Anleitung zum Entlieben

29.03.2009 um 15:21 Uhr

Die Fortsetzung der Mascara-Geschichte (vom 23.1.)

von: Lapared

in der Mitte meines Lebens muss ich eine traurige Bilanz ziehen: Ich habe bisher einen Kleinwagen* für Mascara nicht nur ausgegeben, sondern… verschwendet. Obwohl ich dieses Produkt an sich für unverzichtbar halte im Leben einer Blondine (auch einer brünetten), betrachte ich diesen Kleinwagen* im Nachhinein wirklich für aus dem Fenster raus geworfen. So was.  (*sehr gebraucht)

Was zuvor geschah. Aus irgendeinem Impuls – nennen wir ihn Willi – habe ich im Drogeriemarkt meines Vertrauens neulich eine diese Billigmascaras gegriffen für 1,99. Und als ich ihn später vorsichtig teste - nicht gleich zur großen Abendgala, nur so zu einem kleinen Ausflug in den Baumarkt - falle ich fast vom Stuhl. Der beste Mascara meines Lebens. Ein schöne dickbauchige Bürste, saftige nicht zu trockene nicht zu flüssige Mascara. Und das Ergebnis: der Wimpernschwung perfekt, kein Verkleben, eine Fliegenfüßchen (ja, meine Herren, folgen Sie mir in unbekannte Welten und zu Problemen, die uns Frauen nicht beschäftigen, nein, die wir einfach nebenbei bewältigen). Ich überschlage also, wie oft ich Wimperntusche kaufe und wieviel ich unnötig dafür ausgegeben habe, und gleite dann mühelos weiter bis zur Feststellung der totalen Verfehltheit meiner Existenz.

„Es gibt die perfekte Mascara für 1,99, aber keiner erzählt es!“ sag ich zu WE. „Süße, das muss keiner erzählen, das weiß doch jeder! Was ist Mascara?“ - „Und ich, ich bin schuld, WE! Ich als Werber bin doch der Handlanger dieses Nepps, der Menschen glauben macht, dass teure Produkte besser sind!“ – „Na, mein kleiner Handlanger, jetzt übertreib mal nicht gleich wieder und komm in die Puschen.“ - „Und in den Versuchs-Laboren leiden die Kaninchen, damit es immer wieder neue Wimperntuschen gibt, über die Lchen dann erzählt, dass die noch besser sind, dabei gibt es die perfekten längst!“ – „Lchen, nun lass den kleinen Konsumkritiker mal stecken.“ – „Wir könnten das Thema Wimperntusche abhaken und uns anderen großen Menschheitsproblemen zuwenden, aber sie machen immer weiter!“ – „Lchen, sei froh, dass du das Geld in unnötig teure Wimperntusche investiert hast und nicht in so ein sehr gebrauchtes Auto, deine Wimpern verpesten wenigstens nicht die Luft!“ – „Und ich überfahre damit keine Kaninchen.“ – „Und das. Also fertig mit Konsumkritik? Dann komm, wir fahren einkaufen…“ 

(Ja, nicht so spannend, ich weiß. Aber die eigentliche Fortsetzung der Mascara-Geschichte ist noch unspektakulärer. Mr. La Bella Nussy alias Dick ist jetzt jobbedingt öfter in Hamburg, wie er Anfang der Woche am Telefon erzählt hat. Ein Ortsgespräch. Mit meinem Anrufbeantworter. Ansonsten nichts weiter. Nichts… Nichts… NICHTS. Aus irgendeinem Impuls – vielleicht auch wieder von Gehirn-Cheffunker Willi – habe ich die Nachricht inklusive Rückrufnummer umgehend rückstandslos gelöscht. Ende der Mascara-Geschichten.)