Anleitung zum Entlieben

29.02.2008 um 13:15 Uhr

Lpunkt schneller als Säugling, Pardon, Fötus ;)

von: Lapared

Es war ein spannendes Duell bis zur allerletzten Minute. Nachtschichten, Rechnerabstürze, Verzweiflung - das Übliche. Aber: Eine Viertel Stunde, bevor mein Lektor zur Entbindung gerufen wurde, waren die Korrekturen fertig. „Anleitung zum Entlieben – das Buch“ konnte in Produktion gehen. HURRA.

Nun ist es nur eine Frage der Zeit, bis es wieder zurückkommt. Mit den Änderungswünschen. „Der Setzer wird bestimmt hier und da Probleme haben, die Fotos in den Fließtext einzubauen“, warnte der vertretende Lektor meines Lektors mich im selben Tonfall, den Zahnärzte haben, wenn sie sagen, dass es gleich ein kleines bisschen weh tun kann. „Da muss dann vielleicht noch mal was umgeschrieben werden, Frau Lpunkt.“ Hurra.

Im Grunde ist das natürlich nicht schlimm. Im Gegenteil. Es sind die letzten Amtshandlungen nach einem Jahr Arschaufreißen, und eigentlich sollte ich sie so feierlich begehen als würde ich die letzten Engelchen in den fast fertig geschmückten Christbaum hängen.

Aber irgendwie ist mir nicht so weihnachtlich. Bald ist schon Ostern, denke ich die ganze Zeit. Ich muss endlich, endlich mit Band 2 anfangen, im Dezember soll er fertig sein. Bezahlt arbeiten muss ich auch nebenbei. Und WE habe ich versprochen, im Sommer drei Wochen Urlaub mit ihm zu machen. Wie soll das nur alles gehen, hechel, hechel, stöhn...

Aber es gibt auch gute Neuigkeiten. Erste Vorboten des großen Durchbruchs, quasi. Ein Hochschul-Magazin namens "high potential" hat mich als Gastautorin angefragt. High potential. Hohes Potential, höm. Und Lchen mittendrin, HÖM.

WE zieht mich schon auf. „Na, mein high Potentialchen", flötete er zum Beispiel heute Morgen, „meinst du, es liegt in deinen unendlichen Möglichkeiten, heute mal Milch zu holen?“ High Potentialchen hatte das nämlich schon den dritten Tag in Folge vergessen. Mein Potential liegt eindeutig nicht in der Versorgungsbranche.

Aber heute, heute habe ich ja endlich wieder etwas Zeit. Heute kann ich ganz viel machen. Bisschen Blog schreiben. Bisschen Steuer machen. Mal wieder ein zwei Kistchen auspacken. Endlich mal wieder schwimmen gehen. Einwohnermeldeamt. Mit diesem Artikel für das Magazin anfangen. Und da war doch noch irgendwas, was ich heute machen wollte, irgendwas… hm… … … hm… …

26.02.2008 um 18:19 Uhr

Wettlauf mit Säugling

von: Lapared

Sorry, sorry, sorry für die lange Pause...

Ich befinde mich im Wettlauf mit einem Säugling. Mein neuer Lektor wird nämlich Vater und möchte die Korrekturen schnell, bevor das Kind kommt. Denn wenn es da ist, ist er erst mal weg.

Melde mich bald!

18.02.2008 um 18:06 Uhr

Semsatiomeller Fumd: Curd Rock-Fossil

von: Lapared

 Nach umd nach...

 wird sich Schicht um Schicht über mich legen...

 Bis eim Forschumgsteam meime fossilem Überreste ausgräbt...

 Der Beweis vom imtelligemtem Lebem im diesem SAUSTALL!!

17.02.2008 um 13:27 Uhr

Seite 12

von: Lapared

Ach, bis so ein Sch...buch mal fertig ist. Zur Zeit rangeln wir um die Inhaltsangaben, „der Verlag“ und ich. Ich bin da ja etwas schwierig, sag ich mal. Ich will zum Beispiel nicht, dass auf dem Buchrücken steht, dass Lapared sich einen Mann angelt. Ich mag eigentlich keine Frauen, die sich einen Mann angeln. Aber bestimmt verkaufen sich Bücher, auf denen steht, dass Frauen sich Männer angeln. Ja, das ist alles so was...
Und die Korrekturen vom Feinlektorat sind auch da. Da bin ich fast hinten rüber geschlagen. So viel. Und bei jeder Korrektur überlege ich stundenlang. Hin und her. Her und ich. Ich darf die Korrekturen nämlich annehmen oder ablehnen. Aber bei einer Ablehnung muss ich dazu schreiben, warum ich sie ablehne. So was. Wie soll ich begründen, dass ich „Beziehung“ an einer bestimmten Stelle besser finde als „Verbindung“? Warum muss ich begründen, dass ich Seelenverwandtschaft „entlarvt“ sehen möchte und nicht „ausgewiesen“? Oder dass ich lieber „chice“ sagen möchte als „hippe“??? Aber ich versuche es natürlich. Braves Lpünktchen. Und je nach Gemütsverfassung schwanken meine Begründungen zwischen einem kurzen, zugeknöpften g.m.n. für gefällt mir nicht. Und einer detaillierten Ausbreitung der möglichen Ursachen meines Missfallens, beginnend mit der freundlichen Würdigung des an sich absolut erwägenswerten Vorschlags… gefolgt von der Darlegung der meiner Meinung nach mitschwingenden, und von mir persönlich aus den und den Gründen nicht ganz so gewünschten Bedeutungen der abgelehnten Formulierung… endend mit einem knappen, sachlichen und alles noch mal zusammenfassenden ICH HASSE ES!!! Kurzum, ich habe noch nicht so ganz zum richtigen Ton und Umgang mit diesen Korrekturen gefunden. Aber ich bin ja auch erst auf Seite 12. Von insgesamt 320...
Neues auch aus Paderborn, der Stadt meiner Lesung. Buchhändler Linnemann überlegt, ob die Räumlichkeiten seiner Buchhandlung ausreichen, um den erwarteten Besucheransturm zu fassen, oder ob man in die Aula des benachbarten Gymnasiums ausweichen soll. Darauf hingewiesen, dass es mein erstes Büchlein ist und dass mich im Grunde niemand kennt, meinte er vergnügt: Natürlich kennt niemand die Autorin, aber jeder hier kennt ihre Mutter. Das stimmt. Meine Mutter ist in der SPD und im Erzbistum Paderborn kennt man die Mitglieder der SPD. Alle vier. Ich überlege jetzt, ob ich selber vorlese, oder ob ich das lieber meine Mutter machen lasse...

11.02.2008 um 12:46 Uhr

Rettende Rituale

von: Lapared

So langsam finden wir unseren Rhythmus und unsere Rituale. Zum Beispiel das WE-kommt-von-der-Arbeit-Ritual. WE hat zwar einen Schlüssel, aber bevor er aufschließt, schellt er den 1. Takt von Beethovens Neunter, Ta-Ta-TAAA. Danach lässt er mir exakt 35 Sekunden Zeit, meine Liebhaber in den Schränken zu verstauen und in der Küche einen Kaffee aufzusetzen (in meiner herrlichen neuen Wohnküche). Dort stehe ich dann und erwarte, dass er die Tür aufreißt, hineinstürmt wie Kramer in Jerry Seinfelds Appartment und den Kühlschrank leer frisst. Es funktioniert. Es ist lustig. Keine nervige Angewohnheit sondern ein Running Gag. Und niemand käme auf die Idee, dass Jerry irgendwann in Kramers Appartment stürmen könnte...
Kurzum, ich verabschiede mich vom Würstchen-um-Würstchen-Mitwaschen-um-Mitwaschen-Prinzip.
Es gibt andere Rituale, die mich entschädigen. Zum Beispiel das Weckerklingel-Ritual. Mein Lieblingsritual. Morgens um halbsieben klingelt sein Wecker. Kurz darauf robbt WE ran und jammert herzzerreißend: Ich beneide Dich, ich beneide Dich, ich beneide Dich so... Und ich brumme: Ich bin auch beneidenswert, mein Schatz, drehe mich um und schlafe weiter...

06.02.2008 um 09:37 Uhr

Würstchen, die Weichen legen...

von: Lapared

Was ist eigentlich beschissener, jetzt nur so als Redewendung: Die Weichen werden gestellt? Oder: Die Trassen werden gelegt?

Na, egal.

Nicht egal: Es läuft nicht so. Mit WE und mir, es läuft einfach nicht so. Ich gebe zu, seine Weigerung, mir beim Renovieren zu helfen, hat bei mir, sagen wir... eine Gereiztheit hinterlassen. Einen stummen Groll. Lpunkt, werdende Autorin und Elefant.

Und nun genügen Kleinigkeiten. Diese typischen Kleinigkeiten. Hemden, die mitgewaschen werden sollen. Leergut, das bei der Gelegenheit doch mitgenommen werden könnte. Geflügelwiener, die bitte, bitte, bitte mitgebracht werden sollen. Und Kartoffelsalat. So ein Eimerchen. Bitte.

Gern, presse ich heraus, gern. Ich wasche doch sowieso. Ich fahr sowieso zum Getränkefritzen. Ich geh ohnehin zum Pennymarkt.

Und während ich so gern presse, schießen hinter meiner Stirn Sätze kreuz und quer wie Apachenpfeile. Sätze wie Das wollen wir mal gar nicht erst einreißen lassen! oder Wehret den Anfängen!… Sätze wie Jetzt werden die Weichen gestellt! oder Jetzt werden die Trassen gelegt!… Sätze, einer giftiger, rigider, beschissener als der andere. Hach.

Aber ein nein bringe ich auch nicht raus. Ich meine… Würstchen. Ich kann ihm ja wohl mal Würstchen mitbringen. Und Kartoffelsalat. Einen EIMER?!

Aber die gute Nachricht: Meine Dekompressionskugel ist wirklich der Knaller. Hier könnte ich ewig bleiben. Ewig.

P.S. Danke für die vielen Lesungs-Reaktionen... muss das alles mal in Ruhe überlegen… ob ich das nun selbst anschiebe oder auf mich zukommen lasse… hm… jetzt gehe ich erstmal einkaufen…

05.02.2008 um 15:20 Uhr

Palme home again

von: Lapared

 Umd wer hat wieder mal erledigt... CURD ROCK!

 Palme, zum Dank könntest Du ruhig etwas bequemer seim.

04.02.2008 um 20:02 Uhr

Zum ersten Mal aus meiner herrlich warmen, weißen, raufaserfreien Dekompressionskugel...

von: Lapared

Ach, das war was, das war was...

Ein Umzug eben.

Widerlich.

Und das Schlimmste ist nicht, dass er am Ende doppelt so teuer war wie veranschlagt (das ist, wie ich inzwischen erfahren habe, ganz normal). Der eigentliche Skandal ist der:

Wir befinden uns etwa in der fünften Stunde des ganzen Unternehmens. Der Siebentonner ist gut gefüllt. Auf dem Bürgersteig stehen die letzten zu verstauenden Teile. Lpunkt schwingt sich aufs Rad... (Ich brauchte schließlich einen kleinen Vorsprung, um rechtzeitig mit dem Umzugswagen an meiner neuen Wohnung einzutreffen). Später, als sie das ganze Zeug ausgeladen haben, habe ich es dann gar nicht gemerkt (in dem heillosen, grauenvollen, schrecklichen Durcheinander). Doch als ich abends zur Wohnungsübergabe wieder zurück zur alten Wohnung flitze, sehe ich es: Palme. Mutterseelenallein auf der Straße. In bitterster Kälte. Ein Köter schnüffelte gerade an Palme rum (wirklich wahr!)...

Zusammen mit dem Käsemann und dem Vermieter habe ich Palme dann in den Hausflur zurück getragen. Da steht Palme nun und wartet. Wartet, dass jemand kommt und Palme nachhause holt... Ich arbeite daran.

02.02.2008 um 17:55 Uhr

Scheiß auf Ehrem...

von: Lapared

 Ehremplatz hat sie gesagt... Curd, Du bekommst Ehremplatz...

 Hm, ich weiß nicht...

 Irgemdwie will ich trotzdem lieber wieder auf meim Couch...