Anleitung zum Entlieben

21.02.2010 um 15:15 Uhr

Lpunkt im Therapie-Fieber

von: Lapared

Alle paar Jahre wieder überlege ich, mich in Therapie zu begeben. Treue Leser kennen das schon. Gewöhnlich ist eine Trennung, mit der ich wie immer nicht fertig werde (von mal zu mal weniger), der Anlass. Beim letztenmal führte das zu einem Intermezzo mit Stöckchen, wie ich meine damalige Therapeutin liebevoll nannte, das abrupt und völlig vorzeitig endete, als meine Krankenkasse sich weigerte, die Kosten zu übernehmen. Wahrscheinlich, weil es sich um eine „tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie“ handelte, sprich Psychoanalyse, und die entwickelt sich ja nicht selten zu einer Art Lebensgemeinschaft. Auch Stöckchen wollte mich gleich vier mal die Woche sehen, obwohl wir nicht gerade Nachbarinnen waren (aber ich suchte schon in ihrer Gegend). Kein Wunder, dass die Kasse uns den Riegel vorschob.

Aber jetzt ist es wieder so weit. Lchen wieder im Therapy-Fever. Und diesmal ist nicht eine Trennung der Grund. Obwohl es neulich fast so weit gewesen wäre. Als ich hier von dem Streit wegen Autochen erzählt hatte, gab es danach fast einen zweiten Totalschaden. Der Beziehung. Seitdem haben wir ein Abkommen: Ich musste versprechen, dass ich ** nicht mehr erwähne - das nur am Rande. Jedenfalls, ich bin jetzt wieder ganz wild auf Psychotherapie, möglichst viel, möglichst lange, möglichst täglich. Und der Grund diesmal: Gabriel Byrne als Psychotherapeut Dr. Paul Weston in „In Treatment“, seit 15. Februar täglich von Montags bis Freitags auf 3sat. Was für ein Hase! Jeden Tag der Woche (Mo-Do) kommt ein anderer Patient zu Dr. Paul Weston. Und jeweils am Freitag geht er dann selbst auf die Couch bzw. zu seiner Supervisorin. Geniales Konzept, oder?!

Meine Lieblings-Patientin ist eindeutig Laura, die immer montags ihren Termin hat (bei Dr. Paul Weston und auch auf 3sat). Ihr Freund hat ihr ein Ultimatum gestellt: Heirat oder Trennung (das kommt mir bekannt vor). Völlig schockiert hatte sie danach fast Sex mit einem Fremden auf der Toilette (das selbstverständlich nicht). Doch dann erkennt sie ihre wahren Gefühle: Sie ist in Dr. Weston verliebt, ihren Therapeuten. Kurzum: Laura ist komplett normal. Und sie sagt außerdem Sätze wie: „Sie sitzen da wie so ein beschissener Buddha.“

Also, wenn Laura morgen um 21 Uhr ihren Termin bei Dr. Paul Weston hat, werde ich sie begleiten. Und die restlichen drei Tage der Woche werde ich auch bei ihm reinschauen. Das Schöne diesmal: Ich muss nicht erst zehn Kilometer mit dem Rad hinstrampeln. Und meine Krankenkasse ist völlig einverstanden.