Anleitung zum Entlieben

01.03.2009 um 17:32 Uhr

Meine Schwester sagt

von: Lapared

In letzter Zeit tue ich das ja eher selten. Aber treue Leser erinnern sich: Früher habe ich oft meine Schwester angerufen, wenn mir etwas massiv auf die Nürven ging. Und von diesen Telefonaten dann anschließend hier berichtet.

In letzter Zeit habe ich das deshalb nicht mehr oft getan, weil meine Schwester nun mal diese Angewohnheit hat, die Dinge sehr klar beim Namen zu nennen.
So klar, dass dem arglosen Leser früher manchmal die Öhrchen schlackerten, wenn ich sie zitierte.
Das geht natürlich nicht mehr. Schließlich bin ich jetzt ordentliche Autorin, eine ordentliche Autorin sollte ein ordentliches Blog führen, ohne Öhrchenschlackern. Und auch nicht Nüsse, sondern Nerven schreiben, zum Beispiel. Allenfalls Nürven.

Ach, aber drauf geschiffen! Heute ist mir einfach so danach. Voila, endlich mal wieder ein Schwesterntelefonat:

Ich: Stell dir vor, ich habe einen Stalker.
Meine Schwester: Huihuihui, très chic! Allmählich wirst du ein richtiger Promi!
Ich: Naja, nur einen virtuellen, nur hier im Blog.
Meine Schwester: Okay, ein ganz kleiner Promi.
Ich: Er schreibt mir ständig an mein Postfach und wenn ich nicht antworte, wird er wütend und schreibt widerliche Kommentare ins Blog, andauernd, ich komm kaum hinterher, die zu löschen.
Meine Schwester: Was denn?
Ich: Frag nicht.
Meine Schwester: Und was noch?
Ich: Ach, dass ich schon in der Schule ohne Hös…
Meine Schwester: Sag´s nicht!
Ich: Und dass man mir nur 5 Mark in Monopoly-Geld geben musste, damit ich, du weißt schon.
Meine Schwester: Verstehe. Das ist kein Stalker, Schatz, das ist ein Wichser.
Ich: Und dann am nächsten Tag, ist er dann wieder ganz klein und schreibt, er will ja nur mein Freund sein und er hätte es ja so schwer gehabt im Leben und ob ich nicht, du weißt schon.
Mein Schwester: Verstehe. Ein armer Wichser.
Ich: Und deshalb habe ich jetzt die Kommentar-Funktion so eingestellt, dass Kommentare erst freigegeben werden müssen, bevor sie erscheinen. Weil ich ja nicht dauernd hinterher wischen kann, wenn dieser arme Mensch…
Meine Schwester: …in dein Blog wichst?!
Ich: Tja, aber schade ist das schon. Schade, schade. Über drei Jahre konnte hier jeder kommentieren, was und wann er wollte, nie ist was passiert, und dann kommt da so EIN einzelner …
Meine Schwester: WICHSER!
Ich: Und der macht alles kaputt.
Meine Schwester: Ja, das ist wirklich schade. Schade, schade. Aber ich denke, deine Leser werden Verständnis dafür haben.
Ich: Ich denke auch. 

In diesem Sinne:

Ich hoffe, Sie sind nicht böse, dass Kommentare in Zukunft erst von mir frei geschaltet werden müssen, bevor sie hier erscheinen. Und ich hoffe, Sie lassen sich davon nicht abhalten, trotzdem zu kommentieren.

Denn erstens habe ich mich über Kommentare früher immer gefreut, selbst wenn sie mal kritisch waren.

Zweitens wäre ohne Kommentare das Interaktive weg, wozu dann noch Bloggen?

Und drittens hätte dieser EINE, den man – das weiß ich wohl - eigentlich komplett ignorieren sollte, dann zu viel erreicht.