Anleitung zum Entlieben

29.01.2012 um 19:56 Uhr

Von Egos und Zwergterriern

von: Lapared

Half hat gesagt, ich sei lernfaul.

Ich.

L E R N F A U L.

Und anstatt einfach zuckersüß zu antworten, "Ja, mein Schatz, das stimmt schon, teilweise, aber du magst mich trotzdem, oder!?", anstatt seine Kritik also einfach geschmeidig durchflutschen zu lassen wie ein 6 mm-Projektil durch eine Buttercremetorte, musste ich natürlich dagegen halten. Wuff wuff.

Es ging ums Rückenschwimmen. Eine wichtige Sache also. Ich kann nicht Rückenschwimmen und Half fand, ich solle es lernen, immer nur kraulen sei nicht gesund für meinen Bewegungsapparat. „Jede einseitige Belastung schadet“, argumentierte er orthopädisch. „Ich kann es dir zeigen.“ Alles klar, der Schatz möchte mir gerne was beibringen, dachte ich und begab mich in die Rücklage.

Es war einfach nicht meine Disziplin, ich wusste das sofort. Genauso wie ich beim ersten Kraulzug gespürt hatte, dass ich meine Bestimmung gefunden habe, innerhalb des Sport- & Fitnessbereichs, spürte ich nun, dass der liebe Gott mich nicht als Rückenschwimmer konzipiert hatte. Ich empfing ein total klares Signal, wie Nena sagen würde. Ich empfing außerdem gefühlte 50 Liter Wasser in meiner Nase. Der ganze Kopf lief voll, ich schwöre.

Aber Half ließ nicht locker. Er wurde gar nicht müde, es mir immer wieder vorzumachen. Guck doch, so… so… so… ! Sprachs und schnellte davon wie eine junge Forelle im Gebirgsbach, auf dem Rücken.

Nach 15 Minuten brach ich das Ganze ab, mein Gehirn stand unter Wasser. „Lchen, du bist lernfaul“, kommentierte Half fröhlich gackernd mein Scheitern. Das war wie gesagt die Stelle, an der ich einfach hätte sagen sollen, Schatz, da hast du sicher teilweise recht. Was hätte ich mir dadurch vergeben? Schließlich bin ich wirklich manchmal lernfaul, denken wir an den Bereich der Kommunikationstechnik, ich nutze mein Handy noch immer nur zum Telefonieren. Ja, ich lerne nicht so gern. Wie die meisten Menschen mit eher wenig Selbstvertrauen, mache ich lieber Dinge, die ich kann.

Doch statt das zuzugeben, kläffte ich los: „Ich bin nicht lernfaul, aber ich finde, ich habe nun genug dafür gelitten, dass ich dich vorhin beim Kraulen überholt habe!“ Wie ein Yorkshire-Terrier im Blutrausch. „Wir wissen nun, dass du dafür etwas anderes besser kannst!“ Tänzel, tänzel aufgeregt am Beckenrand entlang. „15 Minuten Sanierungsprogramm für dein gekränktes männliches Ego sollten reichen!“ Halfs Ego ist wohl eher nicht das Problem. „Und von so so so lerne ich außerdem gar nichts!“ Seins nicht. 

Ach ja, das war was, das war was. Dabei hatte Half wirklich nur an meine Gesundheit gedacht. Bestimmt…

22.01.2012 um 20:04 Uhr

Danke Malakeh!

von: Lapared

Ich habe Mist gebaut.

Meine Lebensabschnittsgefährtin ist daran schuld, sie hat mich auf die Idee gebracht. Sie hat sich nämlich selbst die Haare geschnitten. Mit der Gartenschere, weil sie die gerade in der Hand hatte, als ihr der Gedanke kam, ihre Haare seien zu lang. Also, ritschratsch, schon waren sie es nicht mehr.

Mich, die ich schon seit Wochen denke, dass ich mal wieder zum Haareschneiden müsste, es aber nicht schaffe, einen Termin zu machen, weil ich mich nicht entscheiden kann bei wem, mich hat das unendlich beeindruckt. Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass ich das auch selber kann. Haareschneiden. Ich. Nun durchfuhr es mich wie ein Blitz: Yes I can! Friseure werden überschätzt.

Teuer sind sie außerdem. 40 Euro habe ich zuletzt bezahlt, nur fürs Spitzenschneiden. Und das, obwohl ich meine Haare doch ohnehin immer hochstecke (Stichwort: Hinterkopfvortäuschung). Eine Luftfeuchtigkeits-abhängige Naturkrause habe ich außerdem, zu schwach, Locken hervorzubringen, aber ausreichend stark, um jeden Schnitt in einen Mopp zu verwandeln, bei Nieselregen sehe ich aus wie diese 70er-Jahre Ufolampen... Sie hören mir ja gar nicht zu.

Sie sind noch bei der Lebensabschnittsgefährtin, stimmt´s? Das war doch nur ein kleiner Spaß am Rande, weil ich meine Zahnärztin noch immer häufiger sehe als Half und Curd zusammen. Und weil ich nicht schon wieder einen Eintrag mit „Meine Zahnärztin ist/sagt/tut“ anfangen wollte, die Zahnarztgeschichten kommen uns ja bald zu den Öhrchen raus, uns allen. Aber tatsächlich sind wir inzwischen per du. Sie heißt Malakeh - so schöne Namen gibt man Zahnärztinnen in Persien.

Du Malakeh, sage ich zu ihr (in Gedanken, denn ich kann ja nicht sprechen, in meinem Mund wird gearbeitet…) Du Malakeh, deine Frisur ist tadellos, erzähl mir mehr davon. Und sie - während sie irgendwo auf Nasenhöhe nach einer der abgebrochenen sechs (jawohl sechs!) Wurzeln meines oberen Backenzahnes puhlt – sie kann ja keine Gedanken lesen, holt stattdessen ein bisschen weiter aus und erzählt mir ihr ganzes Leben. Spannend!

Aufgewachsen im Iran, Flucht vor den Ayatollahs, Arbeiten für die CIA (mehr darf ich nicht sagen)… ein Teufelsweib, hätte mein Opi eine wie sie genannt. Ich war voller Bewunderung und beschloss noch während der OP: Sollte ich durchkommen, werde ich wie sie. Ich lebe wild und gefährlich und schneide mir tatsächlich selbst die Haare. Yes I do! Friseure sind für Mädchen.

Die 40 Euro wirst du noch bitterlich brauchen, wenn erstmal die Rechnung kommt für das Massaker hier, dachte ich außerdem. Und wahrscheinlich noch 4000 obendrauf, denn für all die Zähne, die sie runterschleift oder zieht, muss ja auch wieder was rein, so kann man das ja nicht lassen. Oder ich muss Bilder davor hängen. Also, es hatte alles auch einen finanziellen Hintergrund, das gebe ich zu.

Wieder zuhause holte ich jedenfalls sofort die Schere raus (eine Halthaltsschere, wenn eine Gartenschere ging, ging die sicher auch). Ich hatte mir alles ganz genau überlegt. Wenn ich an den Seiten Zöpfe machen würde, etwa auf Ohrhöhe… und dann die Zöpfe waagerecht vom Kopf halten und senkrecht abschneiden würde… dann müsste es eigentlich hinhauen. Dann würde sich a. eine kleine, Fülle spendende Stufe ergeben, weil das Deckhaar auf diese Weise stärker gekürzt wird als das darunter. Und b. sollte der Schnitt eigentlich eine hübsche runde Kontur haben, also hinten länger als an den Seiten, weil das hintere Haar ja einen längeren Weg bis zum Ohr hat – können Sie folgen?

Müssen Sie aber nicht. Meine Berechnungen erwiesen sich ohnehin als unzutreffend. Anstelle der leicht gestuften runden Kontur ergab sich eine wollige, aus der Stirn gerutschte Pilzfrisur. Sie ergab sich zudem in Blau. Eine kleine Sensation.

 TA-DA! Mein erster eigener Haarschnitt!

Ich bin jetzt wie Curd unter die Permanent-Mützchenträger gegangen. Und da bleibe ich mindestens die nächsten 3 Jahre nach dieser verunglückten Aktion (man schneidet ja immer noch ein bisschen nach, um es besser zu machen - aber man macht es nur kürzer…). Außerdem fange ich bei den Schlümpfen an, ich bin der Zahnlos-Schlumpf, der immer nur mit zusammengepressten Lippen spricht und lacht. Zähne weg, Haare ab - Danke Malakeh!

Aber was ich eigentlich sagen wollte, meine Botschaft an diesem verregneten Sonntagnachmittag: Das Friseurhandwerk wird unterschätzt. Ja, ja.

15.01.2012 um 22:50 Uhr

Meilemsteime der Curd-Fotografie

von: Lapared

(Bitte alle nachsprechem:)

 Wow, toll, was für eim schömes Foto!

 Umd das erst, super, eim Hammerbild!

(Diese Fotos hat Half gamz alleim gemacht, seim erstes Curd-Shootimg, Lchem ist nämlich kramk*. Er hat mich am Elbe kutschiert, um "Curds erstem Sonnentag 2012" zu dokumemtieren. Also nochmal alle gamz laut: SUPER, PRIMA, GUT GEMACHT!!!)

 Nur Autofahrem muss ich ihm noch beibrimgen...

* nichts Schlimmes, nur eim kleinem Komfekt. IMFEKT, pardom.

08.01.2012 um 18:30 Uhr

Die Geschichten dahinter

von: Lapared

Frohes Neues, gut reingekommen?

Super! Und selbst, schön gerutscht?

Ja, und wie…

Smalltalk, wie man ihn dieser Tage an jeder Ecke hört. Hinter diesen kleinen freundlichen Dialogen verbergen sich nicht selten Tragödien. Jawohl.

Mein Silvesterabend z.B. stand im langen Schatten meiner Backenzähne. Die Misere begann, als ein harmloser kleiner Dosenchampignon aus einem Erbsensalat sich so unglücklich in meinem Provisorium unten links verfing, dass dieses sich spürbar hob. Ich wollte es mit der Zunge wieder an Ort und Stelle drücken, aber da hatte sich schon eine junge Erbse dazwischengeschoben und klebte am Zahnstummel wie Wulff am Präsidentenstuhl. Als ich kurz darauf einem natürlich Schluckreflex nachgab, war das Provisorium weg. Die vorlaute Erbse auch.

Die nächsten zwei Stunden des Silvesterabends bestritt ich flüssig, was ja an sich nichts Ungewöhnliches ist an diesem Tag. Dann entwickelte ich vom Hunger getrieben eine Technik, so zu kauen, dass das sensible Stummelchen nicht tangiert wurde. Ich entwickle immer eine Technik. Her mit dem Käsefondue. So hätte die Geschichte glücklich, mit 10.000 rechtsseitig gekauten Käsekalorien enden können, wenn es nicht kurz vor Mitternacht wieder diese Berliner gegeben hätte. Obacht Gefahr!

Sofort erinnerte ich mich an das Jahr zuvor, als jemand nämlich beim Verzehr eines mit Eierlikör gefüllten Berliners auf einen Kirschkern gebissen hatte, wissen Sie noch? Der Fall ist bis heute nicht geklärt.

Ich ließ den Berliner stehen und knabberte stattdessen genügsam eine Salzstange -  sowieso, ich hasse diese Völlerei! - da machte es plötzlich Krrzzzzck. Der nächste Zahn im Eimer. Ein wurzelbehandelter oberer Dreier, der schon lange tot und nur noch zu dekorativen Zwecken im Team war. Dachten wir.

Doch nun, als er von einer gemeinen Salzstange in der Mitte gepfählt wurde, war er plötzlich aufgewacht. Wie Dracula, der andere berühmte Untote, erhob er sich aus seiner modrigen Gruft. (Finden Sie, ich dramatisiere zu sehr? Dann streichen Sie den letzten Satz). Zum ersten Frühstück des Jahres gab es jedenfalls 800 Gramm reinstes Ibuprofen. Und zum Mittag irgendwelche Tropfen, die Half mal nach einer OP gebunkert hatte und nach denen ich nicht mehr wusste, wann ich Geburtstag habe. Und was ein Geburts überhaupt ist.

In der darauffolgenden Woche war ich so oft bei meiner Zahnärztin, dass zuletzt meine Pantoffel neben der Tür standen und der Hermesbote meine Pakete an den Zahnarztstuhl lieferte. Und der Lünebest Nussjoghurt - ein zuletzt etwas ins Abseits geratener Klassiker, die Mutter aller Nussjoghurts - erlebte einen sagenhaften Umsatzzuwachs von zwölf Prozent. Durch mich.

Alle zwei Tage kauft Half mir bei PENNY eine 20-er Palette, die ich dann an einem einzigen Tag verputze. Am zweiten Tag muss ich selber los. (Hast du noch Joghurt? – Klar, für wie verfressen hältst du mich?) So lange kennen wir uns schließlich auch noch nicht. Und was anderes als Joghurt geht einfach nicht, bei aller Technik.

Was für ein Jahresauftakt, schon wieder Ärger mit den Zähnchen - das glaubt mir doch kein Mensch, sage ich zu Half. Nee, das glaubt dir kein Mensch, nickt er dann mitfühlend, so ein marodes Gebiss wie deins ist echt unfassbar.

Frohes Neues, gut reingekommen?

Super! Und selbst, schön gerutscht?

Ja, und wie…

Jetzt kennen Sie die Geschichten dahinter. Eine davon.

01.01.2012 um 18:01 Uhr

Katerstimmumg

von: Lapared

 Schom wieder eim Jahr vorbei... 

Umd nichts ist passiert. GAR-NICHTS...  N U L L …

(Neim, Curdchem ist nicht dicker gewordem!)

01.01.2012 um 00:00 Uhr

Prost Neujahr!

von: Lapared

 Diese Jahr gebem wir eim Party - zum allererstem Mal (huhuhuuuuu...)

GLÜCKLICHES NEUES JAHR, LIEBSTE MILLIÖMCHEN! DANKE, DASS IHR DA SEID. DAS IST WIRKLICH SCHÖN. LOVE!