Anleitung zum Entlieben

29.05.2011 um 13:40 Uhr

Eim Tag am Meer II

von: Lapared

 Fällt Ihnem was an mir auf?

 Richtig, Curds Mützchem ist wieder da.

 Schom fühlt sich so eim Tag am Meer gamz anders an.

 Total.

 Jetzt bim ich mit Mützchem semtimental.

22.05.2011 um 16:39 Uhr

Die Liebeskuemmerer

von: Lapared

Viele Leser sind enttäuscht, dass ich gar keinen Liebeskummer mehr habe. Oder zumindest nichts davon schreibe. Das kann ich gut verstehen. 

Schließlich heißt das Blog ja immer noch „Anleitung zum Entlieben“. Und dann klickt man es an und was kommt? Curd, der seinem Mützchem nachtrauert. Das ist keine große Hilfe, wenn man Liebeskummer hat, ich weiß.

Deshalb mache ich heute mal was, was ich hier noch nie gemacht habe. Werbung. Für ein kleines neues Unternehmen, das vielleicht bei Liebeskummer ein bisschen helfen kann.

Von vorn. Vor kurzen schrieb mich Elena an. Sie wolle eine Seite mit Angeboten für Menschen mit Liebeskummer ins Netz stellen. Ob ich da nicht mitmachen wolle. Endlich, dachte ich. Endlich läuft mir eine von diesen Uschis mal direkt vors Visier.

Die, die ich liebevoll „diese Uschis“ nenne, kennen Sie bestimmt auch. Im ersten Leben waren Sie meistens in der Finanzbuchhaltung. Und waren schon damals bekannt dafür, dass sie in der Teeküche immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Kolleginnen hatten.

Dann entdecken Sie eines Tages ihre Affinität zu Kräutern, Yoga und Tarot. Ihre Spiritualität natürlich auch. (Mediale Fähigkeiten werden auch nicht selten entdeckt.) Und so beschließen sie, beim Institut ihres Vertrauens (da, wo sie sonst immer die Wochenendworkshops besuchen) endlich selber eine Therapeutenausbildung zu machen. Mal sehen, was es alles so gibt: Astrotherapie, Klangschalentherapie, Atemtherapie, Ohrkerzentherapie… Liebeskummertherapie! Für die entsprechenden Eurönchen kann man sich jeden Therapeuten-Titel umhängen. Der Begriff ist nicht geschützt.

Dann schrauben sie sich ein Schild an die Tür, basteln sich eine Website und los geht´s. Meine Freundin Wpunkt hat es mal getestet. Sie war bei einer Liebeskummertherapeutin. Fazit: Für hundertzwanzig Euro pro Stunde ist die in erster Linie eins: unheimlich nett. Das tut gut. Und sie hört zu. Das tat sonst keiner mehr. Und sie gibt tolle praktische Tipps, z.B., dass man sich jeden Morgen vorm Spiegel „Ich bin eines starke schöne unabhängige Frau“ sagen soll. Und dabei bitte die Hand auf das Dingsbums-Chakra legen, ganz wichtig. Und richtig atmen, atmen ist auch so wichtig. „Und seien sie lieb zu sich!“ Okay.

Büchlein mit Herzchen drauf gibt´s auch, spezielle Schokolade geben Liebeskummer kann man auch gleich kaufen (damit man am Ende nicht nur allein ist, sondern fett), Duftkerzen, Körperöle, die Uschis sind sehr geschäftstüchtig. Schließlich kommen sie aus der Finanzbuchhaltung. ARRRRRGH.

Ich verachte Sie, schrieb ich der lieben Elena also zurück.

Nicht wörtlich, aber im Subtext. Wörtlich schrieb ich, dass ich die meisten Beratungsangebote für Menschen mit Liebeskummer für unseriöse Geschäftemacherei halte. Dass ich persönlich an Selbsthilfegruppen glaube, in denen Betroffene sich gegenseitig helfen, ohne kommerzielle Absichten. Und an psychotherapeutische Hilfe durch Menschen, die das studiert haben. Und zwar an einer staatlich anerkannten Hochschule und nicht an irgendeinem Privatinstitut, von Privatinstituten hielte ich nämlich gar nichts. Und dass ich mich ganz sicher nicht daran beteiligen würde, wenn man Menschen mit Liebeskummer versuchen würde, schön verpackte Schokoladentafeln und anderen Schnickschnack als seelische Hilfe zu verkaufen. So.

Zu meiner großen Überraschung schrieb Elena zurück, genau das fände sie auch. Und deshalb wären der Austausch mit Leidensgenossen und die Begleitung durch Ärzte und (seriöse) Therapeuten auch das Wichtigste bei den Reisen, die sie speziell  für Menschen mit Liebeskummer organisiere. 

Und in der Tat. Ich war mal auf Elenas Seite (www. die-liebeskuemmerer.de) und kann nur sagen: Hütchen ab. Eine feine Sache. Schöne Hotels, Wellness, Sport, das tägliche Bad im Mitgefühl der Leidensgenossen, die kalte oder warme Dusche durch eine Psychotherapeutin... Wenn ich Liebeskummer hätte, würde ich bei den Liebeskümmerern eine Reise buchen. Im Ausland am besten, denn nach dem bewaffneten Überfall auf eine Pommesbude, den ich wahrscheinlich begangen hätte, um mir die Reise leisten zu können, wäre ein Auslandsaufenthalt vielleicht nicht ganz schlecht.

Nein, das war ein Witz. Soooo teuer ist es auch nicht. Wenn man bei Liebeskummer ansonsten gerne shoppen geht oder im besoffenen Kopp in der Stammkneipe eine Runde Schampus schmeißt, kann es schnell genauso teuer werden.

So, jetzt habe ich also mal ein bisschen Werbung gemacht. Ohne Eigennutz, falls Sie das vermuten. Elena hatte mich dann zwar gefragt, ob ich vielleicht bei ihren Reisen auch Seminare geben möchte. Und ich habe tatsächlich darüber nachgedacht. Aber ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich vielleicht besser bei dem bleiben sollte, was ich am besten kann. Und ich denke, ich kann einfach besser schreiben als coatchen oder therapieren. Trotz Psychologiestudium (denn seien wir ehrlich, man kann auch mit ordentlichem Studium eine miese Therapeutin sein. Und ja, ich gebe es zu… ohne eine tolle.) Aber vielleicht komme ich irgendwann mal auf ein Stündchen zum Vorlesen bei Euch vorbei, hab ich zu Elena gesagt. Bei den chicen Hotels ;)

Na, mal sehen…

15.05.2011 um 15:07 Uhr

Männerwochemende

von: Lapared

 Um nicht mehr semtimal zu seim, habe ich mich umter echte Männer gemischt.

 Ich stelle mich eimfach danebem umd warte, dass mich eimer auf meim Maschime amspricht.

 Das wird toll.

 Vielleicht fahrem wir sogar eim Stück zusammem.... 

 … … … …

     Dann fahr ich ebem alleim.

 Komisch ...

 Irgemdwie macht Männerwochememde mich auch semtimemtal.

08.05.2011 um 16:00 Uhr

Eim Tag am Meer

von: Lapared

 Meerblick macht mich immer so semtimemtal.

 Kennst du das auch, Emtchem?

 Ich muss am all das Schöme demken, das wir hatten. Umd das wir verlorem habem.

   Meim schönem Sonnemhut zum Beispiel, ich fimde ihm nirgemdwo.

 Da sitzt übrigems eim Käfer auf Deim Kopf.

 Bist du sicher, Emtchem? Eim Käferchem auf Kopf bedeutet, ...

 ...dass Sonnemhut einem sagen will, dass es ihm gut geht, da wo er jetzt ist????

 Mamchmal hab ich dem Eimdruck, du willst mich verarschem, Emtchem.

01.05.2011 um 16:27 Uhr

Endlich Prinzessin

von: Lapared

 Geschafft!

Ich wollte nie Prinzessin werden. Das hat natürlich, wie alles im Leben, mit der Erziehung zu tun.

Zu Karneval – dem einzigen Anlass, bei dem sich die Frage für mich persönlich stellte – war Prinzessin werden wollen bei uns zu Hause stark verpönt. Ich wusste zwar nicht, was genau gegen Prinzessin werden wollen sprach, das Kostüm war auch nicht schlimmer als Fliegenpilz oder Clown, die Abteilung, aus der meine Verkleidungen sich rekrutierten. Aber meine Mutter verdrehte jedesmal die Augen, wenn jemand Prinzessin werden wollte. Wahrscheinlich aus dem selben Grund, aus dem es bei uns keine Barbiepuppen gab, sondern Fischertechnik und Spirograf. Es waren die 70er und meine Mutter war eine aufrechte Streiterin der Frauen-Emanzipation. Eine tolle, wichtige Sache und ich bin froh, dass meine Eltern so fortschrittlich waren.

Doch vierzig Jahre später ist die ganze gute Erziehung mit einem Mal im Po. Diese Woche wollte auch ich plötzlich Prinzessin werden. Ich saß vorm Fernseher und dachte, Katielein, was hast du es gut. Wie gern wäre ich an deiner Stelle. Ich bin so neidisch auf dich. Ich würde sofort mit dir tauschen. Kein Scheiß!

Sie heiratet den Mann, den sie liebt. Allein das ist schon ein großes Glück, das längst nicht jedem vergönnt ist, und schon gar nicht in so einem sensationell schönen Kleid. Sie ist durch die Hochzeit versorgt bis an ihr Lebensende. Auch nicht übel. Nicht nur mit Geld, sondern mit der Aufmerksamkeit der Menschen, die ja nicht nur Belästigung ist, wie manche allzu Verwöhnte immer den Anschein erwecken, sondern auch herzerwärmend und nett. Sie wird nie ein Nobody sein, selbst wenn sie irgendwann vielleicht alt und krank und hässlich sein sollte. Niemand wird sie jemals auf ein Dreibettzimmer verfrachten und sie wird niemals sehnsüchtig auf den Pflegedienst warten, der einmal am Tag für zwei Minuten kommt. Ich finde das alles höchst beneidenswert.

Natürlich wird sie auch viele Pflichten haben. Sie wird viele Krankenhäuser besuchen und Hände schütteln müssen etc. Aber arbeiten müssen wir doch alle. Und ich denke, sie wird zwischendurch auch noch eine Menge Zeit haben, in der sie machen kann, was sie will.

Dieses Haus, haben Sie dieses kleine weiße Haus am Meer gesehen, in dem Princess Catherine ehemals Kate zukünftig leben wird? Ich kenne dieses Haus. Ganz genau. Es ist mein Traumhaus. Ich kann mir gut vorstellen, wie angenehm es sein muss, dort in der Morgensonne einen heißen starken Kaffee zu trinken. Zum Aufwärmen nach dem morgendlichen Schwimmtraining (einmal zur Boje und wieder zurück, bei jedem Wetter und jedem Seegang). Und sobald William Montag morgens zu Arbeit gegangen ist („Bis Freitagevening, Darling!“), sssszzzzt, ran an den Schreibtisch, ein bisschen im Internet rumbummeln und dann pünktlich um zehn mit der Arbeit anfangen. Bücher schreiben. Schön wäre das. Schön, schön, schön.

Viel Glück, Prinzessin, genieße es! (Und wenn Du mal keine Lust mehr hast, sag bescheid, ich springe ein.)

P.S. Gerade erreicht mich Post:

 Drei von Curds Jungs, mit einem klaren Ziel...

 Geschafft! (Dank Schlips und gutem Aussehen)

Liebe Grüße an Ina, Dennis und "Die drei Jumiörchen", Danke für die super Fotos!