Anleitung zum Entlieben

31.05.2007 um 19:24 Uhr

Man kommt ins Gespräch

von: Lapared

Ab Montag geht es ja zurück an die Werbefront. Na, das wird was geben. Wie stets bin ich voller Optimismus.

„Wenn Dir einer blöd kommt, sagst Du, er würde die Vorlage für den Arsch Deines nächsten Bestsellers“, grinst WE, hach, die Sorgen eines Werberlebens sind ihm nicht wirklich zugänglich. „Ich scheiße nicht da, wo ich esse, Schatz, und außerdem... wen juckt, ob er Vorlage für den Arsch meines nächsten Grabbeltischromans wird?“ WE packt mich am Arm. „Kannst Du BITTE mal damit aufhören!“ Huch. „Womit denn?“ – „Mit dieser Tiefstapelei immer, das nervt, das ist nicht sehr sexy.“ Ääääh. „Oh. Oh, pardon. Nicht sehr sexy geht natürlich nicht. Nicht sehr sexy, das ist wirklich widerlich. Wenn ich das nächste Mal über meine unzumutbar unerotischen Versagensängste plaudere, ziehe ich vorher Strapse an, abgemacht, mein Schatz?“ – „Das ist nicht der Punkt.“ – „Lack? Leder? Na, sieh mal einer an, rrrrrrrrrrr...“ – „Ich hab das Gefühl, Du tust manchmal nur so, du machst Dich klein. Ich denke, Du denkst, Männer finden selbstbewusste Frauen unsexy. Ich denke, Du denkst, wenn Du sagst, hach, ich schaff das nicht, dann fände ich das süß.“ – „Denkst Du? Du meinst, ich tu nur so? Ich bin ein Schiss-Simulant? Schatz...“ – „Ich finde das nicht süß.“ – „Ach? Ehrlich gesagt gibt es noch andere Variablen, die mein Verhalten bestimmen, als meine möglichen Spekulationen darüber, was wohl auf DICH süß oder sexy wirkt. Und GANZ ehrlich gesagt habe ich gar nicht darüber nachgedacht, ob Du das wohl sexy findest, ich habe einfach gesagt, was mir grad durch den Kopf ging. Und selbst wenn ich darüber nachgedacht hätte... nein... nein... ich glaube nicht, dass ich darauf gekommen wäre, Du fändest es möglicherweise süß, dass ich mir in die Hose kacke, nein, definitiv, NEIN!“ – „Na, dann ist ja gut. Ich wollte nur sagen, ich finde starke, selbstbewusste Frauen sehr reizvoll.“ – „Schön.“ – „Aber wenn Du es mal nicht bist, ist es natürlich auch okay.“ – „Ich hab schließlich andere Reize, gell?“ – „Allerdings.“ – „Wer braucht Selbstbewusstsein, wenn er so einen Hintern hat, nicht wahr?“ – „Zumindest ist Dir selbst sehr bewusst, dass Du einen überzeugenden Hintern hast. Deinem Schreibtalent traust Du nicht ganz so, na und? Selbstzweifel schaden der Sache ja nicht.“ – „Ich weiß nicht...“ – „Und Selbstbewusstsein heißt ja nicht, dass man in einer Art Generalverzückung jeden hauseigenen Furz unnachahmlich gelungen findet.“ Und der Mann sagt, er könne nicht reden. „Bist Du sicher, dass mein gesäßbezogenes Selbstbewusstsein Dir reicht, WE? Ich könnte sonst auch Selbstbewusstsein vortäuschen?!“ – „Nein, nicht nötig.“ – „Eine Art Wonderbra-Ego!“ – „Nein, ich mag´s lieber authentisch.“ – „Silikon-Optimismus!“ – „Hör schon auf...“ – „Aber Du hast doch gesagt, Du stehst auf ein pralles, strammes Damen-Ego?!“ – „Willst Du streiten, Lchen?“ – „Niemals!“ – „Ich wollte doch nur sagen: Du musst nicht mädchenhaft bescheiden tun. Du darfst ruhig selbstbewusst sein. Aber wenn Du an Dir zweifelst, ist das natürlich auch okay, das ist menschlich, das darfst Du auch!“ – „Danke.“ – „Du darfst alles.“ – „Danke.“ – „Aber weißt Du, was mir nicht gefällt?“ – „AN MIR???“ - „Dass Du Dich einfach irgendwie verhälst…“ Hä? „...dass Du sagst, was Dir in den Sinn kommt, ohne eine Sekunde darüber nachzudenken, wie es auf mich wirken könnte.“ Oh. „Ich glaube, Du bist nicht verliebt in mich.“ – „Doch.“ – „Bist Du nicht.“ – „Bin ich wohl.“ – „Ehrlich?“ – „Ehrlich.“ – „Ehrlich ehrlich? Kein vorgetäuschtes Wonderbra-ehrlich?“ – „Nein, ein schwabbeliges, hängendes, natur-ehrlich.“ – „Schön.“ Ja, schön.

31.05.2007 um 14:57 Uhr

Gemialer Schachzug

von: Lapared

Mamchmal ist Lchem wirklich naiv.

 Damit sie ihm nicht rauswirft...

 Hab ich gesagt, Papa ist eim Staubsauger.

HI HI HIII !!!!!! (Aber das bleibt umter ums...)

30.05.2007 um 22:14 Uhr

Zwei Jahre

von: Lapared

Heute habe ich mit Emmi und dem Dackel einen Ausflug gemacht. Der Dackel, Knut, hatte noch nie das Meer gesehen, das geht natürlich nicht. Ich halte den Anblick des Meers, insbesondere der Nordsee, für ausgesprochen charakterbildend (und der Filmfreund weiß außerdem, dass man im Himmel - auch im Dackelhimmel, nehme ich an - sonst nicht mitreden bzw. -kläffen kann*). Mensch wie Dackel beschleicht angesichts dieses elementaren Schauspiels eine Ahnung seiner eigenen Bedeutung (kleiner als das Meer aber größer als ein Sandkorn), je nach Typ vielleicht auch Hoffnung (so wat Heeeerrliches kann doch kein Zufall sein, dat hat doch wer gemacht) und die Ahnung, dass in jedem von uns ein potentieller Mörder steckt (zumindest dann, wenn so ein Drachenheinz sein Teil drei Zentimeter weiter blöde lachend in die Düne rammt). Also, charakterbildend. Wichtig für Knut.

Ich weiß zwar nicht, wie Knuts Charakter vor unserem Ausflug war, aber an der Nordsee war Knut Choleriker. Knut kläffte jede einzelne Welle an. Jede Möwe. Jeden Wattwurm. Alles, was sich wagte zu bewegen (nur den Drachen nicht, da war er - wie wir – einen Moment geschockt). Und ich habe doch versprochen, ihn zu nehmen! Diese Kläffmaschine! Wenn seine Frauchen irgendwann im Himmel von den Meereswellen plaudern, sitze ich zuhause, weil man mit diesem cholerischen Dackel nirgendwo hingehen kann. Wie komme ich nur raus aus dieser Sache...?

Plötzlich muss ich an 119 denken, und unseren kleinen Nordseeurlaub vor fast zwei Jahren. Wir haben uns zwar nicht angekläfft, wir kacken ja auch nicht in Rabatten, wir sind kultivierte Menschen. Aber irgendwie außer uns waren wir. Und angebellt, wenn auch stumm, haben wir uns auch. „Reizklima...“ sagte 119 damals, und damit war das Thema ausführlich besprochen, keine Diskussionen. Stunden sind wir quasi wortlos hintereinander her gestapft. Nichts, kein Ton, nur Meeresrauschen. „Knut ist übrigens nicht immer so,“ sagt Emmi vorsichtig, sie ahnt wahrscheinlich meine finsteren Gedanken. „Schon o.k.“, sage ich, „das macht das Reizklima…“ Ich lausche Knuts Gekläffe und erfreue mich an diesem direkten Ausdruck von Emotionen. Und ich denke, Mensch Lpunkt, zwei Jahre... und so weit bist du nun gekommen.

*Auflösung: Knockin´on Heaven´s Door

29.05.2007 um 21:36 Uhr

Den Instrumenten lauschen...

von: Lapared

„Herrlich, herrlich, herrlich...“ sage ich zu WE nach zwei Tagen im Bett, „...Und nun mal was ganz anderes, wie denkst Du über Amerikas Irakpolitik?“ Er grinst. „Oder über die Wiederkehr der Röhrenjeans?“ Er grinst noch mehr. „Wo siehst Du den deutschen Fußball in 20 Jahren?“ Er lacht. „Ehrlich, ich würde gern mal eine ganz normale Unterhaltung mit Dir führen.“ – „Oh-lala!?“ – „Es gibt eine Welt da draußen!“ – „Maus, das musst Du mir nicht sage, ich lebe darin!“ – „Ich etwa nicht?“ – „Ich arbeite mit Kinder aus kaputten Familien, traumatisiert durch Kriege, durch Gewalt, durch die sogenannte Welt da draußen, ich sehe die Realität.“ – „Und deshalb musst Du in Deiner Freizeit pausenlos vögeln?“ – „DU lebst in Deiner Phantasie, Werbung, Filme, Dein Blog, Du kreist doch nur um Deinen wunderhübschen Nabel.“ – „Ach.“ – „Jetzt bin ich mal dran...“ – „Das ist nicht mein Nabel, Schatz.“ – „Na, so was...“ – „Ich habe, das möchte ich nur mal anbei bemerken, auch ein Gehirn.“ - „Okay... gut... reden wir über die Welt da draußen, Du fängst an.“ – „Hier um die Ecke gibt es einen Inder, lass uns essen gehen.“ – „Wusstest Du, dass in Indien 70 bis 80 Millionen Kinder nicht in die Schule können, weil sie für den Lebensunterhalt der Familie sorgen? In Streichholzfabriken, der Textilindustrie, auf Müllkippen...“ – „Etwas weiter gibt es einen Italiener...“ – „Schatz, was Du für Dein Gehirn hälst, ist nicht möglicherweise Dein Magen?“ – „Ich gebe zu, ich hab schrecklichen Hunger, aber darüber hinaus würde ich tatsächlich gerne auch einfach mal reden.“ – „Was willst Du hören?“ – „Entweder spielt Du Gitarre oder Du vögelst, Du weißt doch, ich bin ein Mensch der Worte.“ – „Aber ich nicht. Ich kann mit Worten nicht viel sagen, aber mit Instrumenten... mit dem Körper, der Körper ist ein Instrument.“ – „Ach, ja? Vielleicht verstehe ich die Sprache ja nicht richtig, was sagt das Instrument denn gerade, blas mich?“ – „So ungefähr. Es sagt: Ich finde Dich wunderschön, intelligent, klug, witzig, sexy… Es sagt: Du bist die tollste Frau, die ich je hatte, interessiert an der Irakpolitik, Hosenmode, Fußball… Es sagt: ich bin verrückt nach Dir, ich will Dich, ich krieg nicht genug von Dir.“ – „Tatsächlich? Das sagt das Instrument? Das alles? Was für entsetzliche Sabbeltasche...“ – „Moment, Schatz, Moment...“ – „???“ – „Ich bestell uns mal ´ne Pizza...“

Herrlich, herrlich, herrlich... man muss nur richtig hinhören.

28.05.2007 um 11:14 Uhr

Eim laaaange Geshcichte

von: Lapared

Wir habem ums ja so viel zu erzählem...

 .. bla.. bla.. umd dann war ich eim Zeit lang Poet...

 ... bla bla... weltberühnter Maler...

 ... werdemder Bestesellerautor...

 ... umd dann kam KNALLKOPP.

 Meinst Du? Oder sagst Du nur um mich zu trösten?

 Ok. dann betrachte ich Knallkopp eimfach als Phase.

27.05.2007 um 10:55 Uhr

Idemtifikatiom geglückt

von: Lapared

Irgemdwie fühle ich mich ...

 verämdert.

 wahrscheimlich nur eim Kleinigkeit.

 Vielleicht sollte ich nicht so stark idemtifikatieren

 Amdererseits...

 Ich sehe nichts, was dagegem spricht.

26.05.2007 um 10:36 Uhr

Idemditfikatiomsfigur

von: Lapared

Ich bim soooo froh...

 emdlich eim mämmliche Idemtifikatiomsfigur!

 Hoffemtlich verlässt er mich nicht wieder, oje...

 Bleib! Bleib! Bleiiiiib... FÜR IMMER...

25.05.2007 um 12:19 Uhr

Pfimgstbesuch

von: Lapared

Eim kurzem Moment habe ich mich wirklich eim bisschem...

 ... eimsam gefühlt. - Aber dann...

 P A P I ? ? ? ?????? ? !

 Du bist gekommen, damit Curdchen nicht alleime ist.

 Ja, wir werdem ums richtig gemütlich machem.

24.05.2007 um 15:21 Uhr

Stunden später...

von: Lapared

Alles gut. Puuuuuuhhhh...

Endlich kann ich mich auf die Gepäckfrage konzentrieren, morgen früh soll´s los gehen, das wird knapp.

Ich wünsche Frohe Feiertage, ach, und... Curd Rock muss tatsächlich alleine bleiben. Vielleicht könnten Sie ja ab und zu mal nach ihm schauen?! Würde mich sehr beruhigen...

Danke ;)

24.05.2007 um 10:12 Uhr

Warten und packen

von: Lapared

Heute ist also der große Tag, an dem Frau Doktor Hautärztin sich melden wird. Ich überlege, wann das wohl sein wird, zu welcher Tageszeit Frau Doktor in der rechten Plauderstimmung ist. Ich überlege, wie sie das wohl macht. Ob sie sich dafür feste Zeiten frei hält und ob sie erst die guten oder erst die schlechten Nachrichten überbringt, oder immer im Wechsel, eine gute Nachricht, eine schlechte, eine gute, eine schlechte, hm... Mal fragen, wozu hat sie das tüchtige weiße Damengeschwader am Empfang. „Das macht Frau Doktor dann, wenn sie gerade Zeit hat.“ Ah. „Und was denken Sie, wann das sein wird, voraussichtlich?!“ – „Das ist immer unterschiedlich.“ Ich suche das Gespräch von Frau zu Frau. „Sehen Sie, ich warte seit zwei Tagen. Mein junger, bildschöner Liebhaber möchte morgen mit mir verreisen. Ich kann mich unmöglich auf die Frage der Reisegarderobe konzentrieren, wenn ich jede Minute mit einem Krebsbefund rechnen muss, das verstehen Sie doch sicher?“ – „Frau Doktor hat vormittags zwei kleine OPs, also tendenziell würde ich sagen, eher nachmittags.“ Na, bitte. „Puuuuh, das ist lang... könnten Sie Frau Doktor vielleicht einen Zettel hinlegen, Sie möchte mich bitte bald anrufen... und die Schuhfrage hab ich ja auch noch vor der Brust.“ – „Frau Doktor hat das schon auf ihrem Zettel, Frau Lpunk, sie macht es, sobald es irgendwie dazwischen passt.“ – „Darum geht es ja. Sie soll mich nämlich bitte bitte gleich anrufen, verstehen Sie, umgehend, nicht, wenn es passt, sondern schnellst möglichst, bemerken Sie den semantischen Unterschied? ICH WARTE SEIT 2 TAGEN, 2 TAGE, ES REICHT!“ – „Glauben Sie mir...“ – „Sonst werde ich Sie anrufen, Sie persönlich! Ständig! Sie werden keine ruhige Minute haben, es wird der schlimmste Tag Ihrer Sprechstundenhilfekarriere, Sie werden nicht zum Nagellackieren kommen, oder zum Atome spalten, was immer Sie sonst zwischendurch so machen, Sie werden wünschen, das Telefon wäre nie erfunden worden, Sie werden heute Nacht im Schlaf hochschrecken und denken, die nette Frau Lpunkt ruft an, also legen Sie Frau Doktor bitte einen Zettel hin, einen neonfarbenen, haben Sie so was?“ – „Ja.“ – „Und Sie reichen ihn der Frau Doktor wirklich rein?“ – „Ja.“ – „Versprochen?“ – „Versprochen.“ - „Es geht nach Sylt, meinen Sie, ich muss eine Strickjacke mitnehmen?“ Klick.

23.05.2007 um 15:55 Uhr

Konstante mit Puls

von: Lapared

„Lpunkt?“ WE strahlt wie eine 1000 Watt-Birne. „Ich hab doch frei, wir können dieses WE nach Amsterdam!“ Ich knipse ebenfalls das Licht an. „Du hast frei? Super! Wir können nach Amsterdam… oder an die Nordsee… oder an die Ostsee… Rügen, die Kreidefelsen, was hälst Du von den Kreidefelsen? – „Was hälst Du von Amsterdam?“ – „Aber die Kreidefelsen bröckeln ab!“ – „Magst Du Holland nicht?“ – „Hach, und Curd Rock auf den Spuren Casper David Friedrichs, weißt Du, dass er ein weltberühmter Maler ist?“ – „Casper David Friedrichs?“ – „Der auch.“ – „Was hast Du gegen Amsterdam?“ – „Gegenfrage: Sind wir in Stimmung für die große Ex-Beichte?“ – „Sex-Beichte fände ich inspirierender.“ – „Oh, das lässt sich verbinden, ich habe mit fast all meinen Männern auch geschlechtlich verkehrt.“ – „Echt, ich dachte, ich wäre der Erste.“ – „Bedaure, Schatz, Du hast mich nicht entjungfert, ich hatte meine Regel.“ – „Und Du hast also einen Ex in Amsterdam, mit dem Du geschlechtlich verkehrt hast?“ – „Ja, ein ziemlich Brocken, emotional gesehen. Ich dachte, damit müssten wir das zarte Pflänzchen unserer Beziehung vielleicht nicht belasten?!“ – „Ich habe sieben Brocken hier in Hamburg, Schatz.“ – „Das ist was anderes. Sieben? Alter Schwede…“ – „Wie lange ist der holländischen Brocken denn her?“ – „Kein Jahr.“ – „Okay, unter einem Jahr lass ich gelten. Aber nicht die Kreidefelsen. Sylt! Sylt bröckelt auch, oder wandeln wir da auch auf den Spuren Verflossener?“ – „Ja, aber das ist zwei Jahre her.“ - „Dann Sylt. Aber ohne Curd.“ – „WAS?“ – „Ohne Curd, ohne Blog, ohne Buch. Nur mir mir, dem Mann des Jahres.“ Er grinst. Ein bisschen schief. Ich fühle mich in der Bredouille. „WE, es gibt auch Konstanten in meinem Leben.“ – „Auch Konstanten, die einen Puls haben?“ Aber selbst mit zwölf schon sieben Brocken am Start. „Gut, ich rede mit Curd, ich denke, das geht klar. Er mag Dich sowieso nicht, er nennt Dich Knallkopp.“ – „Ich brech´ ihm die Arme.“ – „Dann schaffst Du kein Jahr, dann bringst Du´s nicht mal zum Mann des Monats.“ – „Curd bleibt hier und macht die Bude sauber.“ – „Er ist eine Puppe, Schatz, werd nicht infantil.“ – „Das erzähl ich ihm...“

Und so stolpern wir weiter und räumen Steinchen für Steinchen und Bröckchen für Brocken beiseite. Und selbst Curd Rock, der Fels zwischen all dem Ex-Geröll muss Pfingsten wohl mal alleine bleiben... Was tut man nicht alles für ein bisschen Konstante mit Puls.

22.05.2007 um 16:29 Uhr

Vorschriften...

von: Lapared

Heute morgen war ich zum Fädenziehen. Sie erinnern sich, die Muttermale, die nicht den Geschmack meiner Hautärztin trafen. „Sind meine Befunde da?“ frage ich die kleine weiße Fee, der das Fädenziehen obliegt. „Ja.“ – „Und?“ – „Das darf ich Ihnen nicht sagen.“ – „Ach, klar. Es sind meine Befunde, ich erlaube es Ihnen.“ – „Die Ärztin ist Donnerstag wieder da, sie ruft Sie an.“ – „Gut, da freu ich mich, dann plaudern wir ein bisschen. Aber zurück zu meinen Befunden, WAS STEHT DRIN?!“ – „Das darf ich nicht sagen.“ – „Ach so, dann will ich das auch nicht von Ihnen verlangen. Sie nicken einfach oder schütteln das Köpfchen, also... MUSS ICH MIR SORGEN MACHEN???“ – „Das darf ich Ihnen nicht sagen.“ Ein Gesicht wie ein Engel, aber stur wie ein Maulesel. Ich überlege, was ich ihr bieten kann. Geld?... Meine alten Rollerblades?... Ich kannte mal jemanden, der jemanden kannte, der die Privatnummer von Johannes B. Kerner hatte!?... Reiß Dich zusammen, Lpunkt, denk nach! „Sehen Sie, ich schreibe gerade ein Buch, das wird ein Knüller, ich würde Sie im Vorwort erwähnen, na?!“ – „Ich darf Ihnen nichts sagen.“ So kommen wir nicht weiter, ich muss subtiler vorgehen. „Dürfen Sie es nie sagen, oder dürfen Sie es nur dann nicht sagen, wenn die Befunde schlecht sind?“ – „Ich darf es nie sagen.“ – „Ah, sehr schön. Und sind Sie ein Mensch, der sich immer an Vorschriften hält? Oder sagen Sie sich auch schon mal, ach, wenn ich einem Mitmenschen eine kleine Freude bereiten und ihm zwei Tage Dünnschiss ersparen kann, dann tue ich das doch?“ – „Ich halte mich an die Vorschriften, ich bekomme sonst großen Ärger.“ – „Wirklich? Gut dann... Entweder Sie geben mir jetzt den Befund, oder ich erzähle der Ärztin am Donnerstag, dass ich schon alles wusste! Von Ihnen! HA!“ – „Ich sage Ihnen nichts.“ – „Mögen Sie eigentlich Herrn Kerner?“ – „Nein.“ Mist.

21.05.2007 um 13:33 Uhr

Curd Rock im Imterview

von: Lapared

Liebe Milliömchem,

Fotochem, Fotochem, Fotochem, in letzter Zeit habe ich wirklich Gefühl, alle interesseiren sich nur noch für meim Körper. Keimer fragt, wie es kleimen Curdchen geht, wie es immendrin aussieht. Deshalb frage ich mich selber, höm. Heute:

DAS GROSSE EXKLUSIVIMTERVIEW – Curd Rock im Gespräch mit Curd Rock

Wir treffem den scheuen Star auf seiner weitläufigen weißem Couch im Herzem Hamburgs. Er wirkt eim klein wenig bedrückt, aber er lässt sich nicht anmerken. Und übrigems sieht er tatsächlich so gut aus, wie auf den Bildern.

Curd Rock: Herr Rock, wir kennen Sie als Held zahlreicher kleimer Bildgeschichten, aber wie geht es Curd Rock privat?

Curd Rock: Ehrlich gesagt... Ich mache mometan eine schwierige Zeit durch.

Curd Rock: Es heißt, dass Sie sich mit dem neuen Knallkopp im Leben ihres Menschchem nicht verstehem.

Curd Rock: Das stimmt, der Knallkopp hat gesagt, ich wäre eim Puppe, eim PUPPE!

Curd Rock: Das ist umbegreiflich, Herr Rock, Sie sind eim große, eim bedeutende Persönlichkeit, wenn ich das sagen darf.

Curd Rock: Sie dürfem.

Curd Rock: Mam mumkelt ja auch, der Knallkopp hätte zu Lpumkt gesagt,sie wäre eim bisschem im fantil?!

Curd Rock: Na ja, man muss nicht alles auf Goldwaage legem, sag ich immer... PUPPE! PUPPE, stellem Sie sich das vor!

Curd Rock: Umglaublich. Und wie gedenken Sie, auf diese Provotaktion zu reagierem?.

Curd Rock: Ich werde dem Knallkopp totpupsem, wenn er nächste Mal kommt.

Curd Rock: Es heißt, Sie mögen auch seine Musik nicht?

Curd Rock: Tja, wissen Sie... Mein Name ist Curd Rock, nicht Curd Schnulze.

Curd Rock: Böse Zungen behauptem, Sie seien eifersüchtig, weil Lpumkt ihn gerne mag und nicht mehr so viel Zeit für Sie hat.

Curd Rock: Ach, das ist Quatsch. Ich bim nicht eifersüchtig. ICH HASSE IHM!

Curd Rock: Ich denke, das kann wirklich jeder verstehen.

Curd Rock: : Ja. Und er sitzt stäm-dig auf meim weiße Couch. Mit seim schwarze Hose. ICH HASSE SCHWARZ!


Curd Rock: Eine grauemvolle Farbe, ich stimme Ihmen zu.

Curd Rock: Aber wie gesagt... ich habe eim Pups in Vorbereitumg, der wird der Hammer.


Curd Rock: Herr Rock, da wümschen wir Ihnen viel Erfolg. Umd Danke für das Imterview

Curd Rock: Sehr germ.

20.05.2007 um 21:39 Uhr

Ebbe und Sonnenuntergang

von: Lapared

Es ist ja nicht wie im Film. Da reitet der Held bzw. die Heldin am Ende in den Sonnenuntergang und aus, FINE, THE END. Der bzw. die Heldin ist fein raus. Beneidenswert. Oder er bzw. sie stirbt, das ist natürlich nicht so beneidenswert, aber das gibt´s ja heute eigentlich kaum noch.

Jedenfalls... In den letzten Tagen dachte ich manchmal, es wäre eigentlich hübsch aufzuhören, ich meine hier, mit dem Blog. Da ist dieser neue Mann, und dann die Sache mit dem Buch, gerade wäre eigentlich ein netter Schluss. Kein dickes fettes Hollywood-Happy End, aber es gibt noch Grund zu hoffen, das ist doch was.

Verstehen Sie mich nicht falsch, das ist kein verkappter Protestaufruf, vertrauen Sie ganz auf meine Zwanghaftigkeit. Und schließlich ist da noch Curd Rock, der würde quasi sterben mit dem Blog, und das bringe ich nicht übers Herz, das darf nicht sein.

Das einzige, was passieren kann... dass ich die Frequenz vielleicht ein bisschen senke, zumindest bis Oktober, wenn ich dieses Manuskript abgegeben habe. Ich fürchte nämlich - und das steckt eigentlich dahinter - ich bin pleite und der Käse kann mich da nicht retten, ich muss wohl eine Zeit zurück an die Werbefront. Naja, und alles, Buch, Blog und Arbeit schaffe ich vielleicht nicht... Nicht zu vergessen das wahre Happy-End, an dem ich täglich unverdrossen bastle wie wir alle. Und das sich ja auch nicht ganz von alleine schreibt.

Apropos Film: Haben Sie „Little Miss Sunshine“ gesehen? Das ist wirklich ein verdammt guter Film. Der Held ist eine Familie und fährt am Ende in einem gelben VW-Bulli ohne Kupplung in den Sonnenuntergang.

19.05.2007 um 19:30 Uhr

Gruß aus dem Gewächshaus

von: Lapared

Mein Elternhaus – ich glaube, ich habe es schon mal erzählt – ist ja eigentlich eher ein Gewächshaus. Ich bin zwischen Hunderten von Pflanzen groß geworden. Irgendwann beschloss ich selbst dann, groß genug zu sein und zog aus, aber die Pflanzen blieben und ließen sich weiter gießen. Gestern war ich richtig erschrocken. Riesige Palmen, Zimmerlinden, Gummibäume... überall. Und mein Papa und meine Mama ganz klein dazwischen, sie selbst wachsen langsam in den Boden. Ich muss sie dringend öfter besuchen, aber das denke ich jedes Mal und tue es dann wieder nicht.

„Wie geht´s mit dem Buch?“ fragte mein Papa. „Schrecklich,“ sage ich, „ich quäle mich. Nachts habe ich Alpträume und morgens graut mir davor, das zuletzt Geschriebene zu lesen, es ist nie gut .“ – „Prima“, sagt Papa, sein Gehör, seine Sehkraft, alles lässt dramatisch nach. Nur seine Fürsorglichkeit nicht: „Hast Du es warm in Hamburg, brauchst Du was, hast Du genug Geld?“ – „Ich bin pleite, Papa, mein Fernseher und mein Staubsauger sind kaputt, aber zum Glück ist Sommer, heizen muss ich nicht.“ – „Ist gut, aber wenn Du was brauchst, sagst Du es, noch sind wir da.“ Ich habe wirklich großartige Eltern, egal wie klein im Vergleich zu Gummibäumen - auch, wenn sie selbstverständlich die Schuld an all meinen Neurosen tragen. Wir plaudern ein wenig über unsere Krankheiten. Dann wie aus heiterem Himmel. „Kind, und mach Dir keine Sorgen um das Buch. Du hast Talent und vor allem Ausdauer... das hast Du von mir." Na siehste, denke ich, dein Vater versteht dich, auch ohne, dass er was hört. "Und den Staubsauger nimmst Du von Deiner Mutter, die hat zwei.“ Hmpf. „Und sonst, hast Du jemanden, der gut zu Dir ist?“ – „Ich glaube, ja, Papa.“ Und er wird sich über den Staubsauger freuen.

18.05.2007 um 10:29 Uhr

Dickalaaarrrrrrm!!!

von: Lapared

WE geht ganz schön aufs Gas. Jetzt möchte er mitkommen, zu meinen Eltern, das Rosa war wohl doch zuviel. Wir erwarten stündlich seinen Heiratsantrag.

Im Ernst, ich fühle mich ein wenig überfahren, wie anfänglich bei Dick. Männer der Leidenschaft eben, aber ich, Frau des Maßes und der umsichtigen - ja nun! - Kontrolle, ich brauche eine Verschnaufpause. Allein schon körperlich, man denke an den Altersunterschied. LUFT!

„Ich bin Dir doch nicht peinlich?“ sagt er und grinst, nicht, dass er das im Entferntesten für möglich halten würde. „Im Gegenteil, meine Mutter ist eine alte Streiterin der Emanzipation, wenn´s nach ihr ginge, hätte jede Frau einen hoch bezahlten Job, einen studierten Mann, der zuhause die Kinder hütet, und einen jüngeren Geliebten. Eins kann ich jetzt bieten.“ – „Na also, sie wird sich freuen.“ – „Du würdest Dich langweilen, WE, ich hatte nie Sex im Haus meiner Eltern, mein Vater hofft vielleicht, ich bin noch Jungfrau, Du willst einem alten Mann doch nicht den Glauben nehmen.“ – „Ich kann auch seeehr leise sein.“ – „Meine Eltern sind Sozis, sie hassen Schwarz.“ – „Ich hab ein rotes Sweatshirt, allerdings ein Werbegeschenk von eon, geht auch Grün?“ - „WE?“ – „Ja?“ – „Nein.“

Und das war´s, kein Problem.

Dickalarm beendet.

P.S. Noch ein Wort zum Rosa. Er fand es grauenvoll. Wer nicht. Aber er hat die psychologische Bedeutsamkeit erkannt und gewürdigt ("Schatz, wenn Du das nächste Mal Langeweile hast oder Dich vielleicht ums Buchschreiben drücken willst, saug einfach Staub." Hmpf…), mich ferner eingeladen, gemeinsam seine Wanne zu besteigen und es Out of Africa-mäßig eigenhändig wieder weg zu shampoonieren. Wie gesagt, charmante Deeskalationsstrategien.

17.05.2007 um 20:07 Uhr

Eim weiterer Gemiestreich von Curd Rock

von: Lapared

Es gibt GAR KEIM Grumd ...

 .. . sich vor Ex-Dickem zu fürchtem!

 Ich hab eim gemiale Lösumg gefumden...

 .. .zun friedlichem Co-Existierem!

 Er existiert auf Tischchem...

 Umd Curd Rock auf Couch. HÖM.

16.05.2007 um 20:32 Uhr

Liebesbeweis (auswaschbar)

von: Lapared

Nach seiner netten Einladung, die ich leider ausschlagen musste, hielt ich es an der Zeit für ein Zeichen. Eine ermunternde Geste und ein Bekenntnis, quasi. Zur Entschädigung.

Ich bringe das größe Opfer, das eine Frau für einen Mann bringen kann und habe meine Haare gefärbt. In seiner Lieblingsfarbe. Seiner wahren Lieblingsfarbe, natürlich. Rosa. Das nenn ich mal einen Liebesbeweis, hm?

 Und das Beste daran...

 er wäscht sich wieder raus ;)

Schönen Feiertag. 

16.05.2007 um 14:12 Uhr

Curd Rock umd das Geheimnis seimes inneren Friedems

von: Lapared

Ich hab meim Dickem auch noch nicht gamz vergessen. Aber eim altes Imdianersprichwort sagt...

 Wenn jeder...

 ... auf seim Seitchen bleibt

 ist weiße Couch doch groß gemug.

16.05.2007 um 14:10 Uhr

Reisepläne

von: Lapared

Morgen hat die arbeitende Bevölkerung ja frei. WE hat Freitag auch Urlaub und will mit mir verreisen. Er will mich einladen, nett, gell? Nach Amsterdam.

„WE, das ist sooo lieb, aber ich hab meinen Eltern versprochen, dass ich komme.“ Das ist wahr. „Amsterdam ist toll, warst Du schon mal da?“ – „Vor Jahren…" Das ist, Sie erinnern sich vielleicht, nicht ganz so wahr.

Natürlich ist es ein bisschen... schwach. Und den Elternbesuch könnte ich zur Not auch verschieben. Aber so groß ist die Not ja auch nicht mehr, die Spitze ist quasi abgefedert. Und mir reicht, dass ich beim Schreiben dieses Buches täglich in Erinnerungen wühle, ich muss nicht auch noch in Echtzeit auf den Spuren meiner Verflossenen flanieren. Die Welt ist doch groß genug.

„Dann werd ich wohl allein fahren...“ Ist wohl besser. „Aber bring mir was Schönes mit.“