Anleitung zum Entlieben

08.09.2007 um 16:37 Uhr

Der Wochenbericht

von: Lapared


Ja, was kann ich erzählen…

Das Ereignis, das mich diese Woche am meisten beschäftigt hat, war mal wieder ein Ereignis, das es gar nicht gab. Das erwartet war, aber ausblieb. Da ich davon ausgehe, dass sich männliche Leser nicht allzu oft hierher verirren, glaube ich, dass jede weiß, wovon ich rede.

Es ist ja nicht so, als wäre mir das noch nie passiert. Aber früher war damit immer die Angst verbunden, schwanger zu sein. Diesmal war plötzlich der Gedanke damit verbunden, vielleicht bald nicht mehr schwanger werden zu können. Und das lag nicht nur daran, dass ich unlängst wieder ein Jahr älter geworden war.

Noch nie hatte ich einen Freund, der besser in meinem Menstruationszyklus zuhause ist als ich. Mir selbst wäre die Unregelmäßigkeit gar nicht aufgefallen. Stattdessen war es WE, der eines Abends bemerkte, dass ich doch schon längst mal wieder, wie er immer sagt „das blaue Band raushängen müsste.“ (Ich HASSE es, wenn er das sagt!) Und es war auch WE, der mich auf den Gedanken stieß, diese Verzögerungen könnten die Vorboten der Wechseljahre und meiner drohenden „Unbefruchtbarkeit“ sein.

Ja, schön war das. Das ganze Kinder- und Liebes- und Was-ist-der-Sinn-des-Lebens-Thema gleich wieder auf dem Tisch. WE ist nämlich grundsätzlich der Ansicht, dass ein Leben ohne Kinder nichts wert ist. Und er ist gerne bereit, alles Notwendige zu tun, um mich vor einem sinnlosen Leben zu bewahren. „Schatz, können wir das vielleicht noch ein bisschen ruhen lassen?“ habe ich gefragt. „Zumindest, bis ich dieses andere Baby vom Tisch habe, dieses Buch?“ – „Okay!“ hat er gesagt. Und dann beim Rühreierbraten den beliebten alten Bee-Gees-Klassiker gesummt: „How deep is your love?“ Ich weiß nicht, ob bewusst und unbewusst. Aber darum geht es wohl auch. Um einen Liebesbeweis.

Ja, was gab´s noch? Eines Abends beim Schreiben hörte ich plötzlich so ein komisches Pfeifen. Besorgt beugte ich mich über meinen kleinen tapferen Laptop, um zu lokalisieren wo genau das Pfeifen herkommt, als ich feststellte, dass das Pfeifen von mir kam. Aus meinen Atemwegen. Seitdem rauche ich nicht mehr. Ja, ich hatte wieder angefangen, habe ich gar nicht erzählt? Na, sowas…

Ja, und sonst… Ich denke, von dem Buch sollte ich besser nicht mehr so viel schreiben. Am Ende, beim Lesen, soll es ja dann alles ganz einfach wirken. Leicht. Witzig. Und ich fürchte, wenn ich zu oft erzähle, wie entsetzlich große Mühe ich mir gebe, dann glaubt irgendwann jeder, er müsste promovieren, bevor er sich an die Lektüre wagen kann. Aber so ist das nun mal, witzig sein ist ganz schön Arbeit. Vor allem, wenn bei aller Witzigkeit ja auch noch ein kleines bisschen Ernst durchscheinen soll. So untendrunter oder dahinter. Ganz schön schwierig ist das. Auch wenn es am Ende dann hoffentlich alles ganz mühelos und einfach aussieht. Hm.

Ich mach mal besser weiter.