Anleitung zum Entlieben

21.06.2005 um 00:05 Uhr

Die (Macht-)Spiele sind eröffnet!

von: Lapared

Gerade ist mir zum Heulen, aber ich weiß nicht warum. Ich hab den netten Mann getroffen, aber er war gar nicht so nett. Als ich mich gerade mit ihm unterhielt, kam 119. Er tat so, als hätte er mich nicht gesehen und ging schwimmen. Ich habe ihm ein paar Mal zugewunken, während ich mich weiter mit dem Mann unterhielt, den ich neulich so nett fand und heute nicht mehr. Na ja, nett schon, im Sinne von nett, aber irgendwie nicht mehr nett im Sinne von interessant. Interessant im Sinne von "denkbar, dass ich mich vielleicht in ihn verlieben könnte". Das war ein bisschen bedauerlich. "Ich hab Dir gewunken, hast Du mich nicht gesehen?", sag ich zu 119, als er aus dem Wasser kommt. "Gewunken? Nee, wo warst Du denn?", als Schauspieler ist er definitiv eine Katastrophe. Darauf ich: "Ich saß da drüben auf der Mauer und habe geschnakt!" (... und das hast Du genau gesehen, Hase, und jetzt willst Du mich testen, ob ich wohl was davon sage, aber in so eine plumpe Falle tapp ich nicht, Du Fieswurst.) "Ja? Mit wem denn?" (Goldene Himbeere für die schlechteste schauspielerische Leistung 2005) - "Ein Typ, den ich hier aus dem Freibad kenne!" (Was bin ich nur für ein aufrichtiges, liebes Mädchen) - "Aha." - Kein Kommentar (ich bin doch nicht blöd) - "So, so." - Eifersüchtig?" (Angriff ist die beste Verteidigung) - "Quatsch!" (warum so ruppig, Hase?) - "Schade!" (nicht kokett, sondern mit einem leisen, bedauernden Lächeln, sehr elegant.)

Der Rest des Tages verlief ohne besondere Vorkomnisse. Eine sonderbare Enspannung hatte mich plötzlich erfasst. Eine Entspannung, die sich aber irgendwie sehr traurig anfühlte. Plötzlich hatte ich aufgehört, mich für die Erbaulichkeit unseres Zusammenseins verantwortlich zu fühlen und noch kann ich nicht sagen, ob es sich dabei nur um vorübergehende Erschöpfung handelt oder um etwas Endgültiges. Er hat das natürlich sofort gespürt und es verunsichert ihn. Ich glaube, ich habe mehr Macht, als ich dachte. Jetzt nur nicht den Fehler machen, mir einzubilden, dass es verleugnete Liebe zu mir ist, die mir diese Macht über ihn verleiht. Das wäre ja noch schöner.

Ansonsten... bin ich ein Kamel, das stolz ist, nach drei Sonnentagen goldbraun zu sein wie ein Brathähnchen, obwohl mein Vater, der immer der Braunste von uns war, noch in Chemotherapie ist, um seinen Hautkrebs zu therapieren. Und ein träges Rindvieh, dass die Beschädigung des Kunstwerks nicht reklamiert. Und ab nächste Woche wahrscheinlich gebucht, was gut ist, denn dann hab ich keine Zeit mehr, ständig im eigenen Nabel zu puhlen.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenJoe schreibt am 22.05.2008 um 20:50 Uhr:Boah, unglaublich, DU m´ßt für alles sorgen, DU bist immer für ihn da, Du bestreitest die ganze Beziehung, und ER ist einfach nur...ein Arschloch.
    Naja, ich bin erst auf der ersten Seite des Blogs, ich bin ja schon so gespannt, wie es weitergeht!

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