Anleitung zum Entlieben

08.07.2007 um 14:02 Uhr

Kümstler umter sich

von: Lapared

Mein Opa ist ja auch Kümstler. Wie ich. Imsofern simd wir nicht nur nomal verwamdt...

 somdern seelemverwamdt. Er liebt mich als Curd...

 ...und respektiert mich als Kollegem.

 Ich darf im seim Hemd... DER RITTERSCHLAG ! ! !

07.07.2007 um 15:22 Uhr

Curd DSCHUMGELMAN Rock

von: Lapared

Hach, dieser Dschumgel, dieser DSCHUMGEL!

 Überall Schlimgpflamzem...

 Milliömchen???

 Platz da Pflämzchen! ich hab eim Missiom!

 MILLIÖMCHEM?????

 Ah, da simd sie... Schöme Grüße aus Gewächshaus!

06.07.2007 um 12:32 Uhr

Wo steckt Dragan?

von: Lapared

Es ist ja immer schön, wenn man mit einem Psychologen zusammen ist. Diese Sensibilität, diese Empathie… Man fühlt sich so verstanden. Man spürt, man wird gesehen. Man weiß, man wird wahrgenommen. Ja.

Gestern Abend zum Beispiel. Ich rief an, um WE zu sagen, dass ich am Wochenende zu meinem Eltern fahre. Allein, weil es eine Art Familienkonferenz sein wird, leider...

Und plötzlich sagte WE, dass er Symptome einer Borderline-Persönlichkeit an mir wahrnimmt: Emotionale Instabilität. Angst vor Verlassenwerden wechselnd mit Angst vor Nähe. Schwanken zwischen Verschmelzungssehnsucht und zum Teil aggressiver Abgrenzung...

„Wow!“ sage ich, „Schatz! Da hat einer wohl ein bisschen zu tief ins Diagnostikhandbuch geschaut, hm? Schwanken zwischen Verschmelzungssehnsucht und aggressiver Abgrenzung... beschreibt das nicht in etwas extremerer Form die von mir vertretene Auffassung, dass man nicht ständig vögeln muss? Dass man trotz Beziehung auch mal für sich sein darf? Ich weiß, dass Du tendentiell anderer Meinung bist, aber musst Du mir deshalb gleich eine Störung anhängen?“

Er bleibt dabei. Was er wahrnimmt, ist wahr. Zumindest für ihn. Ich werde ein wenig bissig:

„Schatz, ich pathologisiere Dein Verhalten ja auch nicht. Dein ständiger Wunsch zu Rammeln. Deine schwarze Kleidung. Deine Oden an die Vergänglichkeit. Und Du weißt, dass ich das sehr wohl könnte, wenn ich wollte. Vergiss nicht, ich bin auch vom Fach, ja-ha!“

„Mach doch!“ sagt er und grinst. „Gerne! Im Gegensatz zu Dir, werde ich es mir offen und interessiert anhören. Ich werde die Möglichkeit, dass Du Recht hast, keineswegs ausschließen. Und durch meine Gelassenheit beweisen, dass Du Unrecht hast.“

ARRRRRRRRHHHHHHHGGGGG...

Dragan. Wo ist Dragan? DRAAAGAN? Im Vergleich zu einer Beziehung mit einem Psychologen erscheint mir die Möglichkeit einer Ehe mit einem serbischen Maurer und Bienenzücher in einem ganz anderen Licht.

05.07.2007 um 16:54 Uhr

So kannisch net arbeite

von: Lapared

Heute habe ich mich zum konzentrierten Schaffen in WEs Wohnung zurückgezogen.

Die Handwerker scheinen die Fenster meiner Nachbarn nicht einzusetzen sondern reinzubomben. Meine Ohropax Komfortohrstöpsel wurden von den Schallwellen fast in die Nasennebenhöhlen gepresst. So kannisch net arbeite, beschloss ich heute Morgen, und nun sitze ich also bei WE. Herrlich, diese Ruhe hier...

Es ist nicht so, dass ich zum ersten Mal allein in seiner Wohnung wäre. Und die Möglichkeit hätte, ein bisschen – na, sagen wir mal – „rum zu stöbern“. Aber es ist das erste Mal, dass Stöbern sich wunderbar als Vermeidungsverhalten anbieten würde. Ich kann schließlich in einer fremden Wohnung nicht die Blumen umtopfen. Oder Wäsche bügeln. Oder die Fenster putzen… All diese Dinge, die man zuhause tut, sobald Arbeit ruft. Und WEs Kühlschrank abtauen? Ein echter Einbruch in seine Intimsphäre, wenn Sie mich fragen...

Dahingegen mal ganz vorsichtig in seine Schreibtischschublade linsen...? Einen winzig kleinen Blick in seinen Kleiderschrank werfen…? Oder in diesen komischen Karton da hinten...? Ich meine, ich bin schließlich ein gebranntes Kind. Hätte ich bei Dick nur ein einziges Mal einen Spalt breit den Kleiderschrank geöffnet, wären mir die BHs seiner Frau entgegengepurzelt. Was mir alles erspart geblieben wäre! Nach meinen traumatischen Erfahrungen kann mir niemand ein wenig Neugier übel nehmen… Und ob in dem Geigenkasten wirklich eine Geige ist? Er spielt doch gar nicht Geige…???

So kannisch net arbeite, fürchte ich. So auch nicht. Zu viele neue, hochinteressante Ablenkungsmöglichkeiten. Zu viele Unruhe stiftende Gedanken. Aber die Handwerker haben sicher bald Feierabend. Ich geh einfach wieder nach Hause...

05.07.2007 um 10:43 Uhr

Philophiestumde

von: Lapared

Manchmal, meim lieber CR II, kann es natrülich passierem...

 ...dass man durch seim Freunde...

 ... relativ stark verämdert wird.

 Aber Verämderumg ist ja nichts Schlechtes.

 Das Lebem besteht aus Verämderung!

 Verämderung ist GUT!!!

04.07.2007 um 21:21 Uhr

Wo steckt Jarek?

von: Lapared

Habe ich eigentlich je von Jarek erzählt? Guter Mann, sehr guter Mann. Pole, Exfremdenlegionär, was er von Beruf war, weiß ich nicht genau. Bei mir war er vor vielen Jahren im Rahmen einer Altbaurenovierung handwerklich tätig, aber das war – da bin ich sicher – nur eine Facette dieses umtriebigen, durch alte Legions-Kontakte weltweit vernetzten Multitalents.

Ganz egal, was irgendjemand brauchte - Gardinenstoffe, Langlaufskier, Plutonium - Jarek konnte es beschaffen. Jarek erledigte alles, ALLES! Und für mich... besonders engagiert. Ich frage mich z.B. heute noch, was meinen Vermieter damals zu dem Sinneswandel bezüglich der Kostenübernahme für die Schwammsanierung trieb. Doch bei allem, was Jarek jemals für mich regelte, er wurde nie privat. Nie aufdringlich. Jarek war ein echter Gentleman - soweit es mich betraf.

Wie komme ich drauf... Dragan, der Handwerker von gegenüber. Dragan erinnert mich an ihn. Egal, was man sucht, egal, wen man braucht, Dragan hat jemanden an der Hand. Heute zum Beispiel treffe ich ihn bei Penny, wir stehen in der Schlange, er erzählt von seinen Bienen, von Serbien, seiner Tochter… ich von Curd. Curd, der - wenn er ins Buch will - sein Äußeres verändern muss.

Gleich nennt Dragan mit zwei Landsleute, Schneidermeister, die die „plastische Chirurgie“ günstig übernehmen. Und erneuert bei der Gelegenheit auch gleich sein unlängst vorgetragenes Eheangebot. Ich lehne ab, die Ehe, die Schneider, irgendwie scheint mir das klüger. Doch auf dem Rückweg denke ich plötzlich... Wo steckt eigentlich Jarek?

04.07.2007 um 11:10 Uhr

Lehrstumde für CR II

von: Lapared

Pass gut auf, CR II...

 Das... simd unsere FEIMDE!

 Und das... simd unsere FREUMDE!

 Freumde sind gut.

 Freumde kann man nie genug haben!

 Sag: Hallo Freumde!

 HUCH! Ich glaube, sie mögem Dich, CR II!

03.07.2007 um 11:20 Uhr

Ex-Macker

von: Lapared

WE hatte keine Lust mir vorzulesen. „Da geht´s doch um Deine Ex-Macker?“

Ex-Macker, so drückt er sich sonst nie aus.

- „Nun ja, aber das ist doch ewig her…“
- „Zwei Jahre, dachte ich?“

Wie kleinlich er sein kann.

- „Formal ja, aber gefühlt viiiieel länger, Schatz. Eine Ewigkeit.“
- „Du schreibst ein ganzes Buch drüber, aber Du willst mir einreden, dass es total weit von Dir weg ist?“

Hätte ich doch bloß nicht gefragt.

- „Ja, das ist es. Weit weg. Keine Ahnung… vielleicht, weil ich darüber schreibe. Und durch die Weise, wie ich darüber schreibe, die kennst Du ja gar nicht, Schatz...“
- „Muss ich? Ich interessiere mich für Dich, nicht für das was Du tust.“

Ich bin, was ich tue, mein junger Freund. Wie jeder, der einigermaßen frei von Not und Zwängen leben darf, bis zu einem gewissen Grad.

- „Nein, musst Du nicht. Natürlich nicht. Ich versteh Dich... Du denkst vielleicht, ich schreib so Rosi Pilcher Romantik, hihi… oder diese Eiswürfelsex-Hausfrauenerotik, oh Gott… Aber wenn ich Dich überreden könnte, vielleicht mal das eine oder andere Bonmot meines Schaffens in den erlesenen Stapel Deiner Klolektüre aufzunehmen, wüsstest Du, dass ich auf dem Papier ziemlich viel Ironie gegenüber Lust und Leid der Liebe entfalte, ja, ja.“
- „Und warum sollte ich das wissen wollen, Liebes? Damit ich mir vorstellen kann, wie Du nächstes oder übernächstes Jahr oder vielleicht auch schon jetzt über uns schreibst?“

Oha. OHA… Zeit einzulenken. Er liest nichts von mir, auch nicht mein Blog, und die Vergangenheit sollte mich gelehrt haben, dies als ganz großen Vorteil zu schätzen.

- „Entschuldige. Du hast Recht. Das war wirklich unsensibel von mir.“
- „Ja.“

Mehr? Na gut...

- „Ich kann verstehen, dass Du nicht lesen willst, wie ich über frühere Beziehungen schreibe. Das ist wirklich eine heikle Sache. Unsensibel von mir, wirklich unsensibel. Tut mir leid, Schatz.“
- „Ich liebe Dich, kapierst Du das? Und zwar so, wie ich Dich kenne. ICH Dich. Mir ist egal, welche Qualitäten Du auf dem Papier entwickelst. Das interessiert mich nicht. Das will ich nicht wissen.“

Ja, ich denke, das haben wir nun verstanden. Hol Dir ein Bier, stell den Fernseher an, genieß meine wirklichen Qualitäten (angefangen mit meinen 1a Schnittchen)… und gut.

- „Ist gut, Schatz. Ist gut, wie gesagt, ich entschuldige mich. Ich dachte, es wäre vielleicht… weißt Du, es ist… dieses Buch beschäftigt mich, es ist meine Welt, ich wollte Dich nicht ausgrenzen, das war eigentlich meine Art, Dir zu zeigen, dass… dass ich… aber lass mal, schon gut.“
- „Sag mal, hast Du noch irgendwo Schnuckerkram? Wo sind eigentlich die Mohrenköpfe, ich hatte Dir doch zwei Packungen Mohrenköpfe mitgebracht...?“

Tja, die Mohrenköpfe, die Mohrenköpfe… das ist eine lange Geschichte. Alles fing damit an, dass ich mich nicht getraut habe zu lesen, was ich bisher geschrieben habe, weil… und dann… Aber ich denke, das willst Du alles gar nicht wissen.

"Gegessen."

02.07.2007 um 19:32 Uhr

Schwerer Anfang

von: Lapared

Alles schmeckt nach Abschied, denke ich. Worte nicht von mir, sondern von Brigitte Reimann, deren Tagebücher zu dem Wenigen gehören, was ich je gelesen habe. Wahrscheinlich, weil ich sie nicht wirklich lesen musste, sondern vorgelesen bekam - von Jutta Hoffman. In einer wunderbaren Hörbuchfassung, die mir übrigens auch „den Ossi“, ein für mich bis dahin unbekanntes und in meiner Vorstellung stets sächselndes Wesen, vor ein paar Jahren menschlich nahe brachte.

Ich zitiere also gedanklich Brigitte Reimann, die übrigens nicht nur Tagebücher sondern auch Erzählungen und einen Roman geschrieben hat. Einen Roman, bei dem sie sich sehr viel Mühe gab, so viel, dass sie ihn in der wenigen Zeit, die sie hatte (sie starb mit 39), nicht beenden konnte. Bekannt (zumindest im wiedervereinigten Deutschland) wurden am Ende die Tagebücher, die sie zu Lebzeiten nebenbei so schrieb. Ohne allzu großen Anspruch, täglich, unangestrengt – wie komme ich eigentlich darauf?

Alles schmeckt nach Abschied, denke ich noch immer, als ich mir auch den letzten der 12 Mohrenköpfe einverleibe. Ein kleiner, freilich hochkalorischer Trick, durch den ich mir die Lektüre meiner eigenen mühevollen Romanseiten versüßen wollte. Mein Blick wandert zu Curd. Und plötzlich möchte ich alles, was ich bisher geschrieben habe, in die Tonne treten - soviel zum Abschied, hach.

Später hole ich mir eine Portion Pommes und schreibe einfach weiter, einfach weiter - schon geht´s mir besser. Vielleicht liegt´s ja daran, denke ich: Du liebst schreiben, Lpunkt, schreiben! Aber Du liest eben nicht gern.

Heute Abend, wenn WEchen wieder da ist, werde ich mir die ersten Seiten von ihm noch mal vorlesen lassen, so wird´s gemacht. Wahrscheinlich werde ich mich beim Zuhören köstlich amüsieren. Ja, bestimmt.

02.07.2007 um 16:09 Uhr

Die Hamd des Schreckems

von: Lapared

Dieses emgelsgleiche umd doch hochimtelligemte Gesicht...

 ...diese emtzückende kleine Füßchen...

 WAS? Wieso guckt sie wieder so MITLEIDIG?

 Oh neim! Schom wieder: Die Hamd des Schreckems!

 CR II, lass Dir niieee eimreden Du wärst nicht schön.

01.07.2007 um 21:59 Uhr

Ein Tag

von: Lapared

WE sagt, wo andere einen Schweinehund hätten, hätte ich einen Feldwebel. Aber während andere sich wenigstens bemühen würden, ihren Schweinehund zu besiegen, hätte ich nicht mal den Vorsatz, meinen inneren Feldwebel in die Knie zu zwingen. Hmpf.

Nur, weil ich die Post der letzten vier Wochen heute mal durchsehen wollte. („Am Sonntag?“) Um mich Montag mit freiem Kopf an das groooße B-Projekt zu setzen. („Warum nicht mit freiem Kopf am Dienstag?) Montag ist so ein schöner Tag, um groooße B-Projekte wieder aufzunehmen. („Und Sonntag ist ein schöner Tag, um im Bett zu liegen!") Erzähl das mal einem Feldwebel. („Auf einen Tag kommt´s doch nicht an.“)

Auf einen Tag kommt´s doch nicht an. Ein Satz, der Visionen in mir heraufbeschwört. Lpunkt in der Nacht vor der Manuskriptabgabe. Lpunkt morgens um Vier, zitternde Finger, zwei Zigaretten in jedem Mundwinkel, Augenringe wie Winterreifen... und noch 100 Seiten zu korrigieren. Lpunkt, die schluchzt: „Ein Tag, mir fehlt genau ein verfluchter Tag!“ Ich sehe es vor mir, genau so wird es kommen.

„Ach Schatz“, sagt WE, „natürlich wird es so kommen, so kommt es doch immer. Egal wieviel Zeit Du hattest, egal, wann Du Dich dran gesetzt hast, am Ende fehlt er Dir immer, dieser eine verfluchte Tag.“ – „Hm.“ – „Das gehört dazu, das ist Teil der Geschichte. Hast Du mal von jemandem gehört, der in der Nacht vorm Abgabetermin auf der Couch lag und Seinfeld guckte?“ – „Seinfeld?“ – „Außerdem, die Post liegt morgen auch noch da… ich nicht, ich muss um sechs Uhr raus.“ (Gurrrrr) „Ich finde… Sonntag ist ein herrlicher Tag um Seinfeld zu gucken… am besten im Bett.“ (Gurrrrr zurück)

Kurzum. Seinfeld schlug Feldwebel – WE rückte nach. Das war der Tag. Und hätte ich ihn nicht gehabt, würde er mir sicher irgendwann irgendwo irgendwiefehlen. Jawoll.

01.07.2007 um 09:10 Uhr

Des eimen Couch, des amderen Copyright

von: Lapared

Niemand weiß, was aus armen kleinem Curd Rock wird. Aber...

 Dies meim Sohn...

 wird eimes Tages...

 DIR gehörem.

 Umd ich...

 besitze dafür COPYRIGHT!