Anleitung zum Entlieben

03.08.2005 um 22:21 Uhr

Ändern, was man ändern kann

von: Lapared

Das Schöne an mir ist ja, ich bin so ein Kämpfer. Zumindest wenn meine Gegner mikroskopische Staturen haben. Wie z.B. die Fettzellen, die seit dem Nutellaanfall zur Attacke auf meinen Arsch geblasen haben. Nein, ganz im Ernst, sitzen bleiben, ihnen das Feld überlassen, ansetzen? Nicht mit mir. Noch so eine goldene Maxime der Anonymen Alkoholikern: Gott (Platzhalter, den jeder nach Fasson füllen darf, zumindest bei den Anonymen Alkoholikern) gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden. An Letzterem hapert es klassischer Weise, weshalb der Satz leider besser klingt, als praktisch nützt (je nach Potenz und Laune des Platzhalters vielleicht auch). Und selbst wenn der Fall mal eindeutig liegt und nicht viel Weisheit erfordert (wie im Falle von 119): Die Gelassenheit, mit der mein Platzhalter mich bedenkt, hört meist auf den Namen "Tavor" und ist der dicke Bruder von Depression. Und Mut hält in meinem Falle heimlich immer Händchen mit Verzweiflung.
Nur nicht, was die Fettzellen angeht. Fettzellen, zumindest die, die sich an meinem persönlichen Gesäß formieren, gehören eindeutig zu den Dingen, die ich ändern kann - und denen ich stets aufs Neue mutig und siegessicher entgegentrete. Auf meinem Stepper. Heute habe ich dabei „Staatsanwälte küsst man nicht“ geguckt (ein Verlegenheitskauf gestern im Drogeriemarkt, wo ich plötzlich tränenüberströmt dastand, als „Am Tag als Conny Kramer starb“ im Lautsprecher erklang) und eintausendzweihundertsiebzehn von den kleinen Biesterchen - bzw. ihrer Vorhut genannt „Kalorien“ - verbrannt. Na bitte. Und ein Blick an den Himmel: Die Sonne lacht auch nicht mehr über mich.

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