Anleitung zum Entlieben

31.05.2010 um 00:50 Uhr

Curds Traum

von: Lapared

 Mamchmal demke ich, wie es wäre, wemm ich richtig berühmt wäre.

  Wemm alle diese Liebesschlösschem…

  nur für mich am Brücke hängem würdem

 Das wäre wumderbar.

 Alles Schlösschem mit I LOVE CURD

 Eim Schloss mit I LOVE MILLIÖMCHEM habe ich aufgehangt, ja, ja…

P.S. Damke am meim bezaubermden Fams aus Kölm!

30.05.2010 um 23:38 Uhr

Liebesschlösser

von: Lapared

Ich bleibe noch mal in Köln. Lena war ja auch da… (Ist das nicht der Hammer?)

In eine ähnliche Richtung wie der Kugelmenschmythos gehen ja auch die Liebesschlösser an der Kölner Hohenzollern-Eisenbahnbrücke. Das dachte ich zumindest…

Es begann im Sommer 2008. Verliebte ritzten ihre Initialen in ein Vorhängeschloss, knipsten es an den Zaun zwischen Schienen und Fußgängerüberweg, und warfen den Schlüssel in den Rhein. Ein Treueschwur.  Das Versprechen, dass diese Liebe für immer bleiben würde.

Zwei Jahre später, im Mai 2010. Inzwischen hängen tausende Schlösser dort. Die Hohenzollernbrücke ist Kölns neue Touristenattraktion und ein Mekka der Liebenden. Aus aller Welt kommen sie angepilgert, um sich mit einem Liebesschloss ewige Treue schwören.

Todesmutig habe ich mir die Brücke letztes Wochenende mal angesehen. Mutmaßend, dass es wohl Anhänger des Kugelmenschglaubens sein müssten, die sich dort ewige Treue schwören. Doch weit gefehlt.

Es gab Schlösser mit vier, fünf und mehr Initialen drauf. Manche widmen ihren Freunden ein Schloss (To all my friends). Auch ganze Familien bringen Schlösser dort an. Andere schwören durch ein Vorhängeschloss ihrem Fußballverein ewige Treue. Oder versprechen einem verstorbenen Vierbeiner, ihn nie zu vergessen (sogar mit Foto!) Und ein Schloss fand ich, darauf stand graviert SATC forever (warum nicht? Ich werde diese vier Ladies auch immer lieben, selbst mit siebzig, wenn sie in "Sex and the City XVIIII" gemeinsam ins Seniorenheim ziehen!)

Was ich nur sagen will: Das klassische Kugelmenschmodell hat Konkurrenz, auch auf der Hohenzollernbrücke. Die Liebesschlösser sind eine große anarchistische Ansammlung von Liebeserklärungen aller Art. Allen gemeinsam ist nur der Glaube, dass diese eine Liebe nie vergeht.

Ach ja… ;)

24.05.2010 um 23:03 Uhr

Wer glaubt an den Kugelmenschen?

von: Lapared

Mein Wochenende stand ganz im Zeichen der Liebe und Romantik. Zumindest theoretisch. An der Filmschule in Köln habe ich einen spannenden Workshop besucht, Thema: Liebesfilm und romantische Komödie. Was zu einigen wirklich erhellend Einsichten führte, auch für die eigene Liebespraxis.

Der Seminarleiter erzählte uns zum Beispiel vom alten Mythos des Kugelmenschen. Der Mythos besagt, dass der Mensch ursprünglich ganz war, vollständig, eine Kugel. Und dann, eines Tages, kam die Brigitte-Diät. Nein, Späßchen. Und dann, eines Tages, war irgendeiner der Götter, ich glaube Zeus, sauer auf den Kugelmenschen (weil der, vollständig wie er war, ein bisschen zu keck wurde den Göttern gegenüber). Und zur Strafe hat Zeus den Kugelmensch in zwei Teile gespalten. Seitdem gibt es keine Kugelmenschen mehr, sondern nur noch Menschen, die nach ihrer zweiten Hälfte suchen. Nach der einen perfekten Ergänzung, die uns wieder ganz vollständig macht.

Deshalb – sagte der Seminarleiter - funktionieren Liebesfilme: Die meisten Menschen glauben an diesen Mythos, den Mythos vom Kugelmenschen. Sie glauben daran, dass ein Mensch allein nie vollständig ist. Und sie glauben, dass es für jeden Menschen die eine, perfekte Ergänzung gibt. Er muss sie nur finden, dann ist er ganz.

Der Seminarleiter fragte natürlich, ob auch wir, die Seminarteilnehmer, an den Kugelmenschen glauben. So richtig deutlich meldete sich nur die nette junge Autorin, die fürs ZDF Inga Lindström–Filme schrieb. Alle anderen hoben das Fingerchen maximal auf halbe Höhe. Auch ich schonte lieber mein krankes Ärmchen. (So eine Sehnenscheidenentzündung ist eine hartnäckige Sache.)

Im Nachhinein muss ich zugeben: Ja, auch ich glaube an den Kugelmenschen. Mit einer kleinen Modifizierung vielleicht. Ich glaube, dass Zeus so sauer war, dass er ihn gleich in mehrere Teile zerhauen hat. Ich glaube, dass ein paar Menschen auf diesem Planeten rum laufen, die mich gut ergänzen, nie ganz, aber an der einen oder anderen Stelle. Ich glaube außerdem, dass niemand für immer bei mir bleiben muss, um mich für den Rest meines Lebens ein bisschen vollständiger zu machen. Ich glaube, dass sich die Stellen ändern können, an denen ich mich am meisten nach Ergänzung sehne. Und ich glaube, dass man auch alleine runder werden kann. Oh, entschuldigen Sie mich, der Pizzabote...

23.05.2010 um 09:05 Uhr

Pfingstausflug

von: Lapared

 Absolut trockenem Fußes hat Curd soebem die Elbe überquert.

   Bitte emtschuldigem Sie mich num....

 ... für eim kleinem Pfimgstausflug!

Mich bitte auch - Frohe Pfingsten wünscht Ihre Lpunkt! 

17.05.2010 um 01:53 Uhr

Curds Vatertag

von: Lapared

 Zu Vatertag hatte Vati mal das Auto aus der Garage geholt

 mamchmal genieße ich eimfach die Eimsamkeit der Straße

 gamz alleim, eim Mann umd seim Auto

 natürlich fahre ich auch germ im wilden Gelämde

 Paris- Dakar (im Himtergrund Eiffelturm, gerade im Umbau)

 Umd hier steche ich damm gleich im See (Bilder nächste Woche)

16.05.2010 um 23:57 Uhr

Keine neue Frisur

von: Lapared

Wenn Frauen nach einer langen schweren Trennung das Köpfchen vorsichtig wieder aus der Höhle strecken, ist das Erste, was sie brauchen oder zumindest zu brauchen glauben, eine neue Frisur. Das ist eins der wenigen Klischees über Frauen, das kein Klischee ist, sondern die reine Wahrheit. Wenn wir die Kraft finden, neu anzufangen und uns vielleicht nach einer neuen Liebe umzusehen, dann weiß es als erster unser Friseur. (Leider ist der - wegen eines der wenigen Klischees über Männer, das kein Klischee ist, sondern die Wahrheit -  der letzte, den es interessiert.)

Ich werde so schnell nicht zum Friseur gehen. Noch nie war mir meine Frisur gleichgültiger. Trotzdem stehen die Zeichen auf Neuanfang, nicht in meinem Liebes- aber in meinem Badeleben. Ich gehe neuerdings nämlich mit dem Kopf unter Wasser. Ja! Der Beginn einer neuen Ära.

Ich habe es natürlich nicht freiwillig getan. Sie erinnern sich, ich war die Dame, die trockenen Haares nach einer Olympiamedaille im Brustschwimmen greifen wollte. Ich war stolz auf meinen Tuckerstil, nur Leidensdruck konnte mich dazu bewegen, ihn aufzugeben, und den hatte ich in den letzten Wochen. Eine Sehnenscheidenentzündung (ja, das auch noch, ich arme Sau), ich konnte meinen rechten Arm kaum noch bewegen. „Mausarm“, sagte der Facharzt. „Sie arbeiten zu viel“. Süß.

Eine intime Analyse meiner Lebensbedingungen kam zu einem anderen Ergebnis. Sie ergab, dass wohl eher mein neues Freizeitverhalten als mein exzessives Arbeiten als Ursache meiner Beschwerden in Frage kam. Mein Frühsport auf dem heimischen Crosstrainer, mein exzessives Milchschaumschlagen mehrmals täglich für den Kaffee… und vor allem mein nachmittägliches Damenbaden. Wenn ich Kummer hab, muss ich doch immer ins Wasser. Ich ahnte: Mein Mausarm war eigentlich ein Tuckerarm. Nicht sehr ehrenvoll, aber wahr.

Ich beschloss also mit dem Tuckern aufzuhören. Und anzufangen richtig zu schwimmen.

Und letzte Woche wagte ich es dann. An einem der fiesen kalten Tage, als niemand außer mir im Becken war, dachte ich plötzlich, Lchen, scheiß auf die Haare, JETZT… und blubb blubb, weg war ich. Mein erster Schwimmzug mit Untertauchen. Eine Offenbarung! Meine Nackenmuskeln seufzten auf vor Erleichterung (Danke Lchen, endlich!) Seitdem bin ich kaum wieder aufgetaucht. Ich fühle mich herrlich unter Wasser. Und irgendwie bin ich trotz des gänzlich fehlenden Friseurimpulses guter Dinge für mein Liebesleben seit ich tauche. Denn wie hieß es am Anfang jeder Folge von Dominik Grafs „Im Angesicht des Verbrechens“, der besten Serie, die es im deutschen Fernsehen je gegeben hat: „Großmutter hat gesagt… Kindchen, unter Wasser siehst du den Mann, den du liebst…“

http://www.youtube.com/watch?v=D2U1fShCcjI&feature=related 

(Sorry, irgendwie ist der Bogen vom Friseur zu Dominik Graf nicht ganz glücklich, hm? Aber ich wollte doch unbedingt noch diese sensationelle Serie erwähnen, die müssen Sie sich wirklich anschauen, falls Sie sie auf arte verpasst haben, sie kommt demnächst noch mal auf ARD!)

09.05.2010 um 15:40 Uhr

Waschtag

von: Lapared

 Curd I, und du bist Dir sicher, dass das hier ein gutes Zeichen ist?

 Ja Curd II, wenn sie nach Beziehumgsemde Bettwäsche wäscht, ist immer gut.

 Curd I, weißt Du, was ich mamchmal demke...

 Ich demke mamchmal, es hat vielleicht an ums gelegem…

 Ich demke mamchmal, sie nimmt vielleicht zu viele Stofftiere mit ims Bett.

 Ach, so eim Quatsch, Curd II, num mach dich doch nicht lächerlich… 

02.05.2010 um 17:40 Uhr

Mord im Schlaf

von: Lapared

Als Kind bin ich gelegentlich schlafgewandelt. Im Gegensatz zu den meisten Schlafwandlern beließ ich es dabei aber nicht einfach beim Wandeln. Wenn ich schon mitten in der Nacht aufstand, wollte ich auch gleich Dinge erledigen. Nichts Großes wie z.B. Kenneth Parks, der Kanadier, der im Schlaf 23 Kilometer mit dem Auto fuhr und dann seine Schwiegermutter umlegte (ja! Der einzig gerichtlich anerkannte Fall von Mord im Schlaf!), ich spitzte lediglich meine Buntstifte an oder wusch mein Schlaftier Fifi in einem Perwollbad. Nie wäre ich auf die Idee gekommen einfach nur rumzulaufen, Müßiggang war mir fremd, selbst beim Schlafwandeln - was ich nur sagen will: Es stimmt, was ich letzte Woche geschrieben habe. Ich arbeite wirklich sehr viel. Und sehr gerne! Ich liege auch gerne mal faul im Freibad in der Sonne, aber nur, wenn ich vorher eine Stunde geschwommen bin (na ja, eine halbe, getuckert…) Ich kann nicht anders, ich will ständig irgendwas machen. WE war das immer absolut fremd.

Ich kenne keinen Mensch, der weniger Ehrgeiz hat als WE. Er mag seinen Job sehr, aber er würde nie auch nur eine Stunde länger arbeiten, ohne bezahlt zu werden. Und wenn man ihn nach seinen Wünschen fragte, sagte er immer: Ich will, dass alles bleibt, wie es ist. Auch die neue Frau hat er nicht gesucht. Sie war einfach da, eine Kollegin (zu sagen, dass sie sich anbot, wäre wohl ein bisschen boshaft?!). Und einen Wunsch hat WE eben doch. Kinder. Ich denke, das war wohl der Grund…

Treue Leser erinnern sich vielleicht: Ich bin die Frau, die ihr Baby Damokles nennen wollte. Weil es, seit sie die 35 überschritten hatte, wie ein Damokles-Schwert über ihrem Leben schwebte (normalerweise sollte jenseits der 35 etwas ticken und nicht schweben). Mit anderen Worten, mein Kinderwunsch war immer eher mäßig ausgeprägt.  

Als wir es dann auf den letzten Drücker doch noch versuchten, klappte es nicht. Und nein, ich war nicht am Boden zerstört. Jedenfalls nicht so sehr, dass ich mich deshalb mit Hormonen behandeln lassen wollte. Obwohl ich – wie viele wissen - sonst stets eine besonders ausgeprägte Sehnsucht nach dem entwickle, was ich nicht kriegen kann, dachte ich im Falle von Baby Damokles einfach: Lchen, altes Mädchen, dann soll es wohl nicht sein. Geh schwimmen.

Die neue Frau ist ein Familienmensch. Hat schon zwei Kinder und möchte gerne noch welche. (Und ist zudem ein etwas jüngeres Mädchen). Da kann man dann wohl nur sagen, viel Glück.

P.S. Sagen Sie nichts, um diese Haltung habe ich Wochen gerungen... (Und den Fall von Kenneth Parks habe ich nicht umsonst studiert - der Mann kam nämlich mit einem Freispruch davon.)