Anleitung zum Entlieben

14.12.2008 um 15:10 Uhr

Das unvermeidliche große Geschenke-Spezial

von: Lapared

Geschenke, ein aktuelles, weihnachtliches Thema. Geschenke, die sich Liebende machen. „Der Sack!“ bemerkte dazu unlängst meine Freundin Wpunkt auch sehr weihnachtlich. „Rainer will die Couch zurück!“ Widmen wir uns heute - Lpunkts großes Geschenke-Spezial zum Raustrennen - der spannenden Frage: Was passiert mit Geschenken, wenn es aus ist? Vorbei?! Gibt man sie dann zurück?

Sie wissen, ich meide pauschale Urteile, ich sehe immer beide Seiten. Mit Sicherheit ist Rainer auch zu verstehen. Er hat vielleicht emotionale Probleme damit, dass seine Exfreundin irgendwann mit einem anderen Mann auf der Couch liegt, die er zu ihrem Geburtstag liefern ließ. Mit einer Karte, in der in etwa stand: Dir gehört aber nur die linke Hälfte! Die rechte ist meine. Oder im Originaltext: Mein Schatz! Ich möchte mit dir Sportschau darauf gucken, für immer, bis dass das Scheißding (oder ich) auseinanderfällt. Ich erinnere mich noch genau daran. Frau Wpunkt rief damals an und sagte: "Ich glaube, Rainer hat mir eine Art Antrag gemacht!" Und wir unterhielten uns noch darüber, ob es "auseinanderfallen" heißen müsste, wir konnten uns nicht einigen. Ja, so war das nämlich, man muss immer gerecht sein und beide Seiten sehen.

„So eine gemeine Arschgeige!“ empöre ich mich jetzt. Auch, wenn man beide Seiten sieht, muss man wissen, wo man hingehört, wenn eine Freundin weint. „Andererseits hat er mir natürlich im Grunde auch nur die eine Hälfte der Couch geschenkt!“ sagt Wpunkt nun schon milder. Ich lächle zufrieden, Lpunkt und die hohe Kunst der sanften Intervention - die Trasse zur friedlichen, einvernehmlichen Lösung war gelegt. „Er war schon damals ein Arsch! Das war kein Geschenk, das war Erpressung! Hier, deine Traumcouch, aber sie gehört dir nur, wenn ich neben dir sitzen darf!“ Ich beschloss mich aus der Sache zurückzuziehen. Weihnachtliches Geschenke-Spezial beendet. Zurück zu meinen eigenen Angelegenheiten.

Ich kuschel mich weihnachtlich zu WE auf… Curds Couch. Ich will nie wieder da raus müssen, denke ich. Trennungen sind so grauenvoll. Und dass sich zwei Menschen, die sich tief geliebt haben, um ein Sitzmöbel streiten, weil sie es wahrscheinlich immer noch tun, also, sich lieben, und einfach noch ein bisschen Reibung brauchen, bevor sie diese grausame Kälte ertragen können, die plötzlich nach der Trennung kommt und wo war ich…? Na, kurz und gut, hach, schrecklich, schrecklich, schrecklich ist das alles. Ich will das nie wieder. „WE-Schatz, wir schenken uns aber nichts zu Weihnachten, hm?!“ höre ich mich säuseln. „Nee, Süße, diesen Konsum-Scheiß machen wir nicht mit, war doch eh beschlossen.“ - „Ja, aber ich meine so richtig, wirklich gar nichts, auch keine Kleinigkeit wie letztes Jahr die Dr. House-Geschenkbox, die ich von dir bekommen hab…“ – „Ach Süße, die war doch für uns beide, ich guck den Mist ja auch gern.“ Ich komme ins Grübeln… Grübeln… Grübeln… „Sag mal, Schatz, wenn du dir eine der beiden Staffeln aussuchen müsstest, also die erste oder die zweite, welche, ich meine…“ – „Hm?“ – „Ach schon, gut.“ Nie wieder, hoffentlich…