Anleitung zum Entlieben

30.01.2011 um 16:00 Uhr

Das Glück der Pottwale

von: Lapared

Viele Menschen haben mir geschrieben und gesagt: Homer Simpson sieht gar nicht aus wie ein Nest mit Vögeln oder Eiern. (Sie erinnern sich? Silvester? Das Bleigießen…)

Ich habe mir Homer daraufhin noch mal genau angesehen. Doch, ich bleibe dabei. Ich finde, das Haar, das gezackt rund um seine Glatze führt, könnte man als eine Art Nestrand betrachten.  Und seinen Kopf als das Ei, zugegeben nur eins. Aber dafür ein dickes. Also, ich glaube weiterhin daran: Mich erwartet – so steht es in der Deutungsliste für „ein Nest mit Eiern oder Vögeln“ – mich erwartet in 2011 ein glückliches Zuhause. Ich glaube ganz fest daran.

In den letzten Wochen war ich wegen meiner selbstverhängten Ausgangssperre beinahe immer zuhause. Siehste, der Teil stimmt schon, Blei lügt nicht. Und glücklich?

Ja, nun… Das große Glück liegt in den kleinen Dingen, sagt Dr. Eckart  v. Hirschhausen und verweist auf den Pottwal, der sich ganz unangestrengt von Plankton ernährt statt den großen Fischen nachzujagen. So sehe ich das auch. Glück kann auch das sein, was man nicht tun muss. Aufstehen zum Beispiel.

Ich liebe es, morgens im Bett zu liegen und eingemummelt in warme weiße Baumwolllaken dem nervtötenden Piepen meines Weckers zu lauschen. Nach einer Weile fahre ich dann langsam, ohne übertriebene Eile, das Ärmchen aus und stelle ihn – klick! - einfach ab. Höm. Selig lächelnd schlummere ich dann noch weiter, solange, bis mein Körper erfrisch und regeneriert von selber erwacht. Das zum Beispiel empfinde ich als außerordentlich beglückend und ich stelle den Wecker nur für diesen wunderbaren Moment. Um sechs, um sieben und um acht.

Was ich nur sagen will: Lchen war in ihrer häuslichen Abgeschiedenheit letzte Woche eigentlich ganz glücklich. Ich genieße die kleinen Dinge, das Plankton des Alltags quasi. Und das Dschungelcamp und Kakerlaken gab´s ja auch noch, was für eine Show! (Curd hat sich in Shotty verliebt!)

Nur einen einzigen längeren Außerhaus-Aufenthalt habe ich mir letzte Woche gegönnt. Um mich nicht auch figürlich dem Pottwal anzunähern, war ich schwimmen (irgendwas passt nicht bei diesem Satz, egal…). Der Ausflug wurde sofort bestraft. Ich habe mir den Zeh gebrochen. Im Wasser. Aber das ist eine andere Geschichte, die brauche ich nicht zu erzählen, die glaubt mir ohnehin keiner, außerdem muss ich jetzt wieder arbeiten, das Buch ist immer noch nicht fertig. Nur so viel: In den kleinen Dingen, liegen manchmal auch die gemeinsten Schmerzen. Aber davon sagt der Hirschhausen natürlich nix. Gute Laune-Onkel!

Überhaupt… Erst das Kinn, jetzt der Zeh, und wir haben gerade erst Januar. Vielleicht hatten die Menschen, die mir geschrieben haben, doch Recht. Homer Simpson sieht nicht aus wie ein Nest, Homer sieht aus wie eine Pfeife. Und Pfeife bedeutet: Achtung, Gefahren lauern dieses Jahr auf Sie! Hätte ich dieses Warnung doch nur richtig verstanden, ich hätte besser aufgepasst. Wann lauern schon mal Schwimmleitern am Beckenrand…

Wie auch immer, ich bleibe jetzt schön zuhause. Weiter arbeiten.