Anleitung zum Entlieben

02.09.2006 um 20:23 Uhr

Cousine Suse

von: Lapared

Ich will nicht darauf rumreiten. Aber ich frage mich immer noch: Liebt man einen Mann mehr, wenn man ihn trotz seiner Bettqualitäten liebt? Oder andersrum gefragt: Liebt man weniger, wenn man ihn auch wegen seiner Bettqualitäten liebt? Warum gilt es als Zeichen wahrer Liebe, wenn man bereit ist auf guten Sex zu verzichten. Und als beziehungsprognostisch äußerst bedenklich, wenn man bereit ist, zum Beispiel auf Humor zu verzichten?

Vielleicht, weil es allgemeiner Konsens ist, dass der Sex in einer Beziehung mit der Zeit ohnenhin an Attraktivität und Bedeutung verliert, der Humor aber nicht?

Wer je das Gesicht meiner Cousine Suse gesehen hat, wenn ihr Mann, Kölner Kulturträger mit mindestens 5000 Witzen im aktiven Repertoire, loslegt: „Sacht der Tünnes zum Scheel...“, wer Suse in diesem Moment einmal angeschaut hat, wird seine Ansicht überdenken. Ein Antlitz wie aus Amnestys Folteropferkartei. Und damals hatte „sein Humor“ sie so zum Lachen gebracht.

Na, ich weiß auch nicht, warum mich das beschäftigt. Momentan ist ja weder ein neuer Mr. Dick noch ein Mr. Witzbold in Sicht. Und ab Montag wird mir sowieso alles vergehen. Ab Montag bin ich wieder gebucht, im Irrenhaus. Kenner erinnern sich, ein zärtlicher Kosename für meine alte Agentur.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenni_ke schreibt am 02.09.2006 um 22:00 Uhr:Gilt DAS (auf guten Sex verzichten) tatsächlich als Zeichen wahrer Liebe? Ich würde es als einen Akt der Verzweiflung ansehen (oder der Resignation)
  2. zitierenMarle schreibt am 02.09.2006 um 23:02 Uhr:Für mich wäre es auch ein Kriterium. Und eine Freundin des "Anlernens" bin ich auch nicht. Es passt gleich oder nie... find ich.
  3. zitierenlucha schreibt am 03.09.2006 um 00:00 Uhr:Ich hab mich in jeden Mann verliebt, mit dem ich gevögelt habe; einer anderen sexuell sehr aktiven Freundin ist das nie passiert. Mal hatte meine Verleibtheit die Chance, zur liebe zu reifen, mal vergings! Der Sex nahm zunächst immer ein paralles Schicksal und dann ...., wie schon gesagt: Ich glaub, es gibt keine Regeln!
  4. zitierenlucha schreibt am 03.09.2006 um 00:03 Uhr:Da fällt mir noch der Sprzuch meiner Oma ein; Oma übrigens Jahrgang 1907:
    Sex ist der Kontrabaß jeder Beziehung!
  5. zitierenerphschwester schreibt am 03.09.2006 um 00:11 Uhr:na, solche leute wie die suse tun einem leid! weil ihre männer zunächst nur einen humorvollen anschein erwecken, es aber nicht wirklich sind. nach ein paar jahren kennt frauen alle geschichten ... und witze ... ihres mannes; das ist nun mal so. da ist frau gut beraten, sich einen mann zu suchen, der nicht aus dem repertoire, sondern aus dem leben schöpft. das nämlich ist täglich irgendwie anders.
    und was die sache mit dem sex angeht: es paßt oder aber auch nicht. jemanden lieben, bei dem´s nicht paßt - pardon(!) - das funktioniert nie richtig. frau wird sich eine zeit lang alles mögliche einreden können, den mann aber früher oder später doch aus ihrem leben entsorgen. ohne richtig guten sex geht´s nun mal nicht. da kann ich´s mir mit gutem sex (ohne alles andere) besser vorstellen, auch wenn diese geschichten ebensowenig von langer haltbarkeit sind.

    letztlich ist es so: wenn nicht alles paßt, paßt´s halt nicht ...
    (das leben ist schwer genug, warum sich also mit wem behängen, der da nicht rein paßt?)
  6. zitierenasa schreibt am 04.09.2006 um 08:44 Uhr:Wie tragisch das ist, da kriegen uns die Männer mit ihrem Humor rum - und nach Jahren ist man froh, wenn man ihn nicht mehr hören muss. Einen Sauertopf zum Manne ist jedoch auch kein leichtes Los. Schwer, ein geeignetes Mittelmaß zu finden.

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