Anleitung zum Entlieben

25.07.2010 um 17:55 Uhr

Intelligent wie ein Zwieback

von: Lapared

Die Frage ist ja auch, wie weit man - wie meine Omi gesagt hätte - „unter sich greift“. Und die viel wichtigere Frage ist vielleicht, was „unten“ überhaupt ist.

Meine Freundin zum Beispiel (wir erinnern uns: die, für die einen Mann zu suchen ähnlich angenehm war, wie ein Kind zu gebären), würde gar nicht abstreiten, dass der Mann, der schließlich oben auf ihrem Bauch lag und alle Qualen vergessen machte, ihr intelligenzmäßig eindeutig unterlegen ist.

Und ich meine wirklich intelligenzmäßig. Es gibt ja auch Menschen mit an sich sehr flinken, wendigen, tollen Gehirnen, die bei Willy Brandt auf den Erfinder einer Backware tippen würden. Das ist nur fehlende Bildung. Aber dem neuen Freund meiner Freundin fehlt mehr. Er wüsste z.B. auf die Frage, wann die 68-er Bewegung stattfand, keine Antwort. Er würde nicht mal einen Tipp wagen. Denn der Freund meiner Freundin ist einfach ein wenig dumm.

"Na und?", würde zumindest meine Freundin sagen, denn sie kennt Schlimmeres: "Mein Ex hatte einen IQ von 150", würde sie sich erinnern. "Er hat ihn dazu benutzt, seine zahlreichen Affären vor mir zu verheimlichen und seine exzessive Polygamie zu koordinieren. Mein neuer Mann liegt IQ-mäßig vermutlich eher bei 90 und das Wort Polygamie kennt er gar nicht, er nennt so etwas schlicht Rumbumsen. Aber die Intelligenz, die er immerhin hat, benutzt er vorrangig für eine Frage: Wie kann ich die Frau an meiner Seite glücklich machen - ich ziehe ihn eindeutig vor!"

So würde meine Freundin argumentieren. Ich muss sagen, ich bewundere sie dafür. Aber ich bin ehrlich: Bei mir und ich denke bei sehr vielen Frauen ist Dummheit oder selbst deren sympathischere Schwester Naivität ein Abtörner allererster Güte und ich frage mich: Warum?

Warum verzeihen wir das Fehlen z.B. von Herzenzwärme, Großzügigkeit, Güte, Ehrlichkeit eher als das Fehlen von Intelligenz? Warum verlieben wir uns mühelos in Arschlöcher, Lügner und Betrüger, aber bei Männern, die lieb und ein kleines bisschen blöd sind, haben wir das Gefühl, dass wir zu tief greifen. Und sind - ssssssszzzzzt! - ganz rasend flink weg?

Keine Ahnung. Ehrlich, nicht den leisesten Schimmer!

Aber zum Glück ist die Frage für mich nicht relevant. Ich finde meinen Mann ja im Wasser, habe ich beschlossen. Und Schwimmer, das hat eine neue Studie der Ruhr-Universität Bochum ergeben*, sind die intelligentesten Sportler von allen - noch vor Schachspielern und Fechtern! Ich fische also im richtigen Becken. Hopphopp ins Bad…

* im Auftrag des Deutschen Schwimmverbandes