Anleitung zum Entlieben

30.09.2007 um 16:17 Uhr

Liebe auf den ersten Blick

von: Lapared

Liebe auf den Blick. Für viele nur ein Mythos. Eine romantische Erfindung. So lange, bis es ihnen selbst passiert.

Mir ist es gestern passiert. Besser gesagt, ich wurde Zeuge. Ich durfte mit ansehen, wie sich zwei Menschen trafen, in die Augen sahen, die ersten Worte wechselten und den Rest des Abends nicht mehr von einander lassen konnten. Schön. Und das Beste: Ich kannte die beiden sogar, der eine war WE. Und der andere 119. Ja, Liebe auf den ersten Blick gibt es natürlich auch unter Männern.

Es war auf einem Konzert. WE liebt ja Konzerte. Und 119 ist auch so ein Freund der Musik. Insofern war es eigentlich nur eine Frage der Zeit. Und gestern Abend war es dann so weit: Da stehen wir plötzlich, wir drei: WE, 119 und Lchen auf derselben Musikveranstaltung.

Ich weiß, was sich gehört, ich stelle die beiden einander vor. WE, das ist 119. 119, das ist WE. Und WE nach einem kurzem verdatterten Moment zu 119: „Dann bist Du also der Kerl, der an an dem ganzen Elend schuld ist?!“ – 119: „Woran?“ – WE: „Na, diese Sache jetzt mit dem Buch, wegen Dir hat sie doch mit der Schreiberei angefangen!“ – 119: „Ja, genau. Und wenn das Buch ein Erfolg wird, wovon ich ausgehe, wenn ich darin vorkomme, möchte ich großzügig beteiligt werden!“ Prösterchen.

Die folgenden zwei Stunden unterhielten sich die beiden prächtig. Sie einigten sich schnell darauf, dass 40 Prozent der Einnahmen an 119 fallen müssten, denn er war der entscheidende Auflöser („Und Curd Rock hat sie auch von mir! Ohne ihn hätte doch keiner das Blog gelesen!). Also gut, 45 Prozent. Und für WE ebenfalls 45 Prozent. Denn er begleitet mich ja durch die schreckliche Zeit des Schreibens. Er hört sich jeden Tag mein Gejammer an. Er baut mich auf. Er massiert mir den Nacken. Ohne seine moralische Unterstützung würde es das Buch ja niemals geben. Also jeder 45 Prozent. Abgemacht. Wieder Prösterchen.

Kurze Uneinigkeit bestand nur darüber, ob vielleicht auch noch andere Männer beteiligt werden sollten, die das Werk mit inspiriert hätten. Aber nachdem festgestellt war, dass die Holländer mit dem großen Rudi Carrell eigentlich ihren sympathischten Vertreter verloren hätten, einigte die beiden sich schnell, dass der Rest voll an Lchen fallen sollte, die ganzen 10 Prozent.

So was. Und früher haben sie sich duelliert...

26.09.2007 um 16:36 Uhr

Curd Rock - die Känpfernatur

von: Lapared

Hat da jemand nach mir gefragt?

Ich arbeite weiter an meim Typverämderung! Jetzt noch eim Nasen-OP umd ich darf bestimmt im Buch!

25.09.2007 um 22:06 Uhr

Aufregende Woche gestrichen

von: Lapared

Stimmt, hier stand mal ein anderer Eintrag.

Aber dann hat ein freundlicher Leser nicht ganz unberechtigt kommentiert, es sie kein aufregender Text. Und da habe ich ihn natürlich umgehend gelöscht. Womit zumindest erzählt wäre, dass Lpunkt sich gerade nicht in einer jener vor Selbstvertrauen schäumenden Phasen befindet (s.u.).

Nicht mal mehr Blogschreiben kann ich... Hach.

(Den Kommentar, dass dieser Beitrag auch nicht aufregend ist, möge jener freundliche Leser sich bitte verkneifen. Danke.)

16.09.2007 um 13:12 Uhr

Geständnisse eines Tiefstaplers

von: Lapared

Wie so viele Menschen, die nicht das allergrößte Ego haben, werde auch ich nicht immer nur von Selbstzweifeln geplagt.

In die ständige Angst vorm Versagen und das ewige Zweifeln an meinen Fähigkeiten mischen sich regelmäßig auch kürzere Anflüge von Größenwahn. Das ist nicht so sympathisch, deshalb erzähle ich normalerweise nichts darüber, aber ich gebe es zu... es ist einfach so. Jetzt ist es raus.

Gestern Abend, als WE und ich nebeneinander vorm Spiegel standen und die Zähne putzten, war es wieder mal so weit. Ich unterbrach mein Putzen und sagte ganz versonnen: "Schatz, angenommen das Buch wird ein Erfolg und ich muss ins Fernsehen, was weiß ich zu Harald Schmidt oder zu Gottschalk oder vielleicht sogar zu dem schönen Giovanni di Lorenzo, meinst Du, ich sollte mir dann die Zähne bleechen?"

Ich hatte Schaum vor dem Mund.

WE unterbrach ebenfalls sein Putzen. Und er sagte: „Lchen, wenn Du zu Harald Schmidt musst, fahren wir vorher nach Los Angeles. Und da gehen wir zu einem tollen Promi-Zahnarzt. Und ich spendiere Dir 32 strahlend weiße Jacketkronen.“

Ich sah ihn an. Er grinste. Und irgendwie war der Anfall dann auch schon wieder vorbei. Ich putzte mir einfach weiter die Zähne.

14.09.2007 um 16:38 Uhr

Eins besser als das andere

von: Lapared

Wenn man erst mal anfängt mit dem positiven Denken, weiß man gar nicht, worüber man sich zuerst freuen soll.

Heute sitze ich beim Orthopäden, weil meine Schmerzen von der Schulter kommen. Die war nämlich vor Jahren mal gebrochen und ist wohl doch nicht korrekt zusammengewachsen. Und jetzt wissen wir es endlich, puuuuh, Gott sei Dank.

Also, ich sitze da. Seit anderthalb Stunden. Und bin froh, dass ich endlich mal wieder zum Lesen von Fachzeitschriften komme. Und mich umfassend informieren kann, was modisch ist.

Und was lese ich? Was hätte ich sonst wahrscheinlich gar nicht mitbekommen, obwohl ich – Sie wissen es - seit Jahren dafür kämpfe und bete: Die Taillenhose ist zurück.

Das Leben ist schön.

WE habe ich auch schon angesteckt mit meiner positiven Herangehensweise. Er meinte gestern, als wir mal wieder ein bisschen über meine literarischen Perspektiven spekulierten: „Schatz, wenn Dein Buch floppt, kannst Du in Ruhe Mutter meiner Kinder werden.“

Schön, schön, schön.

Und dann grinst er ganz fröhlich und fügte hinzu: „Meiner ersten zumindest.“

Lümmel.

12.09.2007 um 17:19 Uhr

Das Beste der letzten 24 Stunden

von: Lapared

Diese Wochenberichte sind vielleicht doch nicht das richtige Format, habe ich heute überlegt. Ich frage mich dann beim Schreiben immer, was ist in der letzten Woche passiert und stelle fest… eigentlich nichts. Dass nichts passiert, kann ich genauso gut auch täglich feststellen. Eigentlich. Und die tägliche Feststellung hätte den Vorteil, dass sie nicht so beunruhigend ist.

Ich mache es jetzt mal so, habe ich deshalb weiter überlegt: Ich schreibe vielleicht doch wieder öfter und kürzer. Und damit ich mich nicht immer so verplaudere, stelle ich mir selbst ein Thema. Ich berichte immer nur das Beste der zurückliegenden 24 Stunden. Weil ich eben so ein positiver Mensch bin, ja.

Also, das Beste der zurückliegenden 24 Stunden war…

Ein Film. Der Film „Nach der Hochzeit“, von der Susanne Bier. Ich habe so geheult. Und ich möchte den Hauptdarsteller Mads Mikkelsen heiraten. Schon seit Jahren übrigens, der Film hat meine Absicht nur wieder verstärkt. Aber der Film ist nicht nur seinetwegen sehenswert. Es geht um Leben und Tod, das ist ja immer recht packend. Es geht um Liebe, Liebe, Liebe und auch darum, wie man dieser Welt satt, reich und trotzdem ein halbwegs guter Mensch sein kann. Großes Drama aus dem kleinen Dänemark, hach.

P.S. Nein, WE stört es nicht, dass ich Mads Mikkelsen heiraten werde. Allerdings sagte er, dann werde er dessen Filmtochter Stine Fischer Christensen heiraten. Das fand ich nicht so schön, weil die höchstens 23 ist, und aussieht wie 12 und im Film so ein liebes, zartes Geschöpfchen spielt und da habe ich ihn gefragt, ob er etwa auf so ... Oh Pardon, das gehört ja nicht hierher.

08.09.2007 um 16:37 Uhr

Der Wochenbericht

von: Lapared


Ja, was kann ich erzählen…

Das Ereignis, das mich diese Woche am meisten beschäftigt hat, war mal wieder ein Ereignis, das es gar nicht gab. Das erwartet war, aber ausblieb. Da ich davon ausgehe, dass sich männliche Leser nicht allzu oft hierher verirren, glaube ich, dass jede weiß, wovon ich rede.

Es ist ja nicht so, als wäre mir das noch nie passiert. Aber früher war damit immer die Angst verbunden, schwanger zu sein. Diesmal war plötzlich der Gedanke damit verbunden, vielleicht bald nicht mehr schwanger werden zu können. Und das lag nicht nur daran, dass ich unlängst wieder ein Jahr älter geworden war.

Noch nie hatte ich einen Freund, der besser in meinem Menstruationszyklus zuhause ist als ich. Mir selbst wäre die Unregelmäßigkeit gar nicht aufgefallen. Stattdessen war es WE, der eines Abends bemerkte, dass ich doch schon längst mal wieder, wie er immer sagt „das blaue Band raushängen müsste.“ (Ich HASSE es, wenn er das sagt!) Und es war auch WE, der mich auf den Gedanken stieß, diese Verzögerungen könnten die Vorboten der Wechseljahre und meiner drohenden „Unbefruchtbarkeit“ sein.

Ja, schön war das. Das ganze Kinder- und Liebes- und Was-ist-der-Sinn-des-Lebens-Thema gleich wieder auf dem Tisch. WE ist nämlich grundsätzlich der Ansicht, dass ein Leben ohne Kinder nichts wert ist. Und er ist gerne bereit, alles Notwendige zu tun, um mich vor einem sinnlosen Leben zu bewahren. „Schatz, können wir das vielleicht noch ein bisschen ruhen lassen?“ habe ich gefragt. „Zumindest, bis ich dieses andere Baby vom Tisch habe, dieses Buch?“ – „Okay!“ hat er gesagt. Und dann beim Rühreierbraten den beliebten alten Bee-Gees-Klassiker gesummt: „How deep is your love?“ Ich weiß nicht, ob bewusst und unbewusst. Aber darum geht es wohl auch. Um einen Liebesbeweis.

Ja, was gab´s noch? Eines Abends beim Schreiben hörte ich plötzlich so ein komisches Pfeifen. Besorgt beugte ich mich über meinen kleinen tapferen Laptop, um zu lokalisieren wo genau das Pfeifen herkommt, als ich feststellte, dass das Pfeifen von mir kam. Aus meinen Atemwegen. Seitdem rauche ich nicht mehr. Ja, ich hatte wieder angefangen, habe ich gar nicht erzählt? Na, sowas…

Ja, und sonst… Ich denke, von dem Buch sollte ich besser nicht mehr so viel schreiben. Am Ende, beim Lesen, soll es ja dann alles ganz einfach wirken. Leicht. Witzig. Und ich fürchte, wenn ich zu oft erzähle, wie entsetzlich große Mühe ich mir gebe, dann glaubt irgendwann jeder, er müsste promovieren, bevor er sich an die Lektüre wagen kann. Aber so ist das nun mal, witzig sein ist ganz schön Arbeit. Vor allem, wenn bei aller Witzigkeit ja auch noch ein kleines bisschen Ernst durchscheinen soll. So untendrunter oder dahinter. Ganz schön schwierig ist das. Auch wenn es am Ende dann hoffentlich alles ganz mühelos und einfach aussieht. Hm.

Ich mach mal besser weiter.