Anleitung zum Entlieben

27.02.2011 um 14:00 Uhr

Schöme Grüße aus dem Paradies

von: Lapared

  

Liebe Milliömchem,

ich will mich kurz fassem, es ist der KNALLER.

Sonne, Palmem, Meer... Hier kann ich wirklich mal richtig ausspannem nach all dem Stress. Ich jogge jedem Morgem am Stramd, damm nehme ich eim Sommembad umd nachmittags drehe ich mit meinem Freumden, dem Delphimem, eim paar Rumden um die Imsel. Sie sagen, ich bim eim excellemter Schwimmer.

Abemds sitzem wir am Stramd am Lagerfeuer umd ich simge meim größtem Hits zur Gitarre. Griechischer Weim, Azzuro, Es fährt eim Zug nach nirgemdwo, Die Bieme Maja… Und Tomatchem tamzt dazu in eim Banamenröckchem. Gerade sammelt sie irgemdwo Kokosnüsse, sie will Makromem backen, ich soll schöm grüßem.

Bis bald, Curd

P.S. Lchem, ich hatte gesagt, auf drei sprimgem wir in Trolly vom der Dame mit dem Turbam! Wo bleibst du demm? Schick Geld!

20.02.2011 um 14:00 Uhr

Sharm el Sheikh oder Offline Inseln

von: Lapared

Wissen Sie, wo ich gerade bin?

Na?

Na?

Ich weiß es auch nicht. Ehrlich, ich hab keine Ahnung. Ich weiß nicht, wo ich sein werde, wenn am Sonntag um 14 Uhr hoffentlich - so blogigo will bzw. funktioniert - dieser Eintrag erscheint. Lchen, wild und abenteuerlich. Wie konnte es so weit kommen?

 

Im Moment ist es Samstag, sechs Uhr früh. Ich habe gerade 14 köstliche Stunden geschnarcht wie ein alter Braunbär, nachdem ich die Nächte davor nur geschrieben geschrieben geschrieben habe wie ein emsiges Bienchen. Freitag war Manuskript-Abgabetermin, jetzt aber wirklich.

 

Es soll ja der letzte Lchen-Roman werden („letzte“ in temporärem Sinne, versteht sich). Das große Finale. Und natürlich habe ich mir ganz genau überlegt, wie und mit wem Lchen in den Sonnenuntergang reitet. Und was – bei Licht betrachtet - überhaupt ein Sonnenuntergang ist. Eine Frage die man nicht beantworten kann, ohne über die Schöpfungstheorie nachzudenken, Adam und Eva, das Urknallen… Was ich nur sagen will, ich hatte alles sehr genau durchdacht und einen wohlüberlegten Plan.

Leider habe ich mich nicht daran gehalten. Und stattdessen mitten auf der Zielgeraden einer plötzlichen nächtlichen Eingebung nachgegeben, dass Lchen irgendwie mehr Happy End bekommen soll. Noch mehr. Noch mehr. Ganz fett. Warum eigentlich kein echter Prinz im Finale Grande?

Diese Kate ist ohnehin ein bisschen fade. William hat einen Mutter-Komplex (wer hätte das nicht mit Lady Di als Mum) und das ist sssssszzt Lchens emotionale Einflugschneise! So wird psychologisch ein Schuh draus. Ich war plötzlich ganz besessen von dem Gedanken, Lchen final mit einem echten Prinzen zu verkuppeln. Eine ironische Spielerei mit dem Konzept des Prinzen als klassischem Erlöser im großen Frauenschicksalsroman. Das fand ich höllisch originell nach zwei Nächten ohne Schlaf…  

Es muss ja nicht Will sein, dachte ich dann, der kriegt ohnehin schon eine Platte. Wie wäre es mit Charles, Prinz Tampon, mit dem kann man sicher Spaß haben?! Shit, der hat ja Camilla. Und dieser Carl Philip von Schweden, der Orlando Bloom des Nordens, der ist doch noch ledig? Oder Prinz Frédéric!? Prinz Frédéric könnte auch bald wieder eine Option sein? (Obwohl wir ZsaZsa von dieser Stelle nur das Beste wünschen…) Doch dann - haha!!! - hatte ich die ultimative Idee: Lchen tritt beim Roskilde-Festival aus Versehen auf einen kleinen Mann, der sich dann als Prince (!!!) erweist, der Sänger? Genial oder genial? Und im Abspann singt er dann Purple Rain für sie? Gibt es ein romantischeres Ende als ein Prince der Purple Rain singt, I never meant to cause you any sorrow...

Was ich nur sagen will, die Pferde gingen mit mir durch. DAS allein wäre überhaupt nicht schlimm gewesen. Pferde gehören zum kreativen Prozess (Trippeltrappeltrippeltrappel Ponny!), sie gehen durch (über Felder, durch die Wälder) und dann fängt man sie irgendwann wieder ein. Das übliche kreative Experimentieren. Aber ich… ich habe das Manuskript am nächsten Morgen mitsamt dem wahnsinnigen Trippeltrappelprinzen-Ende abgeschickt. Hü-hooo.

 

Ich muss mich jetzt außer Landes bringen. Meine überspannten grauen Zellen brauchen Ruhe, wie konnte das nur passieren?!

Die Zeit, bis ich das Manuskript von meiner Lektorin zurück bekomme (mit der dringenden Empfehlung, bei meinem wohlüberlegten Schöpfungs-Plan zu bleiben und einem Faltblatt von „Don´t Drink and Write“) werde ich zur Erholung nutzen. Eine Woche Sonne, das mache ich jetzt einfach. Ohne Laptop, ohne internetfähiges Handy, ohne alles. Nur Lchen und ihr Bikini. So ist der Plan.

 

Deshalb fahre ich jetzt zum Flughafen. Last-Second ist bekanntlich das neue Last-Minute. Man geht nicht mehr ins Reisebüro sondern direkt zum Flieger ("Hallo, ist dieser Platz noch frei? Ach, da sitzt schon der Captn´…") Irgendwas werde ich schon kriegen. Ägypten soll gerade günstig sein, Tunesien, Libyen... Und wenn nicht, fahre ich wieder nachhause, ziehe die Stecker… und schnarche noch eine köstliche Woche weiter RSSSSZZZZZZZZ...

13.02.2011 um 13:09 Uhr

Showtime

von: Lapared

 Sie hat gesagt, heute sollen wir ums was ausdemken.

 Sie meinte, emtweder Ihr demkt euch was Lustiges aus, oder Tomatchem fliegt.

 WAS? Willst du jetzt etwa abhauem, feige Tomate?!

   …

 Das war Scheiße, Tomatchem.

06.02.2011 um 14:30 Uhr

Die Vöglein piepen

von: Lapared

Gestern durfte ich beim Bäcker am Glücksrad drehen. Der Grund: Vor fünfzehn Jahren hatte der Backriese Kamps die Hamburger Traditionsbäckerei Nur Hier geschluckt. Und nun hat er sie wieder ausgespuckt. Kamps verlässt Hamburg (Tschüss Schokowupi! Tschüss schlechteste Franzbrötchen der Stadt!). Kamps setzt zukünftig auf „Erlebnisbäckereien an Topstandorten“ und will die kleinen Brötchenklitschen nicht mehr haben. Über 100 Filialen wurden verkauft, aus Kamps wird wieder Nur Hier. Das interessiert natürlich eigentlich keine Menschenseele, mich selbst auch nicht (ich kaufe meine Weltmeisterbrötchen bei PENNY oder im Backwerk), hätte Lchen, die alte Knalltüte, nicht genau aus diesem Grund das schicksalhafte Glücksrad drehen dürfen. 

Im strömenden Regen bei Windstärke 10 unter der flatternden Außenmarkise einer ehemaligen Kamps-Filiale, die jetzt eine Nur Hier-Filiale werden würde, war das Glücksrad aufgebaut. Daneben stand eine Glückfee in Regenjacke und Regenhose, die „Nur hier, Nur hier“ rief, sobald ihr Bewegungsmelder anschlug, auch beim alten Lanzelot, der wegen des Regens heute mal alleine Gassi ging. Niemand war auf der Straße. Und ich hatte eigentlich auch nur angehalten, um meine Kaputze zuzubinden. Aber da hatte die Glücksfee sich auf mich gestürzt wie Christopher Lee in „Dracula jagt Radfahrerinnen“, ich konnte ihrem Charme nicht widerstehen und drehte am Rad.

Und? Und? UND? (Ich spüre, Sie beben vor Neugier, dann will ich Sie nicht länger auf die Folter spannen.) Also, ich habe souverän den Hauptgewinn abgegriffen. Und der Hauptgewinn war, jetzt kommt´s: Ein Original Doppelmoppel-Brot aus dem Holzofen. Da war die Freude groß. Doppelmoppel. Alles klar? Doppelmoppel.

Das Brot besteht aus zwei gleichgroßen runden Halbkugeln, die in der Mitte zusammenkleben. Richtig, es sieht aus wie ein Arsch, dieses Urbild der Dualität, diese Metapher des perfekten Paares (ein Ganzes zu zweit, eine Einheit als Zweiheit) und ist der radikale Gegenentwurf zum Junggesellenbrot. Das hätte ich nämlich auch gewinnen können. Hab ich aber nicht. Ich habe ein Doppelmoppelbrot gewonnen, ich dünner Hering (heißt: eine figurbezogene Deutung können wir ausschließen), ein Popobrot, ein Päärchenbrot, sagen wir es ruhig, ein Loversbrot…

Die Pechsträhne ist vorbei, meine Lieben, es geht bergauf. Doppelmoppel. Ich spüre den Frühling…

P.S. Nein, das Buch ist noch nicht fertig, ich bin soooo im Stress, sonst würde ich doch nicht so ein wirres Zeug schreiben, SORRY!