Anleitung zum Entlieben

28.06.2009 um 15:16 Uhr

Die Eskalation eines Kuchens

von: Lapared

Ein Kuchen war meinem Schatz nicht genug. Jetzt will er meine Hand. Ich habe einen Antrag bekommen. Au Backe.

Ich weiß, es ist nicht sehr populär. Wahrscheinlich ist es sogar ziemlich unsympathisch und meine Chancen, jemals den Pott für den besten Liebesroman zu holen, sinken damit drastisch. Aber ich möchte nicht heiraten. Ich will nicht. So, jetzt ist es raus.

Es war schon immer so. Ich brauche das Gefühl jederzeit gehen zu können, um irgendwo bleiben zu wollen. Ich sitze deshalb immer auf dem Platz neben dem Ausgang. Aber da sitze ich mitunter und sitze und sitze, mit einem einzigartigen, sensationellen Sitzfleisch. Das liebste, treueste, anhänglichste Menschlein auf diesem Planeten. Ich bleibe dort sitzen, selbst wenn die Party zu Ende ist, selbst wenn es brennt. Solange da eine Tür ist, laufe ich nie weg.

„Schatz“, sage ich also zu WE wie immer wenn wir über dieses Thema sprechen, „Schatz, du weißt doch, ich möchte dich nur sehr ungern heiraten. Ich würde viel lieber den Rest meines Lebens mit dir verbringen. Aber wenn wir heiraten, würde ich wahrscheinlich noch vorm Altar mit dem Trauzeugen anbändeln und nach dem Ja-Wort stante pede mit ihm durchbrennen… szzzzzzzzzzzt und weg das Lchen, pfutsch! Hihi.“

Bisher hatte WE nie viel Gerede darum gemacht. Und falls doch noch Kinderchen kämen, wollten wir das Ganze ohnehin neu verhandeln. Doch mit dem Stachel der Eifersucht im Herzen und einem gemütlichen Kissen unterm Popo beim Samstagmorgenfrühstück in Lchens Federn, hielt mein Schatz sich diesmal dran.
„Wir könnten doch einfach zwei weibliche Trauzeugen nehmen, Lchen“, versuchte er es - zugegeben sehr süß - weiter.
„Schatz, dann würde ich eben mit dem Pfarrer durchbrennen… oder - warum nicht - mit einer der blutjungen Brautjungfern, rrrrrrrr…“ hielt ich - auch nicht wirklich grimmig - dagegen.
Doch dann kam sie:
„Du liebst mich nicht wirklich, Lchen! Wahrscheinlich wartest du unbewusst immer noch auf diesen Typ!“ WUMMMMMMMMS!

In Fachkreisen nennt man diese Argumentation auch die Aidan-Keule. Weil dahinter die zu Lieschen- bzw. Hänschen-Müller-Psychologie geronnene, tausendfach bemühte Hollywooddramaturgie steckt, dass jede Frau heiraten will, sehnlichst, wenn nur endlich der Richtige sie fragt. Kein Aidan, sondern ein Mr. Big.

„Quatsch!“

Nun geriet ich doch ein bisschen in Rage. „Ich warte auf gar nichts. Ich war bis eben sehr glücklich mit dir und wollte, dass alles so bleibt, am liebsten für immer. Verstehst du blöder Idiot, was ich sage? Für immer!“ Lchen nahm langsam Fahrt auf, zumal WE seinerseits gerade das letzte Croissant nahm. „Aber ich reagiere nun mal allergisch auf geschlossene Systeme! Deshalb meide ich Flugzeuge, Kernspinntomographen und, ja… Ehen! Bitte, bitte, bitte, bitte akzeptier das! Bitte!“ Mangels attraktiver Nahrung erging ich mich nachfolgend ein bisschen in meiner Allergiker-Metapher. „Von einem Allergiker verlangt man ja auch nicht, dass er die Nüsschen isst, von denen ihm der Hals so anschwillt, dass er keine Luft kriegt! Von einem Allergiker verlangt ebenfalls niemand, dass er sich fragt, warum er allergisch ist und mit dem Allergischsein aufhört! Und erst recht unterstellt man einem Allergiker nicht, dass er gar nicht allergisch ist, sondern einfach das richtige Nüsschen noch nicht gefunden hat!“ So. Dann großes Finale unter Tränen. „Jedenfalls… je-den-falls… nur, um deine bescheuerte, dämliche, ungerechte Eifersucht zu verscheuchen, zwänge ich mich nicht in so ein beschissenes, kitschiges, weißes Kleid!“

Ach ja.

Und so haben dann noch ein bisschen hin – und hergestritten. Am Ende hat WE dann einen Kuchen für mich gebacken. Stachelbeer-Rhabarber mit Sahne. Der Liebe. Wenn wir so weiter machen, werden wir noch richtig schön fett… dicke Wurstärmchen werden unter den weißen Puffärmelchen herquellen… schön wird das, schön…

20.06.2009 um 12:19 Uhr

Curd Rock im Sex-Imterview

von: Lapared

 Typisch. Ich wurde wieder mal völlig imgnoriert...

 Warum hat Fermsehen mich nichts gefragt...

 Ich hätte geamtwortet… geamtwortet… geamtwortet…

 Fahr zur Hölle, Murdock!

 Den Satz wollte ich immer schom mal sagem…

20.06.2009 um 12:16 Uhr

Lpunkt im Sex-Interview

von: Lapared

Mark Twain sagte es schon: „Das menschliche Gehirn ist eine großartige Sache. Es funktioniert vom Moment der Geburt an – bis zum Zeitpunkt, wo du vor einer Fernsehkamera über den weiblichen Orgasmus sprechen sollst.“

So (oder so ähnlich) also Mark Twain zum Thema Lampenfieber.

Soviel (oder sowenig) zum Thema Sex-Interview für Spiegel-TV.

Oder wie meine Freundin Wpunkt im Anschluss an eine ausführlichere Schilderung meines kleinen Fernseh-Abenteuers treffend resümierte: „Fein. Nun wissen wir also auch, dass du auf keinen Fall vor eine laufende Kamera treten solltest.“ Aber die gute Nachricht ist: Ausgestrahlt wird das Ganze frühestens Anfang nächsten Jahres. Bis dahin lasse ich mir einen Bart stehen. Nein, die schwitzende stotternde Frau aus dem Fernsehen kenne ich nicht…

Mein GANZER Anti-Eifersuchts-Kuchen hat hingegen eingeschlagen wie eine Bombe (Käsestreusel ohne Boden). Was so eine kleine liebevolle Geste doch manchmal bewirken kann. Nachdem mein Schatz die ersten zwei Stücke strahlend verdrückt hatte, überzog beim dritten ein leichter Schatten sein Gesicht, beim vierten ließ er die Gabel sinken, und die Krümel an seinem Kinn zitterten wie von einem weit entfernten Erdbeben, als er es schließlich aussprach: „Du hast noch nie Kuchen gebacken, Lchen. Hast Du so ein schlechtes Gewissen?“

Hmpf.

14.06.2009 um 12:51 Uhr

Curd schom wieder auf Fototour

von: Lapared

Von morgems bis abemds schaukelt sie mich im Fahrradkorb durch die Gegemd.

 Wir suchem nämlich nach Fotomotivchem...

 Irgemdwo muss es im Hamburg doch wie im New York aussehem

 Im Wimter...

14.06.2009 um 12:50 Uhr

Lpunkt wechselt das Fach

von: Lapared

Hätte ich doch die Klappe gehalten. Hätte ich bloß die Klappe gehalten. Hab ich aber nicht. Und nun ist er weg. WE. Mein Liebster. Knalltütchen. Weg.

Angefangen hatte es mit dem Buch. „Schatz“, rutschte es mir raus, als WE fragte, ob er es denn jetzt endlich lesen darf, „Schatz, lieber nicht.“ Blöder Fehler. „Erst wenn Curds Bilder auch fertig sind!“ versuchte ich zu retten. Zu spät. Mein Schatz hatte Witterung aufgenommen. In einer einzigen Nacht hatte er den Schinken durch und am Ende war ich überführt: „Lchen, du liebst diesen Heini noch.“

Verstehe.

Ich fand mich sehr nett. Und überaus einfühlsam. Mit Engelsgeduld habe ich WE erklärt, dass es sich um einen Roman handelt. Einen Liebesroman. (Nächstes Jahr hole ich den Pott!) Und dass es dafür nun mal notwendig ist, dass der Leser den Eindruck gewinnt, dass die Heldin, die keineswegs gleichzusetzen ist mit der Autorin, dem Helden eine gewisse Sympathie entgegenbringt. (Jetzt kenne ich die Tricks!) Und natürlich habe ich meinem Schatz hoch und heilig und sehr süß und unter größtem mentalen wie körperlichen Einsatz über Tage, Wochen stets auf Neue versichert, was in einer solchen Situation zu versichern ist: Dass da nichts mehr ist. Gar nichts. Niente. Nada. Null.

Mit Erfolg. So weit.

Und dann las ich vor ein paar Tagen diesen Artikel über polyamore Beziehungen. Im Rahmen meiner Sex-Recherche, (Sie wissen schon, das Interview, Dienstag ist es nun endlich endlich endlich so weit, wegen des nervösen Augenflatterns und des Stotterns bin ich jetzt in Therapie...) las ich über diese Menschen, die nicht nur einen, sondern zwei oder sogar mehrere Menschen gleichzeitig lieben, mit dem Herzen, aber nicht nur damit. Und gleichzeitig Beziehungen mit ihnen führen. Nicht heimlich, ganz offen. Und weil ich früher noch nie etwas von dieser sogenannten „Polyamory“ gehört hatte, sagte ich zu WE: „WE, Schatz, weißt du, wie man dieses Polyamory ausspricht?“ Prompt nahm Schatz seine Fährte wieder auf, überzeugt, dass ich ihn behutsam an die Tatsache heranführen will, dass ich polyamor veranlagt bin und wir an der Schwelle zu Sodom und Gomorrha stehen.

Ach, ach, ach…

Ich also wieder losgelegt. Sie wissen schon… hoch und heilig und sehr süß und unter größtem körperlichen wie mentalen Einsatz stets auf Neue… Bis mein Schatz mit seiner Eifersucht den falschen Moment erwischte. Ich hatte seit zehn Stunden nichts gegessen und war aggressiv wie ein Pinscher. „Liebe ist kein Kuchen!“ fauchte ich WE an, „Selbst wenn! Selbst wenn ich Dick oder 119 oder sonst irgendwen noch gern hätte, das nähme dir doch nichts weg!“ (Das hatte ich auch in dem Artikel gelesen, das berühmte Kuchenbild, ich war ganz fasziniert von dieser Logik. Und überhaupt von dem Gedanken an Kuchen. Genau so hatten mir meine Eltern früher immer erklärt, dass meine Schwester mir nichts von ihrer Zuneigung wegnimmt. Ich hatte ihnen natürlich nicht geglaubt, war aber, da ich meine Schwester meinerseits auch ganz sympathisch fand, bereit, ihnen ihre Vernachlässigungen nachzusehen). Also, ich schmettere meinem Schatz das berühmte Kuchenbild an den Kopf…

Ganz großer Fehler.

Und nun ist WE also weg. Für drei Tage bei seinem alten Schulfreund Andi auf Fehmarn. Da wollte er zwar ohnehin hin, aber irgendwie fühlt es sich ganz übel an, kein Tschüss, kein Kuss, kein Garnichts.

Manmanman…

Wenn er Montag wieder kommt wird jedenfalls Kuchen auf dem Tisch stehen, hab ich mir überlegt. Ein großer. Selbst gebacken, mit Sahne und vor allem… ein GANZER. Alles andere ist doch Käse. Schätze ich. Und außerdem war das der letzte Liebesroman, den ich geschrieben habe. Das nächste Buch wird ein Krimi. Die Heldin wird den Helden umlegen, dann muss WE sich nicht mehr bedroht fühlen. Der Krimi ist ohnehin das bessere Format. Womit ich übrigens auch sagen will: Britt, Dein Buch hat mir ausgesprochen gut gefallen! Herzlichen Glückwunsch!

07.06.2009 um 19:31 Uhr

Loslassem

von: Lapared

 Sie hat mich zu Meditatiom geschickt.

 Ich soll zu Friedem umd freumdlicher Güte fimden.

 Sehem Sie meim Gesicht... Es wirkt.

 Ich kann emdlich mal alles loslassem… alles

 Mist!

07.06.2009 um 19:10 Uhr

Krimi-Abend

von: Lapared

Den heutigen Eintrag widme ich Britt Reissmann.

Britt Reissmann arbeitet bei der Mordkommission. Britt Reissmann schreibt Kriminalromane. Britt Reissmann ist Autorin von „Der Traum von Tod“ und wurde dafür mit dem Literaturpreis DeLiA ausgezeichnet. Dem Preis für den besten deutschsprachigen Liebesroman des Jahres.

SKAMDAL!!! !   !

Zu dem Buch kann ich leider noch gar nichts sagen. Ich habe es zwar gekauft, aber ich bin noch nicht dazu gekommen, es zu lesen. Einen Preis für Freundlichkeit hat Britt Reissmann aber auf jeden Fall verdient. Heute schreibt sie in den Kommentaren zu „Niederlage in Celle“:

Hi Conni,
ich bin die blöde Tuss, von der die Jury der Meinung war, sie hätte den besten Liebesroman des Vorjahres geschrieben. Ich kann mit ihr nicht konform gehen. Ich finde, DU und Curd - ihr habt den besten Liebesroman des
Vorjahres geschrieben. (…)  Wenn ich die Jury gewesen wäre, hättest du den Preis bekommen. Take ist easy, jede Jury kann sich mal irren. Nächstes Mal klappt's. Ich wünsche es euch von Herzen!

Liebe Grüße (natürlich auch an Curd)
von Britt


Ist das groß oder ist das groß? Ich denke, heute Abend werde ich mal nicht Tatort gucken, sondern mir Britts ausgezeichneten Krimi (und Liebesroman!) zu Gemüte führen. 

ABER NICHT AUF MEIM COUCH!!!!!!!!!! !! !       !

Curd ist auch schon ganz gespannt ;)