Anleitung zum Entlieben

28.11.2010 um 14:01 Uhr

Advemtskaffee

von: Lapared

 Lchen wollte, dass ich meim Nachbarim zum ADVEMTSKAFFEE eimlade.

 dabei sagt sie nie was

 Sie hält sich für was Besseres, weil sie Beime überschlagem kann 

 Angeblich kann sie auch Gedankem lesen

 Dann weiß sie ja, dass Advemtskaffee jetzt ZU EMDE ist.

   ?????

Schönen lieben leckeren ersten Advent!

21.11.2010 um 21:30 Uhr

Hits und Shits

von: Lapared

So langsam komme ich schon in Jahresrückblicksstimmung. Ich überlege, was die Hits und was die Shits des Jahres waren. Mein Hit ganz eindeutig: die Entdeckung des Freestyle. Yeah. Oder etwas kleiner: Im Jahre 2010 lernte Lchen Kraulen. Übrigens mein einziges wirkliches Erfolgserlebnis in diesem Jahr, reiten wir ein wenig darauf rum.

Am 16.05. haben ich es hier erstmalig verkündet: Lchen – bis dahin stets tuckernd und gut frisiert unterwegs - tauchte pour la première fois das Köpfchen unter Wasser und schaltete in den Kraulgang. Nach 10 Metern musste ich an die Beatmungsmaschine.

Und nun, ein halbes Jahr später (Verletzungspausen abgerechnet) kraule ich locker (locker!) 1000 Meter – hin und her und hin und her… - ohne zu verschnaufen, Lpunkt, der VW-Käfer des Pool, schwimmt und schwimmt und schwimmt. Gestern nun eine weitere Premiere: Erstmals habe ich auf der Tempobahn (die Tempobahn ist so etwas wie die Autobahn des Pools, nur Schwimmer, die mindestens 60 schwimmen können, dürfen drauf…) und dort auf der Tempobahn habe ich also nicht nur geschwommen, sondern ich habe überholt. Das heißt, ich hatte mindestens 61 Sachen drauf. 61 Sachen, nur ein halbes Jahr nach dem allerersten Kraulzug - Hit oder Hit?

Kommen wir zu den Shits. Ich gebe zu, ich war bei meinem spektakulären Überholmanöver ein bisschen gedoped. Mit Adrenalin. Auf der Hinfahrt war ich mit Rolli in eine Fahrradkontrolle geraten, das hatte mich wütend gemacht. Der Polizist hatte mein kleines weißes Mini-LED-Lämpchen nicht als Vorderlicht anerkannt. Dabei hatte ich das Lämpchen mit viel Sorgfalt genau so am Henkel meiner Schwimmtasche befestigt, dass es fein mittig und strahlend hell über den Rand von Rollis Fahrrad-Körbchen baumelte, in dem die Tasche lag. Ein ausgetüfteltes System. Aber das Baumeln gefiel dem Polizisten nicht. Er wollte ein fixiertes, unbewegliches Lämpchen. („Ein UNBEWEGLICHES Lämpchen? Mit Verlaub, Herr Polizist, das Lämpchen bewegt sich ohnehin, wenn es an einem Fahrrad ist!" – „FAHREN darf Ihr Lämpchen ja, aber BAUMELN nicht! 15 Euro, gnädige Frau.“) 15 Euro! Für ein völlig intaktes Vorderlicht, nur weil es baumelt! Aber noch mal zurück zum Pool.

Die Wut auf einen Polizisten war es also, die mich so sportiv an meinem Vordermann vorbeiziehen ließ. Ein toter Mann übrigens, der aus dem Nichtschwimmerbereich herübergetrieben war (oder einer jener lebenden Männer, die trotz offensichtlichen Unvermögens überzeugt sind, ihnen gehöre die Tempobahn des Lebens, immer). So oder so, für mich war dieses gedopete Überholmanöver der Glanzpunkt des Tages. Womit im Kleinen bewiesen wäre, was auch für die große Scheiße gilt, über die wir nicht so gerne reden: Nichts ist so schlecht, dass es nicht für irgendwas gut ist. Und ohne die Trennung von WE – Shit of the year 2010 - hätte ich es nie auch nur in die Nähe einer Tempobahn gebracht! Insofern… TOLLES JAHR.

Und eigentlich ist es ja auch noch lange nicht zuende.

14.11.2010 um 18:19 Uhr

Augen auf beim Mützchenkauf

von: Lapared

Ich mache mir Sorgen um den deutschen Einzelhandel. Seit Freitag bin ich der Meinung, dass man ihn mehr schätzen und unterstützen sollte - bzw. die Menschen, die dort arbeiten. Freitag habe ich nämlich ein Mützchen gekauft. In einem Geschäft, das auf meinem täglichen Weg zum bzw. vom Schwimmbad liegt. Auf der Rückfahrt (mit Rolli, meinem Fahrrad) war mir so kalt an der Murmel, dass ich plötzlich die Stimme meiner Mutter hörte („Setzt die Mütze nach dem Schwimmen auf,  sonst bekommst du eine Kopfgrippe und wirst doof!“). Ich also eine Vollbremsung gemacht und rein in den kleinen Laden mit den Mützchen im Fenster (Beanies, wie sie neuerdings heißen). Doof wollen wir ja nicht.

Und plötzlich fiel mir auf, dass es bestimmt das erste Mal seit drei Jahren war, dass ich ein echtes Geschäft betrat. Penny mal ausgenommen. Alles außer Lebensmitteln kaufe ich nämlich schon lange nur noch ganz modern im Internet. Und ich liebe es! Ich bin der festen Überzeugung, dass der eigentliche Segen des Internets darin besteht, dass ich nie mehr in eine Umkleidekabine muss. Wie habe ich das Anprobieren früher gehasst! Die Kälte, das Neonlicht, der müffelnde, eidottergelbe Teppichboden mit den silbern blitzenden Stecknadeln darin. Ganz anders heute: Wenn heutzutage der Hermes-Bote ein Paket bringt, trage ich den großen Spiegel in die schöne bullerofenwarme Küche und dann wird in Ruhe, ganz gemütlich alles anprobiert. Aber zurück zum Mützchenkauf…

Also, ich in dem Laden. Zielstrebig steuerte ich die graue Beanie-Mütze an, die mir aus dem Fenster so freundlich zugewunken hatte. Hi, Kleine, da bin ich, säuselte ich entzückt, und wollte sie mir auf die Murmel stülpen. Ich hol dich hier raus...

„Kann ich Ihnen helfen oder wollen Sie erstmal nur schauen?“ Erschrocken fuhr ich herum. Einen Moment konnte ich nur starren: ein Wesen aus einer längst vergangenen Zeit. Eine Verkäuferin!

„Äh, ich suche eine Mütze.“ Sehen Sie doch.

„Möchten Sie diese mal anprobieren?“ Sie deutete auf die kleine Graue in meiner Hand.

„Ja, äh… gern.“ Wenn Sie mich nicht immer stören würden, wären wir schon fertig.

Ich stülpte mir die Mütze auf den Kopf und versuchte herauszufinden, ob sie mir auf mir gefiel. Aber jetzt, da die Frau mich anstarrte, wusste ich es plötzlich nicht… Ich hatte keinen Zugang mehr zu meinem Schönheitsempfinden… Ich ich ich… Ich war durch die reale Einkaufssituation so gestresst, dass ich nicht wusste, was ich von der Beanie auf meiner Schüssel halten sollte.

„Gefällt sie Ihnen?“

„Wer? Ich weiß nicht! Vielleicht… vielleicht auch nicht… ich… ich…“ Gehen Sie weg!

(Als ich meiner Freundin Frau W. hinterher von diesem Moment erzählte, kommentierte sie übrigens: „Lchen, wenn dich Begegnungen mit realen Menschen so aus der Fassungen bringen, dass du nicht mehr entscheidungsfähig bist, solltest du dir nicht um den deutschen Einzelhandel, sondern um dich selber Sorgen machen.“ Aber es ging ja noch weiter…)

„Möchten Sie vielleicht noch andere Beanies anprobieren?“ sagte die Verkäuferin.

„Ja, bitte, wenn Sie noch welche holen könnten…“ Ich wollte einfach eine Weile mit der Mütze allein sein. Aber der Laden war so klein, dass eigentlich alles darin in Griffnähe war.

„Die Farbe ist egal?“

„Nein, ja… ich möchte schon eine schöne Farbe.“ Ich war ganz verwirrt.

„Und soll sie eher enganliegend oder etwas lockerer und länger sein?“ Sie lächelte mich bezaubernd an.

„Keine Ahnung, was finden Sie denn schön, welche würden Sie nehmen?“ Wenn ich schon mal so eine junge, stilsichere Verkäuferin hatte!

 „Ich? Ach, wissen Sie, ich selbst habe einen etwas zu flachen Hinterkopf, deshalb kommt mir die lang geschnittene Form entgegen, weil da das überlappende Mützenende die fehlende Kopfrundung kompensiert.“ Sie lachte charmant.

„Echt?“ Ich durchschaute sie sofort. Das war natürlich nichts anderes als eine einfühlsame Methode, mir zu sagen, dass sie mir wegen meines Flachkopfs zu einer Lang-Beanie mit auftragender Stoffüberlappung über dem fehlenden Hinterkopf riet. Sie selbst hatte nämlich einen wunderbaren Hinterkopf. Ganz rund.

„Sie haben einen tollen Hinterkopf“, sagte ich finster.

„Danke, ich…“

„Sie wollten mir nur sagen, dass ich einen zu flachen Hinterkopf habe!“

„Nein, ich…“

„Wissen Sie, ich weiß selbst, dass ich keinen schönen runden Hinterkopf habe! Ich vergesse es nur manchmal. Den eigenen Kopf sieht man ja immer nur von vorne.“ (Im Gegensatz zum Hintern und allen anderen Körperteilen, die man sich seit Erfindung des Spiegels auch von anderen Seiten besehen kann!) Ich zog die graue Mütze vom Kopf und warf sie zurück in die Auslage. Tschüss, kleine Beanie.

„Doch, nein, wieso…“

„Das ist okay, Sie machen nur Ihren Job, und den machen Sie sehr gut, sehr einfühlsam. Ich sollte wirklich die weitere Beanie-Form tragen, so wie die Schlümpfe, welche Farbe raten Sie mir?“

„Blau vielleicht, oder petrol.“

„Dann her damit.“

So kamen wir also ins Geschäft. Ich verließ mit einer pertrolfarbenen Cleptomanicx Ameisen-Beanie den kleinen Laden. Zuhause in der Küche betrachtete ich meinen Kauf. Ich war sehr zufrieden. Ohne die Verkäuferin hätte ich bestimmt nicht an meinen fehlenden Hinterkopf gedacht, wer denkt schon an das, was man nie sieht, und petrol war wirklich ein bisschen frischer! Gut, dass ich nicht die Graue genommen hatte zu meiner blassen Nase (oder wie die Verkäuferin gesagt hatte: zu meinem „tollen hellen Teint“). Es geht doch nichts über fachmännische Beratung beim Mützenkauf. Rettet den Einzelhandel! (Zumindest den Einzelmützchenhandel...)

07.11.2010 um 16:10 Uhr

Herzblatt

von: Lapared

 Da werdem Milliömchen sich aber freuem

 So etwas tut wirklich nur eimer für seim Millömchem:

   der kleime großherzige Curd Rock. 

   Tausemde Blätter hat Curdchem gesammelt umd arramgiert. (Umd Wolkchem obem ist auch keim Zufall!)

 Zu sowas wäre so eim TÖLE imtelletuell doch gar nicht im Lage.

P.S. Besonders herzliche Grüße an Mike, Danke für die Verleihung des Blogawards (http://www.blogigo.de/depressionen). Ich weiß das zu sehr schätzen und freue mich. Eine eigene Liste möchte ich trotzdem gerade nicht machen, später mal... :)