Anleitung zum Entlieben

11.01.2008 um 19:38 Uhr

Eine Woche vorm Abgabetermin, zwei Wochen vorm Umzug

von: Lapared

Gestern hatte ich das erste Mal meinen Volkhochschulkurs „Digitale Fotografie“. Welten! Welten taten sich mir auf! Welten der Beklemmung und der Scham. Ja, ja...

Ich wollte eigentlich nur lernen, wie man nicht so ganz gelungene Fotos - wie in der Regel meine – mit Hilfe von Photoshop noch ein bisschen hübsch machen kann. Immerhin werden sie ja gedruckt.

Begriffen habe ich bisher, dass meine Fotos vom fotografischen Standpunkt so ziemlich unter aller Kanone sind und dass nicht ich, sondern nur noch ein Grafiker daran was ändern kann.

Ich wusste es schon nach 3 Sekunden. Als alle anderen Teilnehmer mindestens melonengroße schwarze Kamerataschen vor sich auf den Tisch packten und ich mit meiner kleinen butterkeksgroßen Exelim mittendrin. Exelim. Man braucht entweder eine Canon oder eine Nikon habe ich inzwischen verstanden. Und wenn man die dann hat, ist es ungefähr so, als wäre man Protestant oder Katholik. Und zwar in Irland. Kurzum, ich habe mich ein bisschen lächerlich gemacht in der gestrigen Runde. Und wenn die Fotos so gedruckt werden, wird die Runde wohl noch ein bisschen größer werden, die lacht. Ich wünschte wirklich, ich könnte mir einen Grafiker leisten, aber das kann ich nicht. Und der Verlag auch nicht. Das finde ich fast noch trauriger. Ach ja...

Aber es gibt ja noch ein zweites Buch. Da kann ich dann alles besser machen. Da kann ich anwenden, was ich in meinem Fotokurs lerne und Fotos machen, die man nicht noch groß bearbeiten muss.

Und außerdem habe ich ja noch andere Sorgen. Ich ziehe um. Die neue Wohnung muss noch renoviert werden und die alte entrümpelt. Für jemanden wie mich, der keinen seiner drei Dosenöffner wegschmeißen kann, weil er vom Aberglauben besessen ist, dass das Leben ihn dann irgendwann den Wert solcher Dinge lehren wird (zum Beispiel auf der Insel nach dem Flugzeugabsturz, wenn die Konservendosen mit Ragout fin ans Ufer gespült werden), für jemanden wie mich eine wahre Herausforderung.

Meine Verfassung ist entsprechend, sagen wir, angespannt. Wenn ich morgens aufwache, ist mein linker Fuß in der Regel schon lange vor mir wacht und wippt unruhig auf und ab. Ein kleiner Tick. Immer wenn ich nervös bin, macht er das. Und meine Zahnärztin hat mir jetzt auch eine Beißschiene für den Tag verschrieben, weil ich nicht nur nachts sondern auch tagsüber die Zähne so fest aufeinander beiße, dass meine Zähne Risse bekommen. So was...

Aber die gute Nachricht. In drei Wochen ist ja alles irgendwie geschafft.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierensternenschein schreibt am 11.01.2008 um 21:16 Uhr:Das sind Gegner, die Canon und Nicon Fans, wie Recht Du da hast
    Dazwischen liegt ein tiefer Graben der Verabscheung des anderen. *g*
    Aber Du hast ein Buch, dass haben sie nicht.
    Alles Gute für Deine Werke.
    sternenschein.
  2. zitierenpicture_it schreibt am 11.01.2008 um 23:03 Uhr:Du hast Post zum Thema ;-)
  3. zitierenShadowfax schreibt am 12.01.2008 um 11:20 Uhr:DA wünsche ich Dir in den nächsten 3 Wochen gutes Gelingen :)

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