Anleitung zum Entlieben

30.03.2008 um 17:04 Uhr

Pöbelnde Worte

von: Lapared

Endlich passiert mir das auch mal. Endlich kann ich mitreden. Endlich hab ich mal wieder was, worüber ich schreiben kann. Ich hab nämlich... ich hab... eine Schreibblockade! Ja, eine ganz aufregende Sache.

Vor ein paar Tagen ging es los. Ich hab doch erzählt: die Fahnen, letzte Chance für Korrekturen, und dann kam dieser Job rein und ich bin nur nachts dazu gekommen. Zwischendurch dachte ich: Lpunkt, jetzt drehste durch!

Je näher man ein Wort anguckt, desto ferner guckt es zurück
, hat Karl Kraus gesagt und damit vielleicht eine ähnliche Erfahrung beschrieben. Allerdings guckten meine Worte nicht nur distanziert und taten, als wären wir uns nie begegnet, mit der Zeit pöbelten sie auch rum und riefen: Käse! Schwachsinn! Lpunkt, du Flasche, alles Mist!

Nach ein paar Stunden Nachruhe wirkten sie dann zwar meistens wieder ganz vertraut und freundlich, die 73.132 Worte, aber seitdem hab ich es: Ich will nicht mehr Schreiben. Nie, nie wieder. Ja, das wollte ich nur kurz erzählen... ;)

23.03.2008 um 09:03 Uhr

Umd wieder mal: Frohe Osterm!

von: Lapared

 Osterhäschem!?

 Hase stehemgebliebem!!!

 Ist das alles... ?????!

 Rumter vom meim Couch, Schlappohr!

 Irgemdwie wird alles immer wemiger...

20.03.2008 um 21:02 Uhr

Die Eier, über denen wir Ostern so brüten...

von: Lapared

Jetzt habe ich – wie man in Autorenkreisen so sagt, räusper, räusper - „die Fahnen“ auf dem Tisch. Also, mein Buch gesetzt und im Prinzip druckfein, 350 Seiten!
Ich muss nur noch mal alles lesen... muss gucken, ob Umbrüche und Absätze stimmen... und habe dabei auch die Chance, noch ein paar letzte kleine Änderungen zu machen, wenn ich will. DIE LETZTE CHANCE – unnötig zu sagen, in welchen psychologischen Ausnahmezustand mich das versetzt!

Gilt es wohl als letzte kleine Änderung, wenn ich die ersten 40 Seiten noch mal neu schreibe, sie gefallen mir nämlich nicht so gut?! Überhaupt finde ich – je öfter ich es lese - das Ganze eigentlich gar nicht mehr sooo witzig, eher peinlich... (So, nun wissen Sie auch, warum ich als Werberin so eine unvergleichliche Rakete war.)

Und Charlotte Roche macht alles noch viel schlimmer. Ich finde Charlotte Roche eigentlich ziemlich gut. Ziemlich. Aber seitdem ich in den letzten Tagen ständig sehe, wie sie mit ihrem sicher ganz fantastischen Roman „Feuchtgebiete“ durch die Talkshows tourt, beschleicht mich noch eine Sorge mehr.

Ich frage mich, ob es richtig war, meiner ersten Lektorin zu folgen, die mein Buch zunächst etwas anal-lastig fand. Erst durch sie fiel mir auf, dass Obstipation, Diarrhöe, Flatulenz und auch ein (tatsächlich erlebter) Darmsanierungs-Aufenthalt auf Mallorca darin vorkamen - für ein „Frauenbuch“ wohl eine eher ungewöhnliche Häufung von Verdauung. Peinlich berührt habe ich das Werk daraufhin ent-analisiert und mich dabei schweren Herzens auch von einer Formulierung getrennt, die ursprünglich mein ganzer Stolz gewesen war, nämlich: Mein flüssiger Stuhl hielt mich fest.

Nur so zum Beispiel. Auf einer höheren, abstrakteren Ebene frage ich mich, ob ich - im Gegensatz zu Charlotte Roche – beim Schreiben nicht viel zu sehr darauf bedacht bin, niemandem weh zu tun oder den Appetit zu verderben. Ob ich mutiger sein müsste, drastischer, tabuloser… und ob eine wie ich, die sich beim leisesten Gegenwind von ihrem Durchfall trennt, es wohl jemals in Talkshows schaffen wird? Ob Roger Willemsen je mein Schaffen preisen wird? Ich meine: Mein flüssiger Stuhl hielt mich fest - Roger! Eigentlich doch ein literarische Perle, hm???!!

Ganz klar, die kommt wieder rein!

Vielleicht.

Vielleicht auch nicht…

Ja, über solch schwierigen Entscheidungen werde ich Ostern also brüten. Beim Durchsehen der Fahnen. WE wird mich bestenfalls auslachen und schlimmstenfalls schimpfen. Ganz sicher wird er vorschlagen, mich Ostern mit wichtigeren Themen zu beschäftigen, Dingen wie dem Weltfrieden… dem häuslichen Frieden… ihm… und natürlich Eiern - in all ihren vielfältigen Erscheinungsformen.

Und in diesem besonderen Falle möchte ich fast meinen – er hat Recht ;)

16.03.2008 um 14:17 Uhr

Malediven-Post

von: Lapared

Schon seit Wochen befallen mich immer wieder so komische Momente von… sagen wir Antriebsschwäche. Einfach so, mitten in der täglichen Routine. Ich stehe vorm Kühlregal und suche diesen Käse und plötzlich lasse ich den Einkaufswagen stehen und gehe einfach wieder aus dem Laden.
Oder ich sitze gerade auf Rolli, bin unterwegs zum Schwimmen (zum Schwimmen, nicht zu einer Wurzelfüllung) und plötzlich hören meine Beine auf zu trampeln und ich denke: ich will nicht ins Schwimmbad, ich will nirgendwohin...
Es ist, als wäre die Stromversorgung plötzlich unterbrochen, als hätte jemand den Stecker raus gezogen. Flock! Dabei kaufe ich normalerweise schrecklich gerne Käse, fast noch lieber gehe ich schwimmen – das ist es also nicht, das nicht.
Es liegt wohl eher daran, dass es so übergangslos weitergeht. Das nächste Buch, die nächste Wohnung (WE fängt schon an zu suchen), weiter, weiter. Dabei habe ich im Moment einen ganz anderen Wunsch.

Ich wünsche mir, dass irgendeine ungeschickte Dame aus dem Hochadel sich bei einer Handarbeit in den Finger sticht. Ich wünsche mir, dass die Welt stillsteht wie in Dornröschen. Ich wünsche mir, dass alle Mann erst mal eine Runde schlafen, alle, sogar die Fliegen an der Wand. Denn wenn nur ich mich hinlege und das Leben geht ansonsten weiter, hilft mir das nicht. Ich würde irgendwann aufwachen, wäre zu alt für Kinder, mein Buch wäre Schnee von gestern (Fortsetzung überflüssig) und WE in seiner, seiner… NESTBAUWUT hätte sich längst eine andere angelacht. Wenn nur ich jetzt aussetze, hätte ich danach vielleicht die Chancen meines Lebens verpennt. Mist.

„Ich würde so schrecklich gerne ein paar Tage mir dir Urlaub machen“, habe ich deshalb zu WE gesagt, weil das meinem Ideal vom vorübergehenden Weltstillstand wohl noch am nächsten kommt. „Nicht erst im August, jetzt, wenigstens zwei, drei, vier Tage, bitte...“ Natürlich geht das nicht. MIST.

Zum Glück kam dann die Post. Post, die für meinen Energiehaushalt ungefähr denselben Effekt hatte, wie eine Woche Malediven, na ja, Mallorca, Westerland… Fan-Post! Ja, Fan-Post! Nicht für mich, aber für meinen Co-Autor, vor dem die schwierige Aufgabe liegt, in die riiiieeeesigen Fußstapfen von Curd Rocks bezaubernden Cornichonfüßchen zu treten. Er hat seine Generalprobe bestanden. Nach den Presseaussendungen (mit Fotos) sind ihm ein paar Damen aus dem Buchhandel leidenschaftlich verfallen. Poeeeeeh.

Und so geht es weiter. Weiter, weiter, weiter… Und ich denke, prima. Es geht voran :)

P.S. Die Post wurde natürlich sofort umgehend beantwortet…

 Na los, schreib… Meim sehr verehrte Pia…

 … Ich fimde Deim Augem auch bezaubermd…

 leider kann ich nicht persömlich… bla bla… bla bla…

 P.S. Himbeertörtchem umd amdere Sympathiebekumdungem bitte am: Curd Rock, weiße Couch, Hamburg...

 

 

12.03.2008 um 19:12 Uhr

Curd Rock - Freumd umd Memtor

von: Lapared

 Ich kann mir vorstellem, wie aufgeregt Du bist.

 Ich kenne sie doch auch, die Träume vom Ruhm...

 Es wird wirklich nicht leicht für mich werdem...

 ...Dich scheiterm zu sehem. 

05.03.2008 um 16:22 Uhr

Curd Rock - Gemie im der Leere

von: Lapared

 Alles weg!

 So eim Frechheit!

 Meim Gemie strahlt ims Leere...