Anleitung zum Entlieben

31.10.2010 um 17:22 Uhr

Lchens Wein-Watching

von: Lapared

Ich weiß, es ist ein bisschen widerlich, aber…  Immer wenn ich – wahrscheinlich jahreszeitbedingt und ohne richtigen Grund - das arme Deer bekomme, klicke ich mich durch die Notfälle auf den Tiervermittlungsseiten. (Richtig, es ist sehr widerlich.) Ich benutze sie quasi als Wein-Vorlage. (Okay, pervers!) Ich weine sonst wirklich nicht schnell und in eigenen Angelegenheiten ohnehin mit den Jahren immer seltener. Aber wenn ich die Geschichten von den armen Hündchen lese, die in der Regel „noch nicht viel Glück im Leben hatten“ und „sich sooo nach einem lieben Menschen sehnen“ (diese Geschichten sind ja immer herzzerreißend geschrieben), dann kann ich immer ganz prima losheulen. Soll ja gesund sein. Am meisten rühren mich die hässlichen, kurzbeinigen Köterchen irgendwo in Osteuropa. Weil ich die Phantasie habe, dass hässliche kleine Hündchen in Osteuropa noch viel ärmer dran sind, als hässliche kleine Hündchen hier in Deutschland. Wenn ich bei ihren Anblick richtig abgeheult habe, geht es mir danach meistens irgendwie besser. Aber die armen Hündchen sitzen immer noch in ihren überfüllten Tierstationen und träumen davon, dass sie irgendwann irgendjemand nachhause holt. Ein Elend.

Wenn ich zumindest in Erwägung ziehen würde, eins dieser Tierchen aufzunehmen! Dann ließe sich das Wein-Watching (so nenn ich es mittlerweile in Anlehnung ans Wale-Watching) ja noch rechtfertigen. Aber das kann ich gar nicht, schon allein, weil mein Mietvertrag das verbietet. Und außerdem mag Curd keine Hunde. („Er oder ich“, sagt er immer, sobald ich im Park auch nur mit einem Vierbeinerchen flirte.) Also, ich kann gar keinen Hund aufnehmen, kein Gedanke. Im äußersten Fall übernehme ich mal eine Patenschaft und spendiere einem Köterchen einmalig eine Grundausstattung (bestehend aus Fressnapf, Futter, Decke und Spielzeug - das geht!), oder ich schmeiße für ihn eine Impfung oder eine OP. Aber selbst das habe ich bisher erst drei Mal gemacht. Ich lüge, zwei Mal. In aller Regel ist das Hündchen-Angucken für mich nur Entertainment. Wie ein Film, von dem ich schon weiß, dass er schön traurig ist und bei dem ich eine Packung Tempos mit ins Kino nehme. Nur, dass diese Viecherchen nicht fiktiv sind, sondern echt.

Wahrscheinlich bin ich nicht die einzige, die das macht. Wenn ich mir ansehe, wie viele Besucher zum Beispiel Mütyürke schon hatte, ohne, dass jemand ihn genommen hat, glaube ich, dass es viele Leute wie mich gibt, die einfach mal zum Weinen und Mitleidhaben reinschauen. Mütyürke ist eins der Pusztahündchen bei tiervermittlung.de, und bei ihm wäre ich übrigens beinah schwach geworden wäre (wer braucht eine Wohnung!? Und Curd würde sich bestimmt wieder einkriegen…) Was sicher auch daran liegt, dass Mütyürke im Gegensatz zu den meisten Tieren ein eigenes kleines Video hat, guck:

http://www.tiervermittlung.de/cgi-bin/haustier/mediaview.pl?IDin=211136&asearch=Mischling&session=yjKoso68TA5NiXL8yn2z&nh=3

Warum erzähl ich das alles? Natürlich weil ich insgeheim hoffe, dass Mütyürke auf diesem Wege ein Zuhause findet. Und wenn nicht, dann will ich ihm zumindest zu noch mehr Klicks verhelfen. Ich bin sicher, die Hündchen haben da untereinander auch so kleine Competitions laufen wie die Blogger. Falls Mütyürke schon keine Herrchen oder Frauchen findet, soll er wenigstens stolz auf seine tollen Besucherzahlen sein dürfen. Ich wette, das verschafft ihm auch ein bisschen Respekt im Tierheim und keiner beißt ihm was ab, wie seinem Bruder. Das wäre doch auch schon mal was… :)

Und – unter dem massiven Protest von Curd, der dies als seinen Sendeplatz reklamiert – hier noch Mütyürkes Fotos. Mehr über Mütyürke auf www.tiervermittlung.de unter Anzeige-Nr. 211136 

 Mütyürke... merkwürdiger Name.

 Ich wollte so gern Zorro heißen, als Zorro hätte mich sicher jemand haben wollen…

 Aber auf mich hört ja keiner...

24.10.2010 um 18:00 Uhr

Eim Sonnenstrahl!!!

von: Lapared

Eben erreichte mich eim email:

Lieber Papa,

emdlich, emdlich bin ich eim Jahr alt!!!
Ina & Dennis habem sich mächtig im Zeug gelegt, es gab eim Riesenbrowmie mit eim Kerzem-Eins umd Chocomel zum Frühstück...
Alle Freumde vom Curd simd da, um zu gratulierem..., im Wirklichkeit wollem die aber alle was  vom Brownie abhabem...
Ina hat deim kleim Curd eim besomdere Freude gemacht, sowie Papa seim Kette mit C R hat, hat kleim Curd Jumior jetzt eim Kette mit C J. Das ist mächtig cool..., umd mur für Große...
Außerdem hab ich meim eigeme Wohnung, im Dachgeschoss, mit Blume, Hausschweim umd Tigeremten-Sitzsack... Da hängt sogar eim Porträt vom Papa am der Wamd...
Die eigeme Wohmumg (mit Schuhschramk) ist toll für am Tag, nachts gehe ich damm doch lieber mit im große Bett... :-)))

Es wäre schöm, wenn Papa umd Lchem mit ums feiern könnten...
Viele dicke Schmatzerchem für Papa umd Lchem  vom deim coolen

Curd Jumior :-***

Umd matürlich viele Grüße vom Ina & Dennis... :-)

 

Meim lieber kleimer cooler Curd Junior,

gamz herzlichem Glückwumsch zu Deim 1. Geburtstag!

Wie fein Du es hast! So eim geschmackvolle Wohnung! So liebe Memschchem! Mit Deim email ging heute doch noch die Sonne für mich auf. (Hab ich das nicht schöm gesagt, Deim Papili ist nämlich eim Poet.) Der Hammer!

Im Liebe,

Deim Papa

P.S. Ganz viele liebe Grüße am Ina und Dennis, auch vom Lchem! Ihr seid der Sonnemstrahl des Tages... :)

24.10.2010 um 16:01 Uhr

Trüber Sonntag

von: Lapared

 Gleich kommt die Sonne...

 Jetzt gleich kommt sie...

 SONNE???

 Sonne, Sonne, Sonnilein????

 Sonne Scheiße...

17.10.2010 um 16:08 Uhr

Lchen fast in Henna

von: Lapared

Manchmal frage ich mich, ob ich selbst wohl in echt auch so ganz anders wirke als im Blog. Nicht wie Lchen oder wenigstens Lpunkt, sondern auch wie eine… wie diese… Nein, ich fange anders an.

Auf meiner täglichen Laufstrecke von Zuhause zum Supermarkt meines Vertrauens liegt eine kleine Galerie. In der Galerie waren in den letzten Monaten immer schöne Fotos ausgestellt, soweit ich das von außen beurteilen konnte. Vorne am Eingang der Galerie saß nämlich immer eine schmuckbehangene kleine Frau mit raspelkurzen hennaroten Haaren und ich fürchte mich nun mal vor kleinen schmuckbehangenen Frauen mit raspelkurzen hennaroten Haaren, deshalb konnte ich in die Galerie nie rein. Aber die Fotos im Fenster gefielen mir sehr.

Ich muss zugeben, ich dachte, die Frau vorne in der Galerie wäre die Galeristin, na, das ist vielleicht noch kein Verbrechen. Ich dachte außerdem (und da wird es schon fieser), ich dachte, sie wäre eine dieser Ehefrauen, deren Mann (Architekt, 54), ihr eine kleine Galerie spendiert hat, in der sie nun ein paar hübsche Fotos ausstellt und der Welt beweisen darf, dass sie aber auch einen tollen Geschmack hat. In Düsseldorf hätte sie eine Boutique. Ich dachte, mittags mache sie den Laden sicher erstmal zwei Stunden dicht, träfe sich mit  einer Freundin beim Italiener und gäbe mehr für ihre Scaloppine al limone aus, als die Galerie im ganzen Jahr abwirft. Mit diesem widerlichen frauenfeindlichen Bild im Kopf marschierte ich an der Galerie der kleinen schmuckbehangenen Rothaarigen vorbei zum Supermarkt, wo ich mich zum Mittag mit zwei Weltmeisterbrötchen eindecken würde. Einfach, aber hart verdient.

Auf der Suche nach einem Weg, mir die Fotos in der Galerie anzusehen, ohne in einem kleinen Raum mit einer schmuckbehangenen Frau mit raspelkurzen hennaroten Haaren allein sein zu müssen, googelte ich die Galerie und wurde fündig. Und ich stellte fest, dass die rothaarige Dame die Fotos alle selber macht. Ich begann meine Einstellung zu raspelkurzen hennaroten Haaren zu überdenken. Ich las täglich in ihrem Fotoblog und überlegte, mir selbst auch raspelkurze hennarote Haare schneiden zu lassen, so gut gefielen mir die Fotos. Die kleine Frau war eine verwandte Seele, auch wenn sie in einem anderen Feld unterwegs war. Also fasste ich eines Tages auf dem Weg zum Supermarkt endlich Mut und bin rein. „Ich wollte nur sagen… ich finde Ihre Fotos soooo toll!“ platzte es etwas ungelenk aus mir raus. Ich lud meine Begeisterung für ihre Arbeit vor ihr ab wie ein großes rosa Paket mit Schleife. Ich war sicher, ich spräche mit meiner zukünftigen besten Freundin. Ich sah uns schon im Sommer gemeinsam vor ihrer kleinen Galerie sitzen und Capri-Eis aus dem Supermarkt lutschen, ich sah uns durch die Straßen schlendern und fotografieren, sie „people & urban lifestyle“, ich Curd, (heimlich hoffte ich natürlich, sie würde auch Curd mal fotografieren, Curd in einer Galerie, das wär´s noch!) Jedenfalls, ich überschüttete sie mit aufrichtigen Komplimenten und erzählte, dass ich ihr Fotos jeden Morgen ansähe und gerne auch eins für die Wand besäße und so weiter und so weiter und in ihrem Gesicht tat sich nichts. Nicht ein Lächeln. Sie starrte mich an wie ein Insekt und antwortete dann so kühl, dass meine Fühlerchen fast gefroren: „Fein, sehen Sie sich ruhig hier um. Die Preise stehen dran.“ Preise? Ich will Ihre Freundin werden, Sie blöde Kuh! Dann schaute ich mich artig um, fast 3000 Euro kostete mein Lieblingsbild. „Puh…“ rutscht es mir aus. Sie lächelt fein. „Fotos sind Kunst.“ Das sehe ich übrigens unbedingt genauso. „Natürlich,“ sage ich jetzt mit der gebotenen Ehrfurcht (wahrscheinlich wirkte meine Begeisterung am Anfang nicht besonders kunstverständig, ich nahm mir vor, mich bedeckter zu halten.) Schon rutschte mir wieder einer raus. „Andererseits…“, sage ich und hole tief Luft, „Andererseits kann man Fotos im Prinzip beliebig oft reproduzieren! Das ist ja das Tolle an Fotos, sie sind so demokratisch. Ein schönes Foto kann im Prinzip in jeder Hütte hängen, sofern der Fotograf die Auflage nicht limitiert, was Sie aber nicht mal tun, soweit ich sehe! Sie verlangen 3000 Euro für ein Foto, das Sie beliebig oft verkaufen können. Und es ist nicht mal aufwendig gerahmt oder kaschiert!“ So.

Sie hob nur einmal ihre zu Strichen gezupften Augenbrauen (hieß: Dann lassen Sie´s doch!) und begann dann zu telefonieren, mit einem Hendrik, es ging um eine Verabredung zum Mittag. Ich meinerseits ahnte, dass es nichts würde mit ihr, mir und dem Capri-Eis und nutzte die Gelegenheit, um wieder vor die Tür zu schlüpfen. Puh, herrlich diese frische Luft.

Irgendwie war sie ganz anders als ihre Fotos im Fotoblog. Irgendwie war sie eher wie eine kleine schmuckbehangene Frau mit raspelkurzen hennaroten Haaren. Also doch. Aber wenigstens muss ich nicht zum Friseur.

10.10.2010 um 00:48 Uhr

Happy Birthday, Jumgs!

von: Lapared

Im diesem Tagem werden meim Jumgs da draußem 1 Jahr alt!

Happy Birthday, meim geliebte Juniorchem!

Ich hoffe, dass es Euch allem gut geht. Überall im der Welt. Und vielem liebem Dank für die schönem Bilder umd  Briefe, die Ihr mir schickt. Es ist sehr wichtig für meim seelisches Balamce, dass ich weiß, wie es Euch geht und was Ihr macht. Außerdem kann Euer Papa somst nicht schlafem.

Image Hosted by ImageShack.us Einige vom Euch liebem Blümchen...

Image Hosted by ImageShack.us andere lebem sogar bei dem Biemchen (bezaubermd! Willi & Maja von der Freien Bühne Neuwied!)...

Image Hosted by ImageShack.usImage Hosted by ImageShack.us und bei mamchem will ich lieber nicht genau wissem!!!

Image Hosted by ImageShack.us Aber egal, was ihr macht umd wo es euch himverschlagen hat - nach New York oder im Kneipe oder nach Mecklemburg - Ihr müsst eims immer wissem...

Image Hosted by ImageShack.us Ihr seid nicht alleim, meime liebem Kleinem

Image Hosted by ImageShack.us Euer Papilein ist nie weit.

P.S. Special Thanks to Ina, Dennis, Willi, Maja, Nina, Nele, Mici, Junior 0367 and our very special friend in NY! Famtastische Fotos und ganz liebe Briefchem umd Kartem! 

06.10.2010 um 16:40 Uhr

Heute am Kiosk: DIE Brigitte!

von: Lapared

Es stimmt, es stimmt, es stimmt! Ich bin in Ildikó von Kürthys Brigitte-Kolumne! Machen wir uns nichts vor: der Ritterschlag.

Und was ich für feine Sachen ich gesagt habe! (Ildikós kluger Zusammenfassung gedankt, ich glaube, ganz so auf den Punkt ist mir das möglicherweise nicht aus dem Mund geperlt in der Aufregung). Ich bin sehr stolz. Eine sehr schöne Kolumne. Natürlich nicht allein durch meinen Beitrag, sondern vor allem durch die liebe, berührende 4-Freundinnen-Geschichte drum rum (oh ja, es ist scheiße jenseits der 40 verlassen zu werden!) und das versöhnliche Ende. (Vielleicht sollte ich mich mal bei den 75-Jährigen umgucken!?) Jedenfalls:

Ein Hoch auf Ildikó von Kürthy und ihre schönen Brigitte-Kolumnen!

03.10.2010 um 23:33 Uhr

Lchen, diffus schlecht gelaunt

von: Lapared

Als ehemalige Werberin ärgere ich mich natürlich nicht, wenn Werbung kommt. Im Gegenteil, ich begreife jeden Werbeblock als tolle Chance, eine anderes noch spannenderes Programm zu entdecken, ich zappe sofort weg. Aber das geht natürlich nur im Fernsehen. Auf Spiegel-online muss ich die bis zu 30 Sekunden langen Spots vor den Videos einfach aushalten. Seitdem habe auch sie auch: Hass-Spots. Werbespots, bei denen ich mich sofort übergeben muss. Werberin hin, Werberin her.

Mein Hass-Spot Nummer 1 ist zur Zeit diese Porschewerbung. Ich meine: Porsche. Porsche! Geile Autos (das weiß selbst der Radfahrer)! Und der Spot fühlt sich an wie für Werthers Echte. Aber das ist nicht das, was mich ärgert, sondern… Okay, vielleicht sollte ich den Spot erstmal erzählen.

Es handelt sich um den Spot, in dem die pubertätsblöde Tochter sich im Bad die Haare stylt und der kleine pfiffige Sohnemann ihr den Fön moppst, um die Aerodynamik seiner Seifenkiste im Windstrom zu testen. Vati kommt dem kleinen Garagen-Tüftler auf die Schliche und erkennt sich schmunzelnd in ihm wieder. Eine sonore Altherren-Stimme – wahrscheinlich die Synchronstimme von Robert Redford - schlägt die Brücke zum Erfindungsreichtum von Porsche und ein Text-Chart bündelt die kryptische Botschaft: Genetischer Code (vom Sohn ebenso wie von der Marke Porsche): Dr. Ing.  

Genetischer Code der Tochter: Friseuse. Das steht auf keinem Text-Chart, aber im sexistischen Subtext, jawohl! Da drehen sich mir die Fußnägelchen hoch. Guck an, in Lchen steckt wohl doch eine kleine Emma. (Vielleicht habe ich auch einfach nur schlechte Laune, aber woher sollte die kommen, läuft doch alles super - lesen Sie selbst...)

Mein zweiter Hass-Spot ist eigentlich ganz nett, aber eine gemeingefährliche Lüge. Die Bahn behauptet, in ihren Zügen würde man nette Leute kennen lernen. Nette Leute, die einen sofort anrufen, wenn man ihnen nach charmant verplauderter Fahrt beim Aussteigen die Telefonnummer hinterlässt. Dem ist jedoch nicht so.

Letzte Woche, auf der Heimfahrt von Berlin, habe ich einem attraktiven Mann im Bordrestaurant meine Telefonnummer hinterlassen. Auf einer Serviette. Wir hatten uns toll unterhalten, über seine schöne Heimat Russland. Zwei Tage später bekam ich zwar einen Anruf, aber nicht von meiner Reisebekanntschaft. Ein Mann, der sehr charmant klang (und ebenfalls etwas russisch) entschuldigte sich tausend mal, er wisse, dass es etwas fremdartig sei, was er tue. Aber sein Freund habe gemeint, ich sei nicht nur eine attraktive, sondern auch eine sehr fröhlich Frau, ich würde bestimmt darüber lachen (da schwante mir Böses). Sein Freund sei vor zwei Tagen mit mir im Zug von Berlin Richtung Kiel gefahren und hätte mich um meine Telefonnummer gebeten. Ich sei so freundlich gewesen, sie ihm zu geben. (Ach, so war das!) Aber später sei seinem Freund wieder eingefallen, dass er verheiratet wäre, was er im Zug in meiner netten Gesellschaft ein bisschen vergessen hätte. Und deshalb habe sein Freund ihm die Telefonnummer gegeben, vielleicht hätte ich ja Interesse daran, ihn  kennenzulernen, er sei genau wie sein Freund, nur in allem noch ein bisschen (sprich: einbiiiies-chen) besser.

Das war natürlich ein sehr verlockendes Angebot. Aber ich habe darauf verzichtet. Ich sei seit Wochen nicht mehr Bahn gefahren, habe ich dem charmanten Unbekannten erklärt. Die Frau im Zug habe seinem Freund wohl eine falsche Telefonnummer aufgeschrieben, versehentlich, er sei jedenfalls falsch verbunden. Nastrovje!

Gemeingefährlich ist diese Bahn-Werbung, ganz gemeingefährlich. In der Bahn lernt man nämlich nur blöde Idioten kennen, DAS ist die Wahrheit. Ich habe schlechte Laune. Was denken diese Männer sich…

P.S. Hat da jemand gesagt, ich stehe in der Brigitte-Kolumne? Hab ich noch gar nicht gesehen, aber es stimmt, ich habe wirklich mit Ildiko von Kürthy gesprochen! Das war eine Sache… Guten Tag, hier ist Ildiko von Kürthy - Guten Tag, Ildiko von Kürthy, und hier ist Königin Beatrix… Na, das erzähle ich ein anderes mal, das passt jetzt nicht zu meiner üblen Laune...

P.P.S. Sorry for being so late...