Anleitung zum Entlieben

29.07.2012 um 18:10 Uhr

Sonnenanbeter

von: Lapared

 Ich glaube, ich werde wegem meim Farbe diskriminiert.

 Ich muss versuchen auszusehem wie alle hier...

 Mal sehem, ob es geklappt hat.

   Entdeckem Sie dem Umterschied?

22.07.2012 um 14:30 Uhr

Urlaubsgrüße

von: Lapared

 Es ist  umglaublich.

 Immer umd überall werde ich fotografiert.

 Im Grunde geht es mir wie Lady Di.

 Umd ich liiieeeeebe es!

16.07.2012 um 04:00 Uhr

Nächtliche Umschulung

von: Lapared

 Schon vier Uhr morgens und er schläft noch...

 Also, auf drei… Eins, zwei...

 KICKIRICKIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII!!!!!!

 Hühner... ?????????

 ... seid Ihr etwa HÄHNE????????

 Oh, neim...

 Ihr SEID Hähne.

 Husch Hähnchem, weg aus meim Schlafzimmer…

 Ich brauche keim Weckdiemst, ich brauche meim Schömheitsschlaf...

 Also gut. Auf drei…

 Bam bam bam bam bam bam bam bam bam bam bam... 

 Mister Sandman bring him a dream...

(P.S. Sorry für die Verspätung. Irgendwie hatte ich hier technische Probleme...)

08.07.2012 um 17:35 Uhr

Grillsaison

von: Lapared

In Taiwan gibt es einen Fotografen, der macht Bilder von Hunden, kurz bevor sie eingeschläfert werden. Nicht einfach Aufnahmen, die die todgeweihten Köterchen in ihren letzten Momenten zeigen. Sondern sorgfältig inszenierte Porträts, auf denen die Hunde mindestens so wichtig wirken und so würdevoll wie Präsident Obama oder Kanzlerin Merkel auf dem Titelblatt des Time Magazine. Mit behutsam gesetztem Licht, stimmiger Pose, gewähltem Hintergrund… und dem hohen Anspruch seitens des Fotografen, nicht bloß das Äußere abzubilden, sondern das innerste Wesen des Porträtierten sichtbar machen zu wollen. Wahrscheinlich wurde den meisten dieser Kläfferchen in ihrem ganzen Leben nie so viel Aufmerksam zuteil wie bei diesem einen Foto.

Denn der Fotograf fotografiert keine altersschwachen vierbeinigen Freunde kurz vorm Gnadentod. Er handelt nicht im Auftrag betuchter Herrchen oder Frauchen, die von ihren treuen Gefährten, kurz bevor sie sie von irgendeinem unheilbaren Leid erlösen, noch ein letztes Erinnerungsfoto haben wollen. Der Fotograf porträtiert die Insassen eines staatlichen Tierheims - ist das nicht groß? Obwohl denen eine schöne Wurst zum Abschied wahrscheinlich lieber gewesen wäre als ein Hochglanzfoto.

In solchen Heimen landen all die verlausten Streuner und ausgesetzten Vierbeiner, von denen es in Taiwans Städten viel zu viele gibt. Wahrscheinlich deshalb, weil – laut Tierschützern - die überwiegend buddhistische Bevölkerung glaubt, dass böse Menschen als Hunde wiedergeboren werden. Hunde in Taiwan haben da wohl ein echtes Imageproblem. Nur als Welpen sind sie als Spielzeug noch beliebt, werden sie dann älter, werden viele einfach auf die Straße gesetzt. Dort machen die Tierfänger auf sie Jagd und liefern sie dann in solchen Heimen ab. Nach durchschnittlichen 12 Tagen Wartefrist werden sie meistens von dort aus ins ewige Schlummerland befördert. Die armen Hunde. Mögen Sie alle als Kühe wiedergeboren werden. In Indien, versteht sich.

Viel besser und genauer ist das alles übrigens auf SPIEGEL ONLINE nachzulesen. Dort kann man sich vor allem auch die Fotos ansehen. Und ein paar Tränchen abdrücken, wenn man so nah am Wasser gebaut hat wie ich.

http://www.spiegel.de/panorama/fotograf-in-taiwan-macht-bilder-von-hunden-vor-einschlaeferung-a-842749.html.

Der Fotograf will durch seine Fotos das Bewusstsein in seinem Land zu verändern. „Ich hoffe, dass diese Bilder die Betrachter dazu bringen, über diese bedauernswerten Leben nachzudenken, mit den Tieren zu fühlen und die Unmenschlichkeit zu verstehen, der sie durch die Gesellschaft ausgesetzt werden", sagt er.

Ich wünschte, hier bei uns würde ein Fotograf auch mal solche Fotos machen. Nicht von Hunden, aber von den armen Schweinen und Rindviecherchen und Hühnchen, bevor sie in unseren Schlachthöfen abgemurkst werden.

So, das war jetzt mal mein Beitrag zur Grillsaison.

01.07.2012 um 15:29 Uhr

Ich will genau, was sie hatte (plus 20 Jahre, minus Krebs)

von: Lapared

Eine Sache habe ich nie herausgefunden: Wie schafft man es, dass nach der Heirat noch was passiert.

So beginnt das zweite Kapitel von Nora Ephrons Roman „Heartburn“ (zu deutsch leider "Sodbrennen"), in dem sie das Scheitern ihrer zweiten Ehe beschreibt.

Ein paar Seiten weiter sitzt die hochschwangere Protagonistin, die sich im Buch Rachel Samstat nennt, im Flugzeug. Sie hat gerade entdeckt, dass ihr Mann eine Geliebte hat, und braucht ein bisschen Abstand. Sie ist natürlich verzweifelt.

Erst vor ein paar Wochen waren die Geliebte und deren Ehemann bei Rachel und ihrem Ehemann zum Essen eingeladen gewesen, zusammen mit anderen Gästen. Rachel hatte der Geliebten, einer erfolgreichen Fernsehjournalistin, dabei das Rezept ihres Mohrrübenkuchens gegeben, der dieser angeblich so gut geschmeckt hatte. Rachel selbst schrieb damals Kochbücher.

Sie sitzt also im Flugzeug von Washington, wo sie und ihr Mann leben, nach New York, wo normalerweise Rachels Vater lebt und in dessen zufällig gerade leerstehender Wohnung sie sich verkriechen will. Und sie denkt darüber nach, was für eine Lachnummer sie gewesen ist. Alle außer ihr wussten von der Affäre. Alle Gäste, sogar der Ehemann der Geliebten. Und sie watschelte in ihrem bügelfreien Umstandskleid herum und servierte stolz ihren Karottenkuchen. Mit ein bisschen gepresster Ananas, das war nämlich der Clou daran, das Geheimnis seiner Saftigkeit. Zum Schießen war sie gewesen. Aber während dieses Flugs wurde Rachel alias Nora noch etwas klar…

Ein anderer Teil von mir dachte: Okay, Rachel Samstat, endlich passiert mal was! 

Sie macht daraus eine Geschichte, einen kleinen feinen Roman: eben „Sodbrennen“. Auch wenn das Buch inzwischen 30 Jahre auf dem Buckel hat und im Deutschen diesen doofen Titel trägt, empfehle ich es hiermit sehr. Nicht nur, weil Nora Ephron vergangenen Dienstagabend in New York mit 71 Jahren an Leukämie gestorben ist. Und weil ich an diese tolle Frau erinnern möchte, die uns nach ihrem ersten und einzigen Roman noch Filmklassiker wie „Harry & Sally“ und „Schlaflos in Seattle“ beschert hat. (Und Sätze wie: Ich will genau das, was sie hatte!) (Und eine Meg Ryan-Allergie.) Sondern, weil dieser Roman wirklich richtig schön ist. Gleichzeitig komisch und zu Herzen gehend ist. Und klug. Das finde ich persönlich lesenswert.