Anleitung zum Entlieben

25.08.2013 um 15:59 Uhr

Das große Sommerimterview

von: Lapared

Curd Rock im Gespräch mit eim Journalistemnase

JN: Curd Rock, es hieß, Sie seien krank. Zunächst die persönliche Frage: Geht es Ihnen inzwischen wieder besser?

CR: Neim. Aber es muss ja weiter gehem. Ohne mich läuft ja nichts.

JN: Was hatten bzw. haben Sie denn, oder möchten Sie darüber nicht reden?

CR: Kopfweh. Wie Sie sehem, habe ich einem sehr großem Kopf. Den brauche ich, damit meim sehr große Imtelligemz Platz hat. Meim Kopf macht über 60% meimes Gesamtvolumems aus! Jetzt könnem Sie sich vorstellem, wie groß meim Kopfweh ist.

JN: Ungeheuerlich. Das tut uns natürlich schrecklich leid.

CR: Das ist im der Tat bedauerlich.

JN: Es gab auch Stimmen, die Ihnen eine gewisse Blog-Müdigkeit unterstellten. Es hieß, Sie seien ausgebrannt nach all den Jahren.

CR: Pappalapap. Blogmüdigkeit… Ich sprühe vor Elam! Ich habe nur keim Zeit, weil ich… num, warum soll ich es verschweigen… weil ich mich um meim Pferd kümmern muss.

JN: Sie haben ein Pferd?

CR: Das ist wahr. Ich bim eim großer Tierfreumd, wie Sie sehem. Stets umgeben von meim liebem vierbeimigem Kameraden.

JN: Wir wussten gar nicht, dass Sie reiten können.

CR: Kann ich auch nicht.

JN: Was tun sie dann mit dem Pferd?

CR: Wir umterhaltem uns.

JN: Und worüber?

CR: Worüber man sich mit einem Pferd so umterhält, Gartemarbeit, Haustiere, Astrologie…

JN: Interessant. Und Ihre Sekretärin, Frau Lpunkt, von ihr hören wir auch nicht viel.

CR: Meim Sekretärin Lpumkt muss sich auch um das Pferd kümmern.

JN: Das scheint ein ziemlich pflegeintensives Pferd zu sein.

CR: Sie sagt immer, Chef, das Blog muss wartem, wir müssem erst das Pferd vom Eis holem. Umd sie hat  a u s n a h m s w e i s e  Recht.

JN: Sind Sie sicher, Herr Rock? Sie sagt wirklich, sie müssten das Pferd vom Eis holen?

CR: Das sagt sie. Denn wissem Sie, meim Pferd…

JN: Wie heißt es eigentlich?

CR: Burghardt.

JN: Burghardt?!

CR: Burghardt ist gamz verrückt nach Eis…

JN: Herr Rock…

CR: Sobald Burghardt Eis sieht, vor allem Pistaziemeis…

JN: Herr Rock, kann es sein, dass Sie eine Kuh meinen?

CR: Womit?

JN: Hat Ihre Sekretärin Frau Lpunkt vielleicht gesagt, Sie müssten erst die KUH vom Eis holen?

CR: Umsinn, warum sollte sie das sagem, wir habem mit dem Pferd schom genug am Hals, wir arbeitem gerade Tag umd Nacht, wir hattem seit 50 Jahrem keim Urlaub umd jetzt sollem wir ums auch noch um eim Kuh kümmerm!? Also, wissem Sie…

JN: Pardon, ich wollte nicht…

CR: Sie simd mir eim Nase!

JN: Herr Rock, bitte, noch eine Frage…

CR: Neim, jetzt habe ich keim Lust mehr!

JN: Wenn Ihr Pferd vom Eis ist, Burghardt, dürfen wir uns dann wieder auf mehr Einträge von Ihnen freuen?

CR: Sie meinem mehr herrliche kleime Curd Rock-Geschichtem?

JN: Genau.

CR: Mehr fluffig leichte Anekdotchem vom bezaubermdem kleinem Kerl mit der Mütze?

JN: Von Ihnen, richtig.

CR: Naja, wenn Ihnem wirklich so schrecklich viel daram liegt… 

JN: Vielem Dank!

CR: Bitte.

21.08.2013 um 10:00 Uhr

...

von: Lapared

 Vorübergehemd außer Gefecht…

18.08.2013 um 17:01 Uhr

Heute wird es ein bisschen später

von: Lapared

Vielleicht wird es sogar morgen... Curd hat schlimme Migräne. Sorry!

04.08.2013 um 13:10 Uhr

Es war Axel

von: Lapared

Eine Freundin von mir schreibt auch Bücher, wesentlich fleißiger und erfolgreicher als ich. Und trotzdem hat auch sie noch immer kein dickes Fell, wenn jemand etwas Schlechtes über ihre Werke postet. Ich kann das gut verstehen. Auch für mich sind meine Bücher wie meine Babies. Wenn jemand sie nicht mag, lächle ich gelassen und überlege, wie ich ihn umlegen kann. Sie weiß das und deshalb ruft sie mich an, wenn so etwas passiert.

Ring, ring…

Trotz allem Verständnis bemühe ich mich natürlich, deeskalierend auf sie einzuwirken.

Ring, ring…

Wir leben in einer Demokratie, jeder darf seine Meinung sagen. Jeder Penner, das ist ja das Geile…

Ring, ring…

Beruhigend. Schlichtend.

Ich: Hallo?

Sie: Da hat jemand geschrieben, mein Buch wäre dumm.

Ich: Dumm?

Sie: Auf Amazon. Meine Sprache wäre schlicht, die Handlung hanebüchen und die Charaktere grob wie Kinderzeichnungen.

Ich: Ach Süße, du weißt doch… Auf der Bühne regnet es nicht nur Rosen sondern auch Tomaten, wer im Licht steht, ist auch eine Zielscheibe, das ist der Preis des Ruhms.

Sie: Ich weiß. Und die Schattenseite des Erfolgs. Können wir den Teil bitte überspringen?

Ich: Okay. Außerdem, überleg doch mal. Das sind doch ganz spezielle Charaktere. Ich habe noch nie einen zufriedenen, ausgeglichenen Menschen gesehen, der am Rechner anonym vernichtende Kritiken schreibt.

Sie: Können wir den "Arme Würstchen"-Teil auch überspringen, bitte? Und den „Besser er lässt es an dir aus als an seinen Hündchen“-Teil…

Ich: Gut dann… Und außerdem! Wer Aggressionen hat, sollte nicht ins Internet gehen, sondern in den Fitnesscenter! Oder schwimmen oder…

Sie: Den Sport-Teil auch…

Ich: Dann gleich zum „Wahrscheinlich war es sowieso Axel“-Teil?

(Axel ist ihr Ex-Mann.)

Sie: Bitte.

Ich: Und hast du irgendeinen Verdacht, wer es gewesen sein könnte?

Sie: Tja, ich möchte ja niemandem Unrecht tun. Aber ich schätze, es war Axel, der frustriert von einer Party kam, weil er wieder keine abschleppen konnte. Ich kenne sonst niemanden, der das Wort hanebüchen benutzt.

Ich: Hanebüchen ist wirklich ein typisches Axel-Wort.

Sie: Absolut typisch.

Ich: Es war Axel, ganz klar.

Sie: Ach, ja…

Ich: Ja, ja…

Sie: Du Lchen, denkst du manchmal auch, dass sie recht haben?

Ich: Wer?

Sie: All diese Leute, von denen wir uns einreden, dass sie Axel sind. Vielleicht stimmt es ja? Vielleicht sind unsere Bücher wirklich doof.

Ich: Vielleicht. Nicht unwahrscheinlich. Aber ist es nicht großartig, dass sie trotzdem gedruckt wurden? Überleg mal, wie viele Menschen ihre doofen Bücher Verlage anbieten und wir haben es geschafft!

Sie: Ja, super eigentlich…

Ich: Na, siehste…

Sie: Danke.

Ich: Gern.

Klick.

Und zum Glück gibt es ja auch ganz viele Menschen, die nette Kritiken und Kommentare posten. Die sich, obwohl auch sie sicher kein leichtes Leben haben, in ihrer knappen Zeit an den Rechner setzen und anonym, ohne irgendwas davon zu haben, freundliche Dinge schreiben. Manche sogar regelmäßig, immer wieder.

Denen an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön. Ihr glaubt gar nicht, wie toll das ist. Danke.