Anleitung zum Entlieben

27.11.2011 um 14:43 Uhr

Fanpost

von: Lapared

 Eim selbstgemalte Advemtskarte ohme Absemder!

 Wahrscheimlich vom einem meiner vielem treuem Fams...

 Eim schömes Bild, willst du es mal sehem, Tomatchem?

 Bis auf das umleserliche Gekritzel umtem limks recht gelumgen, oder?

 Sei nicht traurig, wemm du wie ich drei Bücher gerschriebem hast, bekommst du sowas auch.

P.S. Curd & Tomatchen und Half & Lchen (jajajajaaaa!) wünschen Euch einen wunderbaren, liebevollen, keksreichen 1. Advent!

20.11.2011 um 16:48 Uhr

Half

von: Lapared

 Also gut, lassem Sie ums über diesem Half redem.

 Für mich imteressiert sich ja keimer mehr.

 So guckt sie ihm immer am.

 Als flögem ihm verdammte Engleim aus dem Himterm. 

 Umd so guckt er.

 Er betet sie am. Sie!

 Lächerlich.

13.11.2011 um 18:50 Uhr

Der alte Lpunkt

von: Lapared

Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, da konnte ich jede Woche von mindestens einer Affäre berichten. Gefühlt. Da spülten die Turbulenzen meines Liebeslebens mir täglich neue aufwühlende Geschichten in mein kleines Blog. Und wo sind wir heute? Still ruht der See im Herz- und Erotiksektor. Beglückt bin ich, wenn die Heizung bullert. Das einzige, was wöchentlich für neue Aufregung sorgt, sind immer andere Zipperlein und Gebrechen. Anfällig wie ein 73er Jetta, der alte Lpunkt. Aber seit Montag bin ich mit meinem maroden Allgemein-Zustand versöhnt. Da nahm ein Arztbesuch nämlich eine romantische Wendung. Aber der Reihe nach, erstmal Stöhnen.

Letzten Montag musste ich wieder mal zum Zahnarzt, eine Ärztin in meinem Falle. Momentan arbeite ich nur für meine Kauleiste, ich wünschte, ich hätte rechtzeitig eine Zusatzversicherung abgeschlossen, aber das nur am Rande. Meine Ärztin kommt aus dem Iran, spricht ein rätselhaftes Kauderwelsch aus Deutsch, Englisch und Persisch und der Wortschwall, der dir entgegenbläst, sobald du einen Fuß in ihre Praxis setzt, ist wie der Wasserwerfer eines Polizeipanzers am 1. Mai.

Man würde rückwärts wieder rauspurzeln, hätte sie dich nicht längst gegriffen und an ihren Busen gedrückt. „Meine Lieblingspatient!", so werde ich (und jeder andere) jubelnd begrüßt. Mindestens dreimal pro Behandlung beteuert sie mir, dass ich wie eine Schwester für sie bin. Ich weiß nicht, wovor ich mich mehr fürchte, vor ihrem Bohrer oder dieser Überschwänglichkeit. Ein weniger vertrauensseliger Mensch als ich würde denken, sie wäre gnadenlos bekokst. Aber am Ende zählt ja nur die fachliche Qualität.

Auch die kann ich natürlich nicht wirklich beurteilen. Aber mit gefällt, dass ich, wenn ich einen Termin habe, immer die einzige in der Praxis bin. Es gibt keinen zweiten Stuhl, sie pendelt nie zwischen Patienten hin und her. Sie widmet sich ausschließlich mir und bastelt mit glänzenden Augen an meinem Gebiss wie ein pensionierter Eisenbahner an der Feuerwehrstation seiner Modellbaulandschaft. Manchmal über Stunden.

Stunden? So lange kann doch kein Mensch den Mund auflassen, denken Sie jetzt sicher. Doch, ich kann. Ich habe, wie einige vielleicht aus anderen Zusammenhängen erinnern, diese Sonderausstattung bei den Kiefergelenken. Stichwort Kiefersperre. Sobald ich den Mund etwas weiter öffne, springen - hepp - die Gelenkköpfchen aus der Knochenpfanne und ich kriege den Mund ohnehin nicht mehr zu.

„Ist perfekt“, sagt meine persische Zahnperle dann immer. „Lassen wir einfach offen und wenn fertig, sehen wir mal, was wir können machen. Reg dich nicht auf, mein kleine Elfe.“ Sie nennt mich Elfe, weil sie findet, dass ich so außerordentlich empfindlich bin im Gebiss.

Letzte Woche passierte allerdings noch ein zweites Malheur. Irgendwas war bei der Betäubung schief gegangen. Meine Zähne blieben sensibel wie die Schnurrbarthaare von Nachbarkater Waldi, dafür war mein Augenlid komplett gelähmt. In perfekter Harmonie mit meinem Kiefer ließ sich auch das Auge nicht mehr schließen. Tag der offenen Tür.

Selbst, wenn man das Lid runterdrückte und mit Nüsschen oder Ähnlichem beschwerte, ging es – klack - immer wieder auf. Mit aufgerissenem rechten Auge starrte ich dann in die grelle Zahnarzt-Lampe, als warte ich darauf, dass sich eine Luke öffnet und E.T. aussteigt. Weil ein Auge sehr schnell austrocknet, blieb uns nichts anderes als es zuzukleben, mit Tesafilm. Wimpern werden überschätzt.

Nach drei Stunden war Frau Doktor schließlich fertig und machte sich daran, den Kiefer wieder einrenken. Eigentlich Routine, nach all den Jahren kennt sie meinen Kiefer wie ihre Westentasche. Aber diesmal wollte es partout nicht klappen. So sehr sie auch zog und schob und ruckelte, selbst als sie meinen Kopf zwischen ihre Brüste presste, was auf eine Art ein unvergessliches Erlebnis war - der Mund blieb offen. (Das war übrigens noch nicht die romantischen Wendung). Und mit Tesafilm war in diesem Fall nichts zu machen.

Am Ende blieb mir nicht anderes übrig, als mit offenstehendem Mund, zugeklebtem Auge und sabbernd wie eine argentinische Dogge vorm Fleischerladen die Mönckebergstraße zu überqueren, Hamburgs beliebte Einkaufsstraße. Dort hat ein befreundeter Kollege meiner Ärztin seine Praxis, ein Kieferchirurg. Er hatte sich bereit erklärt, mich als Notfall dazwischenzuschieben. Sie werden nicht glauben, was dann geschah.

„Lchen?“

„Half?

„Lchen, bist du das?

„Hahichinnes!“

Ich musste doch warten. Und das oben war der romantische Dialog zwischen meinem ehemaligen Agenturkollegen Ralf und mir, der sich bei dem unerwarteten Wiedersehen im Wartzimmer entspannte (-sponn? -spinnte? Egal!).

„Du siehst toll aus!“

„hanke, huhauch!“

„Ich gehe heute Abend zu einer Halloweenparty, du solltest unbedingt mitkommen. Genau so.“

„Hecht? Herne!“

So schnell kann es gehen mit dem richtigen Styling. Schon hatte ich ein Date.

Es war ein schöner Abend. Sehr schön. Reden konnte ich natürlich nicht, ich war froh, dass der Mund wieder zu war. Dafür schätzt Half (wir sind dabei geblieben) mich jetzt als brillante Zuhörerin. Gestern waren wir dann essen, eben ist er gefahren und ich mutmaße, seine Wertschätzung ist zwischenzeitlich noch gestiegen. (Jajajajajaaaaaa!)

Was ist nur sagen wollte… (was wollte ich eigentlich sagen?) Manchmal endet die hundertste Zahnarztgeschichte ganz anders. Die Fahrt des alten Jettas ist noch nicht zuende. Es kann immer noch was passieren. Ja, ich glaube so etwas in der Art wollte ich sagen. Ich bin einfach ein bisschen durcheinander :)

06.11.2011 um 20:25 Uhr

Vier Stepper und ein Knoblauchfall

von: Lapared

Mein Stepper ist kaputt - und ich bin auch komplett aus dem Lot.

Nun dramatisiert sie aber, denken Sie jetzt sicher. Das stimmt. Ein bisschen. Aber schauen wir auch auf die tragischen Fakten.

Vor acht Wochen ereignete sich der Vorfall mit meinem Sportgerät (KRRRRZZCK, Achsenbruch). Zwei Wochen später eilte der Kundendienst heran zum ersten Reparaturversuch. Zwei weitere Versuche und fünf Wochen später stehen nun drei (!) funktionsuntüchtige (!!!) Stepper in meinem 13,5 Quadratmeter-Wohnzimmer. Den vierten erwarte ich morgen, heile wär mal geil. Eine einzigartige Kulmination von fehlgeschlagenen Reparaturversuchen, defekten Ersatzgeräten und Speditionen, die Geräte zwar abholen, aber nur ab Bürgersteig. Wenn ich drei Stepper aus dem Wohnzimmer runter auf die Straße wuchten könnte, liebe Speditionsmenschen, hätte ich keinen Trainingsbedarf!

Aber deshalb bin ich noch nicht aus dem Lot. Ach, was. Ich lebe gerne zwischen kaputten Steppern. Und zum Trainieren fahre ich neuerdings in den feinen Sport-Club, für den ich sonst nur monatlich zahle. Jeden Morgen um sieben flitze ich mit Rolli los und reihe mich ein in die Riege der frühen Vögel unter den Fitness-Jüngern. So trifft man alte Bekannte wieder. Hatte ich mal von Kpunkt erzählt? Auch so ein Vogel, ich kenne und fürchte ihn schon aus früheren Fitness-Phasen.

Kpunkt trainiert jeden Morgen und er ist leider der geschwätzigste Mann des Planeten. Ein kleiner Mann, aber eine riesen Quasseltasche. Federnd in der Hüfte wirbelt er auf dem Stepper auf und ab wie ein Flummi mit einer Tina-Turner-Perücke. Dabei redet und redet und redet er ohne Punkt und Komma. Nein, „redet“ ist eigentlich nicht richtig. Er spult Anekdötchen ab, eins nach dem anderem. Aus seinem schier endlosen, todlangweiligen Anekdötchenrepertoire. Mit dramatischen Gesten, weit aufgerissenen Augen und einer Mimik wie Klaus Kinski in „Die Bestie“ erzählt er, wie er angeblich des Schwimmbads verwiesen wurde, weil er vom Zehner gepinkelt hat. HARG. Ich mag das, vor allem morgens.

Selbst, wenn man kein Wort dazu sagt, aus dem Fenster starrt oder sich schutzsuchend unter die Muscheln seines Kopfhörers verkriecht, redet Kpunkt heiter weiter. Einen Stichwortgeber braucht er nicht. Und das Schlimmste ist: Man kann diesem Mensch für sein Geplapper nicht mal böse sein, unmöglich. Der kleine Mann mit dem Pumuckl-Charme ist nämlich ein Pantomime im Ruhestand. Ja! Einer der letzten Großen dieser - Gott sei Dank - aussterbenden Zunft. Der Mann hat vierzig Jahren Quasseln nachzuholen. Und tut es bei mir!

Mich quatscht er seit acht Wochen voll. Weil ich am Anfang so höflich war zu lächeln, wenn er einen seiner Hammergags vom Stapel ließ. Jetzt stellt er sich jeden Morgen – schwupp! – auf den Stepper neben mir. Auch das wäre normalerweise noch nichts, was mich aus der Bahn werfen könnte. Aber heute morgen hatte der Ex-Pantomime dann auch noch eine Knoblauchfahne. Uuuuuuh. Als er mich ansprach, war ich so erschrocken, dass ich das Gleichgewicht verlor und vom Stepper segelte. Aua. Meine rechte Seite ist grün und rot und  blau. Ich habe Schmerzen, aber nur beim beim Atmen. Aua aua aua. 

Es wird Zeit, dass morgen endlich mein vierter Stepper kommt. Sport außer Haus ist zu gefährlich.