Anleitung zum Entlieben

28.02.2010 um 14:25 Uhr

Anni

von: Lapared

Ich komme ja meistens erst dann, wenn die Party gerade zu Ende geht. Von Carrie Bradshaw habe ich zum ersten Mal gehört, als bereits die fünfte Staffel von SATC in der dritten Wiederholung lief. Und auch für die Olympischen Winterspiele habe ich mich zum ersten Mal gestern Nacht interessiert. Der letzten, bevor sie beendet sind. Aber die hab ich tatsächlich vorm Fernseher verbracht. Um immer und immer wieder diese Bilder zu sehen: Anni Friesinger-Postma, die im Halbfinale bäuchlings gen Ziellinie rudert, dann das rechte Bein nach vorne wirft und mit dem Schlittschuh liegend die Zeitmessung auslöst. Zwei Zehntelsekunden vor den Amerikanerinnen, hihihiiiiiiiiiiiiiiiiiiii...

Was mich daran am meisten fasziniert: Sie hat es doch wieder geschafft. Auch ohne überragende Leistungen spricht wieder alle Welt über Anni, Anni, Anni. Sie liefert die Bilder der Olympiade. Sie ziert die Titelseiten. Und bei den Interviews konnte man richtig sehen, wie sie sich bremst, um mit ihrem Individual-Glamour nicht das Team-Gold zu überstrahlen, das die drei anderen im Finale ohne sie geholt haben. Wie sie rührend versucht, sich nicht nach vorne zu spielen, aber es doch tut. Es geht einfach nicht anders. Sie ist Anni. Ja, das fasziniert mich.

Das ist so ungerecht und trotzdem so richtig irgendwie. Es gibt Stars und es gibt die anderen, die Arbeitsbienchen, die Ackergäule. Die immer Ackergäule bleiben, egal wie viel Metall vor ihrem meist flachen Busen baumelt. Das ist einfach so. Und auch wenn ich mich selbst  - natürlich auf viel viel niedrigem Niveau - zur Spezies der tapferen flachbrüstigen Arbeitsbienchen zähle, kann ich das, was mich in der eigenen Disziplin vor Neid empört (was, wie oft hat sich dieses Sex-Buch verkauft!?!) in anderen Disziplinen fröhlich bejubeln. Vielleicht auch deshalb, weil diese Anni neben dem ganzen Glamourding auch 16-fache Weltmeisterin ist, man vergisst es fast. Man vergisst, dass manche Stars eben auch wirklich überragend sind. Selbst, wenn sie patzen.

Ich finde Anni jedenfalls wunderbar. Und gestern ist mir auch zum ersten Mal aufgefallen, dass sie irgendwie Ähnlichkeit mit Carrie Bradshaw hat. Doch, finde ich!

28.02.2010 um 14:19 Uhr

Frühlimg

von: Lapared

 Sie hat gesagt...

   jetzt wo Frühlimg kommt... 

 muss Curd wieder...

 draußem spielem.

 Welcher Frühlimg?

21.02.2010 um 15:15 Uhr

Lpunkt im Therapie-Fieber

von: Lapared

Alle paar Jahre wieder überlege ich, mich in Therapie zu begeben. Treue Leser kennen das schon. Gewöhnlich ist eine Trennung, mit der ich wie immer nicht fertig werde (von mal zu mal weniger), der Anlass. Beim letztenmal führte das zu einem Intermezzo mit Stöckchen, wie ich meine damalige Therapeutin liebevoll nannte, das abrupt und völlig vorzeitig endete, als meine Krankenkasse sich weigerte, die Kosten zu übernehmen. Wahrscheinlich, weil es sich um eine „tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie“ handelte, sprich Psychoanalyse, und die entwickelt sich ja nicht selten zu einer Art Lebensgemeinschaft. Auch Stöckchen wollte mich gleich vier mal die Woche sehen, obwohl wir nicht gerade Nachbarinnen waren (aber ich suchte schon in ihrer Gegend). Kein Wunder, dass die Kasse uns den Riegel vorschob.

Aber jetzt ist es wieder so weit. Lchen wieder im Therapy-Fever. Und diesmal ist nicht eine Trennung der Grund. Obwohl es neulich fast so weit gewesen wäre. Als ich hier von dem Streit wegen Autochen erzählt hatte, gab es danach fast einen zweiten Totalschaden. Der Beziehung. Seitdem haben wir ein Abkommen: Ich musste versprechen, dass ich ** nicht mehr erwähne - das nur am Rande. Jedenfalls, ich bin jetzt wieder ganz wild auf Psychotherapie, möglichst viel, möglichst lange, möglichst täglich. Und der Grund diesmal: Gabriel Byrne als Psychotherapeut Dr. Paul Weston in „In Treatment“, seit 15. Februar täglich von Montags bis Freitags auf 3sat. Was für ein Hase! Jeden Tag der Woche (Mo-Do) kommt ein anderer Patient zu Dr. Paul Weston. Und jeweils am Freitag geht er dann selbst auf die Couch bzw. zu seiner Supervisorin. Geniales Konzept, oder?!

Meine Lieblings-Patientin ist eindeutig Laura, die immer montags ihren Termin hat (bei Dr. Paul Weston und auch auf 3sat). Ihr Freund hat ihr ein Ultimatum gestellt: Heirat oder Trennung (das kommt mir bekannt vor). Völlig schockiert hatte sie danach fast Sex mit einem Fremden auf der Toilette (das selbstverständlich nicht). Doch dann erkennt sie ihre wahren Gefühle: Sie ist in Dr. Weston verliebt, ihren Therapeuten. Kurzum: Laura ist komplett normal. Und sie sagt außerdem Sätze wie: „Sie sitzen da wie so ein beschissener Buddha.“

Also, wenn Laura morgen um 21 Uhr ihren Termin bei Dr. Paul Weston hat, werde ich sie begleiten. Und die restlichen drei Tage der Woche werde ich auch bei ihm reinschauen. Das Schöne diesmal: Ich muss nicht erst zehn Kilometer mit dem Rad hinstrampeln. Und meine Krankenkasse ist völlig einverstanden.

14.02.2010 um 11:07 Uhr

Tätäääääää

von: Lapared

 Curd mit Clowmsnase.

 Witzig.

 Dabei wäre ich soooo germ…

 als kleime Primzessim gegamgen.

 Umd als Pirat!

 Tätääääääää.

07.02.2010 um 17:16 Uhr

Wimterspaß

von: Lapared

 Ich muss zugebem...

 auch für mich...

   ...hört Spaß irgemdwo auf.

07.02.2010 um 14:08 Uhr

Bübchen Milch

von: Lapared

Es gibt nicht viele Geldausgaben, die ich wirklich aufrichtig bedauere.

Zwar gibt es haufenweise Kleider, die ich gekauft und nie getragen habe. Diverse Gastronomierechnungen für etwas, an das ich mich am nächsten Morgen beim besten Willen nicht erinnern konnte. Einmal habe ich unfassbare zweihundert Mäuse für einen Bikini hingeblättert, um ausgerechnet einen Mann zu beeindrucken, der mir später das Herz brechen würde. Und ein anderes Mal musste ich 80 Euro für eine Frisur bezahlen, derer wegen man mich auf der Straße um Autogramme bat. Doch normalerweise hake ich so etwas einfach ab.

Normalerweise sage ich mir, wer weiß, wofür es gut ist. Wendig wie ein Wiesel weiß ich mir jede Fehlinvestition schönzureden. Apfelsinenfarbene Lederblazer werden irgendwann bestimmt große Mode, denke ich. Der Mann war böse, aber dank ihm habe ich einen todchicen Bikini, sage ich mir. Und die 80 Euro für die Strähnchen hab ich längst wieder drin, weil ich derart entstellt drei Monate lang nirgends hingehen und auch kein Geld für Kaltgetränke ausgeben konnte.

Also, ich rege mich nicht auf, ich rechne mir das schön.

Aber gestern habe ich wirklich mal über eine Geldverschwendung geärgert. 38 Cent. Geschätzte 38 Cent  (2 x 19 Cent pro Minute) dürfte mein Anruf bei der Firma Bübchen gekostet haben, in dem ich dem Unternehmen mitteilen wollte, dass der „Neue Duft“, den sie auf ihren Bübchen-Milch-Flaschen anpreisen, mir persönlich nicht gefällt. Dass er schrecklich ist, meine Meinung. Dass ich die alte Bübchen-Milch mit dem alten Bübchen-Milch-Duft zurück will. Dass ich diesen Duft geliebt habe, dass mein olfaktorisches Gedächtnis zahllose Erinnerungen damit verbindet, die z.T. bis in die tiefste Kindheit reichen, dass dieser Duft einen Teil meiner Identität ausmacht und dass mir das Leben ohne ihn keinen Spaß mehr macht. So in etwa habe ich argumentiert.

38 Cent dafür, dass irgendeine Frau in der Kundenzentrale von Bübchen in Soest nun davon überzeugt ist, dass ich komplett einen an der Schüssel habe. Das ist schon ärgerlich. 

Und Besorgnis erregend. Es wird Zeit, dass Frühling wird, dieses dunkle Wetter drückt mir auf den Hormonhaushalt. Ich mache mir ein bisschen Angst…

P.S. Und noch was, liebe Bübchen-Milch Hersteller: Würden Sie die Bübchen-Milch vorn auf der Flasche wieder Bübchen-Milch statt -Milk nennen, bitte?! Bübchen-Milk, das ist doch Käse, entweder Little-Boy-Milk, wenn es unbedingt Englisch sein soll, oder eben Bübchen-Milch. Wissen Sie, so ein Sprachen-Durcheinander kann ich nämlich nicht ausstehen. Danke.

Sommer! SOFORT!