Großer Einsatz für Curds Fotos


Mann am Fenster: „Ja, spreche ich mit der Polizei? Vor meinem Fenster ist eine Frau mit einem 30 cm langen Fleischermesser...“
Ein Anwohner rechts unten im Erdgeschoss hatte das Fenster geöffnet und machte seine Androhung war, die Polizei zu verständigen, wenn ich nicht auf der Stelle verschwinden würde.
Während er mit dem Handy in der einen und einer Flasche Bier in der anderen Hand am offenen Fenster stand und mit der Polizei telefonierte, versuchten Curd und ich einfach weiter unsere Arbeit zu machen. Es handelte sich schließlich um sehr wichtige Fotos. Im Buch, so viel darf ich verraten, geht Curd am Anfang auf tragische Weise verloren. Danach irrt er allein herum und sucht sein Zuhause. Diese Fotos sollten die dramatischen Minuten dokumentieren, als er kurz davor steht, es endlich zu finden – oder ist es doch wieder die falsche Adresse?
Mann am Fenster: „Ja, eine Frau… … Eine Frau mit einer Puppe… Ja, vermummt… Sie trägt eine Mütze mit einem Sowjetstern… Nein, nicht die Frau, die Puppe!… Und sie hat ein langes Fleischermesser…„
Vor meinem geistigen Auge erschienen Bilder von Curd in Handschellen, wie geil wäre das denn! Mir gefiel die Idee mit der Polizei.
Mann am Fenster: „ICH?… Ich habe nichts getrunken, keinen Tropfen, ich bin ein unbescholtener Bürger, Sie Arschloch!"
Ich spürte, dass der Mann drauf und dran war, es zu vergeigen. Ob ich mal mit der Polizei reden sollte? So ein Messer ist schließlich eine gefährliche Sache.
Mann am Fenster: „Mein Name? Den habe ich Ihnen doch schon gesagt… Ja… Ja… Ja, und selbst wenn ich heute schon drei Mal angerufen habe!!! Diese Frau ist wirklich gefährlich!“
Die Polizei schien den Mann nicht ernst zu nehmen. In der Tat war er so voll, dass er leicht wankte beim Reden. Sein langes offenes graues Haar wehte mit der ebenfalls grauen Gardine aus dem Fenster und bauschte sich leicht im Wind.
Mann am Fenster: „Ich glaube, dass sie in der Puppe irgendwas versteckt hat…“
Jetzt erinnerte ich mich auch, woher ich den Mann kannte. Ich hatte ihn schon öfter in dem kleinen Laden an der Ecke gesehen, wo er immer sein Leergut abgab, stets eine ganze Tragetasche voll. Jetzt redete er sich immer mehr in Rage und ich beschloss, dass die Fotos vielleicht doch nicht so wichtig waren.
Mann am Fenster: GEFÄHRLICH!!!… SOWJETSTERN!!… SPRENGSTOFF!!!!…
Während ich mich mit Curd eilig aus dem Staub machte, hörte ich den Mann schimpfen. Es tat mir leid, dass ich ihn so aufgeregt hatte. Ein anderer Nachbar erzählte mir dann, dass er bei der Polizei einschlägig bekannt sei und ich müsse mir keine Sorgen machen, die würden bestimmt nicht anrücken.
Na, dann...
P.S. Jetzt sind Sie sicher enttäuscht, dass ich gar nichts von Gerry erzählt habe, hm?! Ja, das war ich auch, als er gar nicht gekommen ist. Eins seiner Mädchen sei krank geworden, schrieb er am nächsten Tag per SMS (er hat zwei Töchter, die eigentlich bei der Mutter leben.) Das war das letzte, was ich gehört habe, vor sechs Tagen. Nein, bitte keine Erklärungsversuche. Beteiligen wir uns gar nicht an den Spekulationen, die Lchens graue Zellen schon wieder munter anstellen. Sagen wird doch einfach leise: Tja… ;)
P.P.S. Stimmt, das Bild ist geschummelt. Das war beim Schanzenfest. Für Messer-Curd sind nur zwei Streifenpolizisten gekommen. Ich musste versprechen, immer ganz vorsichtig mit der Klinge zu sein. Für ein Foto wollten die Beamten leider nicht posieren.

Immerhin wissen die drei Jumiörchen jetzt, wie man ein STANDFOTOCHEM macht... ;-)
Knutscherchem... :-***
Wegen Gerry: hmpf. Nicht sehr gentlemanlike, Absage erst am Tag danach und seither Funkstille. Hatte mehr von ihm erwartet.
Liebe Grüße!
Seit ich das gehört habe, bin - obwohl ich das doch vorher auch schon wusste - doch etwas gelassener und entspannter. Dann will er halt nicht! PÜH! Selbst Schuld!
Habe ich schon mal geschrieben, dass ich mich auf das Buch freue?
LG Martina
Als haetten die nichts anderes zu tun.
Merke: diesem Menschen und der Straße aus dem Weg gehen, sonst wird man mit Plastikbesteck schnell zum Plastiksprengstoffexperten.
Curd, das war sehr tapfer von dir, keine Miene zu verziehen, wer weiss, was der Typ mit dir angestellt haette?
Freu mich auch schon aufs Buch, obwohl es alleine wegen dieser Story noch ein weiteres geben muss :-D
LG diddlmausanja
Und was den Fleischspieß angeht. Ich besitze keinen. Aber ich überlege mir nun einen anzuschaffen. Danke für den Tipp. Allerdings hätte dieser Mann wohl auch bei einem verwendeten Fleischspieß die Polizei informiert. Über einen Frau mit einem Sperr und einem Dolch oder einem Degen... das bleibt auszuprobieren.
Gruß aus Hessen, geisslein
Herrliche Geschichte - ich musste so sehr lachen!!!!!
Schade das die Polizisten kein Foto mit Curd machen wollten :D
Man (frau) kann wirklich schon mal die Frage in den Raum werfen:" Wo sind die Männer, die halten, was sie versprechen?"