Anleitung zum Entlieben

24.12.2012 um 10:45 Uhr

Die Weihnachtsamsprache

von: Lapared

Meim liebem Milliömchem,

nicht jedem fällt es so leicht, Freumde zu fimden, wie mir mit meim natürlichem Charme umd meim famtastischem Aussehem.

 (Umd ich fimde NICHT, dass er aussieht wie eim Kinderschämder - Lchen spinnt!)

Demken wir heute auch an die, die einsam simd. Selbst mir geht es bisweilem nicht amders …

 Genie macht eimsam!

Demken wir an die, die außem stehem...

 ... weil sie drin nicht rauchem dürfen… oder pupsem…

Ich wümsche allem zu Weihnachtem viel Herzhaftes. Oder, um es mit eim anderem großen Kümstler zu sagem...

 LOVE LOVE LOVE

Umd weil ich eim paar Tage offline seim werde, wümsche ich meim liebem Milliömchem heute schom ...

 EIN GUTEM RUTSCH IN 2013!

Damke, dass Ihr nach all der Zeit immer noch nach mir schaut. Damke für Euer Imteresse. Ihr seid die Bestem.

LOVE

Curd

P.S. Ich schließe mich Curd voll und ganz an! ALLES LIEBE & EIN FROHES NEUES JAHR, Lpunkt

23.12.2012 um 09:30 Uhr

Weihnachtslogistik

von: Lapared

Wer hat neulich behauptet, er würde Geschenke nur noch online kaufen? Ganz chic. Welches Cleverle wollte sich nicht durch steinzeitliche analoge Warenhäuser schieben? Wollte der „Jingle Bells“-Berieselung keck entgehen und einfach zuhause klick klick klick machen? Welcher Idiot war das? Richtig, ich.

Meine Geschenke sind noch nicht gekommen. Versendet wurden sie, aber der DHL-Bote kreuzte bis jetzt nicht auf. Und am Montag ist es zu spät, da bin ich laut offizieller internationaler Weihnachtsplanung schon in Paderborn. Genau das hab ich auch gesagt. Jetzt ha´m wir den Salat. Apropos… 

Hatten sie uns nicht grüne Weihnachten versprochen, grün?! Heute Morgen bin ich vom Geräusch eines Schneeschiebers aufgewacht. Vor meinem Schlafzimmerfenster kehrte ein emsiges kleines Heinzelmännchen den Bürgersteig. Hamburg ist weiß. (Bis auf die drei Meter vor meinem Schlafzimmerfenster.) Die Stadt versinkt millimetertief im Schnee.

Ich habe nichts gegen Schnee. Im Gegenteil, Schnee sieht schön aus, Schnee macht alles so leise (wenn der Schneeräum-Heinzelmann erstmal weg ist), Schnee ist wunderbar. Auch meine Mobilität ist dadurch nicht eingeschränkt, Rolli hat das Schneeverhalten einer russischen Lokomotive. Womit wir bei einem anderen heiklen Thema wären. Nach der deutschen Post. Der deutschen Bahn.

Habe ich mal von dem Heiligabend erzählt, den ich in einem ICE verbracht habe? Mit „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ Live-Gesang, Erbsensuppe vom THW und verstopften Toiletten. Nein, daran war nichts romantisch, nichts. Ohne Toilette gibt´s keine Romantik. Höchstens im Kino, weil Filme nicht riechen. Was ich nur sagen will… Einige Unwägbarkeiten überschatten tiefdunkel meine Weihnachtslogistik. Und gerade fängt es auch noch an zu regnen, Blitzeisalarm!

Vielleicht sollte ich bis Montag warten mit dem Reiseantritt. Möglicherweise kommen die Geschenke ja noch, think positive?! Dann wäre ich allerdings bei den Dehnübungen Sonntagabend nicht dabei. Am 23sten machen wir normalerweise so ein Vorweihnachtsessen. Damit die Gans am Montag nicht auf einen platzsparend zusammengefalteten, nichtsahnend vor sich hindösenden Magen trifft. Aber besser, ich käme am Montag mit untrainiertem Magen als Sonntag mit leeren Händen, nicht wahr? Oder ist meine frühere Anwesenheit wichtiger als die Geschenke? Sollte ich mir eine Schleife um den Hals binden und charmant „Hallo, da bin ich!“ sagen? „Was gibt´s zu essen?“ Fragen, Fragen, nichts als Fragen.

Nächstes Jahr Weihnachten beehre ich jedenfalls den guten alten deutschen Einzelhandel wieder. Oder ich bestelle meine Geschenke einfach etwas früher – ich Schlitzohr!

P.S. Mehr von Emmi im neuen Jahr...

16.12.2012 um 20:05 Uhr

Alle Jahre wieder

von: Lapared

Ich weiß noch, wie aufgeregt ich war, als ich vor drei Jahren den Mietvertrag für meine jetzige Wohnung unterschrieb. Und selbst wenn ich es nicht mehr wüsste, würde mich die vollautomatische jährliche Mieterhöhung daran erinnern, die hatte ich nämlich vor lauter Aufregung überlesen. Aber das ist eine andere Geschichte, mit einem Kamel in der Hauptrolle, zurück zu mir und anderen netten Tieren.

Ich setze also mit pochendem Herzchen meinen Wilhelm unter dieses sittenwidrige Schriftstück. Und als ich wieder aufschaute, blickte ich in das grinsende Gesicht des Vermieters. „So, liebe Frau Lpunkt, und nun, da Sie unterschrieben haben, die schlechte Nachricht…“, feixte er. „Neben Ihnen wohnt das Böse.“ Das sagte der Richtige. „Viiiel Spaß!“

Gemeint war Emmi P..

Emmi P. ist schätzungsweise 70 bis 100 Jahre alt und wohnt schon über 40 Jahre lang in diesem Haus. Der Legende nach war sie Vorbild für die berühmte MTV-Oma in dem unvergessenen Fernsehspot (Ruhe da unten! Sonst brech ich euch die Beine, scheiß Kinder…). Emmi ist ein echtes Kaliber.

Alle um sie herum sind Idioten, sie ist ständig am zetern und redet über jeden schlecht. Man muss sie einfach liebhaben. Zumindest ist sie keine von denen, die vorne rum freundlich tun und hinterrücks das Ventil abdrehen, damit dein Fahrrad platt ist, wenn du auf den letzten Drücker los musst. Nein, Emmi sagt dir ganz offen ins Gesicht, was sie von dir hält. Und sticht dir heimlich mit dem Kartoffelmesser in die Reifen. Emmi ist randvoll mit Zorn – sicher wurde sie nicht damit geboren.

In der Zwischenzeit hatte ich mit Emmi schon sehr viel Spaß. Als sie sich letztes Jahr just in der Weihnachtszeit das Bein gebrochen hatte, habe ich bei ihr geputzt und Half hat für sie eingekauft. Was man in der Weihnachtszeit so tut, im Fernsehen nehmen die Leute Penner mit nachhause, Jesus hat viele Gesichter, liebe Kinder. Ja, ja.

Unser edles mitmenschliches Wirken wurde von Emmis ständigen Pöbeleien begleitet. Mir selbst bescheinigte sie die Geschicklichkeit einer Elefantenkuh beim Abstauben ihrer Habseligkeiten. Und Half, der beim Einkaufen die falschen Lutschbonbons gegriffen hatte, bekam fast eine Dose Feines Möhrengemüse an den Kopf. So ist sie, die liebe Emmi. Immer ein Erlebnis. Und tief drinnen natürlich eine Seele. Bestimmt.

Dieses Jahr hat Jesus erneut an unserer Tür gebimmelt, erstaunlicherweise wieder mit demselben Gesicht wie letzte Saison, er will duschen. Sie! Emmi hat in ihrer Wohnung nämlich nur ein Waschbecken, keine Dusche, keine Wanne, so etwas gibt´s tatsächlich noch in alten Häusern. Gegen den Einbau eines Badezimmers hat Emmi sich stets gewehrt. Schnickschnack! Wozu gibt´s Waschlappen?!

Aber nun hat Emmi ihre Meinung offenbar geändert. Plötzlich hat sie das unwiderstehliche Bedürfnis nach einem Duscherlebnis überkommen. Und wer würde einer alten Dame diesen „einzigen Weihnachtswunsch“ (sie kann so herrlich theatralisch sein!) abschlagen? Ich konnte es nicht. Zumal Emmi ihn gewohnt charmant vortrug. („Herrje, Lpunkt, du sollst mich doch nur einmal einseifen und abbrausen, das schaffst du doch wohl!“) Dienstag habe ich also einen Bade- bzw. Duschgast. Jedes Jahr eine gute Tat - altes Pfadfindermotto. Ich kann es kaum erwarten.

Sie wird wieder mal ununterbrochen schimpfen, natürlich wird sie den Komfort in meinem Bad en détail bemängeln, es wird eine Tortur für Mensch und Emmi, aber danach werde ich mich gut fühlen. GUT. Oder - die Möglichkeit ist mir eben aufgegangen – oder es juckt.

Eben kam Half. Auf seinem Weg von der Arbeit hatte er Emmi zufällig in der Bahn gesehen und dabei eine beunruhigende Beobachtung gemacht.

„Sie kratzte sich ständig am Kopf!“

„Das kenne ich,“ wiegelte ich ab, „diese scheiß Polyacrylmützen!“

Half guckte nur mitleidig.

„Sie trug doch eine Mütze?“, hakte ich nach.

Half sagte gar nichts.

Oha.

Ich fürchte, ich werde Emmi vor unserer Verabredung noch mal interviewen müssen, warum sie so völlig gegen ihre Gewohnheiten plötzlich eine Dusche nehmen will. Jesus mag viele Gesichter haben. Aber keine Läuse, bitte!

09.12.2012 um 17:18 Uhr

Vanilletee raus, Adventsgedanken!

von: Lapared

Pünktlich zum zweiten Advent habe ich ein Säckchen Teelichter erworben. Mit Vanilleduft. Wenn ich jetzt am Schreibtisch sitze, kann ich zwischendurch in die Lichtlein gucken und besinnlich werden. Das soll man ja im Advent.

Meistens denke ich daran, was sich alles verändert hat. Ich denke an die, die nicht mehr da sind. Ich versuche, nicht traurig zu sein, dass sie weg sind, sondern froh, dass ich sie hatte. Der Versuch geht mit schönster Regelmäßigkeit in die Hose und ich kriege das arme Deer, wie Oma immer sagte. Als sie noch was sagen konnte. Nichts bleibt. PUUUUUST!!! Teelichter ganz schnell wieder aus.

Aber es gibt ja noch mehr schöne Adventsbräuche. Plätzchen zum Beispiel. Pünktlich zum zweiten Advent habe ich außerdem ein Päckchen Spekulatius erworben. Mit Mandelblättchen. Wenn ich jetzt am Schreibtisch sitze, kann ich zwischendurch ein Plätzchen mümmeln und… dingens werden… Sie wissen schon, dingens (nein, ich spreche es nicht aus, wir wollten nicht mehr über diese Äußerlichkeiten reden.) Immerhin: Fettzellen bleiben. Für immer. WWWUSCH! Keksteller wieder weg.

Dritter Versuch. Pünktlich zum zweiten Advent habe ich eine Geschenke-Einkaufsliste gemacht. Wenn ich jetzt am Schreibtisch sitze, kann ich – statt zu arbeiten - durch die Onlineshops bummeln und feine Sachen in mein Warenkörbchen packen. Klick klick klick. Und an vergangene Zeiten denken, als man sich mit Plastiktüten beladen durch überfüllte Innenstädte und überheizte Warenhäuser schieben musste. In meinem Zustand. KLI-HICK! Wie sich die Dinge doch ändern, denke ich dann. Was für ein Segen…

(Na bitte, da sag noch einer, ich sei ein Adventsmuffel.)

Schwer grippegebeutelt: Schönen 2. Advent!

02.12.2012 um 15:15 Uhr

Advent, Advent…

von: Lapared

 Eim Plastikweihnachtssterm. Danke, Tomatchem.

 Ich wüsste nicht, was mich am 1. Advent glücklicher machem sollte.

 Hach… das warem noch Zeitem damals.

 Sieh, das bim ich im Advemt 2007 mit Miffy…

 Eim kleim Kanimchemdame, eim Nationalheldim im Hollamd…

 Bezaubermd, nicht?

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