Anleitung zum Entlieben

30.06.2007 um 20:45 Uhr

Widmung

von: Lapared

Zur Feier des Tages wollte ich mir eine neue Hose kaufen. Meine geliebte Taillenhose, mit der ich - manche wissen es vielleicht noch - seit einem dreiviertel Jahr täglich stumm gegen die primitive Hüfthose demonstriere, diese tapfere Freundin wird am Po langsam morsch. Zeit, ihr ein sommerliches Pondon zur Seite zu stellen und sie zu entlasten, bevor sie zerfällt.

„Du bis doch so dünn...“, sagt der Verkäufer.

DU (= jung), DÜNN (= dünn) – unter anderen Umständen hätte ich ihn geheiratet. Aber ich stehe gerade vorm Streckspiegel eines szenigen Ladens... in einer Hüftjeans, die so tief geschnitten ist, dass selbst die gewissenhafte Rasur einer sehr weit gefassten Bikinizone dafür nicht reicht. Ja, sooo tief.

„Wenn einer das tragen kann, dann Du.“

Warum? Weil ich mich nicht mit einem Gehirn belaste?

„Hören SIE…“

Schluss mit den Vertraulichkeiten.

„Erstens. Niemand kann Hüfthosen tragen, Heidi K. genauso wenig wie das berühmte Lieschen M.. Es sieht nie gut aus, wenn rückwärtig weiches Fettgewebe über den Hosenbund quillt, und das passiert, das muss passieren, denn auf der Rückseite hat der Mensch den Arsch.“

Der Verkäufer nickt.

„Wenn überhaupt, ist eine Hüfthose von vorne schön. Vorausgesetzt, die Trägerin hat einen Waschbrettbauch mit zwei sauber definierte Beckenknochen, die die Hose links und rechts halten wie zwei Bügelhaken – das haben ja fast alle Frauen.“

Der Verkäufer wirkt verunsichert.

„Und es wundert mich doch sehr, dass auch diese letzte Ästhetik der Hüfthose leichtsinnig aufs Spiel gesetzt wird, weil man riskiert, dass eine farblich nicht abgestimmte Intimfrisur oder ein unglücklich liegendes Rückholbändchen vorne raus lukt und die Optik stört.“ (Okay, das mit dem Bändchen hab ich nicht gesagt... aber ist doch wahr!)

Der Verkäufer ist schockiert.

Ich auch.

Ich finde diese Mode nicht schön.

„Tja“, der Verkäufer fährt sich durch die lässige Frisur, „wir führen nur so tief geschnittene Hosen... wenn Sie (!!!) was anderes suchen... meine Mutter hat sich neulich ein sehr hoch geschnittenes Modell im Versandhaus bestellt!“

Lümmel.

Es ist so traurig. Bin ich denn die Einzige? Hat die Taillenhose gar keine Lobby, keine Stimme? Frustriert schlurfe ich zurück in die Kabine, da kommt mir ein Gedanke... Sollte mein Buch jemals fertig werden, werde ich es meiner Freundin der Taillenhose widmen.

29.06.2007 um 20:22 Uhr

Ganz kurz

von: Lapared

Feierabend. Job beendet. Nicht gerade ruhmreich, aber scheiß auf Ruhm... es ging um die Piepen.

Pooeh, bin ich froh...

Schönen Freitagabend!

29.06.2007 um 12:00 Uhr

Papa Rocks gamzer Stolz

von: Lapared

   Ich hALTE Füßchem doch gamz still, Ehremwort!

 Alles Hamdarbeit. Du kammst bezeugem, CR II 

 Huch, CR II hat gepupst !!!!

 Meim Sohn!

 Ja, Du wirst mal eim gaaaamz Großer...

28.06.2007 um 19:21 Uhr

Rachefantasien

von: Lapared

Ich weiß, ich muss mit meiner Energie haushalten. Ich weiß, ich darf keine weitere Front eröffnen. Ich weiß, ich sollte mich auf Buch, Blog, Job und mein forderndes Liebesleben konzentrieren. Und meinen Vermieter (Herrn P.) einfach gedanklich mit ein paar besonders hässlichen Schimpfworten belegen (P wie Pogesicht). Oder mir ausmalen, wie ihm ein kleines Missgeschick widerfährt. Wie er zum Beispiel eines Nachts in die Notaufnahme kommt und... Das gibt´s doch nicht! Die diensthabenden Ärztin ist Mareike B., seine unvergessene Jugendliebe! Dr. Mareike B., die sich nun also professionell seines Penisses annimmt, der gerade unglücklich in einem Staubsaugerrohr klemmt... und seines Hodens natürlich, denn allein bliebe so ein drolliger kleiner Penis ja nicht mal in einer Kugelschreiberhülle stecken...

Irgendwie so eine Geschichte sollte ich mir einfach ausdenken und dann gut sein lassen... wofür hat man Fantasie.

Stattdessen... rege ich mich auf. Bin ich schon seit Stunden übelst gelaunt. Weil mein Vermieter, das habe ich heute erfahren, nun doch neue Fenster einsetzen lässt. In den Wohnungen über, neben, und unter mir. Nur ich, ich kriege keine neuen Fenster. Zur Strafe, weil ich letzten Winter doch tatsächlich die Miete deshalb mindern wollte. Frau Lpunkt behält die alten Fenster einen weiteren Winter, obwohl es bei weitem die Schäbigsten sind. Frau Lpunkt wird dafür den Heidenkrach mitkriegen, den das machen wird. Über, neben und unter ihr. Und die Krönung: Darauf hat er mich mit einem Zettel, der heute in meinem Postkasten steckte, sogar hingewiesen:

Sehr geehrte Frau Lpunkt,

in der kommenden Woche werden in den Wohnungen Ihrer Nachbarn neue Fenster eingesetzt. Bedauerlicherweise wird es dabei in der Zeit zwischen 7.30 und 16.30 zu Baulärm kommen.

Vielen Dank für Ihr Verständnis
Herr P.


... Die schöne Frau Dr. B. blickte von dem Vergrößerungsglas auf und sah ihrem Patienten fest in die Augen: „Bedaure, diese Nudel ist nicht mehr zu retten..."

HA!

27.06.2007 um 19:56 Uhr

Kömmen diese Füßchem NERVEM???

von: Lapared

Lpunkt sagt, ich soll mal eim Zeit die Füßchem still haltem, somst würde ich nur allen auf die Nervem gehen...

 Mit so herrlich kleime Cornichonfüßchem - niemals!

 Immer guckt sie voller Mitgefühl umd tröstet mich.

 Au Backe, keim gutes Zeichem.

27.06.2007 um 18:21 Uhr

WE vs BRIGITTE

von: Lapared

Mein Augenzucken wurde natürlich auch in privatem Rahmen registriert.

„Du brauchst Bewegung, Süße, Bewegung baut Stress ab, lass uns heute Abend mal schwimmen gehen...“

Na gut. Und weil es gestern Abend ja nicht so richtig sommerlich war, wählen wir das Hallenbad.

Einmal mehr bin ich von dem altbekannten Phänomen fasziniert: Männer, die qualifiziert durch ihre Rennbrille die „Tempobahn“ bevölkern, auf die Frauen sich nur wagen, wenn sie mindestens eine olympische Schwimm-Medaille haben. Diesmal ist WE einer davon. Durchprescht das Wasser wie ein Korken, aber sich in den normalen Schwimmerbereich zu begeben, kommt ihm nicht in den Sinn. Endlich ein ganz normaler Mann an meiner Seite, denke ich zufrieden - und freue mich auf eine halbe Stunde Stressabbau.

Doch dann. Nach fünf Minuten ist WE fertig, fix und fertig, „Lass uns runter in die Sauna gehen“, japst er außer Atem, „Wärme tut Dir sicher gut.“ Also keine Bewegung. Wärme. Auch schön.

Wir also in die Sauna. Herrlich, denke ich gerade, HERRLICH, da höre ich WE schon wieder schnaufen: „Puuuh, ich muss raus…“ Ich nicht. „Süße, übertreib es nicht, zu viel ist auch nicht gut...“ Auf keinen Fall.

Nach zwei Minuten klebt er an der Scheibe. Ich bestehe nicht auf Schweißbildung, ich bin auch schon für warme Füße dankbar, also… raus. „Du brauchst ein bisschen Ruhe“, folglich... weiter in den Ruheraum. Ich schlage die Brigitte auf. „Allzu lange sollten wir aber nicht bleiben, Lchen, Du brauchst Schlaf.“

Ich lege die Brigitte weg. „Schatz“, sage ich total entspannt, „wenn Du heute Abend noch einmal Du brauchst sagst, obwohl Du eigentlich Ich will meinst, dann brauche ich vor allem eins: einen Anwalt spezialisiert auf Straftaten im Affekt.“

„Ich weiß eben, was Dir gut tut“, grinst WE, „Dein Augenzucken ist weg!“

„Erst Bewegung, dann Wärme, dann Ruhe, dann Schlaf… Und ich wette, wenn ich gerade im Bett liege, ist es wieder Bewegung, die mir Deiner Meinung nach fehlt...“

Sein Grinsen wird noch breiter. „Yin und Yang. Manchmal ist gerade der Wechsel heilsam…“

Ich grinse zurück, mein Auge beginnt wieder zu zucken. Und weil ich keine Lust habe auf Diskussionen, sind wir halt heim ins Bett gegangen - Brigitte und ich.

Heute bin ich beschwerdefrei.

P.S. Ein Gruß und ein herzliches Dankeschön an die nette Nachbarin ignazwrobel (auch im Namen von Curd Rock). Ich warte noch auf einen Lösungsvorschlag von Verlagsseite - mal sehen, dann komme ich auf Dein freundliches Angebot vielleicht zurück.

26.06.2007 um 21:19 Uhr

Gemie vor der Mützchemfrage

von: Lapared

Nahc lamge Überlegumg bim ich zu Auffassumg gelamg...

 auch der neue Curd Rock braucht MÜTZCHEM! 

 Nur: Bommel- oder Astromautenmützchem?

Tragem kann er bekammtlich alles...

26.06.2007 um 18:51 Uhr

Scheiß auf lässig

von: Lapared

Der „Freie“ an sich ist ja stets bemüht um Lässigkeit.

Lässig trägt er seine Ideen vor. (Wozu argumentieren? Qualität setzt sich von selber durch.)

Lässig steckt er sie wieder ein, wenn der CD sagt, sie sind Mist. (Die Welt ist noch nicht reif dafür... geben wir ihr Zeit.)

Lässig schlurft er zurück an seinen Platz und wirft weitere Ideen aus. (Er hat´s ja, das Genie schöpft aus dem Vollen).

„Lässigkeit!“ - Punkt 1 im kleinen Freelancer-Knigge. Auch ich habe ihn normalerweise bis in den Büro-Schlaf verinnerlicht.

„Dein Augenlid flackert ja so...!“

Heute im Meeting - beim gelassenen Vortrag meiner völlig für sich selbst sprechenden Ideen - dann dieser peinliche Zwischenruf. Und tatsächlich, mein Auge zuckt. Und die ganze Aura von Genie und Lässigkeit... im Arsch.

„Brauchst nicht nervös sein, hier reißt Dir keiner den Kopf ab.“

Pucki will nett sein und macht alles noch schlimmer. Jetzt bloß nicht „Ich bin nicht nervös sagen...“, denke ich noch und höre mich schrill:

„Ich bin nicht nervös, ich wüsste nur gern, was mit Curd wird!“

Ooops. Betretenes Schweigen.

Bei allem Vertrauen in Curd Rocks Initiative. Bei allem „Das wird schon…“ und „Ruhig Blut…“. Ja, ich bin nervös. Ich denke, Curd braucht ein bisschen Beistand. Jetzt.

25.06.2007 um 18:12 Uhr

Ende offen

von: Lapared

Ich bin wirklich froh, dass Curd Rock schon so selbstständig ist. Während ich selbst tief deprimiert in der Agentur rum sitze, meine träge Gehirnmasse schwergängig in Richtung „Buch ohne Curd“ verschiebe, kämpft der kleine Mann mit allen Tricks. „Auf Fresse fliegem, ist nicht schlimm“, sagt er, „man muss nur aufrappelm umd neu versuchen!“ Scheinbar ist er tief drin ja tatsächlich Amerikaner – umso bedauerlicher, dass sie seinen Traum nicht unterstützen. Jedenfalls... Mützchem ab vor Curd Rock!

Natürlich gibt es auch Stimmen, die sein Ausscheiden aus dem Buchprojekt begrüßen. WE zum Beispiel findet, er hätte das Ganze ohnehin ins „allzu Infantile“ gezogen. Na, die beiden haben sich ja noch nie gemocht. Zum ersten Mal bemerkte Curd in diesem Zusammenhang: „Nist, ich hab ja keimen Mittelfimger!“ Na, wenn er sich selbst erfindet, kann er das zumindest ändern. Positiv denken...

Ich bringe jetzt erstmal diesen Job zu ende, dann muss es irgendwie (und ganz wichtig: einvernehmlich mit dem Verlag) entschieden werden. Curd Rock raus schreiben oder Curd Rock II erfinden? Wir werden sehen.

Auf jeden Fall wartet... viel Arbeit.

25.06.2007 um 16:52 Uhr

Gemie at work...

von: Lapared

 Und gaaamz wichtig...

 Copyright by CURD ROCK, höm...

24.06.2007 um 22:09 Uhr

Erste pre-gemiale Emtwürfe

von: Lapared

Drei Dimge braucht der neue Curd Rock .. .

 eim Hals - damit Kopfweh weiß wo Schluss ist

 ...viiiel Platz für seim gemiales Gehirm.

  umd noch mehr Platz für... MOHREMKÖPFE.

24.06.2007 um 17:58 Uhr

Curd Rock - nimmt es selbst im Hand

von: Lapared

Meim Lebemstraum! Zerstört!

 Von meim eigen Creators!!!

 S C H L U C H Z Z Z Z Z z z zzz zz z...

 Lchem ist ja süß,aber auch keim Held des Widerstands

 Ich will mir selbst gehörem...

 Ich will keim Creation sein! ich bim selbst Creator!

 Curd Rock wird sich selbst neu erfimden! JAAA...

23.06.2007 um 21:59 Uhr

Tragödie um Curd Rock - die Hintergründe

von: Lapared

Ja, ich weiß auch nicht, was man da noch machen kann...

Der Mann, der hier in Deutschland für den Uglydolls-Vertrieb zuständig ist, hat sich bei den amerikanischen Herstellern stark gemacht für Curd. Er hat ihnen geschrieben, ich habe ihnen geschrieben, Curd Rock höchstpersönlich hat ihnen geschrieben und sogar Fotos von sich geschickt... man denkt ja, Menschen, die solche Geschöpfchen ersinnen, müssten – bei allem berechtigten Interesse am Markenschutz - irgendwo noch empfänglich sein für Curds Charme und seine großen flehentlichen Blicke.

Fehlanzeige. An die kommt man gar nicht ran. Alle Anfragen in dieser Sache segelten sofort auf den Schreibtisch der zuständigen Anwälte, die natürlich gehalten sind, die Bild- und Musterrechte ausnahmslos zu schützen. In der Begründung des übrigens keineswegs unfreundlichen Schreibens heißt es: „The creators of Uglydolls own the images of all Uglydolls." Also eigentlich auch die von Curd Rock. "To protect the Uglydolls´ images the creators use them only for their own books...“ Das ist ihr gutes Recht. „...We hope you will understand how important it is for the creators to protect their creations.“ Ja, verstehe ich.

Im Grunde – der Gedanke hat mein dösendes Gehirn erhellt wie ein Feuerwerkskörper die Neujahrsnacht – im Grunde muss ich noch sehr, sehr froh sein, dass man mir nicht untersagt oder mich gar postum dafür belangt, dass ich die Fotos ins Netz gestellt habe. Und dass Curd nicht verboten wird, öffentlich Mütze zu tragen und sich intellektuell zu entfalten - immerhin schlägt er als historisches Universalgenie deutlich aus der flachstirnigen Art seines Urvater „Jeero“, den die Hersteller selbst als "den Ahnungslosen“ vermarkten.

Also, es ist dünnstes juristisches Eis, auf dem Curd und ich hier wandeln... sie hätten mir auch noch ganz anders kommen können. Und der kostenlose Werbeeffekt, auf den ich selbst so große, naive Hoffnungen gesetzt hatte... Ich fürchte, ein Zwergenmärktchen wie Germany ist denen nicht so wirklich wichtig.

Womit vieles erklärt aber nichts gelöst ist. Denn Curd Rock wird das alles nicht verstehen. (Und wie, wie, wie soll ich es ihm überhaupt sagen?) Das einzige, was ihn vielleicht ein kleines bisschen trösten wird, ist die grenzenlose Empörung seiner Milliömchen...

23.06.2007 um 17:11 Uhr

Curd Rock umd die Schuhchemfrage

von: Lapared

Hach, umd jetzt noch das Allersschwierigste: die Schühchemffrage...

  Was ich nicht verstehe...

 warum hilft Lpumkt mir eigemtlcih nicht???

 Vielleicht ist sie neidisch...

 Weil ich eim weltberühnter Star werde, höm...

 Ich werde auf eim eigemen Stylisten bestehem!

22.06.2007 um 20:19 Uhr

Große kleine Katastrophe

von: Lapared

Es ist eine Katastrophe. Eine kleine Katastrophe. Nein, eigentlich eine große... eine Welt wird zusammenbrechen. Ein Traum sterben. Der Traum des großen, kleinen Curd Rock.

Während er immer noch weiter nach der perfekten Garderobe, dem richtigen Gesichtsausdruck für sein Cover-Shooting sucht, habe ich ein Mail bekommen. Von seinen Herstellern aus Amerika. Curd Rock darf nicht mit aufs Cover. Curd Rock darf nicht mal mit ins Buch.

Ich weiß noch nicht, wie ich ihm das sagen soll.

(Und ich selbst bin auch einigermaßen aus dem Konzept...)

21.06.2007 um 13:51 Uhr

Curd Rocks weibliche Seite

von: Lapared

Eigemtlich ist egal, was ich trage, falls ich auf Coverchem darf...

 ...ich sehe immer famtastsich aus.

 bloooß... womit am allerfamtastischtem?

STUMDEN SPÄTER

 ...

 ...

 Ich hab NICHTS anzuziehen!

21.06.2007 um 12:43 Uhr

Jesus lebt

von: Lapared

Ach, ich glaube, das muss ich alles gar nicht erzählen. Es war eine dieser typischen Diskussionen, in denen dann irgendwann der Satz fällt: Es ist ja nicht nur das...

Es stellte sich dann heraus, dass ich überhaupt ein sehr egoistischer Mensch bin. Ein Mensch, der sich viel zu ernst nimmt und zu wenig Zeit für Andere hat (Andere = WE & WEs zukünftige Kinder).

Von da aus ging es im Sauseschritt weiter zu einer kleinen Mann/Frau-Grundsatz-Debatte (die schließlich ratlos an einem Kuriosum strandete: Viel beschäftigte Männer nehmen ihre Arbeit ernst, viel beschäftige Frauen nehmen sich ernst.)

Dann kam natürlich Curd Rock ins Visier (Genie, Schriftsteller, Kümstler... und seit gestern „dämliche Puppe, die zeigt, wie infantil, selbstbezogen und kontrollsüchtig du bist.“)

Und nach einem kleinen Schlenker zu der interessanten Fragestellung: Wandelt Jesus wieder unter uns? In Gestalt eines selbstlosen, von nichts als Nächstenliebe erfüllten Mannes namens WE, der - obwohl er wegen seiner universalen Begabung genauso auch Rockstar, Börsenmillionär oder Skisprungweltmeister hätte werden können – täglich mit gestörten Kinderchen musiziert? Also, nachdem auch dies umfassend erörtert war...

... landeten wir schließlich im Bett. Was für ein Klischee. Aber besser Klischee als schon wieder Single. Und immerhin fragte WE danach etwas besorgt:

„Du nimmst doch noch die Pille?… Ich fände es nämlich echt ein bisschen früh für Kinder."

20.06.2007 um 20:20 Uhr

Schlach vorn Kopp

von: Lapared

Der Sinn von Migräne ist (meine Meinung), dass sie die weit überschätzte Bedeutsamkeit von Knöllchen relativiert. Oder von verfärbter Wäsche… Cellulitis… zwischenmenschlichen Meinungsverschiedenheiten… Kurzum: dass sie jeglichen anderen Sorgen die Erheblichkeit nimmt.

Und jedes Mal, wenn der Schmerz dann plötzlich weg ist, erfasste mich eine derartige Leichtigkeit, eine Lebenslust und Liebe zum kompletten Menschengeschlecht (das immerhin so fabelhafte Dinge wie Migränemittel hervorgebracht hat), dass ich niemandem für nichts böse sein kann.

Es tut mir leid...

... maile ich WE also in meiner postmigränigen Friedfertigkeit. Und er mailt zurück:

WAS?

Immer noch postmigränig milde gestimmt, bin ich geneigt, die Frage in diesem Sinne zu interpretieren: "WAS soll Dir denn leid tun, Du hast doch gar nichts Schlimmes gemacht!" Und nicht, wie immerhin auch denkbar, im Sinne von: "WAS genau? Beschreibe Deine Missetat im Detail, klage Dich ausführlichst an!"
Ich schreibe also zurück:

Dass ich so aggressiv geworden bin.

Damit liegt man nie verkehrt. Und er:

Du musst Dich nicht entschuldigen, dass Du Dich nicht auf mich einlassen kannst. Du solltest lieber überlegen, die Konsequenzen zu ziehen.

Ich spüre, wie die Liebe zum Menschengeschlecht mir wie heiße Luft entweicht:

Verlangst Du nicht etwas viel nach so kurzer Zeit?

Darauf er:

Man fühlt es oder nicht.

Und ich, für mehr zu schlapp:

Quatsch.


Aber ich schicke die Antwort nicht ab.

Ich denke, ich werde „Mr. Man fühlt es oder nicht“ gleich mal einen kleinen Besuch abstatten. Und versuchen, ihn für den Gedanken zu sensibilisieren, dass Verliebtheit und Vertrauen keine Synchronschwimmer sind. Ich hoffe, er hört mir zu. Ich hoffe, es wird wieder gut. Wann erfindet die Menschheit endlich ein Mittel gegen Liebeskummer... Hach.

20.06.2007 um 12:35 Uhr

Weitere 1000 Gesichter des Curd Rock

von: Lapared

Oder vielleicht mit amdere Mützcchem? Nochmal...

  visiomär oder drollig?

  verträunt oder aufgeweckt?

  seriös oder crazy?

  cool oder saucool???

19.06.2007 um 19:23 Uhr

Liebesbeweis

von: Lapared

„Jessi sagt, Du wolltest keine Kinder mehr?“

Die Geschichte war noch nicht zuende.

„Ach ja?“

Sie ging noch die ganze Rückfahrt weiter.

„Und… stimmt das oder hat Jessi sich das ausgedacht?“ - „Na ja… Sie hat erzählt, dass Du einen Stall voll willst, und da habe ich gesagt, dass ich für einen Stall zu alt bin.“ – „Jessi hat gesagt, Du hättest gesagt, für Kinder soll ich mir eine andere suchen?“ – „Ich habe nicht gesagt, dass Du das sollst, ich habe gesagt, dass ich Dich nicht hindern werde, wenn Du das möchtest.“ – „Jessi hat gesagt...“ – „Kannst Du BITTE aufhören, Deine Sätze mit Jessi hat gesagt zu beginnen!!? Jessi sagt offensichtlich sehr viel. Frag mich doch einfach, was DU wissen willst, WE!“ – „Okay. Willst Du noch Kinder?“ – „Das kommt drauf an.“ – „Worauf?“ – „Ob ich in den nächsten zwei, drei Jahren das Gefühl habe, mit einem Mann zusammen zu sein, mit dem ich eine Familie haben möchte.“ – „Und kannst Du Dir vorstellen, dass Du dieses Gefühl vielleicht bei mir haben könntest?“ – „Ich kann mir vieles vorstellen, WE, ich habe jede Menge Fantasie, aber ich habe auch ein Gehirn. Warum? Willst Du nach kaum zwei Monaten eine Familie mit mir gründen?“ – „Du klingst nicht sehr verliebt.“ – „Ach ja?! Was klänge denn verliebt? Wenn ich sagen würde, los WE, mach mir ein Kind? Das wäre kein Liebesbeweis, WE, das wäre ein Schwachsinnsnachweis.“ – „Ja, es wäre unvernünftig. Wenn man verliebt ist, ist man ein bisschen unvernünftig.“ – „Ein bisschen, ja. Und ehrlich gesagt ist es für mein hochgradig reflektierte und vom Verstand geleitete Persönlichkeit schon Unvernunft genug, überhaupt mit einem viel, viel jüngeren Mann zusammen zu sein! Mein Kopf sagt mir jeden Tag, dass das hier alles keine Zukunft hat! Meine Alarmsysteme melden höchste Gefahrenstufe, dass da die nächste fette Packung Scheiße auf mich zurollt! Und wider all diese Warnungen sitze ich hier neben Dir im Auto, WE! Statt auszuschlafen oder am Buch zu arbeiten oder mein Blog zu schreiben, besuche ich am Wochenende Deine dämliche Kuh von Schwester, die mich nicht leiden kann, weil ich nicht mehr zur Gebärmaschine tauge! WE, ganz ehrlich, ist finde, ich muss Dir meine Verliebtheit nicht beweisen, ich finde, das ist Liebesbeweis genug!“

Und nach dieser kleinen beherzten Anprache verfielen sowohl Lapared als auch WE in ein langes, tiefes Schweigen, das bis zum heutigen Tage nicht gebrochen wurde...