Anleitung zum Entlieben

04.06.2007 um 20:35 Uhr

Erste Eindrücke

von: Lapared

Ach, ich denke mal, das wird ganz nett. Pragmatische Chefs. Gelassenes Personal. Alle wollen vor acht zu hause sein – und was beflügelt mehr als ein gemeinsames Ziel?

Ein bisschen misstrauisch bin ich noch, ob das, was wie Gelassenheit aussieht, in Wirklichkeit vielleicht bloß temporäre Erschöpfung ist (in der vergangenen Woche waren immerhin zwei wichtige Präsentationen, wird erzählt), aber ich denke, ich hoffe... ich bin endlich auf die winzigen Subspezies der Werber gestoßen, für die ein Leben außerhalb der Agentur existiert. (Böse Zungen würden sagen: zweite Liga.) Mein zuständiger „Kreativ-Partner“ aus dem Art-Ressort heißt Pucki (ja, Pucki) und Pucki interessiert sich erklärtermaßen nur dafür, dass es am Ende gut aussieht. „Ich bin null der Denker“, sagt Pucki, „ich bin Gestalter“. Gestalter, fein. Womöglich gar begnadeter Gestalteter. (Begnadeter Gestalter = Werberdeutsch für „besonders guter Grafiker“, oft aber auch ironisch für „unfassbar hohle Nuss“). „Pucki“, sage ich, „null Denker, das stimmt doch nicht, beim Gestalten musst Du Dir doch auch was denken, hm?“ Ich denke, man muss Pucki nur ein bisschen fordern. „Nee“, sagt Pucki, „irgendwie mach ich das alles aus dem Bauch.“ Pucki, soviel steht fest, hat keine Lust zu denken, Pucki wird keine große Hilfe sein. Na, ich hoffe nur, ich bete, mir fällt was ein.


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