Anleitung zum Entlieben

14.06.2009 um 12:51 Uhr

Curd schom wieder auf Fototour

von: Lapared

Von morgems bis abemds schaukelt sie mich im Fahrradkorb durch die Gegemd.

 Wir suchem nämlich nach Fotomotivchem...

 Irgemdwo muss es im Hamburg doch wie im New York aussehem

 Im Wimter...

14.06.2009 um 12:50 Uhr

Lpunkt wechselt das Fach

von: Lapared

Hätte ich doch die Klappe gehalten. Hätte ich bloß die Klappe gehalten. Hab ich aber nicht. Und nun ist er weg. WE. Mein Liebster. Knalltütchen. Weg.

Angefangen hatte es mit dem Buch. „Schatz“, rutschte es mir raus, als WE fragte, ob er es denn jetzt endlich lesen darf, „Schatz, lieber nicht.“ Blöder Fehler. „Erst wenn Curds Bilder auch fertig sind!“ versuchte ich zu retten. Zu spät. Mein Schatz hatte Witterung aufgenommen. In einer einzigen Nacht hatte er den Schinken durch und am Ende war ich überführt: „Lchen, du liebst diesen Heini noch.“

Verstehe.

Ich fand mich sehr nett. Und überaus einfühlsam. Mit Engelsgeduld habe ich WE erklärt, dass es sich um einen Roman handelt. Einen Liebesroman. (Nächstes Jahr hole ich den Pott!) Und dass es dafür nun mal notwendig ist, dass der Leser den Eindruck gewinnt, dass die Heldin, die keineswegs gleichzusetzen ist mit der Autorin, dem Helden eine gewisse Sympathie entgegenbringt. (Jetzt kenne ich die Tricks!) Und natürlich habe ich meinem Schatz hoch und heilig und sehr süß und unter größtem mentalen wie körperlichen Einsatz über Tage, Wochen stets auf Neue versichert, was in einer solchen Situation zu versichern ist: Dass da nichts mehr ist. Gar nichts. Niente. Nada. Null.

Mit Erfolg. So weit.

Und dann las ich vor ein paar Tagen diesen Artikel über polyamore Beziehungen. Im Rahmen meiner Sex-Recherche, (Sie wissen schon, das Interview, Dienstag ist es nun endlich endlich endlich so weit, wegen des nervösen Augenflatterns und des Stotterns bin ich jetzt in Therapie...) las ich über diese Menschen, die nicht nur einen, sondern zwei oder sogar mehrere Menschen gleichzeitig lieben, mit dem Herzen, aber nicht nur damit. Und gleichzeitig Beziehungen mit ihnen führen. Nicht heimlich, ganz offen. Und weil ich früher noch nie etwas von dieser sogenannten „Polyamory“ gehört hatte, sagte ich zu WE: „WE, Schatz, weißt du, wie man dieses Polyamory ausspricht?“ Prompt nahm Schatz seine Fährte wieder auf, überzeugt, dass ich ihn behutsam an die Tatsache heranführen will, dass ich polyamor veranlagt bin und wir an der Schwelle zu Sodom und Gomorrha stehen.

Ach, ach, ach…

Ich also wieder losgelegt. Sie wissen schon… hoch und heilig und sehr süß und unter größtem körperlichen wie mentalen Einsatz stets auf Neue… Bis mein Schatz mit seiner Eifersucht den falschen Moment erwischte. Ich hatte seit zehn Stunden nichts gegessen und war aggressiv wie ein Pinscher. „Liebe ist kein Kuchen!“ fauchte ich WE an, „Selbst wenn! Selbst wenn ich Dick oder 119 oder sonst irgendwen noch gern hätte, das nähme dir doch nichts weg!“ (Das hatte ich auch in dem Artikel gelesen, das berühmte Kuchenbild, ich war ganz fasziniert von dieser Logik. Und überhaupt von dem Gedanken an Kuchen. Genau so hatten mir meine Eltern früher immer erklärt, dass meine Schwester mir nichts von ihrer Zuneigung wegnimmt. Ich hatte ihnen natürlich nicht geglaubt, war aber, da ich meine Schwester meinerseits auch ganz sympathisch fand, bereit, ihnen ihre Vernachlässigungen nachzusehen). Also, ich schmettere meinem Schatz das berühmte Kuchenbild an den Kopf…

Ganz großer Fehler.

Und nun ist WE also weg. Für drei Tage bei seinem alten Schulfreund Andi auf Fehmarn. Da wollte er zwar ohnehin hin, aber irgendwie fühlt es sich ganz übel an, kein Tschüss, kein Kuss, kein Garnichts.

Manmanman…

Wenn er Montag wieder kommt wird jedenfalls Kuchen auf dem Tisch stehen, hab ich mir überlegt. Ein großer. Selbst gebacken, mit Sahne und vor allem… ein GANZER. Alles andere ist doch Käse. Schätze ich. Und außerdem war das der letzte Liebesroman, den ich geschrieben habe. Das nächste Buch wird ein Krimi. Die Heldin wird den Helden umlegen, dann muss WE sich nicht mehr bedroht fühlen. Der Krimi ist ohnehin das bessere Format. Womit ich übrigens auch sagen will: Britt, Dein Buch hat mir ausgesprochen gut gefallen! Herzlichen Glückwunsch!