Anleitung zum Entlieben

03.07.2007 um 11:20 Uhr

Ex-Macker

von: Lapared

WE hatte keine Lust mir vorzulesen. „Da geht´s doch um Deine Ex-Macker?“

Ex-Macker, so drückt er sich sonst nie aus.

- „Nun ja, aber das ist doch ewig her…“
- „Zwei Jahre, dachte ich?“

Wie kleinlich er sein kann.

- „Formal ja, aber gefühlt viiiieel länger, Schatz. Eine Ewigkeit.“
- „Du schreibst ein ganzes Buch drüber, aber Du willst mir einreden, dass es total weit von Dir weg ist?“

Hätte ich doch bloß nicht gefragt.

- „Ja, das ist es. Weit weg. Keine Ahnung… vielleicht, weil ich darüber schreibe. Und durch die Weise, wie ich darüber schreibe, die kennst Du ja gar nicht, Schatz...“
- „Muss ich? Ich interessiere mich für Dich, nicht für das was Du tust.“

Ich bin, was ich tue, mein junger Freund. Wie jeder, der einigermaßen frei von Not und Zwängen leben darf, bis zu einem gewissen Grad.

- „Nein, musst Du nicht. Natürlich nicht. Ich versteh Dich... Du denkst vielleicht, ich schreib so Rosi Pilcher Romantik, hihi… oder diese Eiswürfelsex-Hausfrauenerotik, oh Gott… Aber wenn ich Dich überreden könnte, vielleicht mal das eine oder andere Bonmot meines Schaffens in den erlesenen Stapel Deiner Klolektüre aufzunehmen, wüsstest Du, dass ich auf dem Papier ziemlich viel Ironie gegenüber Lust und Leid der Liebe entfalte, ja, ja.“
- „Und warum sollte ich das wissen wollen, Liebes? Damit ich mir vorstellen kann, wie Du nächstes oder übernächstes Jahr oder vielleicht auch schon jetzt über uns schreibst?“

Oha. OHA… Zeit einzulenken. Er liest nichts von mir, auch nicht mein Blog, und die Vergangenheit sollte mich gelehrt haben, dies als ganz großen Vorteil zu schätzen.

- „Entschuldige. Du hast Recht. Das war wirklich unsensibel von mir.“
- „Ja.“

Mehr? Na gut...

- „Ich kann verstehen, dass Du nicht lesen willst, wie ich über frühere Beziehungen schreibe. Das ist wirklich eine heikle Sache. Unsensibel von mir, wirklich unsensibel. Tut mir leid, Schatz.“
- „Ich liebe Dich, kapierst Du das? Und zwar so, wie ich Dich kenne. ICH Dich. Mir ist egal, welche Qualitäten Du auf dem Papier entwickelst. Das interessiert mich nicht. Das will ich nicht wissen.“

Ja, ich denke, das haben wir nun verstanden. Hol Dir ein Bier, stell den Fernseher an, genieß meine wirklichen Qualitäten (angefangen mit meinen 1a Schnittchen)… und gut.

- „Ist gut, Schatz. Ist gut, wie gesagt, ich entschuldige mich. Ich dachte, es wäre vielleicht… weißt Du, es ist… dieses Buch beschäftigt mich, es ist meine Welt, ich wollte Dich nicht ausgrenzen, das war eigentlich meine Art, Dir zu zeigen, dass… dass ich… aber lass mal, schon gut.“
- „Sag mal, hast Du noch irgendwo Schnuckerkram? Wo sind eigentlich die Mohrenköpfe, ich hatte Dir doch zwei Packungen Mohrenköpfe mitgebracht...?“

Tja, die Mohrenköpfe, die Mohrenköpfe… das ist eine lange Geschichte. Alles fing damit an, dass ich mich nicht getraut habe zu lesen, was ich bisher geschrieben habe, weil… und dann… Aber ich denke, das willst Du alles gar nicht wissen.

"Gegessen."


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