Anleitung zum Entlieben

19.04.2007 um 19:31 Uhr

Aberglaube an einen kichernden Gott

von: Lapared

Zwischen zwei Männern, ich weiß nicht, ob es Ihnen schon aufgefallen ist, zwischen zwei Männern gehe ich normalerweise immer gern zum Arzt. Anstatt mich mit falschem Wangenrot auf dem Singlemarkt zu tummeln, genieße ich die Gegenwart von Menschen, die mein wahrer Zustand kümmert, weil ich sie dafür bezahle. Beziehungsweise meine Kasse.

Hinzu kommt dieser alte Aberglaube. Ich gehe grundsätzlich nie zum Arzt, wenn ich glücklich bin und sehr am Leben hänge. Ich glaube nämlich, der da oben ist so einer, der denen, die das Köpfchen fröhlich recken, besonders gerne zwischen die Beine grätscht. Und dann kichernd zusieht, wie sie - RUMS! - voll auf die Fresse fliegen.

Auch insofern ist die stille Zeit zwischen zwei Lieben, wenn man zwar nicht mehr auf allen Vieren kriecht, aber immer noch gesenkten Hauptes geht, eigentlich die optimale Ärztezeit. Ich jedenfalls, war jedes Mal kerngesund, wenn ich als Schicksalsgebeutelte die Vorsorgeuntersuchung absolvierte.

Aber im Moment ist es ja etwas komplizierter. Einerseits bin ich wieder mal allein und verlassen, hach, und wahrscheinlich bei allerbester Gesundheit. Andererseits hat mich das Schicksal unlängst reich beschenkt, ich bin ziemlich glücklich, sodass ich fast damit rechne, dass es sich mit der anderen Hand was nimmt. Also, Arztbesuch oder kein Arztbesuch?

So sehr ich Mediziner sonst liebe, ich hatte kein gutes Gefühl... Blut im Stuhl hatte ich außerdem, und das schon was länger, also bin ich heute trotzdem mal hin. Prompt muss ich nächste Woche zur Darmspiegelung, von wegen Darmkrebsvorsorge, oha. Hab die Handtasche voller „Darmreinigungspräparate“ und mache mir jetzt schon die Hosen voll.

Vielleicht hätte ich mit der Untersuchung bis zur nächsten unglücklichen Schreibblockade warten sollen...

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenZamyat schreibt am 20.04.2007 um 07:58 Uhr:Na! Was sind das denn für Glaubenssätze: "Wenn es mir auf der einen Seite gut geht, bekomme ich von der anderen Seite einen rein." Damit verbaust du dir ja jede Erlaubnis darauf, einfach mal glücklich zu sein!!
    Aber ich kenne L.chen noch nicht gut, bin erst sehr kürzlich hierhin geraten (und entzückt! Grüße an Curd in den Dünen-köstlich :-))- und kenne von daher deine Lebensphilosophie noch nicht.
    Aber Blut im Stuhl - lieber vorsorgen und zum Arzt gehen! - und erinnert mich ansonsten vage an eine alte Böll Geschichte (kann mich auch irren) von einer alten Dame...
  2. zitierenLexa schreibt am 21.04.2007 um 00:08 Uhr:Lass mich raten, vom Rumsitzen hasst Du Hämorriden bekommen. Gib ihr einen Namen dieser Hämorride, am besten einen männlichen. Dann gehst Du freudig zu Deinem 'Popologen', sagst ihm Du hättest etwas im Arsch, dass Du am liebsten veröden lassen möchtest. Ich zitiere mich:" Besser an dem Ende einen Schrecken, als Schrecken ohne Ende." Und wenn das Ding verkrustet, ausgemergelt, Dich auch nicht mehr am Arsch juckt, ja dann ist Deine Seele auch wieder in Ordnung, weil Du es "Heinzbert" auf diese Weise heimgezahlt hast. Wünsch Dir alles Gute und Chakka!!! LG Lexa

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