Anleitung zum Entlieben

21.06.2005 um 12:17 Uhr

About Curd

von: Lapared

Heute morgen habe ich unterirdische Laune und die Tatsache, dass ich wirklich keinen Grund zu interirdischer Laune habe, verärgert mich maßlos und treibt die Sache auf die Spitze. Zeit, Curd (gesprochen: Köört) vorzustellen. Curd hilft. Ein Blick in Curds Gesicht, und mir geht es gleich besser. Curd ist eine der sogenannten "Ugly dolls" (grandios!), Modell Jeero. Also ein Stofftier (na und, andere Menschen heiraten ihre Kühlschränke!). Ich habe angefangen, Curd vor diversen Kunstwerken zu fotografieren, am liebsten mache ich Polaroids von ihm vor sogenannter Fotokunst, Fotografien, deren Auflage künstlich limitiert wird, damit auch für Fotos ein Sammlermarkt entsteht wie für andere Kunstwerke, obwohl Fotos ja eigentlich unendlich reproduzierbar sind.

Ich habe Curd an einem französichen Strand von Guido Mieth fotografiert, an David Steets Kamakura Beach, vor einer von Jörg Fahlenkamps megageilen Hybridlandschaften und - ganz groß - mit den Pornotanten von Stefanie Schneider. Mir gefällt der abgrundtief dämliche Blick von Curd, diese völlige Ahnungslosigkeit, mit der er mitten im Bild steht wie Steffi aus Bottrop vor den Trevibrunnen. Und er guckt jedes mal anders dämlich, ehrlich, man hat den Eindruck, dass sich sein Gesichtsausdruck von Motiv zu Motiv verändert. Herrlich. Und ich mag auch die Vorstellung, dass es z.B. dieses Foto von Curd vor dem französichen Strand von Guido Mieth - im Gegensatz zu dem Foto von dem französischen Strand von Gudio Mieth - wirklich nur ein einziges Mal gibt. Das ist auch der Grund, warum ich Polaroids so mag und keine Digitalkamera will, Polaroids sind einzigartig und sie sind engültig und gnadenlos wahr. Ganz ehrlich, ein Digitalfoto, auf dem man so scheiße aussähe, wie auf manchen alten Polaroids, würde man doch sofort löschen oder am Computer bearbeiten, bis man zumindest einigermaßen erträglich aussähe, wenigstens die cremefarbenen Raucherzähne ein bisschen aufhellen oder den Popel am Nasenausgang wegmachen oder so. Jedenfalls, diese Fotos von Curd sind mir eine Freude.
Ein kleiner Nachteil davon, dass sie nicht digital sind, ist natürlich der, dass ich sie hier nicht zeigen kann, aber wer wirklich will, kann sich die Fotokunst bei LUMAS ansehen und Curd bzw. Curd-Modell Jeero bei UGLY DOLLS und sich die Fotos in seiner eigenen Vorstellung selbst zusammenbauen. Obwohl ich einschränkend sagen muss, dass Jeero natürlich nicht Curd ist, weil jedes Stofftier, auch wenn es ursprünglich ein Massenprodukt ist, durch die Behandlung seines Besitzers mit der Zeit individuelle Züge annimmt (das glaube ich wirklich!), Jeero, der Ur-Curd, hat eine deutlich negativere Ausstrahlung als mein Curd, mein Curd lächelt inzwischen ein bisschen, bedingt durch all die Liebe und Aufmerksamkeit die ich ihm zu teil werden lasse. Wer sich Curds Fotos also in seinem Kopf selbst zusammensetzen möchte, sollte sich einen leicht lächelnden Jeero vorstellen. Hm. Ich glaub, ich mach jetzt besser mal Schluss.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenJungfrau schreibt am 13.09.2009 um 23:49 Uhr:Abgrundtief dämlicher Blick?
    Jedes Mal anders dämlich?
    O weia Lpunkt, jetzt verstehe ich so manche Bemerkung von Curdchen über dich...

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