe für´n Arsch sagt...