Anleitung zum Entlieben

28.10.2013 um 13:00 Uhr

Frosty-Day

von: Lapared

Bei der letzten Heizkostenabrechnung bin ich fast aus meinen Lammfell-Pantöffelchen gekippt. Ich musste 200 Euro nachzahlen und meine neuen Abschläge könnten bei den Steuerprüfern die Vermutung nahelegen, ich betreibe nebengewerblich einen florierenden Saunaclub. Oder einer meiner Mitbewohner (Club Chez Curd). Und das, obwohl ich schon lange nur noch die Küche heize. Den Raum, in dem ich als emsige kleine Küchentischautorin immerhin meine Käsebrötchen verdiene. In den anderen Räumen bleibt die Heizung aus - jawohl, da bin ich knallhart! Aber wenigstens in der Küche, ich gebe es gerne zu, will ich es schön mollig haben. Schön mollig heißt schön mollig. Der Ofen muss bullern, bei Raumtemperaturen unter 28 Grad kann ich nicht denken. (Außerdem müssen die anderen Räume ja noch ein bisschen mitbeheizt werden, wer will denn bitte ein eiskaltes Wohnzimmer?) Aber das, habe ich beschlossen, wird sich jetzt ändern. In diesem Winter werden Heizkosten gespart!

Nun bin ich ja, treue Leser wissen es, ein bisschen gehandicapt. Ich habe diesen schlimmen angeborenen Regulationsdefekt. Ich kann nur ganz oder gar nicht, ein bisschen weniger ist mir quasi unmöglich, beim Heizen ist das nicht anders. Ein Thermostat auf Drei ist wie nur die halbe Tafel Rittersport. Schönen Dank, dann verzichte ich lieber ganz.

Meine Sparstrategie für den Winter lautet daher: Ich heize nicht weniger, ich heize gar nicht. Zumindest an einem Tag pro Woche. Ich beschließe hiermit offiziell und einstimmig den heizungsfreien Montag – huch, das wäre ja heute… - den heizungsfreien Dienstag! In Anlehnung an den Veggie-Day, den ich persönlich klasse fand (wenn ich König wäre, würde ich das Tiere-Essen ganz abschaffen, ich glaube nämlich, wenn wir aufhören, Tiere zu schlachten, hören wir auch auf, uns gegenseitig abzumurksen, LOVE&PEACE, yeah…), also, in Anlehnung an den meiner Meinung nach zu Unrecht verunglimpften Veggie-Day nenne ich meinen heizungsfreien Dienstag Frosty-Day (oder lieber Schlotter-Day? Her mit dem Glühwein-Day?) Obwohl es bekanntlich keine Kälte gibt, nur zu dünne Kleidung. Und meine beiden schnittigen Neoprenanzüge habe ich dieses Jahr ohnehin viel zu selten getragen.

Neben den eingesparten Heizkosten verspreche ich mir auch positive Effekte für Haut und Haar. Heizungsluft ist bekannlich der dermatologische Staatsfeind Nr. 1, alles trocknet aus, schuppt und knittert. Der Frosty-Day wird mich frischer, jünger, strahlender aussehen lassen. Meine Kreativität wird möglicherweise auch profitieren, über kühle Köpfe hört man jedenfalls immer nur Gutes. Die geile Gehirnmaschine wird in der Küche rattern und dampfen wie eine russische Lokomotive im sibirischen Winter. Ach, das wird so super. Ganz sicher. Bestimmt…

Sollte es so kommen, werde ich selbstverständlich Beweisfotos posten: Lpunkt mit Neoprenanzug, Moonboots und Bommelmützchen am Küchentisch beim Käsebrot-Verdienen. Curd natürlich genauso. Ein Spaß wird das.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitiereninie schreibt am 28.10.2013 um 15:43 Uhr:Wenn man eiskalt duschen geht ist die Haut auch wieder straff wie mit 18 ;-)
  2. zitierenTheFan schreibt am 28.10.2013 um 16:22 Uhr:Curd mit Moonboots? Na da bin ich aber mal gespannt!
  3. zitierenjulio schreibt am 28.10.2013 um 18:45 Uhr:Insofern man kein Arbeitszimmer hat, macht es ja durchaus Sinn dafür die Küche als einen Raum heran zu ziehen, welcher -zumindest bei einigen- eine der Hauptanlaufstellen für die häusliche Arbeit darstellt- und somit eine gewisse Artverwandtschaft aufweist.
    Ist nur interessant dass ich mir bereits seit jeher, keinen besseren Ort denken kann um hinter dem Rechner zu hocken, als meine Küche.
  4. zitierenmchen schreibt am 28.10.2013 um 21:49 Uhr:haltet schon mal die taschentücher bereit, denn nach den rauchenden köpfchen kommen die schnupfenden nasen... aber den vorsatz finde ich großartig. vielleicht schließe ich mich an. juhuu, gründen wir die frosty day partei!!
  5. zitierenginablum schreibt am 29.10.2013 um 18:57 Uhr:Das ganze Geschlotter wird nix nutzen, denn Heizkosten werden so oder so berechnet, vom Gesamtverbrauch des Hauses muss man seinen Teil bezahlen, ob man will oder nicht. Nur ein verschwindend kleiner Teil der Rechnung bezieht sich auf deine tatsächlich verursachten Kosten. Von daher: lieber die Regulierungsschwäche behandeln und überall auf 2-3, die Kosten werden nicht größer dadurch. Weniger leider auch nicht, aber wenigstens verschimmelt dir dann nicht die Kemenate. Man muss auch an die Zukunft denken: Rheuma willste doch nicht kriegen, oder doch?
  6. zitierenMallory schreibt am 29.10.2013 um 19:28 Uhr:Wenn die anderen Tage der Woche aber die Küche bei 28°C warm gehalten wird, wird ein Frosty-Day nicht den gewünschten Effekt auf die BeKo haben.
  7. zitierenbiene schreibt am 01.11.2013 um 17:35 Uhr:dabei fällt mir ein, wann kommt denn (d)ein neus buch? wenns jetzt so rattert sicher schnell oder? (freu)!
    lg
  8. zitierenEva schreibt am 02.11.2013 um 22:36 Uhr:Wegen 200 Euro Nachzahlung willst Du Dich schockfrosten? Ich hab letztes Jahr die Heizung konstant auf 20 Grad gelassen - Tag wie Nacht. Das Ergebnis war, dass ich nichts nachzahlen musste. Die letzten Jahre hatte ich abends immer die Heizung ausgemacht und morgens wieder angedreht. Da man aber die Bude dann erstmal richtig aufheizen muss, hab ich dabei mehr verbraucht, als wenn ich die Temperaturen einfach konstant halte. Also bevor Du erfrierst - halt einfach die Temperatur im Raum konstant auf 20 / 21 Grad.

    Lg
    Eva

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