Anleitung zum Entlieben

17.12.2006 um 14:57 Uhr

Ein Fest für Mensch und Tier

von: Lapared

„Wenn jetzt Sommer wär´…“

Teilnahmslos schaukelt ihr Körper vor und zurück. Ihre Augen blicken leer, was mögen sie gesehen haben. Leise und immer wieder mit großen Pausen, in denen sie völlig zu versinken scheint, summt sie die schöne kleine Melodie von Pohlmann, der vor dieser Melodie in der Schenke auf der Ecke Aushilfskellner war.

„Hätten wir den bekackten Stress nicht mehr.“

Lpunkt war auf dem Weihnachtsmarkt. Geschenke kaufen.

Mitten in die posttraumatische Apathie klingelt ein Telefon.

„Ja…“ Gewisse Grundfunktionen bleiben erhalten.
„Frau Lpunkt? Hier ist Frau Bpunkt, die Dame aus dem im Schwimmbad!“
„Ja…“ Natürliche Schutzreflexe – Flucht, Leugnen, Auflegen – hingegen fehlen.
„Ich will mich bei Ihnen bedanken, persönlich, sind Sie zuhause?“
„Ja…“ Die Denkprozesse sind gestört.
„Schön, dann kommen wir gleich vorbei.“
„Ja...“ Gefühle wie Furcht oder Grauen sind durch das zuvor Erlebte wie verbraucht und nicht erneut abrufbar.
„Auf Wiederhören.“
„Für meine Mutter habe ich ein Vogelbad gekauft, das wird der Knüller.“ Unmotiviert brechen Sätze aus der Sprachlosigkeit hervor.

Ich RINDVIEH!

Ich mache einfach nicht auf.

P.S. Ein Vogelbad? Das ist so eine Wasserschale für den Garten. Für Menschen, die Piepmätzen gern beim Baden zuschauen und Weihnachten auch an Nachbars Katze denken.


Diesen Eintrag kommentieren

Bitte beachte: Gästebucheinträge in diesem Weblog werden erst nach Freigabe durch den Autor angezeigt.