Anleitung zum Entlieben

30.04.2008 um 11:02 Uhr

Die Anonymität meines Friseurs

von: Lapared

Sie merken es ja, es ist ein bisschen schwer geworden. Ich kann nicht mehr über alles so offen und frei erzählen.

Zwar hat sich WE inzwischen damit abgefunden, dass seine Kollegen ihn augenbrauenwackelnd mit Na, wieder für Damokles geübt? begrüßen, wenn er zu spät kommt. Und ich selbst hab mich daran gewöhnt, dass meine Mutter anruft und sagt, Kind, Vati und ich sind nicht ganz sicher… aber in dem Eintrag vom Soundsovielten… muss da nicht ein Komma hinter Orgasmus? Aber manche Themen verbieten sich einfach, seitdem dies alles hier nicht mehr anonym ist. Ich sollte zum Beispiel nicht mehr über meinen Friseur schreiben, hab ich mir überlegt.

Mein Friseur ist in diesem Falle eigentlich gar nicht Friseur, sondern… Stylist. Er hat – wie man so sagt - einen "sehr angesagten Laden" direkt bei mir um die Ecke und gestern hab ich ihn gefragt, ob ich dort, an diesem Knotenpunkt der Trendsetter, Multiplikatoren und Meinungsbildner, vielleicht Postkarten meines Büchleins auslegen darf. Bitte!

Das ist nicht unser Stil, hat er gemeint, nicht unser Stil. So was!

Aber, wie gesagt, ich muss ja jetzt ein bisschen vorsichtig sein mit dem, was ich schreibe. Wenn ich schimpfe, kommt es sicher raus, und beim nächsten Mal schneidet er mir einen Pony, dieser… dieser… dieser Friseur. Also plaudere ich lieber wieder über etwas Unverfängliches wie die häuslichen Sexorgien zum Beispiel. Ein Feuerwerk war das anlässlich unseres Jahrestages, multiple Orgasmen (Komma, Komma, Komma), Mann, Mann, Mann…

P.S. Und ich lege die Postkarten hier aus, in meinen eigenen kleinen Laden...

Auf der Rückseite steht dann Hiermit vergessen Sie ihn... und man sieht das Buch.

Nicht unser Stil… Hmpf.

28.04.2008 um 17:20 Uhr

Plam B

von: Lapared

 Es muss ja nicht umbedimgt Romamheld seim...

 Curd Rock I kann auch als großer Turmsprimger legemdär werden!

 Oder als großer Amgsthase...

28.04.2008 um 12:05 Uhr

WE, Zahnpasta und die perfekte Jeans

von: Lapared

Das Ereignis der vergangenen Tage – mal abgesehen von einem Anfall Nesselfieber – war der Anruf meines früheren Schulfreundes M., frühere Schulfreunde spiegeln einem ja immer, wo man so gelandet ist, nach 20 Jahren…

Mein Schulfreund M. residierte im vornehmsten Hotel Hamburgs. Die Sonne schien so schön, ich fuhr mit meinem Fahrrad vor, immerhin einer Gazelle, dem Rolls Royce unter den Hollandrädern, aber der Portier wollte es trotzdem nicht für mich parken. So was! M. erzählte von seinem Job, einem fantastischen Job. Seiner Familie, einer fantastischen Familie. Drei Söhne, irgendwie macht Männer das ja immer noch besonders stolz. Von seinem Haus, seinem Pferd, seinem Boot erzählte er nichts - wer tut das schon, das gibt´s nur in der Werbung - sie schwangen einfach ganz elegant so mit. Schwing-schwing.

Mir fiel auf, dass ich noch nie so pleite war wie im Moment. Dass ich noch nie so wackelig da stand, wie zur Zeit. Und selten so gut gelaunt. Ich meine, ich habe WE. Einen Mann, den ich vor exakt einem Jahr vom Fenster aus mit Salz-Heringen beworfen habe. Und der heute, wenn wir im Badezimmer stehen, Dinge zu mir sagt wie: „Iiiii, ist ja widerlich, mit diesen Pusteln heirate ich Dich nicht, vergiss es!“ Und außer WE habe ich diese Zahnpasta. Zahnpasta, die angeblich die Zähne strahlend weiß macht, falls, Sie wissen schon... Ich meine, wer in meinem nicht ganz jugendlichen Alter kann noch so verrückte Hoffnungen hegen? Bin ich reich oder bin ich reich? Höm.

Ach ja, und dann hatte ich letzte Woche ja auch noch dieses äußerst beglückende Shopping-Erlebnis. (Noch nie so pleite…) Auch was das angeht, kann ich aufhören zu suchen, ich habe endlich die perfekte Jeans. Perfekt! Aber davon später, ich gehe mal zu Penny, heute Abend gibt´s Fischstäbchen. Serviert und nicht geworfen. Und ein Kerzchen, das ist doch mal was…

21.04.2008 um 12:04 Uhr

Schuhe...???!

von: Lapared

 Sie hat mir neue Schuhe geschemkt!

 Schuhe... ... ... .. .

 Schuhe...???!

 Es muss etwas SCHRECKLICHES passiert seim!!!!

(Umd meim Fotochem werdem auch immer kleimer...)

20.04.2008 um 11:10 Uhr

TISCH!

von: Lapared

Vor einer Mehrlingsgeburt könnte ich nicht aufgeregter sein. Deshalb muss ich ständig irgendwas davon erzählen, obwohl ich weiß, dass das für Sie in etwa so interessant ist, wie das Ultraschallbild einer vergrößerten Prostata... Mein Buch.

Aber heute gibt es wirklich mal eine gute Nachricht. Und ich schimpfe doch sonst so viel. Also, mal was Positives, Zitat aus einer Mail der Presseabteilung des Verlags, die zum Wochenende reingeschneit kam:

Ihr Buch wird in der Urlaubsbeilage von Thalia beworben, die In der 2. Juniwoche bundesweit über die deutschen Tageszeitungen gestreut wird. Die Beilage erscheint in einer Auflage von 8 Mio. Exemplaren...

8 Millionen!!! Mit anderen Worten ACHT MILLIONEN!!! Huhuhu, und pass auf, jetzt kommt´s:

Die Titel daraus werden in allen 270 Thalia-Filialen auf Sondertischen präsentiert.


Mein Buch kommt auf einen Tisch! Nicht ins Regal, es kommt auf den TISCH! Sodass man es richtig schön sehen kann... Höm.

Seitdem schlafe ich endlich wieder ein bisschen ruhiger. Und WE nimmt mich auch ein bisschen ernster. Obwohl er meinem kleinen Buchprojekt ja nicht gerade aufgeschlossen gegenüber steht, weil es ihm lieber wäre, ich bekäme endlich „ordentliche Babys“, Baby, bei denen sein kostbarer Input gefragt ist, hat er mir zur Feier des Ereignisses eine neue Luftpumpe und eine Tube Bleeching-Zahncreme mitgebracht. Und er meinte grinsend, das würde sicher reichen, Haralds Zähne (you remember 16. September?!) sähen auch nicht besser aus. Höm, höm, höm.

Nur, wie ich dem armen, armen Curd das beibringen soll, weiß ich noch nicht...

17.04.2008 um 21:58 Uhr

Poolgeflüster

von: Lapared

 Letzter Jahr um diese Zeit hab ich geträumt, ich würde Romamheld.

 ER hat mir alles genommen, er hat mir meim Ruhm gestohlem...

 Wemm er es noch eimmal sagt, brimg ich ihm um.

14.04.2008 um 21:30 Uhr

Nachschlag

von: Lapared

 Ich wusste es doch, ich wusste es!

 Die drei wimzigen Eierchem kommten ja wohl nicht alles gewesem seim!

 Osterhase hat Blümchem für dem liebem Curd Rock gepflamzt!

 Aber irgemdwei ist es schom schade...

 dass man mit dem Persomal immer erst schimpfen muss.

11.04.2008 um 20:03 Uhr

Lpunkts kleiner Konsumboykott

von: Lapared

Ich weiß, manche Frauen verbringen ihr Leben damit. Ich hatte trotzdem schon nach einem einzigen Tag die Nase davon voll: Ich habe heute "die perfekt Handtasche" gesucht.

Dabei dachte ich eigentlich, nach all dem Stress wäre das mal eine feine Sache: einen ganzen Tag lang ausschließlich der Handtaschensuche widmen – herrlich dekadent!

Die Mode glaubte ich diesmal auch auf meiner Seite. Ich suche nämlich eine große Tasche, und aus der einschlägigen Fachpresse hatte ich erfahren, dass große Taschen in sind diese Saison. Ha, dachte ich, die Mode wird vernünftig! Und die Bootcut-Jeans kommt auch bestimmt bald wieder, Schluss mit diesen Kastanienmännchen überall! Optimistisch machten ich und meine Kreditkarte uns auf den Weg.

Womit ich nicht gerechnet hatte: dass große Taschen zwar modern sind, aber keineswegs große Henkel ("lange" müsste es wohl richtiger heißen, oder noch richtiger: Schulterriemen.)

„Schultertaschen sind out“, wurde ich aufgeklärt, sobald ich meine Konsumbedürfnisse näher beschrieb. Out, denke ich, wieso out? Das ist keine modische sondern eine medizinische Frage, soll ich die 20 Liter Fassungsvolumen, die diese großen Taschen haben und die ich gedenke auszunutzen, stundenlang in der Armbeuge schaukeln wie eine Kelly-Bag? Danach kann man den Arm doch amputieren!

„Dann müssen Sie eine Messengertasche nehmen, die können Sie sogar quer tragen!“ Messengertasche? Sie meinen diese Taschen aus Lastwagenplanen, Armeedecken oder Markisen, die von ihren Herstellern, die nie Werbung machen würden, in der Werbung stets „Kulttaschen“ genannt werden? Nein.

„Ansonsten hätten wir noch die hier von Marc Jacobs…“ Die ist ja wunderbar, hechel, hechel! „… kostet jetzt auch nur noch 500 Euro.“ Nur die Farbe gefällt mir nicht, ähäm.

Kurzum: Es lief alles nicht so. Nach nur zwei Stunden endete der Tag der Taschenfindung, ich entschied mich um. Ich stopfte zwei Handtücher, Schwimmzeug, Buch und Limonade in IRGENDEINE Tasche (das neue Kult-Label!), schwang sie über die Schulter und radelte zu einem ausgiebigen Saunabesuch in meinen Fitnessclub. Scheußlich undekadent, äußerst angenehm und sogar kostenlos. (Von dem Monatsbeitrag mal abgesehen…)

11.04.2008 um 10:53 Uhr

Same procedure as every year

von: Lapared

 Milliömchen, es ist schom wieder so weit...

 TA-DA! Poolsaisom 2008!

(Irgemdwie hab ich Gefühl, das haut auch niemamd mehr vom Hocker...)

08.04.2008 um 22:19 Uhr

Lustsklave Lpunkt

von: Lapared

Momentan mache ich ja wieder ein bisschen in Werbung. Herrlich, herrlich, herrlich. Endlich wieder in meiner kleinen, vertrauten Legebatterie. Diese unendliche Freiheit eines Autors ist wohl doch nichts für mich. Ich genieße diese Werbejobs mit ihren engen Timings und knebelnden Briefings wie ein Aufsichtsrat die wöchentliche Einkehr bei Lady Amanda, der Domina seines Vertrauens. Und Geld kriege ich auch noch dafür. Toll. Wirklich toll.

WE meint auch, ich wäre wieder viel ausgeglichener. „Du brauchst eben jemand, der dir sagt, was du zu machen hast!“ meinte er grinsend. „Vor allem brauchst du jemand, der dir sagt, wann etwas gut ist, du selbst bist ja nie zufrieden!“ Da hat er Recht. Da er 1000-%ig Recht.

Ein paar Tage habe ich deshalb ernsthaft überlegt, ob ich der Freiheit den Rücken kehre und mich wieder unters Joch eines anderen, milderen Chefs begebe, als mir selbst. Es gab nämlich ein Angebot, ja, ja. Aber inzwischen ist mir noch eine bessere Idee gekommen. Ich mache erstmal gar nichts, ich warte einfach ab…

06.04.2008 um 13:19 Uhr

Tribute to Stepperchen

von: Lapared

Die Tage werden länger, die Abende milder, morgens trillern die Piepmätzchen, nachts trifft sich die Jugend des Viertels auf dem Spielplatz gegenüber zu alkoholischen Getränken und fröhlichem Kultur-Austausch. Nachwuchs-Bushidos präsentieren eigene Rap-Gesänge, die besten Klingeltöne werden kontrovers diskutiert und tolle neue Handy-Logos vorgeführt. Alles direkt unter meinem Schlafzimmerfenster. Schön, schön, schön.

„Ja, das ist hier so ein Treffpunkt! Im Sommer schlafe ich deshalb auf dem Sofa in der Küche!“, meinte meine Nachbarin mit resigniertem Abwinken. WE grinste nur, seine Wohnung liegt zur anderen Seite. Zumindest nachts wohne ich jetzt also schon mal bei ihm.

Und ich überlege sogar, mein eigenes Schlafzimmer ganz aufzugeben und dort stattdessen ein kleines Fitnessstudio einzurichten. Mein Stepper fehlt mir nämlich bitterlichst. Ach ja, mein Stepperchen, hatte ich das nicht erzählt? Stepperchen durfte doch nicht mit umziehen. In der Dekompressionskugel war kein Platz für ihn. Und außerdem war Stepperchen ja ohnehin kaputt. Endstation Recyclinghof.

Ich glaube ja, dass es daran liegt. Alles. Alles! Die Antriebsschwäche, die Einfallslosigkeit, die Schreibblockade. Das alles kommt, weil ich nicht mehr auf Stepperchen stehen und mir Filme ansehen kann. Also, eigentlich vermisse ich nicht nur Stepperchen, sondern die Filme.

Nein, ich kann mir die Filme nicht „einfach so“ ansehen (tszz, wenn das Leben so einfach wäre…) Es ist mir aufgrund meiner psychischen Konstitution nun mal nicht möglich, stundenlang auf dem Sofa zu sitzen und Filme anzusehen. (Ich bitte Sie, ich bin ein dynamischer, leistungsfreudiger Mensch!) Ich brauche die Alibibewegung auf dem Stepper um mir Filme reinzuziehen. Und ich brauche die Filme als Inspiration, denn selbst erleben ist mir zu anstrengend. Ja, so hängt das nämlich alles zusammen. (Können Sie mir folgen?)

Also überlege ich, von der doppelten Haushaltsführung abzurücken und mein Schlafzimmer zum Fitness-, nein „Inspirations-Studio“ umfunktionieren, ähäm. Der Raum hat eigentlich die ideale Maße. Mit seinen 3,20 x 2,90 m war er ohnehin etwas zu klein für mein 2,00 x 2,00 Bett. Aber nur ein Fernseher, ein feines neues Stepperchen mit Getränkehalter und Knabberschale, entlang der Wände meine Videosammlung, das wäre eigentlich die ideale Ausstattung.

Und dann endlich wieder mal in Schlafanzug und Badelatschen auf dem Stepper stehen… vielleicht zum 687sten Mal "Das Leben des Brian" sehen… und mit vollem Mund den Text mitsprechen: "Setz Dich, nimm dir 'n Keks, mach es Dir schön bequem… Du Arsch!"

Hach, ich glaube, dann wird alles wieder gut.

P.S. Aber kein eigenes Bett mehr haben? Hm, hm, hm...