Anleitung zum Entlieben

31.07.2011 um 15:40 Uhr

Zuneigung oder Gleichgewichtsstörung

von: Lapared

Jahrelang war ich in dem Glauben, Palme, meine – wer hätte das gedacht – Palme, wäre menschenscheu und auch ein wenig masochistisch veranlagt. 

Die Annahme lag nahe, weil Palme auf jede Form der Pflege und Hinwendung geradezu allergisch reagierte. Regelmäßiges Gießen quittierte sie mit gelben Blättern. Wenn ich sie mal feucht abwischte, warf sie die Blätter anschließend trotzig ab, als wolle sie sie ohne Staubschicht nicht mehr haben. Und als ich mir einmal die Mühe machte, vorsichtig Blatt für Blatt mit Milch abzureiben, weil ich gelesen hatte, dass das einen herrlichen Glanz aufs Buschwerk zaubern würde, reagiert Palme wie ein Folteropfer. Als hätte jemand Zigaretten auf ihr ausgedrückt war sie plötzlich von braunen und schwarzen Löchern übersäht. Kurz und gut, ich blitzte bei Palme völlig ab.

Am liebsten hatte sie es, wenn ich sie einfach vergaß. Und erst dann goss, wenn ihre Erde Risse hatte wie Serengeti nach sieben Jahren ohne Regen. Goss? Ertränkt werden wollte Palme dann. Wie sie so sind, die Masochisten. Ich akzeptierte das und so lebten Palme und ich jahrelang in friedlicher Ignoranz vor uns hin.

Bis ich vor ein paar Wochen endlich etwas entdeckte, was Palme offensichtlich richtig gut gefiel. Mein Dampfbügeleisen brachte mich auf die Idee, Palme mit feinstem Wassernebel einzusprühen und – sie liebte es! Sie explodierte geradezu unter der neuen Behandlung. Ich überlegte schon, Palme künftig Bonnie Grape zu nennen, wie die Mutter von Gilbert Grape in Irgendwo in Iowa, die man am Ende nur noch mit einem Kran aus dem Haus hieven konnte, so kolossal war ihr Umfang. Palme ging richtig ab.

Nur heimlich begann ich mich zu fragen, wie viel Raum man einer einzelnen Pflanze in seinem Leben geben sollte. Ist es angemessen, wenn sie 15 Prozent der Wohnfläche einnimmt? 6 der 45 Quadratmeter meiner Wohnung werden mittlerweile von Palme belegt, Tendenz steigend. Ich hatte von einem Leben unter Palmen geträumt, nicht von einem Leben unter Palme!

Das scheint Palme allerdings anders zu sehen. Gestern Nacht als ich erschöpft von viel zu viel Arbeit auf dem Sofa dämmerte und während meiner unerlässlichen Zahnpflegerituale mit einem Auge noch ein wenig Haifilme sah, machte es plötzlich Raschelraschel und Palme schmieß sich der Länge nach auf mich drauf. 

Ich werde das Einsprühen wieder einstellen müssen. Und außerdem werde ich Palme festbinden müssen. Wer hätte mit so viel Zugewandtheit noch gerechnet bei dieser Pflanze? Nach all den Jahren! Die spröde alte Palme, stürmisch wie der junge Don Juan!

Oder sie hatte einfach das Gleichgewicht verloren.

24.07.2011 um 14:14 Uhr

Sonntagsausflug

von: Lapared

Liebe Milliömchem,

viele habem mir geschriebem umd gesagt, Curd, man macht keim Werbumg für seim eigenes Buch, das ist nicht fein.

Das habe ich mir zu Herzem genommen umd deshalb mache ich keim Werbumg mehr. Stattdessem erzähle Ihnem vom meinem spannemdem Sommtagsausflug mit der Bahm.

 Ich hasse Bahmfahrem.

 Man fühlt sich so kleim umd fremdbestimmt...

 Eimgeschlossem himter Glas.

   Wie übrigems auch im meim neuem Buch "Der Beste zum Schluss", das bald erscheimt. Mit vielem, schönem Fotos!

  (Das war keim Werbumg! Sonderm Schleichwerbumg, höm...)

 

 

17.07.2011 um 14:15 Uhr

Von Hosen und Fähnchen

von: Lapared

Irgendwann kriegen sie dich. Nein, mich. Ich hasse es zuzugeben, aber irgendwann mache ich auch die dämlichste Mode mit. Und dann ärgere ich mich. Ich ärgere mich, weil ich weiß, dass mein erster untrüglicher Instinkt mir vor einigen Monaten geraten hat, so etwas niemals anzuziehen. Und ich ärgere mich, dass ich, wenn ich es jetzt doch tue, es nicht wenigstens sofort getan habe. Gleich, als dieser dämliche Trend aufkam. Denn dann hätte ich den obskuren Fummel wenigstens noch eine Weile tragen können. Aber nein, ich springe auf den Zug erst dann auf, wenn er schon fast wieder durch ist.

Ich spreche über Chinos. Vor einigen Monaten, als ich noch nicht wusste, dass sie Chinos heißen, sagte ich bei ihrem Anblick empört: Nie wieder! Meine Häschenjahre sind vorbei – niemals wieder trage ich eine Karottenhose! (Ja, ich weiß, dass wahre Modeverständige jetzt aufstöhnen über das unangemessene Gleichsetzen von Chinos und Karottenform, ich stelle das später richtig, wenn ich es nicht vergesse…)

Also, ohne zu wissen, dass Chinos Chinos heißen, beschloss ich, Chinos zu boykottieren. Erst recht Chinos mit Bundfalte, in denen sich auch kleinste Fettablagerungen in der Bauchregion aufplustert wie Blätterteig. Und das Allerallerunmöglichste waren in meinen Augen Chinos mit tiefhängendem Schritt, in denen man aussieht, als hätte der liebe Gott mit einem Basketball gespielt - däng däng däng, immer auf ´n Kopp – und dich beim Dribbeln auf halbe Länge zusammengestaucht. Ein tiefhängender Schritt! Hallo!?

Und den halben Meter, den die Beine darin kürzer wirken, soll man dann mit einmeterfünfzig hohen Absätzen wieder kompensieren. Einmeterfünfzig hohe Schuhe stehen schon lange auf meiner Boykottliste, lange. Ich bin eine erklärte Freundin flachen Schuhwerks und jeden, der meint, dass man darin plump aussieht, verweise ich auf Tilda Schwinton, wie sie in „I AM LOVE“ auf ultraflachen Sandalen durchs frühlingshafte Milano schwebt, in ihrem fließenden pfirsichfarbenen Kleid und dem leichten Strickjäckchen über den Schultern… (Das Problem, dass wir nicht alle Elfen sind wie Tilda Swinton und wie man mit etwa dem dreifachen Körpergewicht ähnlich anmutig durchs regengraue St. Pauli marschiert, lösen wir ein anderes Mal) – wo war ich?

Ach so, ich war empört über diese Modeentwicklung. Chinos. Man soll eine hässliche Hose tragen, die die Beinchen staucht, und dazu unbequem hohe Schuhe, die sie dann wieder strecken – ohne mich, habe ich vor ein paar Monaten noch gesagt. Ohne Lchen!

Sie wissen, was jetzt kommt. Sie kennen mich lang genug und wissen, dass Konsequenz nicht existiert in meinem natürlichen Verhaltensrepertoire. Ich bin ein Fähnchen im Wind der Meinungen, die mir um die Ohren fegen. Und natürlich auch ein Fähnchen im Wind der Modeindustrie. So kam es wie es kommen musste:

Ich besitze seit gestern ein Paar Loosefit Chino-Pants. Eine Karotte mit Bundfalten hätte man früher gesagt. Und das Schlimmste, ich finde, sie sehen toll aus. TOLL!

(Aber kein tiefer Schritt, soviel Rest-Rückrat habe ich mir dann doch bewahrt, auch als flatterndes Fähnchen im Mode-Diktat. Nie tiefer Schritt. Never ever. Warten wir´s ab…)

10.07.2011 um 16:17 Uhr

Eim Imsider erzählt: Das Pressefoto

von: Lapared

Vielem Memschchem schreibem mir umd fragem: Curd, wie ist es eigemtlich so im Zemtrum vom öffemtlichem Mediemimteresse zu stehem.

Deshalb heute - statt Sneakpreview - eim paar exklusive Eimblicke:

Wenn man wie ich stämdig im Presse ist, braucht man vor allem eim gutes Pressefoto, auf dem man noch besser aussieht als im Wirklichkeit. Oft sehe ich Nacktfotos bei meim Kollegem. Sie versuchen damit, besomders viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehem. Aber ich habe mich emtschlossem, meim Mützchem amzulassem.

Hier meim offizielles Autoremfoto:

 Wichtiger ist, Kompetemz auszustrahlem (siehe limks).

   Nicht jedem gelimgt das auf Anhieb.

 Aber mit Bildbearbeitumg kann man heutzutage eim Memge machem.

Foto Lchem: Enno Kapitza

Foto Curd: Lchem

(So was muss man bei Pressefotos übrigems immer sagem, somst gibt Ärger.)

07.07.2011 um 18:30 Uhr

Curd Sneakpreview II (rekomstruiert)

von: Lapared

Liebe Milliömchem,

damit Milliömchem gamz WILD auf seim neues Buch werden, zeigt Curd eim paar Fotos schom vorab.

Heute gleich zwei vom seim absolutem LIEBLIMGSFOTOS:

  

Freuem Sie sich auf eim Geschichte voller Liebe, Leidemschaft umd Abemteuer:

Ab 12.8. im Hamdel: "Der Beste zum Schluss" von umd mit Curd Rock.

(Umd Lchem)

Am Herrn oder Frau blogigo: So, jetzt aber nicht wieder kaputt machem!

07.07.2011 um 17:56 Uhr

Einträge verschwunden

von: Lapared

HUCH. Meine letzten Einträge sind verschwunden. (3.07.)

Wer oder was war das?

Gehen hier die Lichterchen aus?