Anleitung zum Entlieben

12.06.2007 um 18:42 Uhr

Zwei Jahre!

von: Lapared

Aber, keine Angst, ich hab´s nicht so mit Zurückblicken und Bilanzziehen nach Termin.

Was außerdem viel interessanter ist: wie´s weiter geht. In Herzensfragen (sowieso), aber auch ganz profan finanziell. Heute in der Mittagspause habe ich mir jedenfalls schon mal eine andere Wohnung angesehen. Direkt gegenüber, kleiner, billiger und wenn die Renovierungen dort fertig sind vermutlich mit dichten Fenstern. Einer der tüchtigen Handwerker hatte mich freundlicherweise zu einer Preview eingeladen, von ihm erfuhr ich, dass das Noch-Loch aber werdende „Schmuckstück“ einer Wohngenossenschaft gehört, der ich nicht angehöre. (Ich erfuhr außerdem, dass er im September geschieden wird, 61 aber mit etwas Geduld noch potent ist, und eine gesunde Frau etwa meines Alters sucht, die mit ihm in sein großes, gut isoliertes Haus in Serbien zieht.) Mist.

„Nun warte doch mal ab, vielleicht kannst Dir demnächst ja auch eine Villa in Blankenese leisten“ , sagt WE. „Schatz“, lächle ich, gerührt von seinem jugendlichen Optimismus, „der Geldsegen, sollte es ihn je geben, kommt ehestens im Frühjahr, vor der nächsten Heizsaison muss ich hier raus.“ – „Kannst Du ja, Du kündigst oder besser Du vermietest unter und kommst erstmal zu mir...“ – „???“ - „...Und wenn das Buch raus ist und Du ein bisschen überschaust, wie es finanziell weitergeht, suchst Du Dir was.“ – „WE“, stottere ich verlegen, „das ist... sehr lieb, das ist wirklich... sehr lieb, aber ist das nicht etwas... ich meine, wie lange kennen wir uns... und ich... Du... also, vor zwei Tagen hast Du noch gesagt...“ - „...dass ich verliebt in Dich bin und mit Dir zusammen sein will“, führt WE den Satz zu Ende, er weiß, dass seine irgendwie geliebte Ex in mir rumort, er grinst: „... und ich stelle es mir ganz besonders angenehm vor, mit Dir zu überwintern.“ – „Puuuh, das ist... Das ist ein sehr verlockendes Angebot, ich denk drüber nach.“ – „Aber wenn ich abends nach hause komme, steht das Essen auf dem Tisch.“

Ich denk drüber nach, haben Sie´s gelesen, Ich denk drüber nach. Sagt die Frau, die noch vor anderthalb Jahren Erstickungsnot bekam, wenn menschliches Leben ihr länger als 2 Minuten räumlich auf die Pelle rückte, erinnern Sie sich? Die Spekulationen anstellte, ob die „1 Hausbesuch pro Woche-Beziehung“, die sie vor zwei Jahren wortreich bejammert hatte, nicht eigentlich goldrichtig für ihre gesellige Persönlichkeit war. Ich meine...

Selbst wenn ich in Zukunft auf kleinerem Fuße leben muss, ist es doch ein immerhin ein Fortschritt (und praktisch von Vorteil), dass auch die überdimensionalen Füße, auf die ich mir wohnungsbezogen so schnell getreten fühlte, ein bisschen – nein enorm! - zu schrumpfen scheinen. Na, so was, nun war´s doch eine kleine Bilanz.

P.S. Die Fortsetzung von „Shortbus“ fand ich übrigens nicht so dolle...