Anleitung zum Entlieben

11.01.2009 um 21:34 Uhr

So, Ihr Knalltüten...

von: Lapared

Zurück zum eigentlichen Thema: Die Party im Swingerclub "Aphrodite" in Pforzheim.

Hallo Lpunkt, schrieb mir zu diesem Thema ein unbekannter Leser an mein Postfach. Bisher hatte ich den Eindruck, Sie wären ein toleranter aufgeschlossener Mensch (…). Wieso? Die "Aphrodite" ist zwar nicht sehr luxeriös eingerichtet, aber es ist alles mit viel Liebe gemacht und es herrscht immer eine herzliche, nette Atmosphäre (…) Das möchte ich an dieser Stelle gerne weiter geben. Und falls letzte Woche der Eindruck entstanden ist, dass ich mich über die "Aphrodite" lustig mache oder über Swinger... nö.

Ich gebe zu, ich war noch nie in einem Swingerclub. Ich glaube auch, das ist nix für mich (obwohl Frau Wpunkt jetzt erwähnte, dass man sich da als „einzelne Dame“ komplett für lau die Wampe voll hauen kann, Schnäpschen hinterher und dann ahoi, Matrosen - so vielleicht…). Jedenfalls, wer da Spass dran hat, der soll das tun. Solange es freiwillig ist, solange es erwachsene Menschen sind, die ja oder nein oder Mütze auf, du Pimmel! sagen können, ist doch alles fein. Und die Einrichtung der "Aphrodite" finde ich sogar wunderbar. Der nette Blumenstrauß auf dem Buffet, die Begrünung des Bizarrstudios (ein Rosenbäumchen?), die gemütliche Wohnzimmeratmosphäre überall, selbst im Dschungelzimmer, das finde ich lieb. Genau so stelle ich mir einen Swingerclub vor. Nicht diese elitären Castle-Events, bei denen Yvonne und Marius, Tankstelleninhaber aus Kreuzlingen, in edlem Ambiente auf Eyes-Wide-Shut machen, huhuhu! Mit venezianischer Maske und unterm knitterfreien Satin-Cape die guten Strapse. Wie soll man denn da die Eier baumeln lassen. Nee, wenn, dann in der "Aphrodite", versprochen.

Ganz anderes Thema. Nora Tschirner hat für das Hörbuch zugesagt und das führt natürlich zu großer Aufregung im Hause Lpunkt. Curd überlegt Tag und Nacht, wie und wo er sein Techtelnechtel am geschicktesten einfädelt. WE macht plötzlich wieder Diät und bietet Curd in seltener Verbundenheit an, ihn zu fahren, falls er mit Nora durchbrennen will. Schweinebande. Ich selbst bin auch schon ganz umtriebig. Emsig wie eine Biene kürze und überarbeite ich das Buch höchstpersönlich, damit Nora nicht durchdreht bei 350 Seiten. Viel Arbeit ist das. Also, Jungs, wenn einer ein Techtelnechtel mit ihr anfangen darf, dann ja wohl ich, höm.

11.01.2009 um 12:58 Uhr

Ausnahmsweise: Ein Kommentar zu den Kommentaren

von: Lapared

Auch hier noch mal:

So möchte ich das nicht.

Ich habe mich immer bemüht, nicht verletzend zu werden. Das war für mich ganz wichtig beim Schreiben des Buchs. Und auch beim Bloggen habe ich immer versucht, mich daran zu halten. Obwohl einem da schon mal was rausrutschen kann, oh ja, das gebe ich gerne zu ;) Weil es ein schnelles, spontanes Medium ist, weil man manchmal im Affekt schreibt, weil Nudel in Neopren so lustig klingt etc. etc.

Trotzdem: Ich selbst versuche so gut es geht, niemanden persönlich zu kränken, und ich fände es schön, wenn die Kommentatoren das auch nicht tun.

Es gibt so etwas wie eine Netiquette, ich halte sehr viel davon. Ich glaube, dass sie Voraussetzung dafür ist, dass Menschen sich trauen, sich im Netz zu äußern und ihre Meinungen und Empfindungen öffentlich zu machen. Sonst funktioniert das alles hier nicht mehr. Sonst überleben hier nur die mit dem ganz, ganz dicken Fell. Und von denen erfahren wir auch so genug.

Das heißt nicht, dass man auch nicht auch kritisieren darf, das darf man. Die Art und Weise ist entscheidend. Anonymität sollte nicht die Hemmschwelle senken, einem anderen eine zu verbraten.

Die erste und grundlegende Empfehlung der Usenet-Netiquette heißt:

„Vergessen Sie niemals, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt!“

Egal wie er sich nennt.