Anleitung zum Entlieben

13.05.2012 um 19:43 Uhr

6,0, 6,0, 6,0 …

von: Lapared

Verlieben ist leicht, aber der Weg in eine glückliche Beziehung ist steil und von zahlreichen Prüfsteinen übersäht. Ja, ja. Der erste Sex zum Beispiel ist so ein Prüfstein. Wie bitter, wenn alles passt, nur der Penis nicht - gibt´s! Oder wenn zwei, die wie Topf und Deckel schienen, im Bett tote Hose ergeben – alles schon gehabt! Der erste gemeinsame Urlaub ist ein anderer Prüfstein. Zwei Wochen Gardasee bei Regen und Sie erkennen sein/ihr wahres Gesicht. (Auch gut: Zehn Tage Windstille auf den Kanaren, wenn er/sie Surfer ist.) Aber warum in die Ferne schweifen, wenn man sich auch zuhause an die Gurgel gehen kann? Ein naheliegender und nicht minder zuverlässiger Beziehungs-Prüfstein ist ein gemeinsamer Möbelhaus-Besuch am Samstag. Paarlaufen durch IKEA, die Pflicht. Und anschließend die Kür: das Aufbauen eines BILLY-Regals.

Half und ich haben uns diesen Prüfungen gestellt. Gleich drei Billy-Regale haben wir gestern bei IKEA gekauft. Mit Aufsätzen. Und gleich vorweg: Wir waren gut. Geschmeidig, in perfekter Harmonie wie die Eistanzlegenden Torvill/Dean zum Bolero von Ravel in Sarajevo ´84, ließen wir die Ausstellung einvernehmlich komplett links liegen und drehten gleich am Eingang scharf rechts in die SB-Abteilung ab. Völlig unbeirrt hielten wir danach Kurs auf unser gemeinsames Ziel: Lager 1, Gang D, Regal 9-17. BILLY-Land.

 

Auf etwa halber Strecke erlaubte ich mir den einzigen kleinen Patzer, als ich kurz stehen blieb und SMÖRBOLL ansah, ein apfelgrünes Bettwäscheset ("Lchen, nun komm, Bettwäsche steht nicht auf unserer Liste!"). Eine kleine Unsicherheit zeigte Half dafür bei LJUDA, einem gepunkteten Tischset für nur 0,99, aber auch er fing sich mit etwas Hilfe ("Komm Schatz, Geschmacksverirrungen auch nicht!"), und wir zogen - allen Verlockungen von nun an sicher trotzend – weiter zu BILLY, dem einzigen Grund unseres IKEA-Besuchs. So war es vereinbart.

 

Und tatsächlich: Wir kauften nicht ein Teil mehr als geplant. Ein Meisterwerk der Beherrschung, wie IKEA-Kenner wissen. High Five, Teil I der Prüfung bestanden! Zur Belohnung ließen wir es im "Schwedenshop" hinter der Kasse richtig krachen, verdrückten synchron jeder einen Hotdog XL und einen Muffin und deckten uns großzügig - im Wert etwa eines Bettwäsche- plus eines Tischsets - mit KANELBULLAR (Zimtschnecken) und SÖTSAK KAKAOBOLL (Schokobällchen) ein.

 

Auch der Aufbau unserer BILLY-Beute lief in weiten Teilen vollendet harmonisch. Uneinig waren wir höchstens, welcher Idiot bei BILLY I die Rückwand falsch angenagelt hatte, aber dass es ein ziemlich blöder Idiot war, darüber bestand Einvernehmen. Keine drei Stunden später, als alle Beteiligten schon wieder mit einander sprachen, konnte die Montage problemlos weitergehen und BILLY II und III standen in Bestzeit. Alles in allem eine super Team-Leistung, sechsnull, sechsnull, sechsnull für Half/Lchen. Und am Ende zählt ja ohnehin nur das Ergebnis. Wie Sie sehen, drei bildschöne BILLYs...

 ... perfekt befüllt.